Schreinerei Holitsch wird zur Türenmanufaktur

Vom Rohling bis zur fertigen Tür

Die Schreinerei Holitsch wurde 1938 gegründet und arbeitet auf ca. 4500 m² in Hiltensweiler bei Tettnang, nahe dem Bodensee. Angefangen mit hochwertigem Möbel- und Innenausbau über die Produktion von Holzfenstern hat sich das Unternehmen heute auf die Fertigung von Türrohlingen sowie Haus- und Innentüren als Fertigelemente spezialisiert. Aktuell befindet sich Holitsch im Umbruch – von der Produktpalette bis hin zum neuen Firmennamen. Aus der Schreinerei wird im Laufe des Jahres die Türenmanufaktur Holitsch.

BM-Redakteur Stefan Kirchner

Die zukünftige Türenmanufaktur – obwohl die Schreinerei schon immer Türen gefertigt hat – beschäftigt insgesamt 17 Mitarbeiter, darunter der Geschäftsführer Alois Holitsch, der das Unternehmen seit 1995 in der dritten Generation leitet. Vor zehn Jahren hat die Schreinerei die Holzfensterproduktion und viele klassischen Schreinerarbeiten eingestellt und sich auf das Türengeschäft fokussiert. „Wir haben intensiv eine Ressourcen-Analyse durchgeführt, um festzustellen, was notwendig ist und was uns von unserem zukünftigen Weg abbringt. Wir mussten den Mischwarenladen bereinigen und haben uns dazu entschlossen, uns auf die Fertigung von Türrohlingen und fertigen Haus- und Innentüren zu spezialisieren“, erläutert Alois Holitsch. Die Schreinerei fertigt ca. 1000 Haus- und Zimmertürrohlinge im Jahr. Im Gegensatz zu großen Unternehmen, die ihre Fertigung zum Teil schon industrialisiert haben, wird bei Holitsch noch viel handwerkliches Geschick eingesetzt. Jede Tür und jeder Rohling wird auf Maß gefertigt und das ab Losgröße 1. Deshalb hat Holitsch auch kein Türenlager. Trotzdem schafft es der Türenspezialist innerhalb von einer Woche Standardrohlinge auf exaktes Maß zu liefern. Sonderrohlinge erhält der Kunde innerhalb von drei Wochen. Die Projekte der Türenmanufaktur reichen von einer bis zu rund 50 Türen. Das Einsatz- bzw. Einzugsgebiet von Holitsch ist der süddeutsche Raum sowie Vorarlberg in Österreich.

Handwerkliche Haustür-Rohlingsherstellung

Wenn es um komplexe oder schwere Türen geht, verweisen Kollegen-Betriebe gerne auf Holitsch. „Im Türenbereich muss man als Schreiner denken. Dabei müssen die Türen und Zargen miteinander harmonieren und die Montage gut von der Hand gehen“, so Holitsch. Der Türenhersteller arbeitet nach dem Motto „Soll es was Besonderes sein oder was Normales“. „Besonderes können wir, aber billig nicht“, so der Holztechniker Alois Holitsch. Eine Besonderheit ist bspw. dass bei zweiflügeligen Türen, über die Schnittstelle hinweg, ein durchgehendes Furnier mit passenden Einleimern, auch bei Oberblenden, ermöglicht wird. Dabei kann der Kunde wählen, wie breit die Furnierstreifen sind und ob das Furnierbild eher streifig oder blumig sein soll.

Die Türblattdicken reichen von 68 bis 120 mm, bei Standard-Türblattformaten von 1170 mm Breite mit einer Höhe von 2250 mm. Hier kann der Kunde stufenlos sein Wunschformat aussuchen. Der Aufbau erfolgt aus reinen Holzwerkstoffen in Verbindung mit einer Stahlkerneinlage aus Spezialstahl. Die Position der Stabilisatoren kann im Türblatt frei gewählt werden. Die Rohlinge, unter dem Markennamen Legno-T, können nach diversen Verstellparametern hergestellt werden. Als Basis dient dafür ein Rohling-Grundmodell. Darauf werden die anderen Funktionen auf- bzw. eingebaut. Um bspw. Ruhe hinter einer Tür zu erzeugen, wird ein spezielles Inlay eingesetzt, das für einen hohen Schallschutz von 47 dB sorgt. Aber auch 100 mm dicke Passivhaustürrohlinge (Ud 0,8 W/m²K) können problemlos realisiert werden.

Die Haustürrohlinge werden für die deckende Beschichtung mit 6 mm dickem wasserfestem MDF belegt. Bei sichtbaren Deckfurnieren kann der Kunde aus unzähligen Furnierarten wählen. Für die Einleimer wird standardgemäß Fichte eingesetzt, aber auch andere Holzarten sind möglich. Optional können die Einleimer auch auf Gehrung gefertigt werden. In der Standardausführung erreichen die rund 65 kg schweren Rohlinge einen Ud-Wert ca. 1,1 W/m²K, einen Türblatt-Schallwert von 37 dB (Systemwert 32 dB) sowie die Klimaklasse c+d+e nach DIN EN 12219 (ift geprüft). Sämtliche Sonderwünsche wie Lichtausschnitt, Glasleisten, Schloss- und Falzfräsungen sind so möglich. Die Türrohlinge werden größtenteils von den Kooperationspartnern bzw. Holzhandel Rall Holz OGH (www.rall-holz.de) aus Wangen-Neuravensburg sowie von der Ernst Straub GmbH aus Konstanz vertrieben. Aber auch Teilesätze und Fertigelemente werden für die Vertriebspartner hergestellt.

Fertige Haustüren direkt ab Werk

Um den Kunden einen ersten Eindruck von der Wunschhaustür zu bieten, hat Holitsch auf der Tarredo-Internetseite (www.tarredo.com) – Tarredo ist noch die aktuelle Haustürenmarke von Holitsch – einen Haustüren-Konfigurator installiert. Dieser wird demnächst auf der neu gestaltenden Internetseite der Türenmanufaktur zu finden sein.
Um Strom in die Türblätter zu bekommen, setzt der Hersteller auf Kabelübergänge. Für die Zutrittskontrolle kommen Ekey-Fingerscanner zum Einsatz, die schon zum Standard-Öffnungsmedium geworden sind. „Klar, stehen wir Technologien wie die Öffnung per Bluetooth, per Smartphone oder der Integration ins Smart-Home offen gegenüber und fokussieren dies auch, aber momentan wird dies in unserer Region noch nicht so viel nachgefragt“, so der digital fokussierte Schreiner.

Die Haustüren sind in variablen Breiten, Höhen und Glasfeldeinteilungen mit Seitenteilen und Oberlichtern bis zu 4,0 m Höhe möglich. Für die technischen Funktionstüren greift Holitsch auf die Lizenzen des Systemgebers Sturm zurück, um zertifizierte Funktionstüren zu fertigen. Das Lizenzsystem umfasst Holztüren zum Schutz vor Feuer, Rauch, Einbruch sowie Lärm. Seit Neuestem werden auch Aussentüren für Flucht- und Rettungswege mit Panikfunktion in verschiedensten Kombinationen mit anderen Anforderungen hergestellt. Neben einer Einbruchhemmung bis RC4 wird auch eine große Auswahl an Zubehör wie Briefkästen und Vordächern angeboten. Das Thema Barrierefreiheit wird durch das Alumat-Schwellensystem gelöst. Weitere Zulieferfirmen von Holitsch sind Süd-Metall, KFV, Simonswerk, Fuhr, Deventer usw.

Digitalisierung im Einklang mit Handwerkskunst

Um allen Mitarbeiter, sei es in der Fertigung oder bei der Montage, Zugriff auf die Produkt- und Projektdaten zu geben, setzt Holitsch auf eine Cloud. Hier befinden sich Konstruktionszeichnungen, Fotos und der Produktionsstatus. Selbst der Endkunde hat teilweise Einsicht in die Cloud – das sorgt für alle Beteiligten für Transparenz. Selbst Tutorials wie „so stellt man eine Tür richtig ein“ für Endkunden sind in Planung.

Zudem will man den digitalen Prozess weiter ausbauen. Im Entwick-

lungsstatus befindet sich bei Holitsch eine Chiptechnologie, die für

die Datenerfassung in die Türen eingebaut werden soll. Damit sollen vorrangig Öffnungszyklen analysiert werden. „Praktisch wäre es, wenn wir nach 200 000 Öffnungszyklen eine digitale Mitteilung per

Funk bekommen, um den Kunden im Nachgang einen Pflege- und

Wartungsdienst anbieten zu können. In Folge können auch andere Messwerte wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgewertet werden. Ziel ist es, die Türe ganzheitlich „smart“ zu machen und entweder als Stand-alone intelligent auszurüsten oder in ein bestehendes Smart-Home-Netz integrieren zu können“, so Holitsch abschließend.

Gelebte Nachhaltigkeit wird konsequent umgesetzt

Bei Holitsch wird nicht nur verantwortungsvoll mit dem Rohstoff Holz umgegangen, die Firma heizt CO2-neutral durch Hackschnitzel und fährt mit vier E-Autos zu den Kunden in der Region. Vor knapp drei Jahren hat sich Holitsch der Nachhaltigkeitsinitiative Win-Charta des Landes Baden-Württemberg angeschlossen, die das nachhaltige Wirtschaften würdigt und in der Öffentlichkeit sichtbar macht. Zudem ist die Schreinerei Träger des Zukunftspreises 2016, des LEA-Mittelstandspreises des Landes Baden-Württemberg 2016 und wurde für den Sonderpreis Ausbildungsass 2016 in Berlin ausgezeichnet.

Holitsch GmbH

88069 Tettnang-Hiltensweiler

www.holitsch.de

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