Trendtüren nutzt integriertes ERP- und CAD/CAM-System. Straffer Datenfluss aus einem Guss - BM online

Trendtüren nutzt integriertes ERP- und CAD/CAM-System

Straffer Datenfluss aus einem Guss

Von der Auftragserfassung in alle Abteilungen und direkt zum CNC-Maschinenprogramm: Der durchgängige Datenfluss aus nur einer Quelle und ohne Umwege sorgt beim Haustürenhersteller Trendtüren im oberpfälzischen Berching für ein sehr effizientes Datenmanagement.

Autor: Manfred Maier

I In der attraktiven Trendtüren-Erlebniswelt fühlt sich Firmenchef Richard Burger in seinem Element. Mit einem scharfkantigen Autoschlüssel kratzt er heftig auf der lackierten Holzoberfläche und wischt kurz darüber: „Sehen Sie irgendwelche Kratzspuren?“ Erstaunlich: Selbst gegen das Licht betrachtet, zeigt sich die TrendLack-Oberfläche völlig unbeschädigt. Burger erklärt nicht ohne Stolz: „Das ist das Ergebnis jahrelanger Entwicklungsarbeit. Wir haben eine Beschichtungstechnologie aus der Luft- und Raumfahrt für die Oberflächenveredelung von Holz perfektioniert.“ Viel mehr über sein Rezept für die extrem kratz- und abriebfesten sowie hoch UV-beständigen Haustürenoberflächen will der Schreinermeister nicht verraten. Nicht nur mit diesem Alleinstellungsmerkmal hat Burger seinen Qualitätsanspruch sehr hoch gelegt. Die Leidenschaft für die perfekte Lösung ist förmlich zu spüren, wenn er die exklusiven Konstruktions- und Ausstattungsdetails zeigt: „Wir sind ziemlich detailversessen und Differenzierung vom Wettbewerb ist uns wichtig.“ Design, Konstruktion, Ausstattung und Verarbeitungsqualität, das wird in der schmucken Firmenzentrale klar, repräsentieren Holz-Haustüren der Spitzenklasse.

Hochleistung durch Spezialisierung
Das als Bau- und Möbelschreinerei im bayerischen Kevenhüll gegründete, in dritter Generation bestehende Unternehmen hat mehrfach sein Sortiment gestrafft. Mit dem Eintritt von Richard Burger 1990 erfolgte die Spezialisierung auf Haus- und Zimmertüren, die unter der Marke „Trendtüren“ überregional vermarktet wurden. Burger blickt zurück: „Höchstleistung und Wachstum kann man nur durch konsequente Spezialisierung erzielen.“ Ganz in diesem Sinne setzte er 2009 einen weiteren Schnitt: Er entschloss sich, den Fokus voll auf Entwicklung, Produktion und Vertrieb hochwertiger Haustüren zu richten.
Mit dem Bau einer neuen Unternehmenszentrale in der Oberpfälzer Gemeinde Berching im Jahr 2012 stellte Burger die Weichen auf Offensive – Zielrichtung: Premium. Design und Technik des ständig wachsenden Holzhaustüren-Sortiments wurden weiter optimiert und das Markenprofil mit einem markanten Corporate Design geschärft.
Heute präsentiert sich Trendtüren als aufstrebender Haustürenhersteller mit 45 Mitarbeitern in zwei Produktionsstätten. Die spanabhebende Formgebung mit CNC-Bearbeitung ist am Standort Kevenhüll, die aufwendige Oberflächen-Beschichtung und die Endmontage sind in Berching angesiedelt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden rund 2500 Haustüren produziert.
Abschied von den Inseln
Mit dem Wachstum hatte Burger auch die organisatorische Ausrichtung auf den Prüfstand gestellt. Softwareinseln und Schnittstellenprobleme forderten neue Wege. Richard Burger ging es ums Ganze: „Wir haben lange nach der passenden Software gesucht. Dabei war die Durchgängigkeit vom Fachhandelspartner bis hin zum CNC-Programm in nur einem integrierten System unsere zentrale Forderung.“
Voll integrierte Branchenlösung
Überzeugen konnte schließlich das IT-Systemhaus Cobus Concept aus Rheda-Wiedenbrück mit einer ausgereiften Branchenlösung für Türenhersteller. Der bayerische Haustürenspezialist entschloss sich für die etappenweise Einführung dieses umfassenden Pakets. Die durchgängige Cobus-Türenlösung besteht aus einem ERP-System (ERP/3) und einem CAD/CAM-System (NCAD). Entscheidend ist das sichere, abteilungsübergreifende Zusammenspiel der beiden Systeme in jeder Planungs- und Produktionsphase. Abgebildet sind sämtliche Vorgänge in allen Abteilungen: angefangen von der Angebotserfassung (im ERP) und Preisfindung über die grafische Konstruktion (im CAD/CAM-System) bis hin zum Einkauf und zur Produktion.
Bei Trendtüren sind alle Haustür-Systemreihen und -Varianten in ihren Konstruktionen als variable Makros hinterlegt. Das ist die Basis für die weitere Vorgehensweise: Mit dem grafisch unterstützten Türenkonfigurator, der aus dem ERP-System aufgerufen wird, werden die Haustüren konfiguriert. Schreinermeister Matthias Lögl, der das Projekt bei Trendtüren intern von Anfang an begleitet, erklärt: „Mit der Abfrage und Eingabe von nur 10 bis 15 Variablen – Abmessungen, Ausstattung und Zubehör – ist der Kundenauftrag fertig vorbereitet und angelegt.“
Aus dieser einen Quelle schöpft die Cobus-Software alle weiteren Daten und verarbeitet sie intelligent weiter: Hier werden alle notwendigen Informationen für den Vertrieb, den Einkauf und für die Fertigung gewonnen. Im Hintergrund kalkuliert das System Verkaufspreise, erstellt Angebote und Auftragsbestätigungen, Zeichnungen mit allen Details und Schnitten, Stücklisten, Fertigungsunterlagen mit Barcode und generiert die CNC-Maschinenprogramme für die beiden Maka-Maschinen am Standort Kevenhüll. De facto ist die Haustür damit bereits produktionsreif.
Mit der Freigabe stehen auch die Daten für die Produktionssteuerung bereit. Im Modul Fertigungsleitsystem managt das Programm die Produktion: Dazu gehören die Bündelung zu Betriebsaufträgen sämtlicher Tür- und Rahmenbauteile mit Füllungen und Leisten sowie die terminliche Produktionsplanung.
Komplett integriert sind auch Einkauf und Logistik. Das Cobus ERP-System erstellt Bestellvorschläge für Materialien und Zubehör unter Berücksichtigung des aktuellen Lagerbestands und zu erwartender Lieferzeiten. Automatisiert ist weiter die Leistungserklärung: Cobus NCAD berechnet den U-Wert jeder einzelnen Haustür und übergibt die Daten an das ERP-System zur automatischen Erstellung der CE-Leistungserklärung.
Mit dem Türenkonfigurator realisiert Trendtüren auch die Händleranbindung. Vertriebspartner erhalten eine kleinere Version und einen begrenzten Zugang zum Server in Berching. Damit können sie ihre Türen einfach selbst konfigurieren. Für den Hersteller bringt diese Einbindung eine wesentliche Zeiteinsparung bei der Auftragsbearbeitung.
Durchgängige Sicherheit
Mit Einführung der Cobus-Branchenlösung sieht Richard Burger sein Unternehmen auf einer tragfähigen organisatorischen Basis für flexiblere und schnellere Geschäftsprozesse. Der Firmenchef räumt ein: „Die abteilungsübergreifende Datenintegration und die Realisierung der Durchgängigkeit ist ein einschneidender, aufwendiger Prozess. Aber wenn alles drin ist, zeigen sich die großen Nutzeffekte bei der produktionsgerechten Umsetzung von Aufträgen, der Materialbeschaffung und der gesamten Organisation.“
Als wichtige Vorzüge nennt Burger weiter die hohe Prozess- und Datensicherheit unter Vermeidung mehrerer Erfassungsschritte, den hohen Bedienungskomfort und die stets aktuelle Transparenz: „Wohlgemerkt in allen Abteilungen, von vorne bis hinten.“ Auch unter Kostenaspekten, so Burger, werde sich der Aufwand lohnen: „Wir rechnen mittelfristig mit einem guten Return on Investment.“ Bei der Auftragsbearbeitung schätzt Matthias Lögl besonders die Flexibilität des Systems und die komfortable Verwaltung. Dabei müsse er nicht lange suchen: „Im Dokumenten-Management ist in mehreren Ebenen alles hinterlegt. Jede Tür, jede Konstruktion, jedes Detail und jeder Auftrag sind schnell auffindbar.“
Weiteres Wachstum angepeilt
Nach der Neuausrichtung zeigt die Erfolgskurve des Unternehmens beständig nach oben. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Auftragseingang um über ein Drittel gesteigert werden. Ermutigt durch den großen Messeerfolg auf der diesjährigen Fensterbau/Frontale peilt Burger weiteres Wachstum an: „In unserem Fünfjahresplan haben wir uns eine Verdoppelung des Umsatzes vorgenommen.“ Der Ausbau des Vertriebs über qualifizierte Fachhandelspartner mit eigener Montage soll dabei eine wesentliche Rolle spielen. Und Burger hat offenbar weitere innovative Haustürenideen in der Schublade: „Auch in der Produktentwicklung werden wir nicht ruhen.“ I

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