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Brandschutz neu gedacht

MB Fensterbau und Tischlerei Mike Beelitz stellt neues Brandschutzfenster vor
Brandschutz neu gedacht

Die Firma MB Fensterbau und Tischlerei Mike Beelitz hat im August 2020 ein neues Brandschutzfenster zum Öffnen in den Brandschutzklassen EI 30, EI 60 und EI 90 auf den Markt gebracht, unter anderem auch in der Holzart Kiefer. Somit liefert MB das schmalste europäisch geprüfte Brandschutzfenster mit CE-Kennzeichnung. Damit bietet die Firma Planungssicherheit für Tischler, Fensterbauer und Architekten.

BM-Redakteur Stefan Kirchner

Um Planungssicherheit für Brandschutzfenster und -türen zu sichern, hat Mike Beelitz, Inhaber des Unternehmens MB Fensterbau und Tischlerei, einen Lizenzvertrag mit der TSH System GmbH aus München geschlossen, um die Produktion von feuerhemmenden Fenstern mit Drehflügel zu ermöglichen. Wie so oft sind mit den neuen Möglichkeiten auch die Anforderungen der Planer und Architekten gestiegen und auch feuerbeständige (EI 90) Fenster mit Drehflügel wurden immer öfter ausgeschrieben. Mike Beelitz hat der TSH daher seine Unterstützung und sein Know-how bei der Weiterentwicklung des Systems angeboten. Im Fokus standen vor allem vereinfachte Montagemöglichkeiten, Gestaltungsfreiheit im Bereich Oberfläche und Holzart, große Glasflächen für mehr Lichteinfall sowie schlanke Fensterprofile für den Denkmalschutz. Bei der vereinfachten Montage kann z. B. eine größere Montagefuge von 25 mm ermöglicht werden, die entweder mit Steinwolle oder B2-Schaum abgedichtet wird.

Der Aufstieg zum Spezialisten

Die Firma MB Fensterbau und Tischlerei Mike Beelitz fertigt die Spezialfenster ausschließlich für Tischler, Schreiner und Fensterbaukollegen. 2020 hat sich der Fensterbaubetrieb entschlossen, auch Mitglied im Verband Fenster + Fassade (VFF) zu werden. „Bis jetzt habe ich nur von der Mitgliedschaft profitiert. Neben dem umfangreichen Serviceangebot des VFF habe ich einige neue Kunden durch den Verband dazugewonnen“, erklärt Mike Beelitz. Die kleine Tischlerei spielt sogar auf dem europäischen Markt mit und liefert Brandschutzelemente in diverse Nachbarländer. Die recht junge Tischlerei besteht seit 2013. Heute arbeiten 20 Mitarbeiter, davon zwei Auszubildende, in dem Fensterbaubetrieb. „Die Auftragslage hat sich auch bei uns verschärft, das heißt, wenn wir früher vier Wochen Lieferzeit hatten, können wir die Fenster heute erst nach gut zehn bis zwölf Wochen den Kunden zukommen lassen, so hoch ist die Nachfrage“, so der Experte für vorbeugenden Brandschutz. „Und um unsere Kunden so stark wie möglich zu unterstützen, haben wir eine mehrseitige Montageanleitung mit zahlreichen Piktogrammen für die Montage der Fenster und Türen entwickelt.“

Die Fertigung erfolgt größtenteils papierlos, denn alle Mitarbeiter wurden mit Tablets ausgestattet, wo jeder auf eine Dropbox zugreifen kann, in der z. B. sämtliche TSH-Handbücher hinterlegt sind. Zudem hat Beelitz den Software-Anbieter gewechselt und ist seit Juni 2021 auf das System von Prologic umgestiegen.

Neben den speziellen Brandschutzfenstern werden auch RC3-Elemente und F30-Eingangstüren (EI 30) hergestellt. Selbstverständlich werden auch Holz-Alu-Fenster angeboten, hier beträgt die Fertigungsquote ca. 30 % – Tendenz steigend. Hierfür verwendet Beelitz die Aluminium-Schalen von Stemeseder. Eine weitere Spezialität von Beelitz sind, dank des TSH-Systems, auch Innentüren in Übergrößen von über 3000 mm.

Kiefer ist beständiger als Eiche

Bei einer Brandprüfung der Fenster stellte sich zufällig an der Kopplung eines Kiefernrahmens an einen Eichenrahmen heraus, dass die Abbrandrate von Kiefernholz im Gegensatz zur weitläufigen Meinung geringer ist als die Abbrandrate vom bisher oft verwendeten Eichenholz. „Der Grund hierfür liegt vermutlich in der dickeren verkohlten Schicht“, erklärt Mike Beelitz. Das weckte den Ehrgeiz der Produktentwickler. Die neue Zielsetzung lautete, das geplante EI290-S200-C2-Brandschutzfenster auch in der Holzart Kiefer anbieten zu können. Im Oktober 2019 gelang der Durchbruch. Die erneuten Brandprüfungen bei der MFPA Leipzig, der DMT Lathen und dem ift Rosenheim sicherten den Erfolg. Nach diesen zahlreichen Brandprüfungen in diversen Prüfeinrichtungen Deutschlands steht die Grundlage für eine erweiterte und eine neue Systemlösung der TSH System GmbH. „Unser filigranes MB-Brandschutzfenster ist eines mit der schmalsten Ansichtbreite am Markt. Ein weiteres Highlight sind die geprüften Glasverklebungen, die bis zur Einbruchsklasse RC3 zur Verfügung stehen“, freut sich Mike Beelitz.

Holz, modifizierte Beschläge und mehr

Für die Brandschutzfenster verwendet MB heute also zu 80 % Sonderkanteln aus Kiefer. Aber auch sibirische Lärche, Eiche und Sipo werden nach Kundenwunsch für die Brandschutzfenster verarbeitet. Durch den begrenzten Rohstoffmarkt muss aber das Familienunternehmen derzeit auf die sibirische Lärche zum größten Teil verzichten. Deshalb schwört Beelitz auf die heimische Kiefer. Die Brandschutzelemente können optisch den normalen Fenstersystemen durch Lasur, Öl und deckende Farben angepasst werden.

Die Brandschutzfenster werden mit Maco-oder Siegenia-Beschlägen ausgestattet. Eine Besonderheit bei den Maco-Beschlägen ist, dass die Tischlerei den Verschluss-Mechanismus selbst noch modifiziert. Bei den F90-Fenstern setzt MB auf das VX-Band von Simonswerk. Damit können Flügelgewichte von 240 kg realisiert werden. Ab einer Bauelementenhöhe von 1765 mm muss laut TSH-Vorgaben ein drittes Band eingesetzt werden. Für F30-Fenster werden hauptsächlich die Baka-Bänder von Simonswerk eingesetzt.

„Bei Vortests in der MFPA Leipzig für zweiflügelige Stulp-Brandschutzfenster in der Brandschutzklasse EI 90 mit Einbruchhemmung wurden Brandschutzgläser mit Glasverklebungen der Widerstandsklasse RC3 geprüft, um die Ausführung unserer Brandschutzelemente in RC3 nach DIN EN 1627:2011-RC3 sicher nachweisen zu können“, so Beelitz.

„Bei einem dreifachverglasten (bis zu 80-mm-Glaspaket-)Fenster können wir Uw-Werte von 0,5 W/m2K erreichen. Bei zweifachverglasten Elementen erreichen wir 1,1 W/m2K“, erklärt Lisa-Marie Beelitz, die Tochter des Firmengründers, die nach ihrer Bankkauffrau-Ausbildung derzeit eine zusätzliche Tischlerlehre im Betrieb absolviert.

Brandschutzfenster zum Öffnen

Ein offenstehendes Brandschutzfenster ohne selbstschließende Eigenschaft würde im Brandfall seine Funktion nicht erfüllen. Häufig wurden in der Vergangenheit Brandschutzfenster deshalb als Festverglasung ausgeführt. Brandschutzfenster zum Öffnen sind genehmigungsfähig, wenn sichergestellt ist, dass sie dann geschlossen sind, wenn es darauf ankommt. Dabei gibt es drei geprüfte Varianten:

  • Die Lüftungsflügel mit selbstschließender Eigenschaft sind mit einem Schließer ausgestattet, aber ohne Feststellung- oder Freiluftfunktion. Während des Lüftungsvorgangs wird das Fenster offengehalten. Der Lüftungsflügel ermöglicht es, auch in Brandschutzbereichen mit höchsten Anforderungen öffenbare Fenster zu verwenden und dabei weiterhin alle brandschutztechnischen Anforderungen zu erfüllen. Individuelles Lüften ist so durch einfaches Öffnen des Flügels möglich.
  • Sogenannte Reinigungsflügel dürfen zwar geöffnet werden, aber nicht offenstehen. Der Reversionsflügel darf nur zu Reinigungszwecken geöffnet werden. Das Brandschutzfenster mit Reinigungsflügel darf daher nur von geschultem Personal geöffnet werden. Eine abschließbare Olive stellt sicher, dass der Reinigungsflügel im Brandfall geschlossen ist.
  • Öffnungs- oder Lüftungsflügel mit Feststellung können im geöffneten Zustand festgestellt werden, wenn sie über einen sensorgesteuerten Selbstschließmechanismus verfügen. Wenn der Rauchmelder den Ernstfall signalisiert, muss der Freilaufschließer das Fenster zuziehen. Diese Variante mit Feststellung ist nur in Deutschland separat zulassungspflichtig. Diese Technik darf nur von zertifizierten Betrieben eingebaut werden und muss regelmäßig überprüft werden. Unter Umständen ist auch ein kippbares Brandschutzfenster realisierbar.

Sollte keine Lüftungsfunktion des Brandschutzfensters benötigt werden, ist auch die Realisierung einer Festverglasung möglich.

Die Weichen sind gestellt

Die Firma MB Fensterbau und Tischlerei Mike Beelitz wird mittelfristig in zwei Firmierungen aufgeteilt, um sich zu den einzelnen Produktkategorien besser differenzieren zu können. Geplant ist auch, dass Tochter Lisa-Marie Beelitz, die schon sehr aktiv in der Tischlerei mitarbeitet, die Firma in rund neun Jahren übernehmen soll. Aktuell wurde der Fensterhersteller auch für den Zukunftspreis des Landes Brandenburg nominiert.

MB Fensterbau & Tischlerei

14822 Planebruch

www.tischlereibeelitz.de

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