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T(h)üringer Erfolgsgeschichte

Garant feiert 30-jähriges Jubiläum und setzt die Weichen auf Wachstum
T(h)üringer Erfolgsgeschichte

Die Garant Türen und Zargen GmbH begann vor 30 Jahren mit den drei Türenspezialisten Berthold Roth, Eugen Theunis und Martin Herzig in Thörey bei Erfurt. Garant wurde für 40 Mio. DM in nur sieben Monaten Bauzeit auf der grünen Wiese errichtet. Anfang 1992 wurde die erste Halle gebaut und im August startete die Serienproduktion der Türen und Zargen. BM war vor Ort und hat mit Garant-Geschäftsführer Claudius Moor, Leitung der Division Türen der Arbonia-Gruppe, und Garant-Vertriebsleiter Ralf Niebur über die strategische Ausrichtung gesprochen.

BM-Redakteur Stefan Kirchner

Garant ging Ende 1992 ans „Türen-Netz“. Der Start war gelungen und die Erfolgsgeschichte nahm seinen Lauf. Die neue Türenmarke fand in Deutschland, Österreich, Frankreich sowie Benelux sehr guten Absatz. Martin Herzig schied 1994 aus der Firma aus und gründete sein eigenes Unternehmen. Die verbliebenen Gesellschafter Berthold Roth und Eugen Theunis brachten Garant im Jahr 2001 in die Konzernstrukturen der Doorwin BV ein und zogen sich aus Deutschland zurück. Von nun an übernahmen Peter Klug und Markus Reitz das Ruder von Garant.

Weitere Veräußerungen folgten 2005 an die Halder Beteiligungsberatung GmbH und 2007 an die Looser Holding AG. Im Rahmen der Veräußerung an Halder kamen die Firmen Garant und Prüm zusammen. Beide Türenfirmen wurden seitdem von einer gemeinsamen Geschäftsführung geleitet. 2016 vollzog sich die letzte Transaktion zur der in der Schweiz ansässigen Arbonia AG. Ein erfolgreicher und zukunftsorientierter Bauzulieferer stärkte von nun an den Rücken von Garant und investierte Jahr für Jahr in den Standort Ichtershausen.

Das Werk umfasst heute eine Fläche von 102  000 m2, von der 66  000 m2 bebaut sind. Die Belegschaft ist auf 570 Personen gewachsen, die 2021 einen Umsatz von 113 Mio. Euro erwirtschaftet haben. 3500 Türen und 2900 Zargen werden täglich produziert. In Erfurt befindet sich seit 2018 das moderne Ausstellungs- und Schulungszentrum von Garant, das im letztem Jahr noch um 200 m2 erweitert wurde. Beste Voraussetzungen für Seminare, Schulungen und Workshops.

Nachhaltige Ausrichtung erwünscht

Mitte 2021 hat die Arbonia-Gruppe das gepachtete Garant-Grundstück, inklusive der Gebäude, in Ichtershausen bei Erfurt für 30 Mio. Euro käuflich erwerben können. Jetzt investiert die Arbonia rund 20 Mio. Euro in eine neue, moderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, um damit CO2-freien Strom zu erzeugen. Zum Beheizen der Anlage werden die Holzspäne aus der Produktion verwendet.

Um dem Thema Nachhaltigkeit und Effizienz noch gerechter zu werden, wurden die Tourenpläne bei Garant überarbeitet. Dadurch konnte der Türenhersteller 10 % der gesamten Lkw-Kilometer reduzieren. Das spart Kraftstoff und senkt den CO2-Gehalt. Wer mehr über die Nachhaltigkeitstätigkeiten erfahren möchte, kann dies im mehrseitigen Nachhaltigkeitsbericht der Arbonia nachlesen. Eines der genannten Hauptziele ist weniger Energieaufwand für mehr Produkte.

„Auch, wenn es sich als Geschäftsmann absurd anhört, aber das Nachhaltigste ist, die Lebensdauer der Tür zu erhöhen“, erklärt Claudius Moor schmunzelnd. Auch beim Lieferkettengesetz macht sich das Unternehmen keine großen Sorgen, denn zu 90 % werden die Materialien in Deutschland eingekauft.

Digitales Türentool „Die Tür“

Damit Endkunden ihre ganz persönliche Wunschtür erstellen können – entweder in der Fachausstellung beim Händler oder zu Hause auf allen Endgeräten wie Smartphone, Tablet, Smart-TV oder Großbildschirm – haben Garant und Prüm das digitale Türentool „Die Tür“ entwickelt. In der Fachausstellung kann auf einem 98-Zoll-Monitor die Tür in Originalgröße in bestechender 4K-Bildqualität visualisiert werden. Gesteuert werden kann der riesige Monitor direkt per Touch auf dem Bildschirm oder mit einem zusätzlichen 32-Zoll-Monitor, der beispielsweise in einem Bedienpult eingebaut ist. In der Fachausstellung haben alle ausgestellten Türen einen QR-Code. Wird dieser gescannt, wird eine sofortige Bildschirmübertragung zur weiteren Konfiguration ermöglicht. Mit dem „POE“ erreicht die Türenberatung im Fachhandel eine völlig neue Qualität. Selbst die hochwertigste Fachhändlerausstellung kann längst nicht mehr alle Produktkombinationen einer Tür präsentieren. Garant und Prüm übertragen so die analoge Türenausstellung in die digitale Welt. Mit über 50 000 Kombinationen lassen sich alle Möglichkeiten von Türstil und Türtyp über Oberfläche, Glas und Beschlag schnell kombinieren. Und um die beste Kombination zu finden, können zusätzlich Wandfarbe und Bodenbelag farblich passend zur Tür eingeblendet werden. Momentan sind die Hersteller dabei, eine neue POE-Software bzw. Release zu installieren, das die Ladezeiten extrem verringert – nahezu in Echtzeit. Dadurch bietet die Software den Anwendern noch mehr Funktionen und zusätzliche Möglichkeiten. Da es z. B. besonders schwierig war, bei Weißlack-Türen die Profilierung digital abzubilden, wurden neue Renderings bei allen Weißlack-Türen erstellt und eingebaut, damit die Tiefenschärfe der Profilierungen noch besser zur Geltung kommt. Zudem werden konsequent Produkt-Updates eingebaut. Beispielsweise wird der Bereich Glas für Lichtausschnitte noch weiter ergänzt. Auch Ganzglastüren werden bis zur Messe BAU 2023 in dem Konfigurator zu finden sein. Des Weiteren wird die Auswahl der Bandtechnik noch weiter fokussiert und Türblatt und Zarge können farblich voneinander getrennt dargestellt werden. „Momentan nutzen 19 Händler aktiv das Türentool, bis zum Sommer 2022 werden es 40 nutzen können. Denn durch die Chipkrise haben wir ein Problem mit der Hardware-Bestellung, sonst wären wir schon viel weiter“, erklärt Stephan Mosch, Mediengestalter bei Garant.

Trends erkennen und vorantreiben

Eine Besonderheit bei Garant und Prüm ist die 2-mm-Premiumkante mit einem kleinen Radius an Aufdeck- und Falzseite. Die neue Kante ist äußerst strapazierfähig, stoßfest und leicht zu reinigen. Zudem wird eine hohe Resistenz gegen Hitze und Feuchtigkeit erzielt sowie eine höhere Lichtechtheit und UV-Beständigkeit. „Das hat auch schon viele Kunden überzeugt und es ist ein gutes Verkaufsargument“, erläutert Garant-Vertriebsleiter Ralf Niebur. Die größte Nachfrage bei Garant, mit rund 75 bis 80 %, besteht an weißen Türen, in den verschiedensten Ausprägungen. Auch G-Tec-Türen in Weißlack 9016 und hochmatter Oberfläche mit praktischen Anti-Fingerprint-Eigenschaften werden immer beliebter. „Im Großen und Ganzen ist zu sagen, dass besonders weiße Türen, aber auch CPL-Türen in Eichendekor bei Garant die Top-Seller sind“, so Niebur. Aber auch 200 000 Funktionstüren wurden bei Garant im letzten Jahr gefertigt. Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr noch eine Brandschutztür mit ITS-Freilauffunktion. Damit alle Anforderungen bei den Türen einwandfrei funktionieren, hat die Arbonia ein eigenes Prüf-Team ins Leben gerufen. Die Teammitglieder sind gleichzeitig Produktentwickler, für alle Türenmarken der Gruppe. Der Trend zum smarten Wohnen wird laut Aussage von Claudius Moor auch immer stärker. Garant und Prüm arbeiten schon seit 2018 mit dem digitalen Türenzugangssystemanbieter Kiwi.KI zusammen und haben das Produkt Smartdoors entwickelt, welches die schlüssellose Nutzung der Türen und die Online-Verwaltung von Zutrittsrechten gleichermaßen vereint. 2021 wurden 5000 Türen mit dem System neu ausgestattet. Somit erhöht sich der Anteil von Smartdoors bei der Arbonia, seit der Einführung des Systems, auf rund 21 000 Türen.

„Der Neubau läuft gut mit unserer smarten Technologie, nur die Nachrüstung bei Bestandsgebäuden in der Wohnungswirtschaft ist noch ausbaufähig. Aber was ich noch mal betonen möchte ist, dass es Kiwi-Türen nur bei uns geben wird“, erklärt Ralf Niebur.

Die Türen von Garant wurden im November 2020 durch das ift Rosenheim mit dem RAL-GZ-426-Gütezeichen zertifiziert. Das RAL-Gütezeichen steht für besonders hochwertige Innentüren. Die gütegesicherten Eigenschaften orientieren sich an den Verbrauchererwartungen wie bspw. mechanischer Widerstandsfähigkeit, Klimastabilität, Oberflächenunempfindlichkeit, Kantenstoßbeständigkeit sowie Feuchte- und Nässebeständigkeit. „Dadurch bieten wir ein Stück mehr Qualität als gesetzlich gefordert wird“, sagt Claudius Moor.

Kapazitätserweiterung durch durchdachte Investitionen

Um noch schneller und wirtschaftlicher Türen und Zargen fertigen zu können, wird der Automatisierungsgrad bei Garant in diesem Jahr durch eine neue Bohrstraße erhöht. 2023 soll zudem noch eine neue Presse für die Herstellung von Türblättern installiert werden.

„Wir könnten deutlich mehr Türen fertigen, haben aber derzeit die Kapazität dafür nicht“, erläutert Claudius Moor. Deshalb drückt die Arbonia-Gruppe bei Garant und Prüm mit einer jährlichen Investitionssumme von 10 Mio. Euro kräftig auf die Tube. Denn durch die Investitionen und dem wachsenden Automatisierungsgrad kann Garant 2023 die Türenproduktion von 800 000 Türen auf 1,1 Mio Türen im Jahr steigern. Bei Prüm werden derzeit 1,1 Mio Türen gefertigt. Auch wenn hier alle Optimierungen abgeschlossen sind, erhöht sich die Produktionskapazität auf 1,4 Mio pro Jahr. In der gesamten Arbonia-Gruppe werden aktuell 2,6 Mio Türen gefertigt. Die Division Türen in der Arbonia-Gruppe beinhaltet neben Garant und Prüm noch die Türenhersteller Invado und RWD Schlatter.

Garant Türen und Zargen, 99334 Ichtershausen,

www.garant.de

Prüm-Türenwerk GmbH, 54595 Weinsheim, Eifel,

www.tuer.de



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