Tischlerei Mähr setzt auf vertikale Evolution. Kompakter Allrounder - BM online

Tischlerei Mähr setzt auf vertikale Evolution

Kompakter Allrounder

Was können kleine Betriebe mit engen Raumverhältnissen unternehmen, um fertigungstechnisch nicht abgehängt zu werden? Die Antwort in der Tischlerei Mähr weist in die Vertikale und macht klar: CNC-Raum ist in der kleinsten Werkstatt.

Autor: Manfred Maier

I Zeitgemäße Handwerkskultur ist in Vorarlberg bekanntlich besonders ausgeprägt. Mit ihrem Slogan „Die Natur des Handwerks“ passt die Tischlerei Mähr in Feldkirch-Nofels in dieses Bild. Die sympathischen Brüder Wolfgang und Christoph Mähr erklären: „Wir versuchen, möglichst innovativ mit den vielfältigen Herausforderungen der Zeit umzugehen.“ Im heimeligen Büro der Tischlerei wird dieser Anspruch erlebbar, so z. B. in Sachen Nachhaltigkeit: Prototypen kompostierbarer Möbel zeugen von der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema Möbelbau ganz ohne Chemie. 2008 hatten die beiden den elterlichen Betrieb übernommen und schon bald einen Neubau bezogen. Wolfgang ist erfahrener Gestalter und steuert auch die betriebswirtschaftlichen Belange. Christoph ist für Werkstatt und Fertigung verantwortlich. Im kaufkräftigen Vorarlberg bedienen sie mit fünf Mitarbeitern Privatkunden und Architekten mit hochwertigem Möbel- und Innenausbau. Großer Wert wird auf individuelle Beratungs- und Entwurfsleistungen gelegt. Wolfgang Mähr verfolgt dabei einen integrativen Ansatz, der bei der Wohnraumanalyse beginnt: „Ganzheitliche Lebensraumgestaltung und eine moderne, formschöne Designlinie sind Teil unseres handwerklichen Selbstverständnisses.“

Eine neue Bohrmaschine?
„Eigentlich wollten wir eine neue Bohrmaschine kaufen“, kommentieren die beiden Brüder unisono ihren Entscheidungsprozess. Schritt für Schritt rückte die CNC-Technik in den Fokus. Christoph Mähr blickt in die Werkstatt: „Eine liegende CNC schied aber aus Platzgründen von vornherein aus.“
Die aktuellen Entwicklungen auf dem Feld der vertikalen CNC-Bearbeitungszentren kamen den Investitionsüberlegungen regelrecht entgegen: Die kompakten Abmessungen und die vielseitigen, CNC-gesteuerten Bearbeitungsmöglichkeiten der neuen „Vertikalen“ sind wie geschaffen für kleine Betriebe mit begrenztem Raumangebot.
Die Entscheidung für die „Evolution 7405 4mat“ von Holz-Her wird in Feldkirch mit einigen herausragenden technischen Features begründet. Dazu gehören u. a. die Komplettbearbeitung an allen vier Werkstückkanten, das neuartige Vakuumspannkonzept und die Laservermessung der Werkstücke mit automatischer Kompensation der Kantendicke für bereits bekantete Werkstücke.
Der Kontakt zu Bernhard Plattner, Holz-Her-Gebietsverkaufsleiter für Österreich, habe ein Übriges bewirkt, betont Wolfgang Mähr: „Wir fühlten uns in jeder Phase sehr gut beraten und bis hin zu einer perfekten Inhouse-Schulung bestens betreut.“
Breites Einsatzspektrum
Die Evolution 7405 4mat zeigt sich als echter Allrounder mit geringem Platzbedarf. Einige technische Rahmendaten unterstreichen dies: Die vertikalen CNCs von Holz-Her sind für Werkstückabmessungen von 3200 mm in x- Richtung ohne zusätzliche Unterstützung und für 920 mm in y-Richtung ausgelegt. Das Teilegewicht kann bis zu 75 kg betragen. Selbst kleine Werkstücke von nur 200 x 70 mm können gespannt und bearbeitet werden. Die Werkstückdicken von 8 bis 70 mm werden ohne Rüstaufwand vollautomatisch angepasst. Das Spannen und der Transport des Werkstücks erfolgen nicht mit Zangen, sondern mit Vakuumsaugern auf der Fläche. Dadurch erlaubt das materialschonende Spannsystem die allseitige Bearbeitung bis zu einer Werkstücklänge von 1600 mm ohne Umspannen und damit die Komplettformatierung. Die softwaregesteuerte, vollautomatische Saugerpositionierung verfügt zudem über eine Durchgangsbohrerkennung.
Die Laservermessung ermittelt das exakte Längenmaß des Werkstücks und sorgt für die automatische Korrektur der Toleranzen für maßabhängige Bohrungen z. B. auch bei bereits bekanteten Werkstücken.
Der Bohrkopf der Evolution-Baureihe ist mit neun vertikalen sowie sechs horizontalen Bohraufnahmen sowie einer Nutsäge bestückt. Als Option gibt es den XL-Bohrkopf mit bis zu 22 Bohrspindeln. Damit erreicht der Anwender mehr Flexibilität und spart Werkzeugwechsel.
Die Frässpindel (6,5 kW) nimmt Werkzeuge bis 80 mm Durchmesser und 80 mm Länge auf, wodurch sich umfassende Möglichkeiten zum Profilieren ergeben. Der optionale Wechsler kann mit bis zu sechs Werkzeugen in HSK-Aufnahmen bestückt werden.
Auch softwareseitig wird viel geboten: Die Evolution-Bearbeitungszentren sind mit dem umfassenden CAD/CAM-Softwarepaket Campus/NCHops ausgestattet.
Vielfältige Nutzeffekte
Mähr profitiert heute von vielfältigen Effekten der gut überschaubaren Investitionssumme in die raumsparende CNC-Technik. Die Komplettbearbeitung auf der Evolution, so wird erklärt, erspare jede Menge Rüst- und Bearbeitungszeiten gegenüber der vorher praktizierten, stufenweisen Arbeitsweise auf mehreren Maschinen. In puncto Zykluszeiten zieht Christoph Mähr einen interessanten Vergleich: „Bei standardmäßigen Korpusteilen ist die vertikale Evolution nach unserer Beobachtung schneller als ein horizontales CNC-Bearbeitungszentrum.“ Hingewiesen wird darüber hinaus auf mehr Flexibilität und neue Möglichkeiten für individuelle Gestaltungswünsche. Das Bearbeitungsspektrum ist breit gefächert und reicht weit über Korpuselemente samt umseitigem Formatieren hinaus: Rahmenteile, Gravuren, Flächenprofilierungen und geschweifte Fräsungen z. B. an Möbelfronten, Ausschnitte an Arbeitsplatten sind einige Beispiele.
Daten durchgängig nutzen
Bei Mähr wurden auch bereits komplette Treppenwangen bearbeitet. Christoph Mähr reizt die Maschine immer mehr aus: „Die vielen Möglichkeiten der Maschine haben wir erst in der betrieblichen Praxis realisiert, so z. B. in der 3D-Fräsbearbeitung in der z-Achse bis 70 mm.“
Wolfgang Mähr schätzt besonders auch die gewonnene Datendurchgängigkeit. Entworfen, konstruiert und präsentiert wird seit Jahren mit der komfortablen 3D-CAD-Software Vector Works Interiorcad von der Extragroup GmbH. Die Maschinenanbindung sei durch einen angepassten Postprozessor problemlos realisiert worden: „Die CNC-Daten kommen sauber auf der CNC-Maschine an.“
Spurenlos
Nicht nur in Sachen CNC-Technik beschreiten Wolfgang und Christoph Mähr ganz neue Wege: Unter dem Label „Spurenlos“ entwickelt die Feldkircher Tischlerei fantasievolle Möbel und Bauteile aus Holz, Stroh, Filz, Wolle und Hanfseilen: Materialien, die sich nach der Nutzungsdauer ohne zusätzliche Energiezufuhr von selbst kompostieren.
Dazu wird ein interessantes Verfahren eingesetzt: Holzspäne aus heimischen Hölzern werden mit biologisch abbaubaren Bindemitteln zu Möbelteilen formverpresst. Das Ergebnis sind Produkte in organischem Design mit ganz eigenem Charakter. Je nach Bindemitteleinsatz entstehen u. a. „elastische“ Möbelteile mit überraschenden Funktionen: Die Tragholme der Liege „Welli“ aus Zirbenkomposit beispielsweise verformen sich und passen sich damit individuellen Körperformen an. Hocker mit sitzweichen Sattel- und Sitzschalen sind ein weiteres Beispiel aus der Spurenlos-Kollektion. Eine weitere Variante: Für großformatige Hohlkörper wie die eiförmige Babywiege „Schlüfer“ werden Holzspäne und Bindemittel im Spritzverfahren schichtweise auf eine Form gebracht.
Der kreative Handwerkergeist der Mährs scheint sich jedenfalls so schnell nicht zu beruhigen: „Wir tüfteln weiter und wollen neben dem kreativen Innenausbau unsere Spurenlos-Kollektion ausbauen.“

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