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Handlich und kraftvoll

BM-Marktübersicht: Akku-Bohrschrauber 10,8/12,0 Volt
Handlich und kraftvoll

Für viele Montagearbeiten muss der Schreiner nicht mehr zu Akku-Bohrschraubern mit 18,0 Volt greifen. Die kleinen Maschinen mit 10,8 bzw. 12,0 Volt erfüllen die meisten Anforderungen bei Montagearbeiten genauso gut.

Der große Vorteil der kleinen Akku-Bohrschrauber ist, dass sie leichter und handlicher sind. Das zahlt sich vor allem bei Schraubarbeiten in Möbeln, wie der Montage von Scharnieren aus. Selbst leichte Unterkonstruktionen sind mit diesen Maschinen schnell erstellt. Nur bei schweren Zimmermannsarbeiten müssen sie passen.

Üblich sind in dieser Leistungsklasse zwei unterschiedliche Bauweisen: Maschinen mit Einschubakku im Griff und solche mit unterhalb des Handgriffes angestecktem Akkupack. Die ersten sind klein und handlich, da der Akkupack fast vollständig im Handgriff verschwindet. Allerdings ist bei manchen Geräten der Durchmesser des Handgriffs deshalb etwas größer, was nicht jedermanns Sache ist. Die Maschinen mit angestecktem Akkupack sehen aus wie die großen Akku-Bohrschrauber, nur in verkleinerter Version. Bei einigen Herstellern sind die Maschinen selbst sogar nahezu identisch, nur der kleinere Motor und der Akkupack sind kleiner als bei den 18,0-Volt-Modellen. Diese Bauweise erlaubt dann auch ausdauernde Akkupacks mit mehr Kapazität. Doch dabei geht dann schon wieder ein Teil des Gewichtsvorteils verloren.

Üblich sind heute Akkupacks mit 1,5 bis 4,0 Ah Kapazität. Das genügt für die Montagearbeiten. Bei den Akku-Bohrschraubern in dieser Klasse muss man kein Gewichtheber sein. Mit knapp 1 bis 1,5 kg sind sie angenehm leicht, was sich bei längeren Arbeiten in ungewöhnlichen Arbeitspositionen bemerkbar macht.

10,8 Volt oder 12,0 Volt?

Die Spannungskennzeichnung 10,8 Volt bzw. 12,0 Volt sorgt immer wieder für Verwirrung. Dabei ist 12,0 Volt nicht mehr als 10,8 Volt, sondern nur ein Marketing-Gag. Bei allen Akkupacks sind drei Akkuzellen mit 3,6 Volt Nennspannung in Reihe geschaltet. Das ergibt eine Nennspannung von 10,8 Volt. Da die vollgeladenen Akkuzellen unbelastet eine Spannung von leicht über 4,0 Volt haben, nehmen viele Hersteller das zum Anlass, die Akkus mit 12,0 Volt zu kennzeichnen, auch wenn kein Elektron mehr darin ist als bei den 10,8-Volt-Akkupacks. Dennoch setzt sich immer mehr die Bezeichnung 12,0 Volt für diese Geräteklasse durch, da die meisten Hersteller nicht mit einer vermeintlich geringeren Akkuspannung zurückstecken wollen.

Die meisten Akku-Bohrschrauber dieser Klasse sind mit einem Zweigang-Getriebe ausgestattet. Im ersten Gang mit bis zu 400 Umdrehungen lässt sich kräftig schrauben, der zweite Gang mit ca. 1500 Umdrehungen pro Minute oder gar mehr dient zum Bohren. Nur der Hersteller Fein baut in seine kleinen Akku-Bohrschrauber, wie bei den großen Maschinen, Vier-Gang-Getriebe ein. Das ermöglicht eine besonders feinstufige Anpassung von Drehzahl und Drehmoment an unterschiedliche Anwendungen.

Drehmomenteinstellung für sicheres Schrauben

Zum feinfühligen Schrauben haben alle Geräte eine einstellbare Drehmomentbegrenzung. Grundsätzlich lässt sich so das maximale Drehmoment aber nur im unteren Bereich, z. B. 0,5 bis 5 Nm, wählen, bis die eingebaute Rutschkupplung anspricht. Wer größere Drehmomente braucht, muss die Bohrstufe einstellen, die die volle Kraft der Maschine liefert.

Für die meisten Akku-Bohrschrauber geben die Hersteller maximale Schraubendurchmesser von 5 oder 6 mm an, bei den stärkeren Geräten sind es sogar 8 mm.

Für Bohrungen in Wandbaustoffen eignen sich die kleinen Akku-Bohrschrauber nur bedingt, weshalb in der Tabelle nur Bohrleistungen in Holz und Metall angegeben sind. Mit Multi-Construction-Bohrern können sie aber oft auch für kleine Bohrungen in vielen Wandbaustoffen verwendet werden.

Um die Ecke bohren

Eine Besonderheit einiger Maschinen sind Wechselbohrfutter, die es ermöglichen, anstelle des serienmäßigen Schnellspannbohrfutters (SSB) andere Schraubvorsätze, wie z. B. Exzenter- oder Winkelvorsätze, zu verwenden. Damit ist es möglich, besonders randnah oder in engen Bauräumen um die Ecke zu schrauben. Mit einer Bitdirektaufnahme in der Spindel oder speziellen Adaptern für die Bitaufnahme können sie die Schrauberbits auch ohne Bohrfutter in die Maschine stecken. Vorteil: Das macht den Akku-Bohrschrauber kürzer, leichter und handlicher für Schraubarbeiten.

Weitere praktische Ausstattungsdetails sind ein Arbeitslicht, über das alle Maschinen dieses Vergleichs verfügen, sowie ein Gürtelhaken, der es ermöglicht, die Maschine in den Hosengürtel einzuhängen, um beide Hände schnell für andere Arbeiten frei zu haben.

Lange Garantie mit Registrierung

Wichtig ist für viele Handwerker die Lebensdauer Maschine. Diese kann man oft an der vom Hersteller gewährten Garantie festmachen. Als Mindeststandard für gewerb-liche Elektrowerkzeuge gilt zwölf Monate. Dieser Zeitraum lässt sich bei den meisten Marken mit einer Registrierung auf der Internetseite des Herstellers auf bis zu 36 Monate verlängern. Allerdings ist in vielen Fällen der Zeitraum für die Registrierung einer neuen Maschine beschränkt. Wenn der Händler die Registrierung nicht als kostenlosen Service anbietet, sollte man sich zeitnah nach dem Kauf darum kümmern.

Ähnlich wie bei den 18-Volt-Akkumaschinen bauen immer mehr Hersteller auch die kleinen Geräte zu einem 10,8-Volt-/12,0-Volt-System aus. Bei vielen Anbietern gibt es außer den Akku-Bohrschraubern zum Akkupack kompatible Akku-Schlagbohrmaschinen, Akku-Schlagschrauber, Akku-Winkelschleifer, Akkusägen etc. Sogar Messgeräte arbeiten mit den Akkupacks. Sollen mehrere dieser Geräte benutzt werden, lohnt es sich, die erste Maschine mit einem Starterset aus Ladegerät und zwei Akkupacks zu kaufen. Für die weiteren Geräte kann man sich dann die Kosten für Ladegerät und Akkus meist sparen.


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Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.



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