BM-Fuhrpark: Mercedes Sprinter in dritter Generation. Anschauungssache - BM online

BM-Fuhrpark: Mercedes Sprinter in dritter Generation

Anschauungssache

Nach 54 Monaten Entwicklungszeit erreicht der Sprinter die dritte Entwicklungsstufe und kommt im Juni zu den Mercedes-Händlern. Bewährtes kann man offenbar noch verbessern.

Thomas Dietrich

Der Sprinter galt bislang als Trendsetter unter den Transportern. Deshalb genoss die Premiere Anfang Februar 2018 hohe Aufmerksamkeit, als erste Varianten der dritten Generation auf die Bühne rollten. Selbst mit geschultem Blick sprang optisch nicht gleich ins Auge, was sich beispielsweise im Front-Design merklich verändert hat. Etwas schmalere Scheinwerfer und daran angrenzend ein wuchtigerer Stoßfänger – damit sind die wichtigsten äußeren Merkmale bereits charakterisiert. Enttäuschend ist das nicht, denn an diesem ausgereiften leichten Nutzfahrzeug gab es eigentlich wenig, was verbessert werden musste. Doch der Reihe nach.

Cockpit neu gestaltet

Längst überfällig war die Neugestaltung der Instrumententafel, die mit orange leuchtendem Display nicht mehr in die Zeit passte. Stattdessen wird die dritte Entwicklungsstufe des Transporters gleich mit vier verschiedenen Instrumententrägern aufwarten – je nachdem, ob es ein spartanisches Handwerkerfahrzeug oder eine mit modernster Datenkommunikation ausgestattete Jobmaschine sein soll.

Das letztgenannte Ausstattungs-Niveau hat für Hersteller Mercedes-Benz Vans hohe Bedeutung, denn offenbar fließt viel Entwicklungsarbeit dahin, den Sprinter als Bindeglied in einem modular aufgebauten Logistiknetz bzw. Flottenmanagement wirken zu lassen. Jederzeit lässt sich beispielsweise feststellen, wo sich der Wagen befindet, ob er demnächst gewartet werden muss und ob der Sprit auch dafür reichen könnte, noch den Umweg über XY mit auf die Tour zu buchen.

Das betrifft weniger die Welt des Handwerkers – oder doch? Dann möglicherweise, wenn in naher Zukunft die Option eröffnet wird, sich bestelltes Material oder Ersatzteile bis in den Frachtraum hinein liefern zu lassen. Im Dienste eines Logistikers ließe sich der Sprinter stets bis auf ein paar Meter genau orten und zu Kunden dirigieren. Und als Gegenpart wird ein Sprinter im Besitz des Handwerkers einen einmalig nutzbaren Liefercode bereitstellen, damit sich seine Laderaumtür als Abstelladresse öffnen lässt. Beim Sprinter 3, der im März 2018 in die Serienfertigung geht, bleiben die unterschiedlichen Frachträume bei den bisherigen Abmessungen (max. 17 m3), werden in der Vielfalt sogar noch variantenreicher. Und der Vorgänger brachte es mit drei Radständen, vier Längen und drei Höhen bereits auf etwa 1000 Versionen.

Neu bei der Markteinführung ist, dass es zum Heckantrieb und der Allradvariante jetzt auch frontgetriebene Ausführungen gibt. Das kann einen Zuwachs von etwa 50 kg Nutzlast bedeuten und bringt der Frachtraumhöhe ein Plus von 80 mm. Gleichermaßen profitiert davon auch die niedrigere Ladekante.

Mit dieser dritten Antriebsvariante ist der Sprinter keineswegs Trendsetter, sondern er holt nach, was andere Mitbewerber bereits bieten. Die größte Nachfrage wird sich wie bisher auf den 3,5-Tonner konzentrieren, doch Alternativen zum zulässigen Gesamtgewicht bestehen weiterhin von 3 bis 5,5 t. Etwa ein Dutzend Assistenzsysteme können Sicherheit und Komfort steigern. Dazu gehören Seitenwindassistent, Spurhaltesystem, Totwinkelüberwachung sowie ein adaptiver Tempomat.

Bekanntes Motorenangebot

Bemerkenswert ist das Motorenangebot des Sprinter: Es sind 2,1-Liter-Diesel (Vierzylinder) in den bekannten Leistungsstufen von 84 kW/ 114 PS bis 120 kW/163 PS (beim Hecktriebler). Auch gibt es einen 3-Liter-Sechszylinder mit 140 kW/190 PS. Sie besitzen eine Euro-6-Zulassung und sind damit derzeit regelkonform.

Dem Status als Trendsetter wird der Sprinter dadurch allerdings nicht gerecht – angesichts der anhaltenden Diskussion um den Diesel wäre dies angemessen. Ein Mitbewerber hat bereits überholt und bietet die zukunftsweisende Einstufung gemäß Euro 6d nach zertifizierten RDE-Kriterien (Kürzel RDE = Real Driving Emissions). Vermutlich wird dies beim Sprinter erst das 2,0-Liter-Aggregat realisieren, das schon jetzt in der Mercedes Pkw-Sparte unterwegs ist.

Kostenpunkt und Elektrovariante

Wenn die Mercedes-Nutzfahrzeugzentren den Sprinter 3 ab Juni präsentieren, liegt der Einstiegspreis bei netto 19 900 Euro (plus MwSt.) für den Dreitonner in der Sparversion Sprinter Worker. Noch ein Blick in die Zukunft: Die Elektro-Variante ist erst für 2019 terminiert und soll mit einem 84-kW-Antrieb (300 Nm Drehmoment) für eine Reichweite von etwa 150 bis 200 km gut sein.


Der Autor

Thomas Dietrich, Fachjournalist aus Solingen, berichtet im BM jeden Monat über Neuheiten aus der Fuhrparkwelt.

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