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Türzarge wie Schublade montiert

Alfred Bopp will die Zargenmontage revolutionieren
Türzarge wie Schublade montiert

Dass Alter und Erfindergeist sich nicht ausschließen, beweist der 87-jährige Alfred Bopp mit seinem neuen H-Z-Innentür-Montagesystem. Der gelernte Schreiner wurde schon 2007 in der Branche bekannt, durch die Erfindung der Hessen-Zarge – nie mehr Türen abschneiden –, für die er den Bundespreis erhielt. Nach fünf Jahren Entwicklung präsentiert Bopp nun einen neuen Prototypen für die schaumlose Zargenmontage.

BM-Redakteur Stefan Kirchner

Schreinerkollege Alfred Bopp, Geschäftsführer der Hessen-Zarge GmbH aus Bad Salzschlirf, der früher bei Kenngott-Treppen gearbeitet hat und anschließend als technischer Berater für den Fenster- und Türenhersteller Hilzinger tätig war, ruht sich trotz seines Rentenalters nicht aus. Mit seiner neuesten Erfindung will Bopp die Montage von DIN-hergestellten Zargen revolutionieren.
„Die Hauptvorteile des neuen H-Z-Montagesystems lassen sich schnell zusammenfassen“, berichtet Erfinder Alfred Bopp: „Es wird kein Montageschaum benötigt, keine Schutzhandschuhe und -brille mehr, die Montagezeit verringert sich auf rund 15 bis 20 Minuten und es wird kein Sondermüll durch die PU-Schaumdosen produziert, was das Trendthema ökologisches Denken unterstützt.“ Zudem benötigt man für die Zargen-Montage keine Keile und Zargen-Spreizen mehr, somit ist der Durchgang durch die Zarge immer frei. Einer der gravierendsten Vorteile ist aber laut Erfinder Alfred Bopp die Zeitersparnis für die Zargenmontage.
„Ich bin der Meinung, dass sich das zum Teil patentierte H-Z-Montagesystem für alle Arten von Innen- und Funktionstüren eignet“, erklärt der passionierte Rentner Alfred Bopp. Auch die Türenindustrie hat schon Interesse an dem neuem H-Z-Montagesystem von Alfred Bopp bekundet und ist auf den Erfinder zugekommen.

Montage-Vorbereitung in der Türlaibung

Das Türloch muss beispielsweise für das Außenfuttermaß von 865 mm ein Maueröffnungsmaß von 885 mm vorweisen. Ist es breiter, z. B. 900 mm, gibt es ein voreinstellbares Volumenkeilsystem, deren Keile an der lotrechten Wand mit den Stahlseitenteilen zusammen angebracht werden und nicht herunterfallen können. Die Volumenkeile sind am dickeren Ende mit mehreren Abbruchteilen versehen, somit können auch geringe Zargentiefen mit dem System montiert werden. An beiden vertikalen Mauerlaibungen wird jeweils ein Stahlteil auf den Fußboden gestellt. Diese verfügen über Befestigungsbohrungen. Für gewichtsmäßig normale Türen werden nur drei Befestigungsbohrungen benötigt. Bei schweren Vollholztüren und beispielsweise 300 mm tiefen Zargen können bis zu acht Verschraubungen pro Seite erfolgen. Ein weiterer Vorteil der in der Laibung bleibenden Stahlteile ist, dass diese mit den Schließblechen verschraubt und so auch Funktionstüren mit Einbruchschutzfunktion realisiert werden können. Auch bei einem Türwechsel (Modernisierung) kann die Unterkonstruktion beibehalten werden und ohne großartige Zusatzarbeiten kann die neue Zarge demontiert und die neue wieder eingesetzt werden. Die Stahlteile werden nach dem Ausrichten in der Laibung mit Dübeln und 8-mm-Sechskantschrauben befestigt. Das System eignet sich sowohl für die Trockenbau-, Holzständerwerk- oder Mauerwerksmontage.

Vorbehandlung der Türzarge

Mittels einer Schablone, die am Zargen-Unterteil angelegt wird – bevor die Zarge zusammengebaut wird –, muss der Monteur weder die Zarge messen noch sonstige Regeln befolgen. In der Schablone werden vier PVC-Teile – ähnlich wie bei Fenster-Schließblech mit Pilzköpfen – in diese Aussparungen gelegt und verschraubt. Diese Aussparungen werden derzeit noch weiter optimiert, damit das Einfädeln noch leichter geht.
Eine ganz besonderse Eigenschaft des Systems ist das oben an der Zarge befestigte Oval-Hebesystem – das ist das vierte PVC-Teil. Dieser Exzenter-Kunststoffbeschlag ermöglicht es, die Zarge in der Höhe einfach auszurichten. Mittels eines beiliegenden 4 mm dicken Metallstabs kann das Oval-Hebesystem die Zarge beidseitig bis zu 25 mm in der Höhe justieren. Dies bietet besonders bei einem Fußbodenwechsel den Vorteil, dass der Schaum nicht herausgeschnitten werden muss, die Zarge neu ausgerichtet und wieder eingeschäumt oder sogar, dass das Türblatt und -zarge gekürzt werden müssen. Einfach die Sechskantschrauben leicht lösen, mit dem Oval-Hebesystem die Höhe neu justieren und anschließend die Schrauben wieder festziehen.

Mauerwerksöffnung trifft auf Zarge

Nachdem die Zarge zusammengebaut ist und alle H-Z-Systemteile befestigt wurden, wird die Zarge einfach wie eine Schublade in die Laibung geschoben. Dabei greifen die am Stahlteil vormontierten speziellen Einschiebeschrauben inkl. Muttern in die leicht einzufädelnden PVC-Schließstücke in der Zarge. Die Oval-Hebesysteme befinden sich hierbei auf den gekanteten Stahlteilen der Laibungsbefestigung und werden darüber in der Höhe ausgerichtet. Anschließend werden mittels eines mitgelieferten Maulschlüssels die Muttern an den Spezialschrauben festgezogen.

Hessen-Zarge GmbH

Alfred Bopp

36364 Bad Salzschlirf

www.hessen-zarge.de


BM-Redakteur Stefan Kirchner

Das ist mir aufgefallen

„Meine Frau ist schuld“

Das war die Antwort auf meine Frage, wie es zu der Idee der Hessen-Zarge und des H-Z-Montagesystems kam. Die gute Seele des Hauses hat Alfred Bopp dazu animiert, seine Ideen auch in die Tat umzusetzen. Denn das hält nicht nur geistig sondern auch körperlich fit. Ich bin beeindruckt, mit wieviel Herzblut der 87-jährige Alfred Bopp dieses neue System noch vorantreibt. Und ganz ehrlich gesagt wäre es doch wirklich mal fortschrittlich, wenn wir auf die Schmiererei mit PU-Schaum verzichten könnten und dabei auch noch Montagezeit einsparen – ganz abgesehen von dem ökologischen Fußabdruck, den wir dabei hinterlassen. Ich kann nur sagen, weiter so und bin gespannt, ob sich irgendwann die Innentürmontage ohne Schaum durchsetzen wird.

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