Treppenbauer Stefan Thomaseth aus Kastelruth, Südtirol

Treppen wie Möbelstücke

Thomaseth Treppenbau ist der Spezialist für außergewöhnliche Treppen. Sie fühlen sich in Südtirol als „die Deutschen“ in Italien, weil sie höchste Qualität pünktlich und mit äußerster Präzision liefern. Das Kreativpotenzial der Fachleute macht aus Treppen immer Unikate, die individuell ausgelegt sind und wie ein Möbelstück zum Haus passen.

„Wir machen im Treppenbau sehr oft das, wovon andere lieber die Hände lassen“, diese Aussage von Stefan Thomaseth, Chef von Thomaseth Treppenbau aus dem Südtiroler Kastelruth, klingt selbstbewusst und markiert zugleich sein Alleinstellungsmerkmal und seine Position im Markt. Thomaseth macht keine Werbung, ihm reichen die Mund-zu-Mund-Propaganda und der Auftritt im Internet. Dort finden potenzielle Interessenten nicht nur First-Class-Fotos von First-Class-Treppen, sondern sie spüren den Geist des Treppenbauers und fühlen sich angesprochen. Denn sie suchen keine Aufstiegshilfe, sondern Möbelstücke, die individuell auf Maß gefertigt sind und für jeden Raum oder jede Situation speziell entworfen wurden. Das hat sich schon längst bei Architekten herumgesprochen, die ihren zahlungskräftigen Kunden exklusive Treppenlösungen bieten wollen.

Lust auf Herausforderungen

Ganz besonders stolz ist Stefan Thomaseth auf eine Kragarmtreppe, die für ein Holzhaus in Kassel bestimmt war. „Die technische Herausforderung lag im Umstand, dass sie in einer Holzwand in Ständerbauweise verankert werden musste“, beschreibt Thomaseth die damalige Situation, „also in eine nicht tragende Wand.“

Der Bauherr war schon der Verzweifelung nahe, weil er keinen Treppenbauer fand, der eine Lösung für das Problem hatte: Denn die Treppe sollte leicht und nahezu schwebend wirken, was starke Massivholzwangen natürlich nicht bieten konnten. Die Thomaseth-Lösung war eine am Ende nicht sichtbare Metallstruktur, die im Innern der Holzwand verbaut wurde. Neben dieser technischen Lösung hatte der Kunde noch einen besonderen Wunsch – er wollte die Treppenstufen aus dem gleichen Material haben, wie beim Holzboden. Eiche rustikal wäre sicher nicht das Problem gewesen, aber die Oberflächen sollten in einem besonderen Verfahren gehobelt und oberflächenbehandelt sein. Das wiederum konnte nur der Bodenhersteller aus dem Schwarzwald leisten. Das Rohholz musste also nach Südtirol geschickt werden. Dort wurde es zu Stufen verarbeitet und anschließend zur Oberflächenbehandlung wieder in den Schwarzwald geschickt. Die Endbearbeitung erfolgte wieder in Kastelruth – aber dann konnten die Stufen endlich auf die Baustelle gebracht werden. „Wie man sieht“, bilanziert Stefan Thomaseth humoristisch, „macht die Globalisierung auch vor Kleinbetrieben nicht halt.“

Und das Projekt kann noch mit einem ästhetischen Detail glänzen: Da die Glasbrüstung die Stirnseiten der Stufen optisch durchtrennt, konnten die üblichen metallenen Glaspunkthalter mit Holz überdeckt werden.

Material- und Konstruktionsvielfalt

Glas im Treppenbau? „Ja“, antwortet Thomaseth. „Neben Holz und Stahl ist Glas mittlerweile das wichtigste Material, denn es entspricht der modernen Sprache in der Architektur, steht für Leichtigkeit, Transparenz und Linearität. Eine schwere Holztreppe passt eben nicht in einen modernen Bungalow mit großen Glasflächen.“ Aber auch im Holzbereich gibt es Veränderungen, denen sich ein Treppenbauer nicht entziehen kann. Da sind die Faltwerktreppen zu nennen, bei denen Tritt- und Setzstufen flächenbündig sind. Dieser Treppentyp wird vor allem in der modernen Architektur verwendet. Er hat seinen Durchbruch erst in den letzten Jahren erlebt. Und das hat mit der Verbreitung moderner, CNC-gesteuerter Maschinen zu tun, die höchste Präzision ermöglichen. Die Altvorderen haben ja nicht zum Spaß die Setzstufe zurückgesetzt – da konnten auch Maßabweichungen besser kaschiert werden.

Da kann Stefan Thomaseth nur schmunzeln, denn er hat sich bestens eingerichtet. Von Anfang an. Und das hat sicher nicht viel damit zu tun, dass er zuerst BWL studiert hat, bevor er als Seiteneinsteiger die Tischlerei von seinem Vater August übernommen hat, der als Wagner und Gestellbauer arbeitete und Geräte aus Holz für die Landwirtschaft produzierte.

Der Neubau der Tischlerei 1989 markiert auch die Wende zum Treppenbau. Neben den klassischen Tischlermaschinen hat Stefan Thomaseth frühzeitig auf CNC-Technik gesetzt und ein 5-Achs-Bearbeitungszentrum Artis von Reichenbacher angeschafft. Was auffällt, ist eine Trennbandsäge „Meber“, um Starkfurnier für die Treppenstufen aus Brettware herauszuschneiden. Denn – auch das gehört zum hohen Qualitätsanspruch – die Stufen werden immer mit 5 mm dickem Starkfurnier beleimt.

Das Glück des Tüchtigen

Die neueste Maschine war denn auch die kostengünstigste – die hat Stefan Thomaseth geschenkt bekommen. Das heißt, er hat auf der Ligna an einem Weinig-Gewinnspiel teilgenommen und den Vierseiter „Cube“ gewonnen. Ein Geschenk des Himmels, denn „der Würfel“ lässt sich intuitiv bedienen, braucht wenig Platz und garantiert perfekte rechtwinklige Werkstücke. Und er passt wunderbar in die Thomaseth-Treppen-Philosophie. Denn die Hölzer werden nicht auf Vorrat gekauft, sondern für jeden Auftrag speziell ausgesucht. Stefan Thomaseth darf sich glücklich schätzen, und er genießt das Privileg durchaus verantwortungsbewusst, die Bretter beim Holzhändler selber von Hand aussuchen zu dürfen. Im Haus unterm Dach befindet sich nur ein kleines Holzlager.

Bei den klassischen Arbeitsabläufen in einer Tischlerei können sicher viele Kollegen mit Fachwissen und Geschicklichkeit mithalten. Aber bei der Digitalisierung hat Stefan Thomaseth sicher die Nase vorn. Denn er hat begriffen, dass Präzision schon auf der Baustelle beim Aufmaßnehmen anfängt. Darum hat er einen modernen Laserscanner für ein digitales Aufmaß auf der Baustelle angeschafft. Meterstab und Maßband können mit den dreidimensionalen Darstellungen eben nicht mithalten. Und zu Hause warten Rechner und AutoCAD mit Treppensoftware auf die Messdaten für die Konstruktion. Mit Alphacam können dann die CNC-Programme erstellt werden, die das Reichenbacher-5-Achs-BAZ für die Umsetzung der Daten in die reale Welt braucht.

Qualität bei Produkten und Prozessen

Zur Qualität gehört natürlich eine hervorragende Oberfläche, schließlich wird die Arbeit eines Treppenbauers täglich mit Füßen getreten. Stefan Thomaseth hat sich als Lieferanten für sämtliche Oberflächenprodukte wie Öle, Beizen und Lacke für die Firma Adler aus dem österreichischen Schwaz entschieden. Und er leistet sich ein ganz spezielles Kundenarchiv, in dem Farbtafeln mit den echten Hölzern, Ölen und Lacken aufbewahrt werden. Aber Qualität steht für Stefan Thomaseth noch für mehr: für Ordnung und für die permanente Verbesserung in allen Arbeitsbereichen. So wurde ein innerbetriebliches Vorschlagswesen eingerichtet, auch unter KVP (Kontinuierlicher Verbesserungs-Prozess) bekannt. „Es gibt zwar keine Prämien,“ räumt der Chef ein, „aber das spielt nur eine untergeordnete Rolle, hier zählen Engagement und Ehre, wenn ein Vorschlag umgesetzt wird.“ Dieses Motivationssystem hat über die Jahre schon etliche Euros eingespielt. (oc)

Thomaseth Treppenbau

39040 Kastelruth/Südtirol, Italien

www.thomaseth.it

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