BM-Fahrbericht: Peugeot Partner Electric

Begrenzt stromern

Bereits seit zwei Jahren ermöglicht es der Peugeot Partner Electric dem Handwerker, in der Lieferwagenklasse emissionsfrei unterwegs zu sein – das gelingt im begrenzten Radius.

Autor: Thomas Dietrich

Peugeot ist mit dem Lieferwagen seit 2008 auf der Straße. Ein ausgereifter 2,2-Tonner, der bereits 2012 neben leichten Retuschen an der Front mit schadstoffreduzierten Motoren aufwarten konnte. Seit dem Modelljahr 2015 ist ein Elektroantrieb hinzugekommen, der für beide Fahrzeuglängen serienmäßig angeboten wird. Mit einer Leistung von 49 kW/67 PS wirkt der Elektromotor für den Kastenwagen nicht gerade beflügelnd, geht aber noch in Ordnung, solange nicht mehr als die halbe Nutzlast (z. B. ca. 250 kg) an Bord ist. Auch beim Partner Electric zeigt sich, dass im Eco-Modus eine sehr vorausschauende Fahrweise wichtig ist, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Sonst lassen sich keine 120 km zurücklegen. Über Fahrweise, Ladezustand und verbleibende Reichweite informiert die Instrumententafel ausreichend – eine gute Möglichkeit zu lernen, achtsam mit der Energie umzugehen.

Muss der Akku (22,5 kWh) geladen werden, reicht ein 230V-Anschluss, um über das Standard-Ladekabel (Typ 2) und den Steckkontakt hinter der Tankklappe vorne rechts Energie zuzuführen. Das kann etliche Stunden dauern. Eine halbe Stunde benötigt das Laden im CHAdeMO-Standard (Tankklappe hinten links), wenn eine solche, noch selten anzutreffende Ladesäule zur Verfügung steht.

Karosserie in zwei Längen

Im Kasten in Normal-Version passen zwei Euro-Paletten in den Frachtraum und hinter der Trennwand ist eine Ladelänge von gut zwei Metern möglich sowie ein Ladevolumen von 3,3 m³. Durch einen um 25 cm gestreckten Überhang (Version L2) werden 3,7 m³ erreicht und bei geöffneter Trennwand kommen im Bereich des Beifahrersitzes nochmals 0,4 m³ hinzu.

Den Partner Electric bieten Peugeot-Händler in nur einer Ausstattungsversion mit einigen Optionen an – darunter fällt auch der Beifahrerairbag mit 150 Euro. In der Basisversion (Länge L1) liegt der Grundpreis bei 21 290 Euro, die Langversion L2 kostet 1050 Euro mehr (Preise plus MwSt.).


Auf einen Blick

Stärken …

  • emissionsfreies Antriebskonzept als Alternative eines sonst typischen Lieferwagens mit diversen Dieselmotoren
  • Karosserie in zwei Längen, Ladevolumen hinter der Trennwand 3,3 bzw. 3,7 m³
  • gutmütige Fahreigenschaften
  • Fächer und Ablagen ausreichend vorhanden

… und Schwächen

  • Kaufpreis liegt deutlich über den Diesel-Aggregaten, mögliche Alternative: Leasing
  • Elektromotor mit 49 kW/67 PS bei voller Nutzlast nicht mehr ausreichend
  • Akku-Laden dauert: 80 % in ca. 30 min im CHAdeMo-Standard bis 400 V Gleichstrom (95 A); 100 % in ca. 8,5 Stunden mit 230 V Wechselstrom (14 A)
  • Reichweite kann bei 120 km zu Ende sein
  • Nutzlast: 445-591 kg bzw. 391-477 kg
  • Sitzplätze etwas knapp dimensioniert
  • Klemmgefahr an der Flügeltürarretierung
  • Offene Schiebetür rastet nicht sicher ein.
  • keine Verzurrmöglichkeit im oberen Frachtraumbereich
  • kein Tagfahrlicht
  • Außenspiegel ohne Weitwinkelsegmente
  • Fernbedienung öffnet Frachtraum und Fahrerkabine getrennt (nervend)

Der Autor

Thomas Dietrich, Fachjournalist aus Solingen, berichtet im BM jeden Monat über Neuheiten aus der Fuhrparkwelt.