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Schreinermeister und ‚Rosenkavalier‘

Ungewöhnliche Marketingidee verwirklicht
Schreinermeister und ‚Rosenkavalier‘

Diese Geschichte könnte tatsächlich in einer Operette spielen: Schreinermeister verliebt sich in eine Gärtnermeisterin, beide pflanzen einen soliden Wurzelstock, viel verzweigt und mit zahlreichen Ideen veredelt.

Die Rede ist von einer ganz realen Story, die im malerischen Jagsttal am Ortsrand von Dörzbach nahe Künzelsau spielt. Die handelnden Personen heißen Anton Reuter als Schreinermeister und seine Frau Karin Jachmann-Reuter als Gärtnermeisterin. Heute ist der seinerzeit gepflanzte Stock zu einem prachtvoll blühenden Baum mit kräftigem Stamm und vielerlei Ästen herangewachsen. Schreinerei und Gärtnerei haben sich zusammen getan und bieten somit ein Leistungsspektrum, das nicht nur wegen der ungewöhnlichen Kombination seinesgleichen sucht, sondern das vor allem durch seine Angebotsbreite beeindruckt. Aus dem ursprünglichen Gewächshaus ist eine höchst ansprechende Kommunikationslandschaft geworden: Wohnambiente zwischen Pflanzen und Blumen!

Magnetwirkung
Ein Stuhl wurde als Symbol für das Unternehmen gewählt, der gleichermaßen auch als ‚eye-catcher‘ fungiert. Neun Meter hoch und mit einer Sitzfläche von 25 m², aus massivem Holz gefertigt sowie mit Stahlseilen gegen Sturm gesichert. So steht das kolossale Möbelstück vollkommen frei in der Landschaft an der Zufahrtsstraße zum Betriebsgelände. Ein Orientierungsmerkmal, das geradezu eine Magnetwirkung auf Schreinerei und Gärtnerei ausübt. Zu Recht, wie die Besucher sehr schnell feststellen können.
Die einzigartige Stimmung dieser Ausstellung wird durch die perfekte Verbindung von Pflanzen, Möbeln, Einrichtungen und der phantasievollen Dekoration erzeugt. Dahinter steht Schreinermeister Reuter mit seinem Werkstattbetrieb, dessen Leis-tungsfähigkeit er durch den Zukauf von Möbeln, Accessoires und Zubehör für eine komplette Wohnraumausstattung erweitert beziehungsweise ergänzt hat. Und natürlich seine Ehefrau Karin, die als Gärtnermeisterin das Ganze mit stimmungsvollen Pflanzenarrangements – seit jeher Ausdruck von Wohnkultur – zur Innenbegrünung belebt.
Begehrliche Offerten
Zugleich wird sehr konstruktiv (und zum eigenen Nutzen aller Beteiligten) mit anderen Gewerken zusammen gearbeitet: Einem Maler zur Wandgestaltung mit Spachtel- oder Wisch-techniken, dem Schlosser oder dem örtlichen Sägewerk, das die Holzbodenvariationen mit heimischen Hölzern in der Ausstellung beisteuerte. So rückt – sozusagen ganz nebenbei – die Wertstellung des gesamten traditionsreichen Handwerkerstandes deutlich in den Vordergrund. Die Kunden erhalten in ansprechender Art einen charaktervollen Eindruck von der echten Leistungsfähigkeit, die das Schreinerhandwerk immer noch auszeichnet und ‚begehrenswert‘ macht.
In seiner Werkstatt, in der vier Schreinergesellen sowie drei Auszubildende beschäftigt sind, konzentriert sich Anton Reuter auf individuelle Arbeiten wie Einzelmöbel, vollständige Innenausbauten einschließlich Treppen und Türen. Zudem wurde eine Architektin engagiert, die Entwürfe macht sowie dieDetailplanung durchführt, um die Vorstellungen der Kunden zu verwirklichen beziehungsweise mit eigenen Ideen zu ergänzen. Deshalb ist es für ihn wichtig, dass er als Franchisenehmer sein Möbelangebot mit Handelsware ausweiten sowie mit Zubehör und Accessoires komplettieren kann. Das sind beispielsweise sämtliche E-Geräte für die Küche mit Auswahlmöglichkeit unter mehreren namhaften Markenherstellern, oder auch Bettensysteme für Schlafzimmer mit allem, was in ein Bett hinein gehört, vollständige Badmöblierungen sowie noch Lampen, Leuchten und Spiegel. So kann er kombinieren: Einzelanfertigungen nach Maß in der Werkstatt und hochwer-tige Möbel als Handelsware, um somit Begehrlichkeiten bei der Kundenzielgruppe zu wecken, die den Kaufanreiz positiv beeinflussen.
Im Gespräch bleiben
Mit permanent wiederkehrenden Marketingmaßnahmen, Kundenaktionen und Unterhaltungsprogrammen, speziell auch für Kinder, sorgen die Reuters dafür, dass sie im Gespräch bleiben. Das sind dann „Sachen, die der ganzen Familie Spaß machen“ (O-Ton Reuter) wie VHS-Bastelkurse, Aktionen „lebendige Werkstatt“, Shop-in-Shop-Ausstellungen, Kochvorführungen „Gesundes Kochen“ – wie zuletzt ein Wok-Kochkurs, bei dem lediglich die Hälfte der Interessenten berücksichtigt werden konnte, auch Seminar-angebote beispielsweise zur Gartengestaltung oder Adventskranz- und Ostergesteckbinden. Somit wird ein emotionalerKundenbezug erzeugt, von dem letztendlich alle profitieren.
Gut entwickelt
Wie Schreinermeister Anton Reuter sein Unternehmen voran gebracht und seine ehrgeizigen Berufspläne (sowie die seiner Gattin) realisiert hat, wird am besten an der Geschäftsentwicklung deutlich.
Dazu folgende Stichworte:
• 1988 Existenzgründung mit eigener Schreinerei als Kleinstbetrieb in umgebauter Scheune
• Wachstumsphase, Einstellung von Mitarbeitern, diverse Erweiterungsbauten und Expansion
• 1998 Eintritt in die Franchiseorganisation von TopaTeam als Franchisenehmer und damit Ausweitung des Leistungsangebotes mit hochwertiger Handelsware
• 1999/2000 Neubau einer mustergültigen Werkstatt auf dem Gärtnereigrundstück und damit Bezug zum Gärtnerei-betrieb der Ehefrau
• Aufbau und Einrichtung einer separaten Ausstellung auf rund 400 m² (= 1/4 der vorhandenen Glashausfläche) als Einrichtungsstudio; Aufbau eines Wohnhauses/Bürogebäude
• Neues Unternehmenskonzept: „Reuter – Pflanzen & Wohnen“
• Gesamtinvestitionssumme im Zeitraum 1999/2000 rund 1 Mio. Euro
• 2001 Betriebserweiterung mit Neubau einer Lagerhalle für Handelsware
• Konsequente Schulung und Weiterbildung unter Nutzung des Schulungsangebotes seines Franchisegebers (Verkauf/Marketing/Produkte) mit Einbindung der Mitarbeiter sowohl in die Weiterbildung als auch in die Betriebsabläufe
• Definition von kurz- und mittelfristigen Jahresplänen zur Unternehmensentwicklung einschließlich Planen von Werbeaktivitäten und PR-Maßnahmen zur Kundenansprache/-gewinnung
• Umsatzentwicklung: von zirka 200 000 Euro in 1998 auf eine halbe Million Euro im Jahre 2001.
Unvergleichbarer Mehrwert
Weil die Eheleute Reuter nicht mit anderen Anbietern vergleichbar sein wollen und ihre Kunden den ,Mehr-Wert‘ des angebotenen Leistungsspektrums sehen und begreifen sollen, wird mit der räumlichen Anbindung von Schreinerwerkstatt, Gärtnerei und Einrichtungsstudio (Ausstellung) in geradezu idealer Weise der handwerkliche Bezug des Gesamtangebotes demonstriert. „Der Kunde möchte anfassen können, bevor er kauft“, meint denn auch der ehrgeizige Schreinermeister, „das kann er im großen Möbelhaus natürlich auch – und deshalb müssen wir eine total andere Beziehung zu ihm herstellen, die schon bei der Beratung und Planung beginnt und sich im Angebot sowie in der Präsentation fortsetzt.“ Vor allem in der Kundenansprache, aber auch in der Beratung, sieht Reuter ein Manko seines Berufsstandes, der das Vertrauen der Bevölkerung dem Schreinerhandwerk gegenüber sowie die gebotene fachliche Kompetenz nicht ausreichend und zum beiderseitigen Nutzen verwertet. „Wir arbeiten in der Regel ja bereits am Innenausbau eines Hauses beziehungsweise einer Wohnung und bauen Treppen, Türen, Parkettböden und Holzdecken ein. Wenn bei dieser Gelegenheit von uns die Einbauküche gleich mitgeplant wird, können die Anschlüsse für Wasser, Strom und den Dunstabzug so rechtzeitig vorgesehen werden, dass es später keine Probleme gibt.“ Nicht nur in der Neuausstattung, sondern vor allem für einen nachträglichen Einbau sieht er seine Überlegenheit als Schreinermeister mit Werkstattbetrieb und Handelswarenangeboten sogar den Möbelhäusern gegenüber, die üblicherweise diesen Komplettservice nicht bieten können.
Bleibt hinzuzufügen: Die ungewöhnliche Marketing-Idee hat bereits hohe Anerkennung gefunden. Die Schreinerei Anton Reuter wurde als einer der besten ,Franchisenehmer des Jahres 2001′ ausgezeichnet. Bei diesem vom ,VNR – Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG‘ und der Zeitschrift ,Die Geschäftsidee‘ bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb belegte die Dörzbacher Schreinerei als einziger Preisträger aus dem Holzhandwerk den 3. Platz.
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