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Effektvolles Multitalent

Bichler Türenwerk automatisiert die Oberflächenbearbeitung
Effektvolles Multitalent

Hochglänzend, matt pigmentiert, gebürstet, sägerau oder geschruppt: Wie können die hohen Ansprüche an ein perfektes Finish und haptische Oberflächeneffekte ohne aufwendige Handarbeit erfüllt werden? Die Bichler Türenwerk GmbH hat diese Frage mit einem universellen „Oberflächen-Bearbeitungszentrum“ ganz komfortabel beantwortet. Manfred Maier

I Schreinermeister und Betriebswirt Markus Bichler setzt auf moderne Technologien: „Wir haben konsequent in automatisierte Fertigungstechnik investiert und unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich gestärkt.“ Alles neu: Plattensäge, Kantenanleimmaschine, Fünfachs-CNC, Spritzroboter und ein mächtiger Schleifautomat zählen zum strammen Investitionspaket, mit dem sich der Türenhersteller aus Berg im Gau bei Ingolstadt neu aufgestellt hat.

Seit 1990 konzentriert sich die Schreinerei ganz auf Türen und vermarktet direkt an Endkunden: „Unsere hochwertigen Innen- und Haustüren werden nach individuellen Kundenwünschen in jeder Stilrichtung hergestellt“, definiert Markus Bichler das Firmenkonzept. „Vom Aufmaß bis zur Montage: Bei uns erhält der Kunde alles aus einer Hand!“ Der Aktionsradius reicht inzwischen weit über den Ballungsraum Ingolstadt, Augsburg und München hinaus. Mit 15 Mitarbeitern produziert Bichler rund 2000 Innentüren und 100 Haustüren pro Jahr. Brand- und Schallschutzelemente werden in TSH-Lizenz gefertigt. Eine Spezialität sind Türen mit Weißlackoberflächen, die rund 70 % der Produktion stellen. Qualitativ grenzt sich Bichler massiv ab: Für den Türenkern werden überwiegend Stäbchenplatten eingesetzt. Rahmen und Zargen sind vor der Montage einbaufertig verleimt.
Hoher manueller Aufwand
Schleiflack, klassische Profilierungen, gebürstete oder strukturierte Effekte, so Markus Bichler, seien bekanntlich sehr gefragt: „Die Ansprüche an die Oberfläche sind enorm gestiegen und damit der Aufwand für teure, manuelle Schleifarbeit.“ Bichler ergänzt: „Unser 2-Band-Schleifautomat stieß an seine Grenzen. In der Folge haben wir lange nach einer für uns passenden Maschinenlösung gesucht.“ Und das mit dem Ziel, möglichst alle anfallenden Schleif- und Effektbearbeitungen in einen automatisierten Durchlauf zu bringen. Überzeugen konnte die hohe Oberflächenkompetenz der Maschinenfabrik Heesemann. Der Schleifautomaten-Spezialist aus Bad Oeynhausen glänzte mit Hightech und detaillierter Fachberatung, samt intensiven Tests mit Bichlers Werkstücken.
Alles in einer Maschine
Das Ergebnis ist eine Maschine aus der Modellreihe „MFA Impression“. Mit sechs Aggregaten plus Reinigungsbürste ging Bichler sozusagen in die Vollen: Querschleifaggregat, RUT-Tellerbürstenaggregat, Strukturierbürste, RUT-Tellerbürstenaggregat, Bürstenwalze, Längsschleifaggregat und Reinigungsbürste lautet die speziell abgestimmte Aggregatereihenfolge.
Das Querschleifaggregat mit Magnetdruckbalken und Drucklamellenband übernimmt nicht nur den ersten Bearbeitungsschritt im Kreuzschliffverfahren: Betriebsleiter Klaus Bichler erzielt damit auch Sägerau-Effekte. Dafür wird ein Querband mit 16er-Körnung bei kleinsten Schnittgeschwindigkeiten genutzt. Der Sägerau-Effekt lässt sich nicht nur vollflächig, sondern – einsatzgesteuert – auch partiell gestreut erzeugen.
Natürlich sanft nachgebürstet: Dafür und für vielfältige andere Bearbeitungsaufgaben stehen die beiden „Rotierenden, Umlaufenden Tellerbürstenaggregate (RUT)“ zur Verfügung. 19 Tellerbürsten drehen sich um die eigene Achse und bearbeiten das Werkstück in einer umlaufenden Karussellbewegung quer zur Vorschubrichtung. Drehzahl und orbitale Umlaufgeschwindigkeit der Tellerbürsten sind stufenlos regelbar. Handelsübliche Draht- oder Lamellenbürsten beliebiger Körnung können einfach eingewechselt werden. Je nach Bestückung übernehmen die RUT-Aggregate das gleichmäßige Schleifen, Strukturieren, Glätten oder Satinieren in verschiedene Richtungen ohne Schleifspuren. Besonders auch bei der 3D-Bearbeitung: In Verbindung mit dem Bürstenwalzenaggregat werden die Tellerbürsten bei Bichler auch universell für die Finishbearbeitung profilierter Oberflächen eingesetzt. Das Entfernen von Fasern oder auch das Verrunden von scharfen Kanten an Einfräsungen sind weitere Beispiele.
Weiches oder hartes Längsstrukturieren bis hin zum Sandstrahleffekt übernimmt die an dritter Position installierte Strukturierbürste mit Litzenbesatz. Dank präziser NC-Höhenverstellung mit Servomotoren an jedem Aggregat, Gleich- und Gegenlauf an den Bürsten sind alle Effektbearbeitungen miteinander kombinierbar. Die Anwahl der Aggregate und Eintauchtiefen erfolgt exakt nach Programm.
Das Längsschleifaggregat mit CSD Gliederdruckbalkensystem übernimmt den Kontaktschliff von Massivholz und Furnier sowie den Lackzwischenschliff. In der Kombi-Version bei Bichler wird es auch zum Kalibrieren von Türblättern und HDF-Decks eingesetzt. Mehr noch: Über ein besonderes Programm erzeugt das Längsschleifaggregat Schrupphobeleffekte. Dafür wird eine spezielle Stahlplatte unter den Gliederdruckbalken eingewechselt.
Hochwertiger Maschinenbau
Die MFA Impression repräsentiert Maschinenbau vom Feinsten. Hingewiesen wird bei Bichler besonders auf den schweren Maschinenbau und die Aggregatetechnik im Industriestandard. Eine feingliederige Abtastung der Werkstückkonturen sorgt für die präzise Steuerung des Schleifdrucks. Durch den segmentierten Magnetdruckbalken mit dem bewährten Heesemann-CSD-System werden Werkstücktoleranzen von 2 mm und mehr kompensiert.
Wassergekühlte Servomotoren ermöglichen extrem niedrige Drehzahlen mit minimalen Bandgeschwindigkeiten von bis zu 0,1 m/s. Und das bei voller Schleifleistung ohne Geschwindigkeitsschwankungen. Klaus Bichler: „Für den Lackzwischenschliff und die Bearbeitung empfindlicher Oberflächen ist dies ein großer Vorteil.“ Er schätzt zudem die spezielle Schleifbandreinigung und die wirkungsvolle Reinigungsbürste: „Die Werkstücke sind auch beim Lackzwischenschliff immer richtig sauber.“
Vielfältige Effekte
„Die Heesemann hat alles drauf und erweist sich als hochflexibles Zentrum für alle Finishbearbeitungen und vielfältige Oberflächeneffekte“, freut sich Markus Bichler. Entscheidend verringert habe sich der Zeitaufwand für bisher manuell hergestellte Strukturoberflächen. Das gelte auch für profilierte und ornamentgefräste Türflächen. Bichler: „Den Lackzwischenschliff bei weiß lackierten Türen mit Einfräsungen mitgerechnet, sparen wir rund 50 Prozent der bisherigen Schleif- und Nacharbeit.“ Betont wird die hohe Finishqualität, die man bereits mit dem Querband erreiche: „In puncto Bearbeitungsqualität wird der stabile und präzise Maschinenbau augenfällig.“ Besonders wichtig war den Bichlers eine einfache Bedienung. Dieser Forderung kommt Heesemann mit einem leistungsfähigen Industrie-PC, großem Touchscreen und grafischer Bedienoberfläche entgegen. Klaus Bichler ist regelrecht begeistert: „Maschine, Steuerung und Bedienoberfläche sind klasse. Die hinterlegten Bearbeitungsprogramme lassen sich einfach anpassen.“ I

Der Autor

Dipl.-Ing. (FH) Manfred Maier war viele Jahre BM-Chefredakteur und arbeitet heute als freier Fachjournalist.
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