BM-Fahrbericht: MAN TGE 4x4

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Lkw-Hersteller MAN gehört zum VW-Markenverbund und bietet das Crafter-Konzept nach individueller Konfiguration unter der Bezeichnung TGE an – inklusive einer 4×4-Allradvariante . Thomas Dietrich

I Für den neuen Transporter TGE hat die Lkw-Marke MAN keinen Showroom vorgesehen. Das Nutzfahrzeug ist nahezu identisch mit dem VW-Crafter, seine Vermarktung jedoch eng an eine individuelle Beratung in einem der 400 Truck-Center geknüpft und soll auf gleichem Preisniveau erfolgen. Handwerksbetriebe sind willkommen. Sie sollen einen TGE konfiguriert bekommen, der mit einem passenden Radstand sowie einer etwaigen Werkstatteinrichtung einen möglichst guten Job machen kann. Einige Argumente können bei dieser Konfiguration für die Visco-Kupplung sprechen, die jetzt auch bei einem Transporter dieser Größe bestellbar ist. Und eine solche 4×4-Variante kann erstaunlich mehr Ziele erreichen – wenn z. B. der Feldweg nach einem Starkregen kaum befahrbar erscheint oder das unbefestigte Areal der Großbaustelle oder die steile, schneebedeckte Zufahrt wenig Grip bieten. Statt als Fronttriebler durchzudrehen, vermag die Visco-Kupplung, dann blitzschnell hinüber zur Allradtechnik zu wechseln.

4×4-Variante jetzt bestellbar
Am Testtag war ein solcher TGE 4×4 mit einem 103 kW/140 PS starken Diesel kombiniert und gab eine ausgewogene Vorstellung. Ob auf steilem Schotterweg oder in enger Kurvenfahrt, das Fahrwerk mit mittlerem Radstand zeigte sich gut vorbereitet für anspruchsvollere Anforderungen. Einsetzbar ist er auch auf der Langstrecke: Mit 100 km/h erweist sich der TGE bei 2000 Touren als laufruhig, der Kastenwagen mit Hochdach ist allerdings seitenwindempfindlich. Um zum Überholen mehr Power abzurufen, empfiehlt es sich in den 5. Gang zurückzuschalten. Die Alternative mit 130 kW/177 PS wird da mehr bewirken können.
Seit Juni starteten die MAN-Berater zunächst mit frontgetriebenen Varianten. Ab Spätsommer, mit dem Start ins Modelljahr 2018, kommen auch der Heckantrieb sowie die 4×4-Version hinzu. Bestellbar ist der Allrad-TGE nach individuellem Zuschnitt bereits jetzt. Da es bei MAN keine Preisliste gibt, hier der Vergleich zum Crafter: Mit 130 kW/177 PS Diesel startet der 4Motion bei 36 891 Euro (zzgl. MwSt.). I

Auf einen Blick

Stärken …
  • Transporterkonzept mit drei Längen und drei Dachhöhen sowie Pritschenvarianten
  • Dieselvarianten von 75 kW/102 PS bis 130 kW/177 PS, 4×4-Version mit 103 kW/140 PS oder 130 kW/177 PS
  • Max. Zuladung der 4×4-Version: 1343 kg
  • Aerodynamik bis zum cW-Wert von 0,33 gesteigert (bauartbedingt)
  • Beratung bei MAN zu etlichen Ausbauvarianten, die überwiegend im Einrechnungsgeschäft bestellbar sind
  • Beim Kastenwagen neuartiger Laderaum mit universell nutzbaren Fixpunkten
  • Flexibler Ein- und Ausbau von Schranksystemen ohne Kleben oder Bohren mgl. (hinterlässt keine Spuren beim Rückbau)
  • Notbrems- sowie Seitenwindassistent serienmäßig, optionale Assistenten: Auspark-Einparksystem mit Lenkeingriff zur Spurhaltung, Multikollisionsbremse mit Adaptive-Cruise-Control (ACC) Front-Assist inklusive City-Notbremssystem
… und Schwächen
Vermarktungskonzept über die etwa 400 MAN-Stützpunkte bietet momentan noch keine Preisliste

Der Autor
Thomas Dietrich, Fachjournalist aus Solingen, berichtet im BM jeden Monat über Neuheiten aus der Fuhrparkwelt.