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Nützlinge mit fünf Kubik

BM-Marktübersicht: Transporter Kastenwagen 2,8 t zGG
Nützlinge mit fünf Kubik

5 m3 Frachtraum, 1 t Nutzlast – ein Kompakt-Transporter empfiehlt sich dann, wenn in beengter Citylage Parkräume knapp sind. Im Sommer 2016 gibt es elf Modelle, teils in neuer Zusammenarbeit zwischen diversen Marken, teils schon mit verbesserter Abgastechnik (Euro 6). THOMAS DIETRICH

Wer professionell ausgestattet zur Baustelle oder zum Kunden fährt, dem reicht ein kleiner Lieferwagen häufig nicht. Einfacher und komfortabler wird es für Schreiner oder Tischler, wenn sie ihren Arbeitsalltag mit der nächstgrößeren Klasse – den kompakten Transportern – bestreiten.

Die wendigen Kastenwagen halten unterm Flachdach mindestens 5 m3 Laderaum bereit. Eine Nutzlast von etlichen Hundert Kilogramm ist bei den meisten Modellen drin. Manche Konfiguration stemmt Belastungen von deutlich über einer Tonne. Dabei ist die Bandbreite unter den Kompakten groß: Das Angebot von Talento, Trafic, Transit, T6 und Co. startet bei einem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) von etwa 2,7 t und kann durch Auflastungen deutlich über 3 t erreichen – was eigentlich schon dem Aufgabenbereich der klassischen Dreifünfer wie Ducato, Master und Sprinter zugeordnet wird.
Zweiachter im Vorteil
Die 2,8-Tonnen-Klasse wartet mit Trümpfen auf. So macht das Normaldach mit einer Fahrzeughöhe von unter 2 m das Anfahren beengter Citylagen gut möglich. Parkhäuser oder markierte Stellplätze lassen sich problemlos nutzen. Bonuspunkte sammeln die kompakten Transporter auch mit ihrem durchweg guten Fahrkomfort.
Eine Probefahrt mit einem Opel Vivaro, Hyundai H-1, Mercedes Vito oder VW-Transporter T6 zeigt allemal Pkw-Qualitäten. Ausstattung, Verarbeitungsgüte, Wendigkeit der Karosse und auch die mögliche Spurtstärke der zur Verfügung stehenden Motoren (inzwischen mit Spritspartechnik kombiniert) lassen kaum Wünsche offen. Falls doch, kann man diese in der Regel über die Liste der Zusatzausstattungen realisieren. Zusätzlich ordern lassen sich beispielsweise einige Assistenzsysteme, um der passiven Sicherheit oder Bequemlichkeit entgegenzukommen.
Ladevolumen variabel
Auch das Ladevolumen lässt sich „upgraden“: Mit einem Frachtraum von rund 5 m3 geht die Kurzversion des Kompakt-Transporters auf Tour. Die Langversion rollt mit 6 m3 unterm Flachdach vor. Bieten die Hersteller eine Hochdach-Variante an, steht sogar ein Ladevolumen von 7 oder 8 m3 zur Verfügung. Mehr geht aber auch. Modelle der typischen 3,5-Tonner gibt es – äußerlich oft nur am Schriftzug erkennbar – in einer abgelasteten Variante mit z. B. 2,8 t zGG (s. Kasten auf S. 49). Mit dem üppigeren Platzangebot vor und hinter der Trennwand gerät das größere Modell allerdings bei Höhenbegrenzungen oder Parknischen schnell an Grenzen.
Marken arbeiten zusammen
Einzelne Hersteller agieren kaum noch allein, sondern forschen, entwickeln und fertigen Transporter im Verbund. Wenn sich zumindest in einzelnen Bereichen die beträchtlichen Investitionen mit Mitbewerbern teilen lassen, bringt dies erhebliche Vorteile. Auch der Materialeinkauf profitiert deutlich, wenn sich Komponenten vereinheitlichen und Stückzahlen vergrößern lassen.
So besteht beispielsweise seit Jahren eine Allianz zwischen Opel und Renault-Nissan. Während die Variantenvielfalt bei Vivaro und Trafic ähnlich umfangreich ist, ist es beim später hinzugekommenen Primastar als Dritter im Bunde bislang bei der alten Karosserie geblieben. Das wird sich im Herbst 2016 ändern, wenn der zeitgemäße Nachfolger als NV300 enthüllt wird. Vorher erweitert sich dieser bisherige Dreierbund aber noch: Als Vierter stößt Fiat zu dieser Allianz und präsentiert seinen neuen Kompakt-Transporter „Talento“ mit einer für die Marke typischen Front. Unter dem vertrauten Begriff „Scudo“ halten die Italiener nur noch Ersatzteile bereit. Die bisherigen Kooperationspartner bleiben dagegen weiter zusammen und präsentieren Citroën Jumpy, Peugeot Expert sowie Toyota Proace in diesem Sommer ebenfalls in einer neuen Modellgeneration mit drei Fahrzeuglängen. Darüber hinaus gibt es Hersteller, die eigenständige Entwicklungen bieten. Dazu zählen Mercedes Vito, Ford Transit Custom, Hyundai H-1 sowie Volkswagen mit dem Transporter T6.
Bewegung im Markt
Unter den elf angebotenen kompakten Transportern gibt es keine hektischen Modellwechsel. Laufzeiten von meist mehreren Jahren sind keine Seltenheit.
Bewegung ist jetzt vor allem deshalb in den Markt gekommen, weil die Abgasnorm Euro 6 ab diesem Herbst bei den Kompakten verbindlich wird. Modifizierungen in der Abgastechnik haben einige Hersteller zum Anlass genommen, auch noch Karosserie, Interieur und Assistenzsysteme auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.
Ein neues Modelljahr beginnt traditionell nach den Werksferien im Sommer, doch wird sich mancher Modellwechsel in den kommenden Monaten bei vielen Händlern schleichend vollziehen, weil Altbestände aufzulösen sind. Auch wer jetzt aus der neuesten Modellpalette ein Fahrzeug bestellt, bekommt nicht selbstverständlich eine Euro 6-Version. So mag manches vermeintliche Schnäppchen auch genau in diesem feinen Unterschied begründet sein.
Alternative Antriebe: Wohin geht die Reise?
Im Frühjahr 2016 ist die Diskussion um eine zukünftige blaue Umweltplakette zwar schnell wieder in der Versenkung verschwunden – die Brüsseler Erwartungen hin zu weiteren Verschärfungen bei den Abgaswerten sind jedoch eindeutig. Wer sich als Käufer eines Neufahrzeugs daher mit einem Euro 5-Diesel zufriedengibt, setzt auf alte Technik und handelt nicht gerade weitsichtig.
Kann ein Elektroantrieb den erhofften Ausweg aus der Emissionsfalle bieten? Beim Kompakt-Transporter sicher nicht auf absehbare Zeit. Weder Strom noch Erdgas: Momentan bietet in dieser Klasse keine Marke serienmäßig einen solchen besonders emissionsarmen Antrieb. Und wenn es eine Alternative gäbe, müsste sie sich in einem Markt behaupten, den der Diesel in puncto Gebrauchstauglichkeit und Unterhaltskosten beherrscht. Offenbar wird sich die Effizienz der Selbstzünder auch noch weiter steigern lassen.

Infos und Praxis-Tipps

Abgelastet: Weitere Varianten erhältlich
Nachstehend aufgeführte Transporter sind durch abgelastete Varianten auch als 2,8- oder 3,0-t-Modell erhältlich und sollen deshalb erwähnt werden. Der Schwerpunkt bei den Zulassungen dieser Transporter liegt jedoch in der 3,5-Tonnen-Klasse oder darüber hinaus:
  • Citroën Jumper
  • Fiat Ducato
  • Ford Transit
  • Iveco Daily
  • Mercedes Sprinter
  • Nissan NV400
  • Opel Movano
  • Peugeot Boxer
  • Renault Master
Kriterien für die Kaufentscheidung
  • Bei einem Kompakt-Transporter mit Flachdach beträgt die Höhe des Laderaumes etwa 1400 mm. Wer höher hinaus will, trifft in dieser Klasse inzwischen auf ein reduziertes Angebot an Dachvarianten.
  • Als Standard gibt es im Frachtraum oft nur eine halbhohe Verkleidung aus dünnen Kunststoffplatten. Der Boden kann völlig ungeschützt sein. Das ist nicht alltagstauglich. Deshalb sollten Sonderausstattungen ab Werk oder die Nachrüstung beim Fahrzeugausbauer für die nötige Verkleidung plus Verzurrmöglichkeiten im oberen Bereich sorgen.
  • Ist der Kastenwagen nicht voll verblecht, sondern sind Trennwand und rechte Schiebetür verglast, hat der Fahrer eine bessere Sicht nach rechts hinten – z. B. bei vorfahrtberechtigten Straßen.
  • Partielle Öffnungen für die Trennwand sind bei einigen Herstellern im Angebot. Mit dieser Option lässt sich Langgut komfortabel deponieren und sicher auf die Baustelle transportieren.
  • Nicht nur für die Baustelle wichtig: Eine Heckkamera oder zumindest Abstandswarner für den Heckbereich erleichtern das unfallfreie Rangieren ungemein.
  • Wenn noch nicht geschehen, vollziehen die Hersteller in den kommenden Monaten bei den 2,8-Tonnern den Wechsel hin zu Euro 6-Motoren – daher gut zu wissen: vermeintliche Schnäppchen beim Fahrzeugbestand mit veralteter Abgastechnik können die Folge sein.

 


 

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