BM-Marktübersicht: Paneelsägen mit 216-mm-Sägeblatt

Handliche Zugmaschinen

Ob auf Montage oder in der Werkstatt – Paneelsägen erweitern die Schnittkapazität von Kapp- und Gehrungssägen deutlich und kommen daher auch mit breiteren Profilbrettern und Paneelen klar. Wir zeigen übersichtlich, was leichte Modelle mit kleinem Sägeblatt leisten und welche praktischen Funktionen sie mitbringen können.

Von Heinz-Alfred Losch

Beim Verlegen von Fußböden und Wandbekleidungen müssen Dielen oder anderes Material immer wieder auf Länge zugeschnitten werden und auch in der Werkstatt können handliche Zugmaschinen die große Tischkreissäge entlasten. Während sich Leisten und schmale Profilbretter noch gut mit einer Kapp- und Gehrungssäge ablängen lassen, kommen solche Maschinen bei breiteren Paneelen schnell an Ihre Grenzen. Die Lösung sind entweder Kappsägen mit sehr großen Sägeblattdurchmessern oder eben Geräte mit einem ausziehbaren Schwenkarm, auch Paneelsägen genannt. In unserer Übersicht zeigen wir, welche Modelle der Markt bietet und was sie mitbringen. Dabei haben wir uns auf die kleinen und handlichen Paneelsägen mit 216 mm Sägeblattdurchmesser beschränkt, da Sie im Innenausbau wohl die meisten Einsatzbereiche bei relativ geringem Eigengewicht abdecken.

Allgemeine Möglichkeiten zusammengefasst

Je nach Konstruktion schneiden Paneelsägen bei 90°-Schnitten Werkstücke bis ca. 300 mm Breite und etwa 60 bis 70 mm Höhe. Wie Kapp- und Gehrungssägen haben auch alle Paneelsägen eine Grundplatte mit Drehtisch. An diesem ist ein Schwenkarm für die Antriebseinheit mit dem Sägeblatt befestigt.

Während die Antriebseinheit bei der Kapp- und Gehrungssäge nur in das Werkstück abgesenkt wird, lässt sich der Schwenkarm bei der Paneelsäge zusätzlich ausziehen, um so eine größere Schnittbreite zu erreichen. Für Gehrungsschnitte kann der Drehteller nach beiden Seiten um 45° und bei manchen Modellen darüber hinaus verstellt werden. Rasterungen erleichtern meist das schnelle Einstellen von Standardwinkeln. Aber auch die fixierbare Einstellung beliebiger Winkel dazwischen ist durch die Bank möglich.

Der Schwenkarm ist mit einem Doppelgelenk an dem Drehteller angebracht. Dieses ermöglicht durch Absenken der Sägeeinheit saubere Kappschnitte, durch gleichzeitiges Schwenken nach rechts oder links Neigungsschnitte mit etwas über 45°. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, ob Neigungsschnitte nur zu einer Seite oder zu beiden Seiten möglich sein sollen. Gegebenenfalls muss das Werkstück sonst umgedreht werden.

In Kombination mit dem Auszug des Schwenkarms lassen sich Gehrungs- und Neigungsschnitte in breiteren Materialien anfertigen. Natürlich reduziert sich die Schnittbreite und -tiefe beim Drehen und Schwenken der Sägeeinheit entsprechend. Unsere nachfolgende
Tabelle stellt auch hier maximal mögliche
Kapazitäten der Modelle gegenüber.

Aktuelle Besonderheiten zur Auswahl

Für die Ausführung des Auszuges gibt es unterschiedliche Bauweisen. Meist ist er als
Doppelauszug ausgeführt, der auch der voll ausgezogenen Maschine genügend Stabilität verleihen soll. Praktisch ist es, wenn die Führungsstangen nach vorn gehen und die Konstruktion hinter der Säge keinen Platz mehr benötigt, damit die Maschine direkt an der Wand stehen kann.

Besonderheiten bieten zwei Paneelsägen von Festool und Metabo. Die Festool Kapex KS 60 hat nicht nur hinten bündig abschließende Führungsstangen, sondern verfügt auch über große Verstellmöglichkeiten nach beiden Seiten. Sie zeigt eine exakte Schnittlinie an, indem sie per Schlaglicht den Sägeblattschatten aufs Werkstück projiziert. Zudem erleichtert eine System-Winkelschmiege die Übernahme von Innen- und Außenwinkeln auf die Maschine. Eine Tiefenbegrenzung ermöglicht wiederholgenaues Sägen von Nuten. Auch die Metabo KGSV 72 Xact SYM braucht keinen Platz hinter der Maschine. Hier zeigt ein Doppellinienlaser beide Seiten der Schnittlinie an. Ein LED-Arbeitslicht sorgt für einen hellen Arbeitsplatz. Der Hersteller setzt auf ein Anschlagsystem, das sich symmetrisch auf zwei gleiche Schnittwinkel einstellt. Eine herkömmliche Schmiege im Lieferumfang ermöglicht so zeitsparend präzises Arbeiten.

Allerdings kosten diese beiden Paneelsägen-Varianten dafür auch deutlich mehr als die anderen Maschinen dieses Vergleichs.

Werkzeuge und Zubehör nicht vergessen

Da in der Regel Querschnitte in Massivholz oder Holzwerkstoffe anfallen, bieten sich bei Paneelsägen Feinzahn-Sägeblätter mit Wechselzahnung an (Z48). Wichtig ist der negative Zahnwinkel. Er verhindert selbständiges
Hereinziehen des Blattes und sorgt daher
für Sicherheit während des Sägens.

Praktisch ist es, sich für die Montage direkt
ein spezielles Sägeblatt für Aluminium sowie andere NE-Metalle, Plexiglas, faserverstärkte Kunststoffe und Verbundplatten ins Baustellengepäck zu legen.

Und wer nicht nur Fußböden verlegen will, wird ein stabiles Untergestell für die Paneelsäge schätzen. Diese passen oft universell
für viele Sägen gängiger Hersteller. Manche der Gestelle haben ein eingebautes Fahrwerk mit dem die Maschine leicht zum Einsatzort transportiert werden kann. Abschließend empfiehlt es sich, einen Blick darauf zu werfen, welche „unterstützenden“ Lösungen Hersteller zum Sägen langer Werkstücke anbieten.


Tabellarische Marktübersicht zum Download

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Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.