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Leidenschaft Linoleum

Möbeltischlerei Marko Wust hat sich auf die Fertigung von Türen mit Linoleum spezialisiert
Leidenschaft Linoleum

Eine Türenspezialität aus der Bauhauszeit hat es der Möbeltischlerei Marko Wust aus Potsdam angetan – Linoleum fürs Türblatt nach dem Vorbild von Walter Gropius. Der Naturwerkstoff Linoleum besticht durch seine Farben und seine Haptik. Die Türen haben ein formreduziertes Design, in welchem Klarheit, Stil und Zeitlosigkeit eine Einheit bilden. Die von Marko Wust selbst entwickelten Linoleum-Türsysteme sind durchgängig wand- und flächenbündig. BM hat die kreative Manufaktur besucht und viel Neues über Linoleum erfahren.

BM-Redakteur Stefan Kirchner

Die 2003 gegründete Möbeltischlerei Marko Wust ist ein inhabergeführtes Unternehmen mit Sitz in Potsdam, Brandenburg. Die alten Räumlichkeiten der Tischlerei in Falkensee bei Berlin waren marode, deshalb entschied sich der Geschäftsführer im November 2018 in eine moderne Halle nach Potsdam umzuziehen. Der Tischlermeister und Betriebswirt des Handwerks, Marko Wust, hat sich mit seinen vier Gesellen neben dem individuellen Innenausbau auf die Herstellung von innovativen Innentüren spezialisiert. Die Tischlerei bereichert seither das räumliche Wohlbefinden von internationalen Kunden auf hohem Niveau. Die Türen werden bundesweit und auch ins Ausland versendet. Durch eine aussagekräftige Montageanleitung können die Tischler- oder Montagepartner des Bauherrn oder Architekten vor Ort den Einbau fachgerecht vornehmen. Ein Aufmaß vor Ort ist gegen Vergütung möglich. Neben den Innentüren wird als zweites Standbein auch auf die Herstellung von Tischplatten mit Furnier und Schichtstoff für einen namhaften Büroaustatter fokussiert.

Auf dem Weg zur Linoleum-Innentüren-Manufaktur

Zum Jahreswechsel 2019/2020 hat sich Marko Wust dazu entschieden, das Thema Innentürdesign in den Fokus seiner Arbeit zu stellen. Ein neues Firmen Corporate Identity, das sich speziell auf die Linoleum-Türen bezieht, ist derzeit in Planung. „Ich möchte mich künftig auf die Fertigung meiner individuell konfektionierten Innentüren mit Linoleum und allen Sondergrößen konzentrieren“, erklärt Marko Wust. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf formreduzierten, sehr schlichten und zeitlosen Türen in der flächenbündigen Ausführung. Die selbstentwickelten Türsysteme wurden über einen langen Zeitraum getestet und von der Materialauswahl über die Herstellung bis hin zur Montage perfektioniert. In den letzten drei Jahren wurden rund 350 exklusive Innentüren in der Manufaktur gefertigt – Tendenz steigend.

Für die Herstellung der Türen setzt die Tischlerei auf die fünffach abgesperrten Türrohlinge von Roggemann und versieht diese mit Massivholzkanten. Auch übergroße Türen mit maximalen Abmessungen von einer Höhe von fast 5,0 m bei Breiten von mehr als 1,20 m können realisiert werden. Die linoleumbeschichteten Türblätter haben eine Dicke von ca. 40 bis 45 mm. Angeboten werden außen flächenbündige Türen (nach außen und innen öffnend), Türen mit speziellen Drehpunkten ohne Funktionen wie Rauch-, Feuer- und Schallschutz, Schiebetüren mit Hawa-Beschlägen und nicht sichtbare Aluminium-Zargen von einem namhaften italienischen Hersteller. Auch Schallschutztüren bis 27 dB können realisiert werden. Die Türen werden mit Blockzargen oder mit Futterzargen in der jeweiligen Wanddicke mit Schattenfuge und flächenbündig ausgeführt. Ein Linoleum-Postforming ist hier nicht möglich. Die Futter werden auf Gehrung abgewickelt und anschließend abgefräst. Für die Beschlagtechnik setzt die Firma auf die verdeckt liegenden Tectus-Bänder von Simonswerk. Bei der Auswahl der Drückergarnituren ist man flexibel, aber hauptsächlich werden Türdrücker von FSB oder Hoppe eingesetzt, die flächenbündig in das Türblatt eingesetzt werden. Zudem kommen auch moderne Magnetfallenschlösser für ein geräuschloses Schließen zum Einsatz. Um sich mehr auf die Herstellung der Türen zu konzentrieren, arbeitet Marko Wust mit zwei befreundeten Tischlereien zusammen, die ihn bei der Türenmontage unterstützen.

Oberste Priorität bei der Verarbeitung von Linoleum ist Sauberkeit

Die Türen werden vorrangig mit Linoleum-Forbo-Desktop Eleganza beschichtet, aber auch mit Furnieren mit geölter Oberfläche oder mit hochwertigen Schichtstoffen belegt. Im Verhältnis hat Linoleum das gleiche Preisniveau wie Furnier oder HPL. Gerade wenn es um weiße Türen geht, wird Schichtstoff eingesetzt, da für weißes Linoleum keine richtigen Farbpigmente zur Verfügung stehten. Um im Verarbeitungsprozess das Linoleum nicht zu beschädigen, ist Sauberkeit am Arbeitsplatz sehr wichtig, da Kratzer während der Fertigung nicht ausgebessert werden könen. Zugeschnitten wird Linoleum entweder mit einem Hacken-Cuttermesser – dabei liegt die gute Seite oben – oder es wird auf der Papierträgerrückseite angeritzt und über die Kante gebrochen. Das Linoleum wird mit einem Furnier-Flächenleim auf die Rohlinge gepresst. „Es braucht viel Erfahrung, mit wieviel Pressdruck und bei welcher Temperatur die Türen verpresst werden, sodass der Leim nur feinperlig an der Kante heraustritt“, erklärt Marko Wust. Das Naturmaterial hat vom Werk aus eine Pflegeschicht aus Wachs (ohne Schutzfolie). Es kommt auch vor, dass das Linoleum (meistens bei hellen Farbtönen) eine leichte Filmbildung hat, dann wird es einfach draußen der UV-Strahlung ausgesetzt und innerhalb kürzester Zeit entsteht wieder eine homogene Farbfläche. Das Besondere an Linoleum ist auch, dass das Material nach einiger Zeit und Nutzung eine Patina bekommt, die den Naturwerkstoff langlebig macht und über regeneriere Eigenschaften (kleine Kratzer verschließen sich von selbst) verfügt. Zudem erhalten die Kunden von der Tischlerei ein spezielles Pflegemittel zur Auffrischung.

Moderne Maschinen und automatische Generierung

Auf modernsten Maschinen werden die Türen nach den Wünschen der Kunden hergestellt. Für die Türenfertigung wurde zusätzlich in eine neue Furnierpresse investiert, um dem hohen Qualitätsstandard gerecht zu werden. Neben einer neuen Absauganlage, einem modernen Breitbandschleifer werden die Spezialtüren auf einer Weeke 4-Achs-CNC-Maschine Profiline BHC 260 mit einem zusätzlichen horizontalen Fräsaggregat bearbeitet. Um die Kunden noch schneller und effektiver betreuen zu können, wurde auch in das Topsolid-Konstruktionsprogramm mit CNC-Anbindung investiert. Durch die automatische Generierung der Fräsdaten mit Woodwop, Stück- und Bestelllisten sowie einer virtuellen Datenbank sieht sich die Tischlerei gut aufgestellt. „Durch die automatische Generierung stehen wir kurz vor dem Schritt, von einem kleinen handwerklichen Betrieb zu einer kleinen industriellen Fertigung zu werden“, so der Tischlermeister.

Möbeltischlerei Marko Wust

14478 Potsdam

www.tischlereiwust.de

www.linoleum-innentueren.de

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