BM-Lesertest Mafell MF 26 cc (400 und GF-Max)

Gefräste Spezialitäten

Wie bewährt sich die Multifräse MF 26cc im Alltag als Alternative zu Oberfräse und Kreissäge bei der mobilen Nut- und Fasenerstellung sowie der Formatbearbeitung? Das prüften Schreiner, Tischler und Trockenbauer beim BM-Lesertest – mit überraschendem Ergebnis.

Autor: Marc Hildebrand
I „Ein echtes Multitalent, das in puncto Arbeitsfortschritt, Vielseitigkeit und Präzision neue Maßstäbe setzt“, resümierte BM-Chefredakteur Christian Närdemann, nachdem er die Mafell 26cc bei Mafell intensiv unter die Lupe genommen hatte (BM 9/2012, ab S.50). Sein Fazit bestätigten die Schreiner, Tischler und Trockenbauer, die daraufhin am BM-Lesertest teilnahmen und selbst wissen wollten, inwieweit die Multifräse für sie eine Erleichterung bei der Arbeit bedeutet. Sie hatten aber auch kritische Anmerkungen.

Darüberhinaus ergab der reale Werkstatt- und Montagealltag ein Einsatzgebiet, das Mafell bei der Entwicklung gar nicht im Visier hatte.
Je nach Arbeitsschwerpunkt der Betriebe wurde die Multifräse mit unterschiedlichen Zubehörpaketen sechs Wochen getestet. Neben der Maschine enthielten beide Sets eine Führungsschiene (400 und F), einen Paralellanschlag und ein Sägeblatt (HM 120 x 1,2/ 1,8 x 20 mm). Das Holz-Set „MF26cc/400“ ergänzte ein Verstellnutfräser (15,4 – 25 mm), während ein Gipsfräser für 90°-V-Nuten die Variante „GF-Max“ im Trockenbau-Set vervollständigte.
Maschine und Ergebnisse überzeugen
Die „geniale“ Absaugleistung wurde besonders beim Fräsen in Gips geschätzt und dabei eine „nicht vorhandene Staubentwicklung“ attestiert. In diesem Bereich für gut befunden wurde auch das Anlegen der Führungsschiene mittels Positionsanzeiger und die einfache, robuste und dennoch präzise Feinjustierung der Schnitttiefe.
„Man kann die Fräse perfekt in der Werkstatt wie auch auf der Montage einsetzen“, meldet der Trockenbausektor abschließend. Auch im Holzbereich schätzten die Tester das ergonomische Handling und die solide Bauart. Ein weicher Eingriff beim Fräsen ermögliche ein sichereres Arbeitsgefühl, die „typische Mafell-Qualität“ saubere sowie exakte Fräsungen. Zur Absaugung sei gesagt, dass der mobile Sauger selbst ordentlich Power haben sollte – ältere, weniger leistungsfähige Modelle stießen an Ihre Grenzen. Lob gabs auch für das Schienensystem der Variante MF 26cc/400. (An der Unterseite der Schiene befinden sich Positionszeiger, mit denen der Winkel nach Skala eingestellt werden kann. Nach dem Arbeitsvorgang führt ein Federzug die Fräse wieder in die Ausgangsposition zurück.)
„Die kurze, direkt an der Maschine befestigte Führungseinrichtung inklusive ihrer Winkeleinstellung ist super. Ebenso die Handhabung der normalen Schienen sowie die Befestigung der Schienen untereinander“, schreibt ein Tischler in seinem Fragebogen und betont: „Großartig ist auch die Tiefeneinstellung – besonders, weil die Schienenstärke berücksichtigt werden kann.“
Wie viele seiner Testkollegen führt er zudem den durchdachten Sägeblattwechsel als positives Merkmal an sowie das komfortable Öffnen der Schutzhaube mit nur einem Handgriff (automatische Einschaltsperre und Sägeblattarretierung). Als „bestechend“ wurde die Motorleistung bezeichnet (1400 W).
Die Einsatzbereiche auf dem Prüfstand
Die MF 26cc als Alternative zu Oberfräse und Kreissäge bei der mobilen Nut- und Fasenerstellung und Formatbearbeitung im Holz- und Trockenbau wurde unterschiedlich bewertet. Was den Trockenbau betrifft, unterstützten die Tester diese Aussage in vollem Umfang. Hier eröffneten sich viele neue Möglichkeiten wirtschaftlicher zu arbeiten.
Tischler und Schreiner waren zwar von den vielen Einsatzmöglichkeiten der Fräse positiv überrascht, dieses Spektrum im realen Inneausbaualltag vollumfänglich nutzen konnte jedoch keiner.
Zum Einsatz kam das Gerät hauptsächlich bei Nuten in Vollholz bzw. Plattenwerkstoffen. Hier lasse sich „immenser Aufwand sparen“. Vermisst wurde aber hier ein Verstellnuter im Bereich von 8 bis 15 mm, um auch dünne Böden (z. B. Glas) in MDF einzufräsen.
Trennschnitte waren eher die Ausnahme. Wegen der begrenzten Fräs-/Schnitttiefe (max. 26 mm, auf der Schiene geführt) ersetze die Maschine im Holzbereich die vorhandene Kreissäge auf der Baustelle nicht und fuhr oft unbenutzt zurück. Die Möglichkeit, Schlitzungen für Formverleimungen vorzunehmen fand Anklang, kam aber – anders als im Trockenbau – nur in Spezialfällen zum Einsatz (z.B. MDF mit aufgeleimtem Leder). Hier wurde fertigen „Topan-MDF-Platten“ bzw. Biegesperrholz rein wirtschaftlich der Vorzug gegeben.
Überraschende Entdeckung im Alltag
Die findigen Tester stießen jedoch auf ein neues Einsatzgebiet, an das man bis zu diesem Lesertest noch gar nicht gedacht hatte: Einfräsen von automatischen Türdichtungen bzw. Führungsnuten für Schiebetüren. Gerade bei schweren Türblättern ist eine Handmaschine hier klar im Vorteil. Zudem kann z. B. ein „Schallex“ direkt vor Ort nachgerüstet werden – spart viel Zeit und kommt dem Kunden entgegen. Einziger Wermutstropfen: Da der Verstellbereich des Nuters nach unten auf 15,4 mm begrenzt und eine Frästiefe (Anwendung ohne Schiene) auch nur bis 32 mm möglich ist, können zwar viele aber nicht alle Dichtungsfabrikate gängiger Hersteller verwendet werden.
Wir haben Mafell darauf angesprochen. Man ist dankbar für die Anregung und arbeitet an einer Weiterentwicklung des Sortiments in Sachen Verstellnuter < 15 mm. Bei der Tiefe sei mit 32 mm (ohne Schiene, siehe Auftaktbild) bauartbedingt das Maximum erreicht.
Fazit: Gutes Konzept sucht Einsatzbereiche
Das Konzept ist gut durchdacht, konzentriert sich im Möbel- und Innenausbau jedoch auf einige Nischen.
Ob sich die Anschaffung des Geräts für Tischler und Schreiner wirtschaftlich rechnet oder man ein erstklassiges „Luxusprodukt“ für vereinzelte Anwendungen erwirbt, muss also jeder individuell für sich entscheiden.
Die Mafell 26cc bietet jedenfalls Topqualität in Sachen Bauweise und Arbeitsergebnissen bei vielen alltäglichen Anwendungen im Trockenbau und ist „erste Sahne“ in speziellen Bereichen des Holzsektors.
Danke an alle Tester für das ausführliche Feedback.
Mafell AG
78727 Oberndorf
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