Rehau bietet smarte Lösungen für Fenstersysteme

Fensterfunktionen neu definiert

Ein Einbrecher will sich am Rahmen zu schaffen machen? Das Fenster schlägt automatisch Alarm, bevor ein Schaden entsteht. Die Luftfeuchtigkeit im Bad ist zu hoch? Das Fenster entscheidet selbst, wann es lüftet, um das Raumklima zu verbessern. Rehau Fenstersysteme treffen solch smarte Entscheidungen ab Herbst 2018 selbst.

Mit dem Einbruchpräventionssystem Smart Guard und der neuen Variante des Lüftungsfensters Geneo Smart Inovent bietet Rehau zwei Lösungen, um Fenster zu vernetzen und ihre Funktionalitäten zu erweitern. Zugleich wird im Unternehmen weitergedacht: die Fensterscheibe als Touchscreen und ein automatischer Sicht- und Sonnenschutz.

Smarter Einbruchschutz

Das Einbruchpräventionssystem Smart Guard schreckt Einbrecher in mehreren Eskalationsstufen bereits vor einem potenziellen mechanischen Eingriff ab. Ein integrierter Bewegungsmelder überwacht den Bereich direkt vor dem Fenster. Wird ein Eindringling erkannt, startet die erste Eskalationsstufe: Die LED-Leuchte im Smart Guard Modul signalisiert dem Einbrecher mit einem hellen Blinklicht, dass er entdeckt wurde. Lässt er sich dadurch nicht von seinem Vorhaben abbringen, folgt die zweite Eskalationsstufe: Über den Lautsprecher im Smart Guard Modul ertönt ein akustisches Warnsignal. Werden weiterhin Bewegungen erfasst, wird der Alarmton schneller. Durch einen Erschütterungssensor wird bereits das Ansetzen eines Werkzeugs oder das Öffnen des Fensters registriert und löst die dritte Eskalationsstufe, den Hauptalarm, aus. Smart Guard meldet den Einbruchsversuch an die Smart-Home-Zentrale und startet das vorab durch den Nutzer definierte Alarmprogramm, wie bspw. das Herunterfahren der Jalousien oder das Absetzen eines Notrufs. Ermöglicht wird das durch die Anbindung an eine Smart-Home-Box von Mediola und die Bedienung per App.

Das Smart-Guard-Modul wird optisch unauffällig im oberen Rahmen eingebaut und funktioniert funk- und batteriebetrieben. Eine Nachrüstung der Systeme Geneo und Synego ist laut Hersteller problemlos möglich. Erhältlich wird das System ab Oktober 2018 sein.

Fenster lüften selbstständig

Dank vernetzter Sensoren merkt das Lüftungssystem Geneo Smart Inovent nun eigenständig, wenn die Raumfeuchtigkeit zu hoch oder der Sauerstoffgehalt zu niedrig sind. An welchen individuellen Vorgaben sich das Lüftungsfenster ausrichtet, wird zentral über App gesteuert. In der Folge regelt Geneo Smart Inovent Intensität als auch Dauer der Lüftungsphasen völlig autonom. Die smarten Applikationen für eine intelligente Gebäudehülle haben dabei keine Auswirkungen auf die Fassadengestaltung, da Lüftungssystem, Wärmetauscher und Sensoren komplett in den Fensterrahmen integriert sind. Durch den Einbau von Smart Inovent lässt sich eine intelligente Belüftung auch leicht nachrüsten.

Fensterprofil und -scheibe als Touchscreens

Weitere zukünftige, smarte Anwendung ist bspw. ein digitaler Sicht- und Sonnenschutz, der anhand des Lichteinfalls und gemäß individueller Anforderungen entscheidet, ob und wann eine Fensterscheibe transparent oder opak wird. Auf diese Weise schützt man sich vor greller Sonneneinstrahlung als auch vor neugierigen Blicken. Steuern lassen soll sich die Funktion mobil, aber auch manuell – dank Touch-Elementen auf dem Fensterprofil. Das Unternehmen setzt dabei auf seine Erfahrungen mit modernen Möbeloberflächen. Das integrierte, berührungsempfindliche Polymerprofil Smart Sense erlaubt es bereits, mit einer einfachen, intuitiven Handbewegung bspw. die Höhe der Arbeitsplatte einzustellen oder die Beleuchtung im Raum zu steuern. Visionär ist die Idee zum Augmented-Window mit der Möglichkeit, die komplette Fensterscheibe direkt als Touchscreen zu nutzen. (sk)

Rehau AG + Co

91058 Erlangen

www.rehau.com


BM fragte beim Rehau-Produktmanager Jörg Karger nach

„Fenster werden aufgewertet und noch interessanter“

Welche Chancen und Herausforderungen stellt Smarthome an die Fenster- und Türenhersteller?

Jörg Karger: Hier entstehen ein neuer Markt und neue Geschäftsmodelle, die den Fenster- und Türenherstellern große Chancen zur Erweiterung ihres Produkt- und Service-Angebots bieten. Das Bauelement „Fenster“ wird aufgewertet und noch interessanter. Montage, Inbetriebnahme, Service und Aftersales spielen dabei eine wichtige Rolle. Darauf muss der Fensterfachbetrieb sich einstellen und diese Kompetenzen und Strukturen aufbauen. Rehau bietet seinen Kunden hierzu entsprechende Unterstützung an.

Welche und wie viele smarte Eigenschaften kann ein Fenster vertragen?

Jörg Karger: Durch die Digitalisierung werden das Fenster und seine Funktionen neu definiert. Es wird zum integralen Bestandteil der Gebäudehülle und aktiv in die Gebäudeautomatisierung oder Smart-Home-Systeme eingebunden. Dabei bestehen zunächst einmal keine Grenzen. Komfort, Gesundheit, Sicherheit – das sind die Bedürfnisses des Users, für die das Fenster smarte Lösungen bieten kann. Schaltbare Gläser, automatisiertes Öffnen und Schließen, dezentrale im Fensterrahmen integrierte Lüftungssysteme oder Alarmsensoren, die einen Einbruchversuch erkennen und den Täter abschrecken, bevor er das Fenster überhaupt berührt. Dies alles sind Eigenschaften eines smarten Fensters – es gibt aber noch viele weitere Möglichkeiten und Ideen. Die Interaktion des smarten Fensters mit anderen Komponenten im Internet of Things (IoT) und smarte Bedienoberflächen zeigen eine Vielfalt an weiteren Möglichkeiten.

Wie wird sich Smart-Home in den Fenstern weiterentwickeln und wann können wir mit der ersten marktreifen Lösung von Rehau rechnen?

Jörg Karger: Die Entwicklung wird sehr schnell voranschreiten. Auf der Messe Fensterbau Frontale hat Rehau neben zukunftsweisenden Visionen gezeigt, was bereits heute schon möglich ist. So werden wir im Herbst als Antwort auf das zunehmende Bedürfnis nach Sicherheit das Einbruchpräventionssystem Smart Guard auf den Markt bringen. Der Alarmsensor mit Anbindung an eine Smart-HomeZentrale zeigt eindrucksvoll die Vorteile eines smarten Fensters für die Bewohner und die Chancen für den Fensterfachbetrieb auf. Ein weiteres im Herbst marktreifes Produkt ist Geneo Smart Inovent. Das vollständig im Rahmen integrierte Lüftungssystem kommuniziert mit Sensoren und sorgt selbstständig für ein gesünderes Raumklima.

Die Fragen stellte BM-Redakteur Stefan Kirchner.

Jörg Karger ist Leiter des Produktmanagements Window Solutions bei Rehau.
Foto: Rehau