Simonswerk_Mitarbeiter:_Portrait_Wolfgang_Landwehr
Wolfgang Landwehr ist Leiter der Anwendungstechnik bei Simonswerk und Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen Normungsgremien.
Foto: Simonswerk
BM fragte bei Simonswerk nach den neuesten Bandtrends

„Die Holzhaustür ist wieder im Umbruch“

Welche Anforderungen stellen Tischler/Schreiner heute an moderne Haustürbandtechnik?

Landwehr: Türbänder müssen die nötige Stabilität aufweisen und wartungsfrei sein. Natürlich dürfen dabei die optischen Aspekte nicht vernachlässigt werden. Es sind aber auch unterstützende bzw. sekundäre Aspekte von Bedeutung. So ist z. B. die Unterstützung bei der Verarbeitung in Form von Lehrentechnik, Fräsbildern oder die Datenbereitstellung für Fensterbausoftware wichtig für die Verarbeiter. Im Aftersales-Bereich, zum Teil auch schon bei der Montage, ist dann eine komfortable Einstellmöglichkeit wesentlich. Diesen Prozess unterstützen wir durch online abrufbare Montageanleitungen, Produktanimationen oder Schulungen vor Ort.

Welches sind die häufigsten Probleme, mit denen Sie von Verarbeitern konfrontiert werden?

Landwehr: Die Holzhaustür ist konstruktiv wieder in einem Umbruch, wie wir ihn zuletzt vor rund 20 Jahren hatten. Falzgeometrien und Dichtungssysteme werden wieder vielfältiger, die Türgewichte nehmen zu und der Einsatz von Komfortelementen steigt. Hierbei ist es von hoher Bedeutung, die passende Bandtechnik für die jeweilige Konstruktion zu wählen.

Haustürbänder gibt es in verschiedensten Ausführungen. Ist da überhaupt noch Spiel nach oben oder ist die Grenze der Machbarkeit schon ausgereizt?

Landwehr: Simonswerk bietet heute ein umfassendes Angebot von Bandtechnik für die neuen, modernen Falzgeometrien. Vor Kurzem haben wir die Serie Tectus noch um die verdeckt liegende Modellvariante TE 680 3D FD für die überfälzte Holzhaustür ergänzt. Wir gehen nicht davon aus, dass die Entwicklung an dieser Stelle zu Ende ist. Die mechanischen Anforderungen, beeinflusst durch Größe, Gewicht und weitere Einflussfaktoren rund um die Tür, werden die weiteren Entwicklungsschritte in der Haustürbandtechnik bestimmen.

Welche Perspektiven und Möglichkeiten sehen Sie in der zukünftigen Bandtechnik?

Landwehr: Die mechanischen Beanspruchungen werden uns auch zukünftig vor Herausforderungen stellen. Die Barrierefreiheit verbunden mit dem fortschreitenden demografischen Wandel und die steigenden Ansprüche an Komfort und Sicherheit sind wesentliche Zukunftsfaktoren, sie werden die Automatisierung der Haustüren vorantreiben. Für die Bandtechnik bedeutet dies, sich auf noch stabilere Befestigungssysteme einzustellen, um den hohen Beanspruchungen gerecht zu werden. Auch die Elektrifizierung und die Datenübertragung werden eine entscheidende Rolle spielen. Da das Band die einzige feste Verbindung zwischen Tür und Zarge ist, bietet es die perfekte Lösung als Übertragungsweg ohne eine sichtbare Kabeltechnik.

Die Fragen stellte BM-Redakteur Stefan Kirchner.