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Keimresistente Türgriffe

Infektionsrisiko gebannt: Klinken gegen Viren und Bakterien
Keimresistente Türgriffe

Seit Beginn der Corona-Pandemie rücken keimtötende Eigenschaften von Tür- und Fensterbeschlägen zunehmend in den Fokus. Doch neben dem Coronavirus gibt es auch die immer wiederkehrenden Magen-Darm- oder Grippewellen, die schnell ein ganzes Alten- oder Pflegeheim lahmlegen können. Hier spielen Tür- und Fenstergriffe eine entscheidende Rolle, denn „die Klinke“ wird von vielen täglich in die Hand genommen.

Matthias Fischer

Laut Statistik erkranken allein in Deutschland pro Jahr zwischen 400 000 und 600 000 Menschen an sogenannten nosokomialen Infektionen, die umgangssprachlich auch als Krankenhausinfektionen bezeichnet werden. Zwischen 10 000 bis 20 000 Menschen sterben jährlich daran. Überall dort, wo der Publikumsverkehr hoch ist, öffnen und schließen täglich unzählige Menschen per Hand Türen und Fenster. Die Wahrscheinlichkeit also, sich an solchen Orten durch die Betätigung eines Tür- oder Fenstergriffs mit einer ansteckenden Krankheit zu infizieren, ist relativ groß.

Methoden gegen Viren und Bakterien

Viele Beschlaghersteller arbeiten mit Silberionen, wie z. B. Hoppe sie schon seit Jahren für seine Griffe mit Secusan-Oberflächen verwendet, die in ein Trägersystem aus Glaskeramik eingebettet sind. Dabei zerstören die Silberionen die Zellmembranen der Keime, was die Atmung und Nahrungsaufnahme der Zelle blockiert und dadurch die weitere Zellteilung stoppt. Das Wachstum von Keimen wird so um mehr als 99 % reduziert. Auch alle anderen Anbieter können ähnliche Werte vorweisen.

FSB bietet für seine Edelstahlbeschläge die spezielle kratzfeste Beschichtung Anti-Infection-Coating an. Diese gewährleistet eine Reduktion multiresistenter Erreger mit lebenslang zertifizierter Wirksamkeit nach ISO 22 196 JIS Z 2801:2010.

Auch Südmetall vertraut bei seiner Serie Abaco auf die Wirksamkeit von Silber. Und zwar in Form einer antibakteriellen Oberflächenveredelung auf Basis der Nanotechnologie.

Bei Griffwerk wird die selbstreinigende Oberfläche als Titano-San bezeichnet. Sie verhindert die Ansiedlung von Erregern und damit die Entstehung sogenannter Biofilme, denn die Lackbestandteile bilden eigenständig und kontinuierlich Ionen in hoher Aktivität. Das Produkt ist mit dem Biozid-Wirkstoff Dimethyloctadecyl-[3-(Trimeth-oxysilyl)Propyl]-Ammoniumchlorid behandelt.

Die beiden Anbieter von Beschlägen auf Polyamidbasis, Hewi und Normbau, setzen ebenfalls Mikrosilber ein. Bei Hewi läuft das Programm unter dem Namen Active+, bei Normbau unter der Bezeichnung Antibax. Bei beiden Anbietern wird das Mikrosilber während der Produktion in das Polyamid eingearbeitet. Das Additiv ist hierdurch mit dem Produkt fest verbunden und somit unempfindlich gegenüber UV-Licht und Reinigungsverfahren.

Besonderheit Kupfer

Bei Wilhelm May werden für die antimikrobiellen Eigenschaften der Beschläge die beiden Kupferlegierungen E69 und M76 verwendet. Die Beschläge aus der M76-Legierung weisen eine Messingoptik auf, die E69-legierten Beschläge tendieren zum sehr hellen Messing in Richtung Edelstahl. Bereits innerhalb von 30 min werden die aufgebrachten Keime bei diesen Legierungen abgetötet. Der Härtegrad der Kupferlegierungen entspricht dem von Edelstahl.

Eine ähnlich keimtötende Wirkung besitzt auch Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Um als Bronze bezeichnet zu werden, muss der Kupferanteil bei mindestens 60 % liegen. Bronzebeschläge, wie sie FSB im Programm hat, weisen einen Kupferanteil von 92 % auf. Somit besitzen die Beschläge aus der Bronzekollektion eine „natürliche“ antimikrobielle Wirkung, denn in Verbindung mit einer unbeschichteten Oberfläche bilden sich Kupferionen immer wieder neu aus dem Material heraus und entziehen multiresistenten Keimen somit aktiv den Nährboden.

Unterarmdrücker und Desinfektionsmitteltank

Eine ganz andere Lösung speziell für Krankenhäuser und Pflegeheime: Türdrücker, die mit dem Unterarm und nicht mit der Hand betätigt werden. Zur Betätigung liegt der Unterarm auf dem abgewinkelten Ende des Drückers – dem Return – und bildet mit der nach oben hin gebogenen Handhabe einen Abschluss. Auf Grundlage statistischer Daten zu durchschnittlichen Körpermaßen wurde von FSB die optimale Positionierung für den Return in einer Höhe von 111 cm identifiziert.

Eine weitere Lösung kommt vom Schweizer Start-up Cleanmotion, und zwar ein Drücker samt kleinem Tank mit Desinfektionsmittel. Bei dem batteriebetriebenen System erkennen Sensoren, wenn jemand den Drücker benutzt. Sofort nach der Nutzung wird Desinfektionsmittel automatisch mittels eines magnetischen Rings auf der gesamten Handhabe verteilt. Eine grüne Leuchte signalisiert, dass der Griff desinfiziert ist. Die Drücker lassen sich laut Herstellerangaben einfach nachrüsten und sind besonders für stark frequentierte Türen konzipiert.

Antivirale Fenstergriffe und Nachrüstungen

Eine antivirale Beschichtung für einige seiner Fenstergriffe und Aufsatzgetriebe bietet Roto an. Die transparente Beschichtung hat eine porenfreie und sehr harte Oberfläche, die für den sogenannten Lotuseffekt sorgt. Dadurch kann die hydrophile Membran einer Virushülle ebenso wie organische Substanzen, Feuchtigkeit und weitere Verunreinigungen nur sehr schwer an der Oberfläche haften. Zudem bietet Roto mit seinem Netzwerk der „Service Friends für Fenster und Türen“ an, bei bereits montierten Beschläge das sogenannte PM-Shield aufzutragen an. Dies ist eine glasklare Beschichtung für nahezu alle glatten Oberflächen. Der keimtötende Lack ist auf den Oberflächen bereits nach 15 min ausgehärtet. Ein weiteres Thema ist die Nachrüstung von Tür- oder Fenstergriffen mit einem Kupfer-Tape, wie es Statex anbietet. Das Tape Shieldex ist ein verkupfertes Polyamidvlies, das selbstklebend ist. So kann es schnell an potenziellen Keimherden angebracht werden.


Der Autor

Matthias Fischer ist seit 2009 freier Fachjournalist und Fachbuchautor.



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