Die Alfred Clouth Lackfabrik wird 100

Lacke, die bleiben

Was das Besondere an Clou ist? Alfred Clouth muss nicht lange überlegen: „Was uns auszeichnet, ist das extrem breite Sortiment und unsere Kontinuität.“ So erhält der Schreiner zum Beispiel mit Cloucryl heute noch ein Produkt, das zwar „gefühlt“ das gleiche ist wie vor 30 Jahren, aber in Sachen Verarbeitung und Beständigkeit den aktuellsten Anforderungen locker gerecht wird.

Autor: BM-Redakteurin Regina Adamczak

Alfred Clouth ist einer, der mit anpackt. Das war schon immer so. Er kennt jeden Quadratzentimeter seines Betriebes, er kennt jeden Mitarbeiter und er kennt auch seine Kunden. Er weiß, wie die Schreiner ticken. Das kommt nicht von ungefähr. Seit Kindesbeinen an ist er in der Alfred Clouth Lackfabrik unterwegs. Er ist Stapler gefahren, er hat Lacke gemischt, er hat etikettiert. Er hat dafür gesorgt, dass in moderne Anlagentechnik investiert wird. Alfred Clouth ist der Enkel des Unternehmensgründers und heute in dritter Generation an der Spitze des Traditionsunternehmens. Noch heute hat er die Steuerung stets im Blick – allerdings eher vom Tablet aus. Die moderne Technik kommt ihm entgegen, denn er ist viel unterwegs. Es ist ihm wichtig zu wissen, was die Schreiner und Tischler vor Ort bewegt.

Rezepturen ändern sich, Eigenschaften bleiben

„Unsere Kunden wollen vor allen Dingen ein sicheres und funktionierendes Produkt.“ Deshalb setzt Clouth auf höchste Qualität. Denn auch wenn die Lacke für den Verarbeiter gleich zu bleiben scheinen: Sie werden immer weiter entwickelt. „Die Kunst ist es, die Rezepturen dem aktuellen Stand der Technik anzupassen, ohne dass sich die Verarbeitungseigenschaften ändern.“ Auch die Eigenschaften der schlussendlichen Oberfläche werden immer weiter verbessert. Das ist der Grund, warum Alfred Clouth kontinuierlich in die Abteilung Forschung und Entwicklung investiert.

Führend bei den Beizen

„Wir haben jetzt zwar 100 Jahre Erfahrung in der Lackherstellung und -entwicklung, aber darauf wollen wir uns nicht ausruhen.“ 25 Mitarbeiter kümmern sich um innovative neue Produkte, die Weiterentwicklung des bestehenden Sortimentes, um die Qualitätskontrolle und die Betreuung der Kundenanliegen. Da wird zum Beispiel ein ganz spezieller Beizton erarbeitet, mit dem eine neue Treppe dem bestehenden Boden angepasst werden soll.

Solch ein Auftrag ist ganz typisch: „Die Alfred Clouth Lackfabrik war schon immer führend im Bereich der Beizen.“ Eiche-Antik-Beize, Mahagoni-Beize, Nadelholzbeize, Rustikalbeize und – nicht zu vergessen – die bekannte kf-Beize: 15 verschiedene Sorten von Beizen bietet das Unternehmen an. Über 60 000 Farbtöne sind mittlerweile verfügbar, nicht alle davon natürlich im aktiven Sortiment. Manche davon gibt es auf Nachfrage, manche sind kundenindividuelle Sonderfarbtöne. Diese kann der Kunde immer wieder abrufen, auch wenn seit der Ersteinstellung schon etliche Jahre vergangen sind.

Produktpalette, die ihresgleichen sucht

700 Basisprodukte hat der Oberflächenspezialist im Programm. Die Beizen und Lacke wiederum in jeder gewünschten farblichen Variante. Doch auch an ganz besonderen Oberflächen tüfteln die Mitarbeiter: So wurde ein ganz spezieller, flammhemmender Lack im Auftrag der Lufthansa Technik AG nach Vorgaben der Internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA entwickelt. Oder ein antibakteriell wirkender Klarlack für Arztpraxen. Oder ein fluoreszierender Lack für besondere Leuchteffekte auf Bowlingbahnen. Glaslacke, dreidimensionale Lacke, Perlmutteffekte: „Die lackierte Oberfläche ist der Ausdruck höchster Handwerkskunst.“

Unterstützung für die Schreiner vor Ort

Doch damit eine Oberfläche auch gelingt, sind viele Faktoren zu berücksichtigen. „Uns ist es wichtig, die Handwerker vor Ort zu unterstützen. Denn außer sicheren, funktionierenden Produkten und einem reibungslosen Fertigungsprozess geht es in der Oberflächentechnik auch um die aktuelle Gesetzeslage, um Grenzwerte und Lagerhaltung. Hier beraten wir auch und stellen unser Know-how in den Dienst des Handwerks.“ 30 Außendienstmitarbeiter stehen dem Schreiner und Tischler als Ansprechpartner zur Verfügung. Clouth legt Wert darauf, dass es Meister und Techniker sind, die sich mit Oberflächentechnik auskennen.

Und wenn es mal ganz dringend ist, wird ein Produkt auch schnell und direkt an den Tischler- oder Schreinerbetrieb geliefert. Clouth setzt auf Flexibilität und eine enge Kundenbindung.

Für handwerklich orientierte Betriebe

„Bei uns steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle,“ bringt es Clouth auf den Punkt. Es sind die handwerklich orientierten Betriebe, die das Unternehmen als Zielgruppe hat. Darüber hinaus gilt das Unternehmen als einer der Pioniere der heutigen Heimwerker- und Do-it-yourself-Branche, für die man bereits zu Beginn der 70er-Jahre ein spezielles Sortiment auf den Markt brachte und es damit zur Nummer eins in Deutschland geschafft hat. „Die Heimwerker schätzen uns als Profimarke. Oft sind es die gleichen Produktqualitäten nur in kleineren Verpackungen.“

Zum Systemanbieter entwickelt

Heute werden die Produkte unter der Marke Clou nicht nur in ganz Europa sondern bis nach Asien und Afrika verkauft. Doch die Expansion wird vorsichtig vorangetrieben. „In jedem Land gibt es andere rechtliche Voraussetzungen und unterschiedliche klimatische Bedingungen. Dem wollen wir auch gerecht werden.“

In den vergangenen Jahren hat sich Clou zusehends vom reinen Farben- und Lackhersteller zum Systemanbieter entwickelt und vertreibt heute neben den eigenen Produkten auch die zur Holzverarbeitung notwendigen Kleber und Leime von Henkel (Ponal/Pattex). Das 2008 erworbene Unternehmen Asuso stärkt zusätzlich die Marktposition in den Bereichen Öle und Wachse sowie mit der Marke Almarit im Bereich Parkett.

Umweltschutz im Fokus

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Unternehmen schon lange dem Umweltschutz. So begann man bereits in den 80er-Jahren mit der Entwicklung von wasserverdünnbaren Produkten und stellte 1984 den ersten Holzlack auf Wasserbasis (Cloustral) vor. Um auch am Produktionsstandort in Offenbach den Umweltschutz permanent verbessern zu können, wurde schon 1997 ein Umwelt-Managementsystem eingeführt, und im Jahr 2000 trat das Unternehmen als Gründungsmitglied der Umweltallianz Hessen bei. Beispielhaft für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen wurde 2013 ein Blockheizkraftwerk installiert, das den Verbrauch an den fossilen Brennstoffen Heizöl und Gas deutlich reduziert. Die klimaneutrale Energieversorgung für Wärme, Kälte und Strom bestätigt den aktiv gelebten Umweltschutz.

Tradition und Moderne unter einem Hut

Alfred Clouth fasst zusammen: „In unserem Unternehmen sehen wir uns der Tradition genauso verpflichtet wie der Moderne. Und das auf allen Ebenen. Bei unseren traditionellen Produkten fürs Handwerk genauso wie bei unseren modernen Neuentwicklungen. Bei unserem Engagement für Umweltschutz genauso wie bei unserem Bekenntnis zum Standort Deutschland und zu unserer sozialen Verantwortung.“

Alfred Clouth Lackfabrik GmbH & Co. KG
63073 Offenbach/Main
www.clou.de


Ein Traditionsunternehmen

Am Anfang stand ein Drogist

Die Alfred Clouth Lackfabrik GmbH & Co. KG – kurz Clou – feiert in diesem Jahr 100-jähriges Bestehen. Begonnen hat alles 1917, als der Drogist Alfred Clouth den Entschluss fasste „in Lack zu machen“. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern begann er in einem kleinen Betrieb in Frankfurt, Holzbeizen und den damals sehr populären Schellack zu produzieren. In den Folgejahren wuchs das Unternehmen und siedelte nach Offenbach am Main um. 1943 wurde das Firmengelände jedoch bei einem Bombenangriff vollständig zerstört. Doch anstatt aufzugeben, baute Alfred Clouth den Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auf. Seine drei Söhne Walter, Otto und Hermann Clouth übernahmen 1951 die Geschäftsführung. Die zweite Generation entwickelte Clou kontinuierlich zu einer führenden Marke in der Holzoberflächentechnik.

Das Unternehmen, das sich heute in der dritten Generation im Familienbesitz befindet, hat den Generationswechsel in die vierte Generation bereits fest im Blick. „Clou soll auch in Zukunft eine Familienfirma bleiben“, sagt Alfred Clouth, der das Unternehmen seit 1998 führt.

Mit der Produktion von Schellack und Leinölfirnis fing im Jahr 1917 alles an.
Foto: Clou
Generationswechsel im Blick: Alfred Clouth (v.) mit seinen Söhnen Alfred Steffen und Constantin.
Foto: Clou