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Funktioniert auch für andere Tischler

Tischlerei Binder: Der Weg zum klaren Profil, Teil 3
Funktioniert auch für andere Tischler

Schöne Möbel für Privatkunden bauen: Das ist der Traum vieler Schreiner und Tischler. Dabei ist nicht das Bauen das Problem, sondern die Frage: Wie komme ich an die Kunden? Die Tischlerei Binder zeigt, wie’s geht. Nun können auch andere Betriebe davon profitieren. Thomas Behrendt hat ein Franchisekonzept entwickelt. Drei Kollegen sind schon eingestiegen.

BM-Redakteurin Regina Adamczak

Lange haben sie getüftelt: Schreinermeister Jan Binder, seine Schwester Julia Behrendt, die auch Schreinermeisterin ist, zusammen mit ihrem Mann Thomas Behrendt. „Maßmöbel aus Meisterhand“ haben sie sich auf die Fahnen geschrieben und dazu ein umfassendes Marketing-Konzept erarbeitet, das funktioniert: „Heute bauen wir nur noch Möbel und machen Kunden glücklich.“

Der Weg dahin dauerte mehr als fünf Jahre. Doch jetzt ist die Sache rund. Und da Thomas Behrendt als Betriebswirtschaftler eine treibende Kraft bei dieser Entwicklung war, ging er einen weiteren konsequenten Schritt: Um das Konzept auch für andere Tischler und Schreiner zugänglich zu machen, entwickelte er ein Franchisekonzept.

Franchisekonzept in drei Stufen

Das Modell sieht drei Ausbaustufen vor: Das Einstiegspaket beinhaltet das Internet-Werbekonzept und den Aufbau einer E-Mail-Kontaktliste. Aber auch Mittel, um klassisch „offline“ zu werben, sind im Programm – beispielsweise mit einem auf die Wunschkundin abgestimmten Flyer. Auch werden Vorlagen geliefert, um den bereits bestehenden Kundenstamm des Partnerbetriebes – oft ein ruhender Schatz – in das Werbekonzept einzubeziehen. Zudem gibt es Unterstützung durch die Systemzentrale, moderierte Partnertreffen und Gebietsschutz. Die Kosten: 257 Euro / Monat, zzgl. 2500 Euro Einstiegsgebühr.

Doch der Kern der Einführungsphase ist nicht die trockene Theorie, vielmehr geht es gleich in die lebendige Praxis. Die neuen Partner sollen das Konzept spüren bzw. erleben können. Auch Gespräche mit Jan und Julia zur praktischen Umsetzung der Strategie sind ein wichtiges Element. Paket 1 umfasst Themengebiete, die Nachfrage und Anfragen bringen.

Die zweite Ausbaustufe baut logisch darauf auf. Wenn ich die Anfragen erst einmal habe, geht es darum zu filtern: Wo werde ich am meisten Erfolg haben? Wo ist die Kaufwahrscheinlichkeit am höchsten? Wie verhalte ich mich am Telefon richtig? Wie trete ich vor Ort beim Kunden auf? Wie gehe ich bei Preisverhandlungen vor? Auch dafür werden Checklisten zur Verfügung gestellt. Im dritten Schritt geht es dann um betriebswirtschaftliche Aspekte.

Auf der Internetseite www.schoene-moebel-bauen.de gibt Thomas Behrendt interessierten Betreiben einen Einblick in die Idee, die hinter dem Konzept steht.

Die ersten Tischlereien sind schon im Boot

Das Interesse einiger Kollegen ist schon geweckt und drei Partnerbetriebe sind im März eingestiegen: Tischlereien aus Osnabrück, Aachen und Köln. Die ersten Erfahrungen sind positiv. Thomas Behrendt ist es wichtig, dass das Franchisemodell mit Leben erfüllt ist: „Es geht dabei auch um Austausch und partnerschaftlichen Kontakt unter den beteiligten Unternehmen, um gemeinsames Lernen, also darum, sich zusammen mit Kollegen weiterzuentwickeln. Teil des Konzeptes sind auch Onlineschulungen. „Die Digitalisierung ändert vieles“, so Behrendt. „Man muss nicht mehr überall vor Ort sein, um zu unterstützen.“

Ein weiterer Baustein wird in naher Zukunft die Marketing-Automatisierung sein. Mittlerweile ist diese Technik, die eine individuellere Kundenansprache möglich macht, so weit, dass das, was vorher nur großen Konzernen wie Amazon vorbehalten war, auch für den kleinen Handwerksbetrieb nutzbar ist. Speziell hier wird sich künftig entscheiden, welcher Betrieb für die Zukunft gut gerüstet ist.

Konzept wird immer weiter entwickelt

Die Tischlerei Binder ist und bleibt dabei ein zentrales Element der Strategie. Julia Behrendt lächelt: „Wir sind der Pilotbetrieb, also quasi die Abteilung Forschung und Entwicklung der ,Maßmöbel-aus-Meisterhand-Familie‘.“ Seit knapp drei Jahren wird die neue Strategie in dem alteingesessenen Unternehmen konsequent umgesetzt und immer weiter verfeinert. Die positiven Rückmeldungen der Kunden bestätigen, dass die eingeschlagene Richtung stimmt. Jan Binder: „Eindeutige Kennzeichen sind, dass Kunden schon vor Rechnungsstellung zahlen, uns glückliche Rückmeldungen geben, uns auf der Plattform „Proven Experts“ positiv bewerten und uns weiterempfehlen.“

www.schoene-moebel-bauen.de

www.massmoebel-aus-meisterhand.de


Serie in drei Teilen

Ein Konzept auch für Kollegen

Wie eine ganz normale Tischlerei in Nordrhein-Westfalen ein Konzept entwickelte, mit dem sie selber gut fährt und von dem auch Kollegen profitieren könnten, erfahren Sie in dieser Serie:

1. Teil: Warum sich die Tischlerei Binder entschieden hat, in Zukunft keine spektakulären Theken zu bauen, sondern sich auf Kundinnen zu spezialisieren. (BM 04/20)

2. Teil: Wie kann eine konsequente Ausrichtung gelingen? (BM 05/20)

Jedes Detail muss stimmen

3. Teil: Was bringt dieses Konzept für andere Tischlereien und Schreinereien?

Bauchladen war gestern

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