Bau- und Möbeltischlerei Tapken: Universalität als Aushängeschild. Ein echter Alleskönner - BM online

Bau- und Möbeltischlerei Tapken: Universalität als Aushängeschild

Ein echter Alleskönner

Innenausbau, Treppen, Fenster und Haustüren: Wer meint, die universelle Ausrichtung habe keine Zukunft, der wird in der Bau- und Möbeltischlerei Tapken eines Besseren belehrt. Hochflexible CNC-Technik für Fenster, Türen und mehr spielt dabei eine besondere Rolle.

Autor: Manfred Maier

Die Bau- und Möbeltischlerei J. Tapken in Garrel bei Oldenburg ist ein Beispiel für eine interessante Marktentwicklung: Bauherren und Renovierer wissen ein umfassendes Angebot offenbar wieder stark zu schätzen. Der Wind habe sich gedreht, erklärt Tischlermeister und Seniorchef Josef Tapken: „Bei uns erhält der Kunde alles aus einer Hand. Das hat sich als großer Marktvorteil herausgestellt.“ Und Josef Tapken jr. ergänzt: „Die Universalität ist heute unser Aushängeschild!“

Ohne leistungsfähige Maschinenpower allerdings tragen so unterschiedliche Arbeitsfelder wenig Früchte. Diesen Grundsatz beherzigen die Tapkens schon lange. Treppen werden seit 1997 auf einer 5-Achs-CNC gefertigt.
In der Sparte Fensterbau standen die beiden Tischlermeister am Wendepunkt. Die Maschinentechnik in der bisher stufenweisen Fertigung genügte nicht mehr den Ansprüchen an wirtschaftliches Produzieren bei ständig zunehmender Fenstervielfalt.
Hopp oder Top: Mit einem kräftigen Investitionsschub sollte das Arbeitsfeld Fenster und Türen auf eine zukunftsfähige Basis gestellt werden. Befördert durch die sehr begrenzte Expansionsmöglichkeit am bisherigen Standort entwickelte sich weit mehr als die Anschaffung neuer Maschinen, sondern ein ausgewachsener „Bau- und Investitionsplan“. Auf der grünen Wiese im Gewerbegebiet Garrel entstand eine neue 18 000 m² große Fertigungsstätte für Fenster und Haustüren mit allem Drum und Dran. Die Auslagerung war kein einfacher Schritt für den traditionsreichen Betrieb, in dem derzeit 25 Tischler beschäftigt sind: „Wir haben gut gewirtschaftet“, kommentiert Josef Tapken jr. die kräftigen Investitionen in die Fensterzukunft.
Aus der Analyse der Markterfordernisse betrieb Tapken intensive Produktentwicklung. Individuelle Vielfalt war gefragt. Das Kernportfolio für Holz- und Holz-Alu wurde mit IV 68-, IV 78- und IV 90-Fenstersystemen in jeweils mehreren Flügelprofilierungen, Haustürkonstruktionen in diversen Profilvarianten, Hebeschiebetüren, Denkmalfenstern und Pfosten-Riegeln konstruktiv definiert.
„Wir wussten ganz genau, was wir wollten“, erklärt Josef Tapken jr. und meint damit nicht nur chancenreiche neue Produkte, sondern auch das daraus resultierende Pflichtenheft für die anvisierte Investition in die Automatisierung der spanabhebenden Bearbeitung.
Referenzen gab es noch keine
Die Recherche nach flexibler Produktionstechnik führte den norddeutschen Tischlermeister ins schwäbische Schopfloch. Dort hatten die Fensterexperten von Homag mit der zweiten Generation des PowerProfilers eine neue Portalanlage in der finalen Entwicklungsphase. „Das vielseitige Konzept des Power-Profilers BMB 900 hat mich auf Anhieb überzeugt“, blickt Tapken jr. zurück. Referenzen für diese Anlage, die später auf der Ligna 2011 ihre Premiere feierte, gab es zum Entscheidungszeitpunkt noch keine, wie er betont: „Wir haben praktisch nach Zeichnung und der Projektbeschreibung gekauft.“
Seit Juni 2011 bildet nunmehr der zweite bei Homag produzierte PowerProfiler BMB 900 das Herz der Fenster- und Türenfertigung in der nagelneuen Fertigungsstätte. Aus dem Homag-Baukasten wählte Tapken die beidseitig am Portal arbeitende Version 923 mit drei 4-Achs-Spindeln für eine Kapazität von rund 35 einflügeligen Fenstern pro Schicht.
Der PowerProfiler leistet die präzise Einzelteil-Komplettbearbeitung von Rahmenteilen für Fenster und Türen in allen Formen bis zu Werkstückabmessungen von 6000 x 300 x 150 mm. Auch große Querschnitte für Pfosten-/Riegelkonstruktionen und sehr kurze Längen für Fenster im Denkmalschutz können vollautomatisch bearbeitet werden.
Selbst schmale Sprossen bis zu einer Breite von 24 mm werden auf der Homag profiliert, gekontert, gedübelt wie jedes andere Teil.
Die Fertigungsdaten für die rahmenweise Fertigung erhält die Anlage online aus der Arbeitsvorbereitung. Die Anbindung der seit Jahren bewährten Software aus dem Hause Klaes, so Tapken, verlief problemlos.
Die Bearbeitung selbst startet über den Beschickungspuffer im vollautomatisierten Durchlauf. Ein Vorteil dabei: Werkstückein- und -auslauf befinden sich im gleichen Bereich. An dieser Stelle offeriert Homag unterschiedliche, kapazitätsabhängige Automatisierungslösungen. Der Beschickungspuffer ermöglicht mannloses Arbeiten der Anlage von bis zu einer Stunde. Ein integriertes Werkstückmesssystem verhindert Störungen durch versehentlich falsch aufgelegte Rohteile. Verfahrenstechnisches Merkmal sind die beiden in X und Y verfahrbaren PowerBeam-Bearbeitungsschlitten, auf denen die Einzelteile gespannt und am Werkzeug zur Profilierung vorbeigeführt werden. Für sichere Spannung sorgen oberflächenschonende Spannelemente. Das Umspannen für die Innen- und Außenprofilierung auf den jeweiligen Bearbeitungsschlitten erfolgt NC-gesteuert, abhängig von der Profilgeometrie und der Teilebreite.
Haustüren, Rundbögen und mehr
Zu einer echten „All in one-Lösung“ wird der PowerProfiler BMB 900 durch einen besonderen Kniff: Mit dem links angegliederten Konsolentisch zur Aufspannung flächiger und geschweifter Teile eröffnet die Maschine alle Bearbeitungsmöglichkeiten einer stationären CNC. So z. B. die komplette Bearbeitung von Haustüren in Vollblattbauweise. Die Konsolen mit integrierter Vakuumübertragung werden für die Haustürfertigung aus der Parkposition einfach auf die beiden Schlitten geschoben.
Die Umrüstzeiten halten sich in Grenzen. Der erfahrene Tischler und Maschinenbediener Martin Högemann nennt rund zehn Minuten für den Wechsel von Rahmenteilen auf Haustüren und zurück. Neben Vakuumsaugern können auch pneumatische Spannmittel aller Art für unterschiedliche Werkstücke eingesetzt werden. Der Konsolentisch ermöglicht somit auch die Komplettbearbeitung von Rundbögen inklusive der passenden Glasleiste mit einem Stichmaß von bis zu 1300 mm in einer Aufspannung. Für die optimale Ausnutzung des Rohmaterials werden Rundbögen mithilfe eines Lasers nach der Projektion der Werkstückkontur ausgerichtet.
Tapken jr. sieht hier noch eine Menge Optionen und Gestaltungsmöglichkeiten: „Auf dem Konsolentisch könnten wir auch Möbel- und Innenausbauteile komplett bearbeiten.“
Alles auf der Maschine
Eine der Schlüsselpositionen der modernen CNC-Bearbeitung ist bekanntlich die werkzeugtechnische Ausstattung. Mit „möglichst wenig Werkzeugsplitting“ definierte Tapken seine grundsätzlichen Vorstellungen und ging damit sozusagen in die Vollen: Insgesamt 120 Werkzeuge in den Wechslern machen zusätzliche manuelle Einwechslungen überflüssig. Diese Ausstattung ist ein Garant nicht nur für rationelles Produzieren in Losgröße 1: Sämtliche Hauptprofile können somit in einem Profiliervorgang hergestellt werden. Das spart Zeit und erhält die Kapazität. „Wir haben alles für Fenster und Türen auf der Maschine. Der PowerProfiler bietet dafür genügend Raum“, erklärt Josef Tapken jr. sichtlich begeistert.
Großer Sprung nach vorn
Josef Tapken jr. sieht seine zweifellos hohen Erwartungen an die neue Anlage erfüllt und hebt die hohe Flexibilität des Gesamtkonzepts und die wirtschaftliche Fertigung in Losgröße 1 besonders heraus: „Die BMB 900 erweist sich als ein echter Alleskönner. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Investition, das kann man nicht anders sagen.“
Die neue Power bedeute einen großen Sprung nach vorn: „Wir können heute ganz anders reagieren und unsere Kunden auch bei Spitzen kurzfristig innerhalb von zwei Wochen bedienen.“
Die Maschine eröffne neue Möglichkeiten in der Einzelteilproduktion. Sonderelemente könnten wie Standardelemente bearbeitet werden. Die Verfahrenstechnik biete zudem definierte und jederzeit reproduzierbare Qualität. Das sei ein starker Sicherheitsfaktor.
Die neue Leistungsfähigkeit hat sich bereits herumgesprochen: „Wir erhalten großen Zuspruch aus dem Kollegenkreis“, freuen sich die Tapkens. Dabei handele es sich vielfach um Tischlereien, die ihr Leistungsspektrum mit Fenstern und Türen von Tapken ergänzen oder um Kleinbetriebe, die den nächsten Investitionsschritt nicht gehen wollen. l
Tischlerei J. Tapken
49681 Garrel

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