BM-Marktübersicht: Vorbaurollläden. Schutz vor Sonne, Kälte und bösen Buben - BM online

BM-Marktübersicht: Vorbaurollläden

Schutz vor Sonne, Kälte und bösen Buben

Rollläden erfreuen sich wachsender Beliebtheit beim Verbraucher, und damit auch die nachrüstbare Variante, der Vorbaurollladen. Dieser entpuppt sich als echtes Multitalent, das viele Funktionen erfüllen kann.

Camillo Kluge

Grundsätzlich ist bei der Montage von Vorbaurollläden auf einen geeigneten, tragfähigen Untergrund zu achten. Dabei kann dies das Mauerwerk als auch das Fenster selbst sein. Vorbaurollläden können auf Holz, PVC und Aluminium verbaut werden. „Eine fachmännische Montage ist immer erforderlich und sollte nach Herstellervorgaben durchgeführt werden. Zudem muss je nach Werkstoff ein geeignetes und zertifiziertes Befestigungsmaterial verwendet werden, um eine dauerhafte Verbindung zum Baukörper zu gewährleisten“, so Andreas Buschner von Reflexa.

Gesicht und Charakter eines Gebäudes

Der Kunde hat die Wahl, ob er den Vorbaurollladen als Sichtkasten und gestalterisches Fassadenelement einsetzen möchte, oder bei einer geradlinigen Architektur auf einen Unterputzkasten setzt und somit den Eindruck der Fassade nicht unterbricht. Dem bewussten Einsatz in der Fassade dient auch die umfangreiche Farbauswahl, bei einigen Herstellern kann aus deutlich mehr als 20 verschiedenen Farben gewählt werden. Die meisten Hersteller bieten auch unterschiedliche Kastenformen an. 90 ° eckig, 20 ° oder 45 ° vorn abgeschrägt, halbrunder oder auch ein viertelrunder Kasten sind da die vorrangigen Formen. Die verschiedenen Rollladenkasten-Geometrien dienen dazu, den Tageslichteinfall zu optimieren.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist auch, dass durch den nachträglichen Anbau eines Rollladens der Tageslichteinfall gemindert wird, was kein Bauherr wirklich haben will, daher sollten sie mit möglichst kleinen Kästen geliefert werden. Das führe aber dazu, dass der Rollladenbehang möglichst dünn sein und eng gewickelt werden muss. Hierzu gesellt sich der Insektenschutz, der im Prinzip schon zur Standardausstattung gehört und auch in den Rollladenkästen integriert wird.
Vorbaurollladenkästen eignen sich auch, um einer frisch gestrichenen Fassade zusätzlich durch Farbe und Kastenform einen eigenen Charakter zu geben. Somit kann der Vorbaurollladen nicht nur in der Nachrüstung, sondern auch unter Umständen bewusst bei einem Neubau eingesetzt werden, um einem Gebäude ein eigenes Gesicht zu verleihen.

Steifheit und Festigkeit

Beim Panzermaterial scheint Aluminium weit vorne zu liegen, da es eine höhere Steifheit und Festigkeit hat und vielfältig nutzbar, individuell anpassbar und langlebig ist. Aber auch mit Schaum gefüllte Profile aus Kunststoff kommen zum Einsatz. Zudem ist der Wunsch nach einbruchhemmenden Rollläden in den letzten Jahren gestiegen und da dürfen nach der Richtlinie TR111 E-DIN 18073 keine Rollläden mit PVC-Behängen eingebaut werden.

Fast nur noch elektrisch

Generell können Vorbaurollläden mit Gurtzug, Kurbelgetriebe oder Elektromotor als Bedienung ausgestattet werden. Bei dem Einsatz eines Motors ist dann eine Steuerung über einfache Schalter oder gar per Funk und somit eine Einbindung in Smart-Home-Systeme möglich. Was sowohl den Gurtzug als auch die Kurbel neben den Komfortaspekten ins Abseits gestellt hat, ist die Wärmebrücke. Hierfür werden Durchbrüche für die Bedienorgane notwendig. Falls ein Kunde die Bedienung mit einem Gurt noch wünscht, bieten die Hersteller aber auch dafür Lösungen. So erfolgt seitens Alukon die Gurtdurchführung durch Fenster oder Mauerwerk mit speziellen Abdichtungen. Bei Heroal werden Gurtleitrollen als Lochabdeckung mit Bürstenabdichtung angeboten, um mögliche Zuglufterscheinungen auf ein Minimum zu reduzieren. Aber da die energetischen Anforderungen an Neubauten stetig steigen, werden fast nur noch elektrische Antriebe verbaut. Ansonsten sind Wärmebrücken nicht sehr relevant. Die Hersteller bieten aber auch die Möglichkeiten einer Dämmung an, die bspw. zum Einsatz kommt, wenn der Vorbaurollladen in ein Wärmedämmverbundsystem integriert wird. Hinter dem Kasten zum Mauerwerk bzw. zwischen Führungsschienen und Blendrahmen kann eine zusätzliche Dämmung angebracht werden.

Der Rollladen selbst unterstützt auch die Dämmung. In kalten Nächten wird der Energieverlust durch das Luftpolster zwischen Fenster und Rollladenpanzer deutlich reduziert. Im Sommer sorgen automatisch gesteuerte Rollläden dafür, dass die Klimaanlage gar nicht erst in Betrieb genommen werden muss.

Nachrüstung mit Solarantrieb

Besonders elegant ist auch die Nachrüstung eines Vorbaurollladens mit Solarantrieb, den einige Hersteller anbieten. Bei Warema zum Beispiel erfolgt dann der Antrieb über einen 12-Volt-Motor, der mit einem Handsender bedient wird. Die Sonnenenergie wird über das Solarpanel eingespeist und im Akku gespeichert, der gemeinsam mit der Steuerung im Kasten untergebracht ist.

Rollläden sorgen für Sicherheit

„Ein wichtiger Faktor bei der Wahl eines Rollladens ist die Einbruchhemmung. Hier werden auch Mindestanforderungen an den Panzer und jegliches zum System gehörendes Zubehör gestellt, wie z. B. automatische Hochschiebesicherung, verstärkte Führungsschienen und Endstäbe oder auch erschwerte Zugänge zum Rollladenkasten. Diese Mindestanforderungen sind gewährleistet, wenn ein Rollladensystem offiziell geprüft und mit der Widerstandsklasse RC2 oder höher ausgezeichnet wurde“, betont Heydebreck.

Reflexa erklärt, dass die verstärkten Führungsschienen ein Aufhebeln enorm erschweren. Das Panzermaterial besitzt eine dickere Wandung und zusätzlich einen speziell ausgehärteten Schaum, der ein Durchstoßen eindämmt. Mit der verstärkten Endleiste wird das Herausziehen des Panzers aus den Führungsschienen so erschwert, dass der Einbrecher in der Regel nach dem ersten Versuch aufgibt.

Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte darauf geachtet werden, dass die Produkte tatsächlich auch RC2 oder RC3 geprüft sind. Irreführend ist der Begriff „nach RC2“, denn das ist keine gültige Zertifizierung. So bietet Alukon einbruchhemmende Rollläden, die „nach DIN 13659 in der höchsten Klasse 2“ geprüft wurden. Warema bietet ebenfalls an, die Vorbaurollläden ab Werk mit einem Sicherheitspaket auszurüsten.

Hersteller Aluprof weist stolz darauf hin, der erste polnische Systemlieferant zu sein, der in seinem Angebot über ein einbruchhemmendes System der Klasse RC3 verfügt. Das westfälische Unternehmen Heroal erreicht in Kombination mit den Fenstersystemen Heroal W72 oder W77 bei den Prüfungen des ift Rosenheim sogar eine Einbruchhemmung der Widerstandsklasse RC4.

Zertifizierung für Förderung nötig

Solche Klassifizierungen in der RC2-Klasse oder besser sind zwingend erforderlich, wenn der Bauherr Fördermittel erhalten möchte. „Versicherungen und auch die KfW als offizieller Förderer verlangen bei einbruchhemmenden Rollladensystemen mindestens RC2“, weiß Bernd Heydebreck.


Der Autor

Camillo F. Kluge hat sich in den vergangenen Jahren als Fachredakteur bei verschiedenen Fachmagazinen in der Branche etabliert. Seit 2018 bietet er seine Fähigkeiten als Journalist auch freiberuflich an.

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