BM-Nutzfahrzeugtrends: Euro-5-Nachrüstung. Zweifel bleiben - BM online

BM-Nutzfahrzeugtrends: Euro-5-Nachrüstung

Zweifel bleiben

Handwerkerfahrzeuge mit älterem Diesel sollen schadstoffreduziert in stark belastete Städte fahren. Doch der Wunsch einer geförderten Hardwaremodernisierung trifft auf große Schwierigkeiten.

Thomas Dietrich

Über 330 Millionen Euro stehen bereit, damit Liefer- und Handwerkerfahrzeuge älterer Baujahre wegen hoher Emissionen nachgerüstet werden können. Das soll den NOx-Ausstoß (Stickoxide) je nach Modell um bis zu 85 % reduzieren. An die Subvention sind Bedingungen geknüpft. Dazu gehört, dass der Handwerksbetrieb für eine bestimmte, vom Fahrverbot betroffene Metropole die Notwendigkeit der Nachrüstung nachweist.

Auch muss eine allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) für das Nachrüstsystem bestehen. Für die Nachrüstung eines Transporters bis 3,5 t entstehen laut Verkehrsministerium zwischen 4000 und 8000 Euro, wobei die Förderung pro Fahrzeug (je nach Betriebsgröße) derzeit bei 3800 Euro limitiert ist (7,5-Tonner: max. 5000 Euro). Für den Antrag zur Kostenbeteiligung ist die Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen zuständig (www.bav.bund.de).

Verspricht Nachrüstung Erfolg?

Durch die Neuregelung zur Nachrüstung steht Wichtiges infrage:

Um schädliche Abgase zu reduzieren, muss die Regelung im nachgerüsteten Abgasstrang auf die Motorsteuerung abgestimmt sein – doch nötige Kennwerte eines Diesels machen Hersteller bislang nur sehr begrenzt der Zubehörindustrie zugänglich. Hinzu kommt, dass zur Serienproduktion von Nachrüstteilen erst seit kurzem verbindliche Vorgaben bestehen. Erfahrungen aus einer Massenfertigung gibt es nicht. Ungeklärt ist, wer für einen etwaigen Motorschaden aufkommen soll, der möglicherweise erst nach geraumer Betriebsdauer des neuen Abgasstrangs auftreten könnte.

Die Reduzierung von NOx kann an anderer Stelle Probleme bereiten, beispielsweise durch höheren Verbrauch oder Leistungsminderung – dies tangiert den zugesicherten Leistungsumfang des Fahrzeugs. Die Modernisierung führt nicht automatisch zur Wertsteigerung. Experten weisen darauf hin, dass ein gemäß Euro 5 zugelassener Transporter auch mit modernisiertem Abgasstrang weiterhin ein Euro-5-Fahrzeug bleiben wird.

Nicht für die Umwelt, aber für den Handwerksbetrieb könnte sich eine Alternative als vorteilhafter erweisen: Zum betagten Nutzfahrzeug ließe sich auch eine Ausnahmegenehmigung von der Zufahrtsbeschränkung beantragen, die allerdings oft mit einer Gebühr verbunden ist, die je nach Kommune beträchtlich sein kann.


Der Autor

Thomas Dietrich, Fachjournalist aus
Solingen, berichtet im BM jeden Monat
über Neuheiten aus der Fuhrparkwelt.

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