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Mehr Sicherheit für alle

Die Sicherheitsbranche trifft sich in Essen auf der Messe Security
Mehr Sicherheit für alle

Vom 20. bis zum 23. September fand nach langer pandemiebedingter Pause die Security Essen statt. Mit der Messe wollten die Verantwortlichen ein Zeichen setzen, auch wenn in diesem Jahr nur 383 Aussteller aus 36 Nationen kamen. Rund 17 000 Besucher, die zu einem Drittel aus dem Ausland anreisten, fanden den Weg in die dreieinhalb Messehallen. In den Jahren vor Corona waren es gut doppelt so viele. Nachfolgend zeigen wir einige Neuheiten, die uns beim Rundgang aufgefallen sind.

Matthias Fischer

Fakt ist: Die Sicherheitswirtschaft war froh, sich nach der Coronazeit endlich wieder persönlich treffen und austauschen zu können. Mit der Security will man der Branche eine wichtige Plattform in einem starken Markt bieten, so der Messeveranstalter. Denn allein in Deutschland nahm der Umsatz dieses Wirtschaftszweiges binnen eines Jahres um 7,5 % auf über 24 Milliarden Euro zu.

Die Fachbesucher kamen laut Erhebung vor allem aus der Industrie, aus Errichterfirmen, dem Handel sowie den Kommunen. 77 % von ihnen waren Entscheider, die Investitionen in ihren Unternehmen tätigen oder vorbereiten. Sie zeigten sich zufrieden mit ihrem Messebesuch – vor allem mit dem Angebot rund um alle Bereiche der zivilen Sicherheit.

Die Themen Bevölkerungsschutz und zivile Sicherheit werden aufgrund aktueller Ereignisse in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft immer wichtiger. Die Messegesellschaft hat sich daher entschlossen, diesen Bereich als neuen Schwerpunkt in zwei Jahren mit ins Konzept aufzunehmen.

Mechanik und Elektronik

Abus stellte in Essen seinen noch neuen Schwerpunkt Objektsicherheit in den Mittelpunkt, der Lösungen speziell für Industrie und Gewerbe bietet. Übergreifend für die gesamte Messepräsentation war aber die sogenannte App für alle(s). Dabei verspricht der Anbieter, dass hinter Abus One viel mehr als nur eine „einfache“ App steckt. Die App ist der Dreh- und Angelpunkt der Abus-Welt. Denn mit dieser kann der Nutzer die verbundenen Produkte per Smartphone oder Wearable steuern. Der herkömmliche Schlüssel wird dann nicht mehr benötigt. Zudem lassen sich über die App auch Berechtigungen an Dritte vergeben. Für die Erstellung umfangreicher Szenarien, zur Pflege persönlicher Daten oder zum Abrufen von Reports steht dem Nutzer zukünftig dann ergänzend das cloudbasierte One Hub zur Verfügung – eine Onlineplattform, auf die per Browser zugegriffen wird und auf der man seinen Account verwalten kann. Im privaten Wohnbereich können die Produkte des Anbieters dank gängiger Schnittstellen mit verschiedenen Smart-Home-Systemen verbunden werden. So lassen sich dann ausgewählte Funktionen wie z. B. das Verriegeln der Haustür automatisieren und auf Wunsch auch per Sprachbefehl ausführen. Zudem lassen sich damit die Lösungen in Smart-Home-Systeme integrieren – mit entsprechenden Szenarien wird dabei automatisch für das Plus an Sicherheit gesorgt.

Mit der App und dem damit einhergehenden Verzicht auf den klassischen Schlüssel geht es dem Anbieter nach eigenen Angaben aber nicht nur darum, Sicherheit zu digitalisieren. Vielmehr sollen dem Nutzer zusätzliche Möglichkeiten eröffnet werden, wie beispielsweise die einfache Weitergabe von (digitalen) Schlüsseln, die smarte Verwaltung dieser oder die Vernetzung von Produkten. Dass der Aspekt „Sicherheit“ auch bei digitalen Lösungen die Basis bildet, ist für den Anbieter selbstverständlich. Die technologische Basis dafür bildet in diesem Fall die sogenannte SmartX-Technologie. Eine eigenentwickelte, auf Bluetooth basierende Kommunikationstechnologie, die den Schlüssel auf eine sichere Art und Weise „digitalisiert“.

Neben der Digitalisierung gab es am Stand aber auch Lösungen aus dem Bereich der Mechanik zu sehen. So beispielsweise das Wendeschlüsselsystem Xelus ME. Nach dem Motto „Das Bessere ist der Feind des Guten“ setzt der Anbieter hier auf bewährte Technik, die um mehr Zuhaltungen ergänzt wird. Dabei wird Modularität bei diesem Schließsystem zum Standard.

Und noch eine weitere Innovation im Bereich der Zylindertechnik gab es zu sehen. Während die meisten mechanischen Schließsysteme auf ausgefeilte Zuhaltungen im Zylinder setzen, geht der Anbieter mit seinem neuen Magtec-System einen anderen Weg. Ein magnetisches Element im Schlüssel sorgt hier für einen hohen Schlüsselkopierschutz. Sowohl 3D-Drucker als auch intelligente Schlüsselkopiermaschinen sind mittlerweile dazu in der Lage, anspruchsvolle Schlüssel-Designs zu reproduzieren. Einen integrierten Magneten können sie allerdings (noch) nicht kopieren.

Voranschreitende Digitalisierung

  • Beim österreichischen Anbieter Evva hat das Schließsystem Xesar mit der neuen Version 3.1 ein Software-Update erfahren. Jetzt soll das System nach Angaben des Herstellers noch einfacher und besser zu bedienen sein. Der neue Installation-Manager und das Durchführen von Wartungsaufgaben via Funk sind die Highlights des neuen Release.
  • Bei Nubicon kombiniert die cloudbasierte Zutrittskontrolle die Vorteile von bestehenden Systemen mit der Flexibilität der Cloud. Die Software ist über jeden Browser auf jedem internetfähigen Gerät erreichbar und kann so flexibel, jederzeit und von überall bedient werden. Gleichzeitig ist die Sicherheit von vor Ort installierten, vernetzten Systemen gewährleistet, da die Daten lokal gespeichert werden. So bleibt das System auch dann noch funktionsfähig, wenn die Verbindung der Hardware zur Cloud ausfällt.
  • Am Messestand der RvE Fenster + Türen Manufaktur aus Senden stand das Thema der besonders schwer zu überwindenden Fenster eindrucksvoll im Fokus. Das Holzfenster ist mit Rahmen und Scheibe so konstruiert, dass es selbst Schussangriffen widersteht. Dezente Sicherheit, darauf kommt es der Manufaktur aus dem Münsterland an. Selbst den Elementen der Widerstandsklassen RC5 oder RC 6 sieht man die Robustheit nicht unbedingt an. Bei den Türen vertraut der Anbieter übrigens auf Bandtechnik aus dem Hause Simonswerk.
  • Salto Systems präsentierte nach eigenen Angaben zahlreiche Weltpremieren für die Zutrittskontrolle. So beispielsweise die neue cloudbasierte Plattform Homelok, die besonders für die Wohnungswirtschaft vielseitige Möglichkeiten beim Zutrittsmanagement bietet. Darüber hinaus Mobile Access ohne Apps sowie diverse neue Hardwaremodelle. In den vergangenen Jahren hat Salto Systems einige Unternehmen übernommenen. In Essen wurden daher vielfältige Integrationen gezeigt, die mit den Produktkomponenten der Partner und auch mit Drittanbietern möglich sind.
  • Das Motto bei Südmetall lautete: Unscheinbarkeit macht den Unterschied. Beim neuen ÜLock Novus wurde nicht nur Wert auf Design gelegt. So ist die RFID-Leseeinheit des Zylinders auf kleinstem Raum in der Schlüsselrosette untergebracht. Sie leitet Kartendaten zur Auswerteeinheit im Schloss weiter und kann nach Angaben des Anbieters nicht manipuliert werden. Das heißt, alle sensiblen Bauteile sind im Schlosskasten enthalten und werden sowohl durch die Türe wie auch das Schloss geschützt. Bei vielen anderen Systemen werden elektronische Bauteile in der Zarge untergebracht. Dies ist hier nicht mehr der Fall. Dabei gestaltet sich die Nachrüstung des Schlosses sehr einfach, da keine zusätzlichen Komponenten benötigt werden. Zwei Batterien sind im Schlosskasten untergebracht, die sich einfach und schnell ohne Werkzeug wechseln lassen. Darüber hinaus gibt es auch die neue wartungsfreie induktive Variante, die ausschließlich über das Schließblech lädt und ganz ohne zusätzliche Energieversorgung auskommt.
  • Telenot präsentierte sein stark erweitertes Produktangebot. So beispielsweise das neue Zutrittskontrollsystem Hilock 5000 ZK, das nach Angaben des Anbieters alle Anforderungen an eine moderne und skalierbare Zutrittskontrolllösung erfüllt. Es bietet in einer Systemarchitektur Online-Zutrittskontrollpunkte, Offline- und Online-Funklösungen mittels mechatronischer Schließelemente als auch Smartphone-Access. Dabei vereint das System auf einer Oberfläche verschiedene Zutrittsarten und Anwendungen in einer homogenen Systemarchitektur.

Diverse neue Einzelprodukte und Leistungsupdates zeigte der Anbieter im Bereich der Einbruchmeldetechnik. Das Portfolio um das Thema der mechatronischen Türdrücker und -knäufe wurde bspw. deutlich erweitert.

Schließtechnik unter der Haut

  • Wilka stellte zwei Produktneuheiten in den Fokus: Die Schlossserie 8000 – mit Mehrfachverriegelungen, mit Fluchttürfunktion sowie einen neuen elektronischen Beschlag. Der neue elektronische Beschlag ermöglicht den komfortablen Zutritt in Bereiche, die einer höheren Sicherheit bedürfen. Durch die flexible Integration in die verschiedenen Softwareplattformen des Anbieters wie EasyAccess, EasyApp, EasyBasic und EasyHotel bietet der elektronische Beschlag einen hohen Schutz für Büros und Hotelzimmer sowie für Außentüren im privaten und gewerblichen Bereich. Der Beschlag lässt sich zudem intuitiv und einfach von jedem Nutzer bedienen. Ein hoher Individualisierungsgrad des Designs, wie die Anbringung des kundeneigenen Logos, die Auswahl an verschiedenen Drückervarianten und Formen des Beschlags ermöglichen die Integration in bereits bestehende Designkonzepte.

Ein weiteres Thema des Velberter Schließtechnikanbieters war die gerade gestartete Kooperation mit Rockethome, einem Softwareanbieter für Energy IoT- und Smart-Home-Lösungen zur ganzheitlichen Steuerung und Automation von Hausgeräten aller Art. Neben dem umfassenden Gebäudemanagement bietet die Softwarelösung unter anderem ein intelligentes Lademanagement durch Einbindung von Energieerzeugern und -verbrauchern oder ein Monitoring und die Optimierung aller Energieflüsse im Gebäude. Das Ziel von Wilka ist, die elektronischen Schließzylinder künftig breiter ins Smart Home zu integrieren und den Kunden neben der reinen Verwaltung eine Plattform mit deutlichem Mehrnutzen anbieten zu können.

  • Ein weiteres Highlight am Messestand war der Vortrag von Dr. Patrick Kramer, Gründer und Inhaber von Digiwell – Upgraded Humans, einer Plattform für Biohacking- und Human-Augmentation-Artikeln. Mit seinem Vortrag „Nie wieder Schlüssel vergessen – Möglichkeiten und Grenzen von Mikrochip-Implantaten“ gab er Einblicke in die digitale Zukunft. Nach seiner Überzeugung wird die Zahl der Menschen mit Mikrochip-Implantaten schon in naher Zukunft sprunghaft ansteigen. Auch in seinem Vortrag ging es sprichwörtlich „unter die Haut“, denn am Ende setzte Dr. Kramer einem Freiwilligen live ein Mikrochip-Implantat ein.

Der Autor

Matthias Fischer ist seit 2009 freier Fachjournalist und Fachbuchautor. Er verfügt über 30 Jahre Branchenerfahrung und hat viele Jahre als stellvertretender Chefredakteur eines Baufachmagazins gearbeitet.

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