Paschen & Companie – Bibliotheken in allen Facetten. Kultmarke für Bücherfreunde - BM online

Paschen & Companie – Bibliotheken in allen Facetten

Kultmarke für Bücherfreunde

„Bücher sind wie gute Freunde. Und gute Freunde sollte man auch gut unterbringen“, heißt die Maxime der Paschen & Companie GmbH & Co. KG mit Sitz im ostwestfälischen Wadersloh. Seit 1990 hat sich das Familienunternehmen auf den Bau hochwertiger Bibliotheken spezialisiert und ist mittlerweile zu einer Kultmarke unter Bücherfreunden geworden.

Der Bibliothekenbauer hat seine Produkte, seine Technik und Unternehmensphilosophie ständig weiterentwickelt und ist in Sachen „Aufbewahrung schöner Dinge“ mittlerweile zum echten Trendsetter avanciert. Paschen ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das in der fünften Generation inhabergeführt wird. Angefangen hat alles mit einem von Carl Paschen im Jahr 1883 in Hamburg gegründeten Sägewerk, das Sägefurniere aus Zedernholz für die Produktion von Zigarrenkisten herstellte. Heute sitzt das Unternehmen in Wadersloh und damit im deutschen Möbelzentrum Ostwestfalen.

Das Werk dort wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 von Wilhelm Paschen und dessen Vater Amandus aufgebaut. Wilhelm Paschens Sohn Günter übernahm das Unternehmen 1960. Er hatte ein Faible für Kunst und Kultur – und in diesem Zusammenhang ganz besonders für Bücher.
Unter seiner Regie brachte Paschen 1990 mit der „Original Paschen Bibliothek“ das erste reine Bibliothekenprogramm in Systembauweise heraus und entwickelte sich in den Folgejahren vom Esszimmer- und Büromöbelhersteller hin zum Bibliothekenbauer.
Im selben Jahr traten auch die beiden Söhne Jan und Christian Paschen in das Unternehmen ein. Seit Günter Paschens Tod im Jahr 2005 führen sie die Paschen & Companie gemeinsam, wobei Jan Paschen für die Bereiche Personal, Finanzen und Marketing und Christian Paschen für Design und Produktion verantwortlich zeichnet.
„Wir produzieren bei Paschen nichts von der Stange, sondern haben uns auf maßgeschneiderte Lösungen spezialisiert. Sonderanfertigung ist Tagesgeschäft“, erklärt Betriebsleiter Martin Brokemper. Brokemper ist seit 1992 bei Paschen und der verantwortliche Mann im Werk.
Standardmaße oder Lagerhaltung gibt es nicht, es wird ausschließlich auf Bestellung gearbeitet. „Die Bibliotheken werden so gefertigt, wie sie bestellt werden“, konkretisiert Paschens leitender Ingenieur Holger Stoffers. Es beginnt mit Beratung und Aufmaß beim Kunden. Dann folgt die konkrete Planung. Der Kunde hat noch zwei Wochen Bedenkzeit, ob er Änderungen wünscht. Schließlich wird gefertigt. Das erfordert eine aufwändige und fehlerfreie Logistik im Haus und vor allem mitdenkende Mitarbeiter. Brokemper: „Alle Mitarbeiter bei uns haben ein hohes Qualitätsbewusstsein. Besonders Kantenübergänge, Haptik und Qualitätskontrolle liegen in ihren Augen und Händen.“ In allen Bereichen setze man nur das Beste ein, und daraus müsse auch ein sehr hochwertiges Produkt entstehen. „Schließlich bewegen sich unsere Kunden im hochwertigen Preis- und Qualitätssegment.“
Wasser marsch für hochwertige Oberflächen
Das gilt vor allem für die Oberflächen. Diese müssen optisch einwandfrei und haptisch ein Erlebnis sein. Trägermaterialien sind hochwertige Span- und Tischlerplatten sowie Massivholzplatten. In der Oberfläche ist praktisch alles möglich: Unzählige Farbnuancen oder auch Furniere bieten für wirklich jeden Geschmack unterschiedlichste und interessante Möglichkeiten. Den Rahmen dazu bilden die einzelnen Programme.
Doch gerade die Oberfläche stellt die Techniker bei Paschen vor immer neue und spannende Herausforderungen: So hat sich durch die VOC-Richtlinie zur Umsetzung der Bundes-Immissionsschutzverordnung von 2004 die Gesetzeslage für Lack verarbeitende Betriebe verschärft.
Ziel der Verordnung ist die Verminderung der Emissionen von Lösemitteln, da flüchtige organische Verbindungen an der Bildung des umwelt- und gesundheitsschädlichen Ozons (Sommersmog) beteiligt sind.
Bei einigen Unternehmen ist dadurch ein Umdenkungsprozess in Gang gesetzt worden, – auch bei Paschen. Gegenüber wasserbasierten Lacken sind die lösemittelhaltigen Lacke zwar leichter zu handhaben und trocknen auch schneller, ihr Einsatz setzt aber aufwändige Technik zur Verbrennung der Emissionen vor Ort voraus.
„Das ist allerdings nicht unser Weg“, erläutert Holger Stoffers, „weil dann durch die Verbrennung wieder klimaschädliche Treibhausgase wie Kohlendioxid in erheblichen Mengen entstehen würden.“ Zwar setzt man bei Paschen noch lösemittelhaltige Lacke ein, stellt aber vermehrt auf wasserbasierte Lacke um. Derzeit arbeitet man in Wadersloh mit vier Lackherstellern zusammen, zu denen das Unternehmen – wie grundsätzlich zu allen Lieferanten – partnerschaftliche Beziehungen unterhält. Bei den wasserbasierten Lacken hat man sich für die österreichische Firma Adler (Slogan: „In unseren Adern fließt Farbe“) entschieden. Die Anforderungen bei Paschen sind hoch, vor allem auch, was die Haltbarkeit und Langlebigkeit der Produkte betrifft. Doch Martin Brokemper zeigt sich sehr überzeugt von den Produkten aus dem Hause Adler. „Umwelttechnisch wird an den wasserbasierten Lacken kein Weg vorbeiführen.“ Zwei Jahre lang haben die Techniker des österreichischen Lackherstellers und Paschen an einer maßgeschneiderten Lösung der Oberflächenbeschichtung gefeilt, bis die hohen Qualitätsanforderungen auch mit den wasserbasierten Lacken nachhaltig erfüllt werden konnten.
Die Trocknung erfolgt mittels hoch konzentriertem UV-Licht. Auch wenn die Trocknungszeit dadurch drastisch verkürzt wird, muss die 3500 Quadratmeter große Oberflächenhalle möglichst staubfrei sein – ein Thema, das Betriebsleiter Brokemper ganz besonders am Herzen liegt.
Die Fertigung beginnt mit dem Zuschnitt der einzelnen Bauteile jeder Bibliothek. Es werden nirgends Teile wie am Fließband bearbeitet, sondern immer die Bauteile einer Kommission gemeinsam. An einer Musterwand mit vorgegebenen Maßen aus Stahlzargen wird jeder größere Auftrag vorher aufgebaut und geprüft. Ist ein Auftrag fertig kommissioniert, dann wird jedes Teil einzeln verpackt und die gesamte Bibliothek versandfertig gemacht. Hier setzt wieder das Mitdenken ein: Manchmal kommt es vor, dass einzelne Teile die Qualitätsanforderungen nicht erfüllen. Diese müssen dann nachgefertigt werden, obwohl die restliche Bibliothek weiter produziert wird. Die Nachbesorgung und Koordination mit den einzelnen Stationen ist dann Aufgabe der so genannten Bereichsleiter.
Partnerschaftlich nach innen und außen
Bei Paschen steht der Mensch im Vordergrund, nicht die Technik. Die Quote der Facharbeiter ist überdurchschnittlich, das Know-how der Leute die Voraussetzung für die hohe Qualität und die Weiterentwicklung der Produkte.
Die Bindung zwischen Mitarbeitern und Unternehmen ist entsprechend hoch. Dies geht vor allem auf Günter Paschen zurück. „Unser Vater war ein sehr sozial eingestellter Mensch, der den Mitarbeitern und den Menschen stark zugewandt war“, erklärt Geschäftsführer Christian Paschen.
Dieses Konzept der den Mitarbeitern zugewandten Unternehmensphilosophie mit den Leitgedanken Menschlichkeit und gesunder Menschenverstand nannte Paschen senior damals „Vision 2000“. Es wird bis heute von seinen Söhnen konsequent und nachhaltig fortgeführt, was man auch im Unternehmen sehen kann: Ein voll ausgestatteter Fitnessraum und eine neu errichtete Kantine in freundlichem Ambiente sind nur zwei Beispiele dafür.
Die partnerschaftlichen Beziehungen gelten nicht nur für die 160 Mitarbeiter und die Lieferanten, sondern darüber hinaus auch für die zahlreichen Vertriebspartner und Kunden. Paschen arbeitet mit drei festen und drei freien Außendienstlern und beliefert darüber den Möbelhandel in ganz Deutschland. Die Mitarbeiter der Partner werden intensiv geschult.
Der Aufbau vor Ort kann von Paschen direkt vorgenommen werden, aber auch von den geschulten Mitarbeitern der Möbelhäuser. Darüber hinaus arbeitet der Bibliothekenhersteller mit deutschlandweit 16 kleineren Tischlereien zusammen, die ebenfalls speziell an den Produkten geschult sind und vor Ort aufbauen. So ist der technische Service flächendeckend gewährleistet.
Dauerte es zu Beginn der 1990er Jahre einige Zeit, bis sich die Bibliotheken und ihre Käufer gefunden hatten, etablierte sich die Marke Paschen seitdem fest beim gehobenen Bildungsbürgertum. „Mit Büchern leben“ wurde quasi zum Synonym für die Produkte aus Wadersloh. Heute ist Paschen in der renommierten Langenscheidt-Markenenzyklopädie „Deutsche Standards“ aufgeführt.
Vielfalt bei Design und integrierter Technik
Dem Programm „Original Paschen Bibliothek“ folgten weitere, wie die „Super Quantum Bibliothek“ mit ihren klaren Formen und den Schieberegalen. Auf Wunsch können in diese beiden Systeme auch Medien-Elemente integriert werden, in denen man beispielsweise Kabel für TV oder PC unsichtbar entlangführen kann.
Facettenreich und detailbetont zeigt sich die „Classic Bibliothek“ im klassizistischen Stil des beginnenden 19. Jahrhunderts. Die „Bibliothek No5“ ist mit ihrer schnörkellosen Geradlinigkeit nach Bauhaus-Vorbild konzipiert und arbeitet mit 70 Millimeter starken Wangen und Böden. Die „Excellence Bibliothek“ ist mit ihren furnierten Tischlerplatten eine Hommage an den individuellen Möbelbau um das Jahr 1900 und wird nach traditionellen handwerklichen Kriterien gefertigt.
Mit „Solution“ konzipierte Paschen ein neues Flaggschiff mit klarem Design und zeitloser Eleganz. Erreicht wird dies mit moderner Querbetonung des Konzepts und Flächenbündigkeit der Vorderkanten.
Dabei sind es nicht mehr nur Bücher, für die Paschen die passende Umgebung baut, sondern auch diverse andere schöne Dinge mit ideellem Wert für ihre Besitzer. So bilden die Kleiderkabinette den passenden Rahmen für anspruchsvolle Kleidung. Auch für Weinliebhaber oder Whiskysammler haben die Wadersloher schon das passende Ambiente gebaut.
Mit dem neuen Programm „Vision one“, vorgestellt auf den Möbelmessen in Köln und Mailand 2010, hat man sich dem anspruchsvollen Innenausbau zugewandt. Das kreative Spiel mit Formen, Farben, Materialien und Oberflächen wendet sich vor allem an urbane Menschen, die dort leben, wo Wohnraum knapp ist.
Da verschwinden die liebgewordenen Gegenstände des Alltags hinter großflächigen, per Fernbedienung steuerbaren Hebetüren; die Golfausrüstung wird adäquat präsentiert, ebenso wie auch die Sammlung wertvoller Armbanduhren. Oder nach Feierabend wird der Arbeitsplatz durch raffinierte und durchdachte Schiebetechnik zur Minibar. Und kommt unverhofft Besuch, zieht man das versenkbare Gästebett fix und fertig aus der Schublade.
Meisterliche Unikate – selbst für den Papst
Aber Paschen kann auch ganz anders: Mit dem Unternehmenszweig Paschen Manufaktur baute man beispielsweise eine Bibliothek für die Räume von Papst Benedikt XVI. im Apostolischen Palast in Rom. In sechs Monaten entstand eine Bibliothek, die dem flämischen Spätbarock nachempfunden wurde, in handwerklicher Meisterarbeit ohne Leim und Nägel aus massivem Kirschenholz. Ein Nachbau in Ahorn steht in der Paschen-Ausstellung. Weitere beeindruckende Beispiele für das handwerkliche Können in Wadersloh sind die Regalsysteme für das Juridicum der Universität Münster oder das Foyer der Deutschen Oper in Berlin.
Paschens Marktanteil liegt derzeit bei 25 bis 30 Prozent, der Jahresumsatz bei 40 Millionen Euro und die Exportquote bei rund 20 Prozent. Vor vier Jahren waren es aber auch schon mal 46 Millionen Euro Umsatz und 200 Mitarbeiter. „Wir haben die Wirtschaftskrise ohne große Abstriche überstanden“, sagt Geschäftsführer Jan Paschen. Für die kommenden Jahre will man Paschen zur internationalen Kult-Marke aufbauen. Außerdem peilt das Unternehmen ein solides Wachstum an, insbesondere international. (Markus Hölzel) ■
Paschen & Companie
Adler-Werk Lackfabrik

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