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Sicherheit vor dem Fenster

Tischlermeister Marc Schütt zeigt, wie die Montage einer Absturzsicherung funktioniert
Sicherheit vor dem Fenster

Im modernen Wohnbau sind bodentiefe Fenster angesagt, die sich zudem idealerweise auch öffnen lassen. Diese erfordern allerdings eine zusätzliche geprüfte Absturzsicherung. Tischlermeister Marc Schütt baute jetzt in einem Neubau in Lüdenscheid solche Fensterelemente ein und gibt hilfreiche Tipps für die praktische Umsetzung.

Camillo Kluge

Für Tischlermeister Marc Schütt und seine Mitarbeiter ist die Montage von Absturzsicherungen vor Fenstern längst Routine geworden. Der Tischlereibetrieb verlässt sich dabei nicht nur auf die Produkte von Würth, Marc Schütt weiß auch, dass er bei besonderen Herausforderungen auf das Wissen und die Unterstützung des Anbieters zurückgreifen kann.

Die Vorplanung ist das A und O

Im Vorfeld ist zu ermitteln, in welche Kategorie nach DIN 18008-4 das Fensterelement fällt. In Lüdenscheid fiel die Montagesituation in die Kategorie C2, was bedeutet: Die Verglasung des französischen Balkons muss eine Nutzlast von qk = 0,5 kN/m nach DIN EN 1991-1-1/NA (für Wohnräume) aufnehmen können. Diese Last muss über den Fensterrahmen in das Mauerwerk abgeleitet werden. Bei diesem Bauvorhaben musste Marc Schütt dem Fensterhersteller schon bei der Bestellung der Elemente die Vorgabe machen, dass der Armierungsstahl mindestens 2 mm Stärke hat und gedreht in das Profil eingeschoben wird, damit die Befestigung der Absturzsicherung in eine geschlossene Stahlfläche erfolgen kann. Bei der Wahl der richtigen Fenstermontageschiene ist darauf zu achten, dass die Länge der Lasche auf die Mauerwerksstärke abgestimmt wird. Zudem müssen die Laschen und die Befestigungen auf die Mauerwerkseigenschaften abgestimmt sein. Mit der Montageschiene W-ABZ ist die Lastabtragung für eine maximale Fensterbreite von 2,5 m möglich, was für die meisten Fenstertüren mit Französischem Balkon reicht.

In fünf Schritten zur Absturzsicherung

Bei einem Neubau eines Einfamilienhauses in Lüdenscheid wurden mehrere bodentiefe Fenstertüren eingebaut, die mit einem französischen Balkon als Absturzsicherung versehen wurden. „Das passiert in fünf Schritten“, sagt Marc Schütt. Im ersten Schritt wird eine 8,5 mm starke Bohrung durch das Fensterprofil vorgenommen. Die Sonderschraube der absturzsichernden Montageschiene W-ABZ, die Schütt hier nutzt, wird durch die Bohrung geführt und die Lasche der Schiene auf der Außenseite des Fensterrahmens mit dem Stahlprofil des Fenster mittels zweier 6,3 x 27 mm Schrauben verbunden. „Zwischen Lasche und Stahlprofil darf am Ende höchstens 1 cm liegen“, sagt Schütt. Üblicherweise werden an einer Fenstertür je Seite zwei dieser Schienen angebracht – bei Festverglasungen sind es mitunter sogar vier Stück je Seite auf gesamter Höhe, weil das Element an sich die Absturzsicherung bildet. „Die Lasche dient der Lastabtragung“, erläutert Schütt die Anzahl der Schienen.

Im zweiten Schritt wird „der Blendrahmen platziert und befestigt“, sagt Schütt. Das geschieht ganz normal nach den aktuellen Vorgaben des Montage-Leitfadens der RAL-Gütegemeinschaft Fenster und Haustüren. Im dritten Schritt werden die Laschen an der Wand befestigt. „Hier genügt ein 8 x 60 mm Dübel“, so Schütt. Im vierten Schritt wird der Blendrahmen verschäumt und schließlich im fünften das Dichtungsband zur inneren und äußeren Abdichtung auf dem Mauerwerk festgedrückt. „Dieses Montagesystem bedarf einer Dämmung mit Schaum, denn im Bereich der Laschen kann eine dichte Verarbeitung mit einem vorkomprimierten Multifunktionsband nicht gewährleistet werden“, betont der Tischlermeister.

Um der Absturzsicherung volle Wirkungskraft zu verleihen, wird nun eine Konsolenbefestigung in Form eines T-Winkels angebracht, die genau auf die Montageschiene abgestimmt ist. Mittels einer Verschraubung erhält die zusammengeschobene Verbindung zwischen Schiene und Konsole zusätzliche Stabilität. Somit erhöht die Verschraubung der Konsole im Mauerwerk die Bandbreite an Verankerungsgründen. So können Absturzsicherungen auch an Kalksandvoll- und -lochstein, Porenbeton, Voll- und Hohlblocksteinen aus Normalbeton, Voll-, Hochloch- oder Laibungsziegeln angebracht werden.

Spezialistenrat und Online-Montagetool

Doch gibt es auch schon einmal kompliziertere Einbausituationen. Da holt er sich dann Rat, von den Würth-Spezialisten Patrik Imberger, Verkäufer Holz, und Thorsten Albert, zertifizierter Fachverkäufer Baukörperanschluss. „Idealerweise prüft ein für den Fenstereinbau zuständiges Unternehmen im Vorfeld, ob das richtige Material vorhanden ist und was alles miteinander eingesetzt werden darf“, sagt Albert. Würth hat dazu ein Onlinetool des ift Rosenheim in seinen Internetauftritt integriert. Dort kann man vom Wandaufbau über das Profilsystem bis zur Größe alle vakanten Daten eingeben und sich am Ende einen Montagepass für den Einbau ausdrucken. „90 % der Zertifizierungen und Montageanleitungen sind damit abgedeckt“, verspricht Albert.Auch Marc Schütt weiß dieses Montagetool zu schätzen.

Tischlerei Schütt oHG

58791 Werdohl

www.daheim-sicher.de


Der Sachverständige und Tischlermeister Marc Schütt schätzt das Montage-Online-Tool.
Foto: Schütt

Tischlerei Schütt

Tischlerpodcast gestartet

Marc Schütt ist Schreinermeister und betreibt mit seinem Vater Josef die Tischlerei Schütt in Werdohl. Seit 2018 ist der 42-Jährige von der Handwerkskammer Südwestfalen öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Tischlerhandwerk. Als Sachverständiger behandelt er Branchenthemen rund um Tischlerarbeiten, Fenster, Türen oder Fassaden und auch Küchen. Ganz frisch hat er jetzt den „Tischlerpodcast“ eingerichtet. Der Tischlerpodcast ist für Fachleute und Bauherren als Wissensportal gedacht – Wissen To Go in sieben Minuten.


Der Autor

Camillo F. Kluge hat sich in den vergangenen Jahren als Fachredakteur bei verschiedenen Fachmagazinen in der Branche etabliert. Seit 2018 bietet er seine Fähigkeiten als Journalist auch freiberuflich an.

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