BM-Marktübersicht: Akkusauger für Schreiner und Tischler

Kabellos saugen

Akkuwerkzeuge ersetzen immer öfter kabelgebundene Elektrowerkzeuge. Wer auf der Baustelle auch Späne und Staub ohne Kabel auffangen will, braucht einen Akkusauger. Doch wie steht es um den Autostart? Welche Geräte gibt es schon und was ist noch Zukunftsmusik?

Heinz-Alfred Losch

Handwerker, die mit Akkuwerkzeugen auf der Baustelle arbeiten, benötigen in der Regel auch einen Staubsauger oder Entstauber, um Späne und Staub aufzusaugen. Wenn schon die Werkzeuge kabellos funktionieren, sollten auch die Absauggeräte ohne Kabel auskommen. Akkusauger sind hier die Lösung.

Die Berufsgenossenschaften und Normen unterscheiden zwischen Industriestaubsaugern zum Aufsaugen von liegendem Staub und Entstaubern, die den Staub von laufenden Maschinen und Elektrowerkzeugen absaugen. Da es sich bei den Akkusaugern um Geräte handelt, die für beide Einsatzbereiche genutzt werden können, bezeichnen wir sie hier einfach als Sauger bzw. Akkusauger.

Autostart und Staubklassen im Blick

Noch ist das Angebot von Akkusaugern für den professionellen Einsatz relativ klein. Hinzu kommt, dass die meisten Geräte bisher nur der Staubklasse L und damit eigentlich nicht den Forderungen der Berufsgenossenschaft nach einem M-Sauger entsprechen. Mehr Akkugeräte für die Staubklasse M wird es sicherlich in naher Zukunft geben.

Da Akkuwerkzeuge keinen Netzanschluss haben, funktioniert logischerweise der automatische Start über eine Automatiksteckdose nicht. Es müssen also neue Lösungen für den komfortablen Betrieb des Saugers beim Absaugen von Akkumaschinen her.

Autostart per Vibrationserkennung kommt

Metabo hatte bereits auf den Messen BAU 2017 und 2019 Prototypen für die Verwendung mit Akkuwerkzeugen vorgestellt. Das Prinzip: Sensoren im Anschlussadapter des Saugers erkennen die von den Werkzeugen erzeugten Vibrationen und starten das Gerät nach dem Einschalten der Maschine automatisch. Allerdings scheint die Entwicklung eines solchen Systems aufwendiger zu sein als geplant – schließlich soll der Sauger nur zusammen mit dem angeschlossenen Werkzeug anlaufen und nicht schon im Werkstattwagen auf der Fahrt zur Baustelle. Dieser von Metabo zusammen mit Starmix entwickelte Akkusauger wird wohl daher erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen.

Autostart per Bluetooth geht schon heute

Andere Hersteller sind mit ihrer kabellosen Fernsteuerung des Saugers bereits weiter.

Den Makita DVC864LZ gibt es bereits seit knapp einem Jahr. Das Gerät ist mit einer kabellosen Einschalt-Automatik per Bluetooth ausgestattet. Auch im Werkzeug muss sich ein Bluetooth-Modul befinden, damit es den Sauger automatisch starten kann. Bisher gibt es aber erst drei Makita-Werkzeuge (Akku-Bohrhammer, -Handkreissäge und -Winkelschleifer), die serienmäßig mit einem solchen Bluetooth-Modul ausgestattet sind. Weitere elf Maschinen von Makita lassen sich nachträglich mit einem Bluetooth-Adapter für 55 Euro nachrüsten. Sie sind am Buchstaben U in der Typenbezeichnung erkennbar.

Bluetooth-Adapter für die Saugersteckdose

Ein weiterer Bluetooth-Adapter von Makita soll auch die kabellose Steuerung herkömmlicher Sauger (auch Fremdfabrikate) mit Automatiksteckdose ermöglichen. Dazu wird der Adapter mit der Automatiksteckdose verbunden und schaltet beim Empfang eines Bluetooth-Signals von einem Makita-Werkzeug den Sauger automatisch ein. Bedenkenswert bei diesem System: Es funktioniert nur mit entsprechend ausgestatteten Makita-Geräten.

Bluetooth-Modul im Akku integriert

Einen etwas anderen Weg geht Festool mit seiner Bluetooth-Steuerung. Hier befindet sich der Bluetooth-Sender nicht in der Maschine, sondern im Akkupack. Entsprechend funktioniert diese Lösung mit allen Maschinen, die sich mit einem 18-V-Bluetooth-Akkupack von Festool ausstatten lassen. Alternativ kann der Sauger auch mit einer Fernbedienung am Saugschlauch gekoppelt werden. Da Festool bisher allerdings nur netzbetriebene Sauger anbietet, gibts in unserer tabellarischen Übersicht keinen Festool-Akkusauger.

Der dritte Hersteller, der bereits eine drahtlose Steuerung des Saugers bietet, ist Dewalt. Der DCV586MK kann mit einer Funkfernbedienung gesteuert werden. Besonderheit: Es gibt auch ein Fernsteuerungsmodul, das sich in einem Arbeitshandschuh befindet. So ist der Schalter für den Sauger immer am Mann und kann leicht betätigt werden – sofern er das zusätzliche Einschalten des Saugers nicht vergisst.

Automatiksteckdose nur bei Netzbetrieb

Bosch, Metabo und Milwaukee verzichten bei ihren Saugern komplett auf eine Einschaltautomatik.

Nur Hilti bietet bei seinem Hybridsauger eine Automatiksteckdose, die allerdings auch nur funktioniert, wenn das Gerät mit Netzstrom betrieben wird. Im Akkubetrieb muss auch dieser Sauger manuell geschaltet werden.

Leichte Begleiter für unterwegs

Ein Vorteil der Akkusauger ist, dass sie relativ leicht sind. Die meisten Geräte können gut auf die Baustelle getragen werden. So kommen die Akkusauger bei kleineren Einsätzen wohl eher zum Einsatz als schwere Sauger für den Netzbetrieb. Durch die kleinen Staubbehälter sind viele der Geräte sowieso nur für kleinere Arbeiten geeignet. Da Holzstaub leicht entzündlich ist, sollten Sie auf eine Antistatikausstattung achten. Vorteilhaft ist auch eine Aufnahme für das wichtigste Zubehör am Gerät.

Mit Systemgedanken oder lieber als Einzel-Set?

Die meisten Akkusauger werden ohne Akkus und Ladegerät angeboten. Manche Geräte gibt es auch im Set mit Ladegerät und ein oder zwei Akkupacks. Hier ist die Entscheidung individuell: Wer bereits über mehrere Akkus des entsprechenden Systems verfügt, kann sicher Anschaffungskosten sparen. Infos dazu finden Sie in unserer Marktübersicht „Systemgedanken“ auf BM-Online.


Staubklassen auf einen Blick

Profi-Staubsauger und -Entstauber sind in drei Staubklassen eingeteilt:

Staubklasse L betrifft Staub, der eine leichte Gefahr darstellt bis zu Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) 1 mg/m³. Der maximale Durchlassgrad des Filters ist 1 %.

Staubklasse M ist die Standardanforderung beim dauerhaften Arbeiten mit Holz und betrifft Staub, der eine mittlere Gefahr darstellt bis zu AGW 0,1 mg/m³. Der maximale Durchlassgrad beträgt 0,1 %. Geprüft wird nicht nur der Filter, sondern das ganze System.

Staubklasse H betrifft Staub, der als eine hohe Gefahr für Anwender gilt. Der max. Durchlassgrad darf nur noch 0,005 % betragen. Auch hier wird das gesamte Absaugsystem geprüft. Für besonders gefährliche Stäube, wie Asbestfasern, gibt es Zusatzanforderungen zur Staubklasse H.

Entstauber der Klassen M und H haben zudem eine Warneinrichtung, die anzeigt, wenn der Mindestvolumenstrom unterschritten wird – i. d. R. ist diese kombiniert mit einer automatischen Filterabreinigung.


Tabellarische Marktübersicht zum Download

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Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.

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