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Montagevorbereitung

BM-Serie, Teil 2: Werkstattoptimierung durch Ordnung mit System
Montagevorbereitung

Grundlage einer effizienten Montage ist eine ordentliche Vorbereitung. Denn wer Material, Werkzeug, Unterlagen und Werkstücke vollständig und strukturiert an den dafür vorgesehenen Lagerorten bereitstellt, trägt nicht nur zu einem erfolgreichem Montageablauf bei, sondern überzeugt auch Kundinnen und Kunden mit einem positiven Erscheinungsbild.

Martin Buck

Der zeitliche Aufwand für Montagen ist oft noch schwieriger einzuschätzen als Zeiten in der Werkstatt. Umso wichtiger ist es, diesen Kostenblock möglichst effizient zu gestalten. Ein gutes Ordnungssystem für die Montagevorbereitung ist hier der richtige Ansatz.

Sinn eines Ordnungssystems bei Montage

Monteure sollten in der Lage sein, eine Viertelstunde (bei aufwendigen Ladevorgängen eine halbe Stunde) nach Arbeitsbeginn mit ihrem Auto vom Hof zu fahren. Dafür muss das Werkzeug eindeutig, übersichtlich, immer in ausreichender Anzahl greifbar sein. Das gilt genauso für das benötigte Verbrauchsmaterial. Alle Werkstücke stehen vollständig sortiert mit sämtlichem Zubehör, Auftragsunterlagen und Montagehinweisen direkt bei den Autos in der Ladezone. Der Innenraum der Fahrzeuge ist so gestaltet, dass sowohl Werkzeuge als auch Werkstücke schnell aufgeladen und sofort gesichert werden können. Auf der Baustelle gehören zu einem Ordnungssystem auch die benötigten Transporthilfen, die im Fahrzeug so logisch bereitgestellt werden, dass man sie bei Bedarf sofort erreicht.

Positives Erscheinungsbild bei Kunden

Noch dazu ist der Eindruck, den Monteure mit ihrem Werkzeug bei den Kunden hinterlassen, die Visitenkarte für ein Handwerksunternehmen. Handwerker, die mit einem sauberen Auto vorfahren, in gepflegter Arbeitskleidung auftreten, ihr Werkzeug systematisch – und damit zügig – entladen und auf die Baustelle bringen können, werden schon einen guten Eindruck hinterlassen, bevor sie überhaupt gearbeitet haben. Wenn alle Maschinen und alle Montagematerialien in einem einheitlichen Aufbewahrungssystem mit Firmenlogo bereitgestellt werden, prägt das ein positives Erscheinungsbild bei Kunden.

Vernünftige Auftragsunterlagen

Im Bereich Montagevorbereitung gehören zu einem Ordnungssystem als erstes vollständige Unterlagen für die Monteure. Alle im Unternehmen vorliegenden Informationen sollten für alle nachvollziehbar kommuniziert werden, um zeitaufwendige Nachfragen von der Baustelle zu vermeiden. Eine gute Lösung sind hier sorgfältig selbst ausgearbeitete Checklisten. Sie stellen sicher, dass Monteure z. B. auf die Abmessungen eines Aufzugs, die bereits beim Aufmaß ermittelt wurden, ohne Rückfrage zugreifen können. Vereinfacht wird der Prozess durch digitale Medien, aber auch ausgedruckte Dokumente sind möglich. Die konsequente Anwendung dieser Listen erfordert Disziplin, aber solche Hilfsmittel als ordnendes System unterstützen die Einhaltung dieser Disziplin.

Fertiglager, Verladezone, Montagemagazin

Der nächste Teil des Ordnungssystems für die Montage ist die Organisation von Fertiglager und Verladezone. Im Produktionsprozess gibt es einen Zeitpunkt der Übergabe von Fertigung zur Auslieferung – „fertig zur Montage“. Im Sinne des eindeutigen, nachvollziehbaren Ordnungssystems sind hier wirklich alle Werkstücke und das komplette Zubehör für die Montage an einem Ort zusammenzustellen.

Falls die produzierenden Mitarbeiter nicht selbst montieren, ist das ihre Aufgabe. Denn sie kennen das Produkt und können sicherstellen, dass alle Teile fertig und vollständig sind. Dafür muss eine eindeutig definierte Fläche zur Verfügung stehen. Idealerweise befindet sich diese am Ende des Produktionsablaufs direkt an der Ladezone. Auch alle Montagewerkzeuge und Montagematerialien werden logisch angeordnet direkt dort gelagert, wo die Fahrzeuge beladen werden. Jedes Teil hat auch hier seinen eindeutig gekennzeichneten Platz.

Einheitliches Aufbewahrungssystem

Montagesituationen haben immer wechselnde Bedingungen. Einmal braucht man dieses Werkzeug, mal jenes. Manchmal braucht man viel, manchmal wenig. Immer wieder andere Kombinationen von Werkzeug und Verbrauchsmaterial sind möglich. Der Laufweg zur Baustelle kann kurz oder lang, ohne oder mit Treppen sein. Die Lösung für diese verschiedenen Situationen kann nur ein durchgängiges, aufeinander abgestimmtes Aufbewahrungs- und Transportsystem sein.

Versuche, viele Handmaschinen und Material mit Werkzeugkoffern unterschiedlicher Hersteller effizient zu transportieren, können nur scheitern. Und sie wirken höchst unprofessionell. Ein durchgängiges System erleichtert zusätzlich die Aufbewahrung an der Verladezone und im Fahrzeug. Wegen ihres geringen Gewichts und guter Kopplungsvorrichtungen eignen sich Boxen wie Systainer, Sortimo, Orsy, u. a. erheblich besser als Eigenkonstruktionen oder gar Eimer. Wenn das Aufbewahrungssystem dann noch in Farben der Firmen-CI und mit aufgedrucktem oder aufgeklebtem Logo versehen ist, überzeugt der Auftritt beim Kunden. Außerdem ist die eigene Ausstattung auf Baustellen mit mehreren Gewerken sofort zu erkennen.

Möbel in der Bereitstellungszone

Die detaillierte Gestaltung der Aufbewahrungsmöbel für das Montagematerial ist abhängig von der Ausstattung der Fahrzeuge (BM 07/22).

Aber das Grundprinzip des Montagematerials ist gleich. Der Bereich besteht aus zwei Zonen: der Zone, in der alle Werkzeuge, Handmaschinen, Transportmittel und sonstige Hilfsmittel aufbewahrt werden. Und der zweiten Zone, in der das Verbrauchsmaterial für die Montage aufbewahrt wird. Das erfolgt entweder in Regalen im selben Raum oder in einem separaten Montagemagazin– am logischen Standort – direkt an der Verladezone. Dort wird das gesamte Verbrauchsmaterial bereitgestellt und mithilfe einer organisierten Bewirtschaftung dafür gesorgt, dass benötigtes Material stets vorhanden ist.

In der BM-Juli-Ausgabe geht es um das Thema „Ordnung mit System“ im Montagefahrzeug.


Der Autor

Martin Buck ist Tischlermeister und Diplom-Industrie-Designer (FH). Diese beiden Qualifikationen ermöglichen es ihm in besonderer Weise, Lösungen für die systematische Ordnung zu entwickeln. Er kennt den Arbeitsalltag und die ständig darin auftauchenden kleinen Unordentlichkeiten genauso wie die großen Herausforderungen im Ablauf einer Schreinerwerkstatt.

Als Designer hat er gelernt, Dinge so zu gestalten, dass sie intuitiv richtig bedient werden und wie man mit dem Werkzeug des „Visuellen Managements“ ein Ordnungssystem erklärt.

Seit nun fast 20 Jahren berät Martin Buck Unternehmen und kann aus zahlreichen großen und kleinen Projekten permanent weitere Erfahrungen in die Entwicklung neuer Ideen und Lösungswege einfließen lassen.

Er verbindet in seinen Beratungen das Fachwissen des Tischlers mit der Denkweise eines Designers. Er ist davon überzeugt, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt, wenn man sie systematisch erarbeitet. Dabei ist ihm bewusst, dass Frustration immer ein Teil des Lösungsweges ist.

Die Kombination von Tischler und Designer hilft ihm auch noch in einem anderen Sinne weiter. Martin Buck versteht und spricht sowohl die Sprache des Hilfsarbeiters als auch des akademischen Geschäftsführers. Weil seine Beratungsprojekte im Wesentlichen immer aus Workshops mit den Beschäftigten bestehen, ist das ein Schlüssel für den Erfolg seiner Tätigkeit.

Das von ihm erworbene Wissen an „sein“ Handwerk weiterzugeben, ist seine ganz persönliche Motivation.

www.buckoptimal.de


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Die Serie im Überblick

Neue BM-Serie, Teil 1: Werkstattoptimierung in der Praxis

Ordnung braucht System

Ordnung in der Werkstatt ist das zentrale Werkzeug für eine effiziente Fertigung. Reine Disziplin ist hier aber nicht ausreichend, ausschlaggebend ist das…

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