BM-Marktübersicht: Kantenfräsen mit Stabmotor

Flinke Kantenflitzer

Ob fürs Fasen, Runden, Bündigfräsen oder auch besondere Aufgaben: wendige Kantenfräsen sind eine leichte, kraftsparende Alternative zur schweren Oberfräse – wenn der Aufsatz passt.

Heinz-Alfred Losch

Mobile Kantenfräsen erleichtern Schreinern und Tischlern das Fasen, Runden oder auch Bündigfräsen gerader und geschwungener Kanten. Die Maschinen bestehen meist aus einem Stabmotor, der je nach Anbieter mit einem oder mehreren Anschlägen zum Bündigfräsen, Abrunden oder Schrägfräsen ausgestattet wird.

Mit Leistungsaufnahmen von 500 bis 1000 W sind die Kantenfräsen relativ leicht und handlich.

Einige können mit einem zusätzlichen Fräskorb auch als kleine Oberfräse eingesetzt werden. Die meisten Modelle sind mit einer elektronischen Drehzahlregelung ausgestattet.

Zum Arbeiten in Holz und Holzwerkstoffen ist diese jedoch kaum notwendig, da hier in der Regel mit voller Drehzahl (ca. 30 000 min-1) gefräst wird.

Sollen jedoch auch andere Materialien, wie Kunststoff oder ähnliche Werkstoffe, bearbeitet werden, empfiehlt es sich, die Drehzahl jeweils entsprechend zu reduzieren. Eine Konstantelektronik sorgt auch bei unterschiedlichen Belastungen für gleichbleibende Drehzahl und damit für ein sauberes Fräsergebnis. Ein elektronischer Sanftanlauf erleichtert die Führung der Maschine beim Starten.

Aufsätze erweitern den Einsatzbereich

Den maximal möglichen Fräserdurchmesser begrenzen die Grundplatten der Fräsen. Passende Fräser listet meist das Zubehörprogramm des jeweiligen Herstellers auf.

Das Besondere der Kantenfräsen sind jedoch die Anschläge mit verstellbarer Frästiefe und für eine sichere Führung entlang der Werkstückkanten. Beim Einsatz von Fräsern mit Anlaufrolle genügt jedoch auch schon eine höhenverstellbare Grundplatte, um die Maschine an der Werkstückkante entlang zu führen. Die kleinen Kugellager unterliegen bei den hohen Drehzahlen jedoch starkem Verschleiß. Sie müssen deshalb öfter mal gewechselt werden, damit sie keine Spuren auf dem Werkstück hinterlassen.

Schwieriger wird die saubere Führung der Kantenfräsen bei Innen- und Außenecken. Dafür bieten einige Hersteller spezielle Aufsätze bzw. Vorsätze an. Bei Braun (Marke Hebor), Festool und Hessler gibt es eigens Maschinen für solche Aufgaben. Meist lassen sich deren Vorsätze aber auch an die hier gezeigten Grundmodelle montieren.

Spindelarretierung für komfortableres Arbeiten

Eine Spindelarretierung für einen einfachen Fräserwechsel ist leider noch nicht bei allen Geräten Standard. Ohne muss man mit zwei Schraubenschlüsseln hantieren. Mit einem wird die Spindel gehalten, mit dem anderen die Überwurfmutter der Spannhülse gelöst und wieder angezogen.

Der oder die als Bedienwerkzeug erforderlichen Gabelschlüssel werden meist von den Herstellern mitgeliefert. In der Regel kommen Fräser mit 8-mm-Schaft zum Einsatz. Teilweise sind aber auch Spannhülsen mit anderen Durchmessern serienmäßig oder als Zubehör erhältlich. Adapter für den Staubsaugerschluss sind heute bei den meisten Geräten Standard. Auch wenn es immer noch Schreiner gibt, die bei kleineren Arbeiten auf den Einsatz einer wirkungsvollen Absaugung verzichten, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe auch beim Kantenfräsen einen Staubsauger anschließen.

Lange Kabel für mehr Bewegungsfreiheit

Aufmerksamkeit hat auch das Netzkabel verdient. Ist es drei bis vier Meter lang, gibt es auch genügend Bewegungsfreiheit bei größeren Werkstücken. Kunststoffkabel sind leicht, aber auch störrisch. Gummikabel sind zwar elastischer, können aber, wenn sie über Holz gezogen werden, schwarzen Abrieb hinterlassen.

Garantie oder Gewährleistung

Sehr unterschiedlich sind die Garantieregelungen der Hersteller. Standard sind ein Jahr Garantie bzw. drei Jahre nach einer Registrierung der Maschine im Internet. Manche Firmen gewähren eine Herstellergarantie allerdings auch erst nach erfolgter Registrierung.

Wer diese versäumt, kann dann nur Gewährleistung gegenüber seinem Händler geltend machen. Die gesetzliche Frist hierfür beträgt zwei Jahre. Sie kann gegenüber gewerblichen Kunden aber auf ein Jahr verkürzt werden.

Kompaktmotor statt Stabmotor

Bosch und Dewalt bauen ihre Kantenfräsen statt mit einem langen Stabmotor mit einem kompakten Motor, der leichter zu führen ist, obwohl er weniger Platz zum Greifen bietet. Beide Maschinen lassen sich mit einem Aufsatzkorb zu einer Oberfräse umrüsten. Er ist bei Dewalt serienmäßig, bei Bosch optional.

Bosch setzt auf große Gleitplatte

Die variable Tiefeneinstellung der Kantenfräse von Bosch und die passgenaue Fixierung ihrer Motoreinheit ermöglichen exakte Einstellungen und präzise Ergebnisse. Mit dem serienmäßigen Parallelanschlag lässt sich die Maschine auch zum Nuten einsetzen.

Eine große Gleitplatte ermöglicht eine sichere Führung auf dem Werkstück und bietet einen Anschluss für die Absaugung.

Dewalt bestückt Kompaktmotor mit Fräskorb

Dewalt bietet die DD26204 als Multifunktionsfräse aus Oberfräse und Kantenfräse an. Der kompakte Motorblock kann durch einen Fräskorb umgerüstet werden. Die transparente Grundplatte soll eine optimale Sicht auf das Werkstück gewährleisten. Dabei wird der Anwender zusätzlich durch zwei LED-Leuchten unterstützt. Als DCW604NT gibt es von Dewalt zudem eine zum Verwechseln ähnliche Maschine mit 18-V-Akku.

Festool stellt den Frästisch schräg

Bei der OFK 700 bietet ein großer und schnell umsteckbarer Frästisch eine stabile Auflagefläche und sichere Führung der Maschine in unterschiedlichen Arbeitspositionen.

Die Frästiefe ist auf 0,1 mm genau verstellbar. Eine Tastfeder gleicht Unebenheiten rauer Kanten aus, sodass diese nicht auf den Fräser übertragen werden.

Um Oberflächen vor Beschädigungen zu schützen, ist der Tisch der OFK 700 um 1,5° geneigt. Durch die leichte Neigung des Fräswerkzeuges wird ein Anfräsen der Oberfläche vermieden.

Braun (Hebor) bietet hilfreiche Fräsvorsätze

Kanten-/Eckenrundmaschine nennt Hersteller Hebor seine Fräse P+. Die Philosophie dahinter: Treffen zwei Kanten mit einem angefrästen Radius aufeinander, entsteht eine spitze Ecke. Mit der P+ lassen sich auch solche Ecken schnell und sauber abrunden. Die Höheneinstellung des Fräsers erfolgt ohne Bedienwerkzeug über den als Präzisionsgewinde ausgeführten Motorhals. Soll die P+ auch zum Fräsen von Kanten oder Bündigfräsen von überstehenden Umleimern eingesetzt werden, kann der Vorsatz der Hebor-Kantenfräs- und -Kappmaschine P72 auf den Stabmotor der P+ gesteckt werden. Der Anwender kann dann mit einer Maschine beide Anwendungen ausführen.

Heßler ist auf Kantenfräsen spezialisiert

Seine MZ 100 90F bezeichnet der Hersteller als Kantenfräse Universal. Sie eignet sich für die stumpfe wie auch die spitze Seite der schrägen Schmalseiten. Mit Spezial-Fräswerkzeugen können die Längsseiten bündig gefräst und gerundet werden.

Mittels Gewindering direkt unter dem Motor kann eine sehr genaue Fräsereinstellung erfolgen. Das ist gerade bei schrägen Schmalseiten eine große Hilfe. Eine große Grundplatte mit Handknauf ermöglicht ein sicheres Führen der Maschine auf dem Werkstück. Anstelle eines Fräsers mit Anlauflager bietet Heßler auch einen verstellbaren Anschlag an. Er kann zum Beispiel dann eingesetzt werden, wenn nur ein Teil der Schmalseite abgeschrägt ist. Zusätzlich zu der MZ 100 90F bietet der Hersteller noch zwei weitere Modelle sowie druckluftbetriebene Fräsen und ein umfangreiches Systemzubehör an, das den Einsatzbereich seiner Maschinen für viele Sonderaufgaben erweitert.

Lamello punktet mit Feineinstellung

Besonderheit der Profila von Lamello ist die große Auflageplatte. Sie ist mit einer Aussparung versehen. Diese soll das verwackelungsfreie Führen der Kantenfräsmaschine auf der Grundplatte ermöglichen – und zwar auch bei überstehenden Kanten. Die stufenlose Feineinstellung des Fräsaufsatzes fixiert zugleich die Auflageplatte im richtigen Winkel.

Makita setzt Führungschuh als Schutzhaube ein

Die Einhandfräse 3708FCJ kann als kleine Fräse und als Kantenfräse dienen. Die transparente Schutzhaube dient zugleich als Führungsschuh und bietet freie Sicht auf das Werkstück. Die Frästiefeneinstellung der Maschine erfolgt per Spannhebel und Feinjustierung mit einer mm-Einteilung.

Wegoma-Virutex vermeidet Kratzspuren

Auch die KFR130N kommt mit einem großen Auflagetisch mit Handknauf für eine sichere Führung der Maschine. Die serienmäßigen 2-mm-Radiusfräser haben einen abgesetzten Schaft. Das soll die Höheneinstellung nach dem Werkzeugwechsel vereinfachen. Eine Lagerbremse hilft gegen Kratzspuren bei empfindlichen Kanten.


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Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.

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