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Webshop-Schnittstellen: Artikel anfragen und bestellen in der eigenen ERP-Software

Webshop-Schnittstellen: Artikel anfragen und bestellen in der eigenen ERP-Software
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Webshop-Schnittstellen ermöglichen die Anzeige, Anfrage und Bestellung von Produkten über Online-Herstellerkataloge, direkt in der eigenen ERP-Software. Das spart nicht nur Zeit.

Marian Behaneck

Holzverarbeiter kennen das: Wer für ein Angebot aktuelle Preise braucht, muss zunächst seine Branchensoftware verlassen, den Webbrowser aufrufen, sich in den Hersteller- oder Lieferanten-Webshop seines Vertrauens einloggen und den passenden Artikel mit allen Daten zusammentragen. Anschließend muss man wieder seine ERP-Software aufrufen und dort Produktdaten wie Farben, Oberflächen, Maße, Preise und Abbildungen per Cut & Paste in das Angebot einfügen. Alternativ kann man auch Artikel- und Preisdaten seiner Branchensoftware-Datenbank abrufen – sofern sie vorhanden, gepflegt und aktuell sind. Ob ein Artikel in der benötigten Menge verfügbar und wann er lieferbar ist, muss man meist sowieso extra anfragen. Das ist alles zeitraubend und fehleranfällig.

Schnittstellen rationalisieren Prozesse

Webshop-Schnittstellen nutzen dagegen die stets aktuellen und gepflegten Online-Daten der Hersteller/Lieferanten. Damit können ERP- oder CAD/CAM-Anwender direkt in der aktuellen Kalkulation oder Planung auf Artikeldaten von Hersteller- oder Lieferanten-Shops zugreifen. Artikelbeschreibungen, Artikelnummern, Preise, Abmessungen, Fotos, Grafiken oder erläuternde PDF-Dokumente werden per Mausklick direkt in ein Angebot, eine Stückliste oder einen Artikelstamm übernommen. Ein mühseliges, händisches zusammentragen von Preisen, Lieferdaten oder Produktbeschreibungen für Angebote entfällt. Das funktioniert für Verbrauchsmaterialien wie Platten, Kanten oder Beschläge ebenso wie für Fertigprodukte wie Türen oder Fenster. Darüber hinaus werden, je nach Webshopbetreiber, aktuelle Verfügbarkeiten, Verpackungseinheiten, Mindestabnahmemengen und Lieferzeiten angezeigt, was entsprechende Nachfragen erübrigt. Ist der Auftrag erteilt, lassen sich die Artikel genauso einfach bestellen – inkl. aller mit dem Lieferanten vereinbarten Preise und Rabatte. Über eine Verknüpfung der Datenbank des Anwenders mit dem Datenstamm des Lieferanten lassen sich zudem einzelne oder alle Artikeldaten automatisch aktualisieren. Die mühsame Aktualisierung und Pflege von Preisen und Produktdaten entfällt damit, was Zeit spart, Mehrfacheingaben und Fehler vermeidet.

Win-win für alle

Die Idee, Bestellprozesse über Schnittstellen und Standards zu vereinfachen, ist nicht neu. Allerdings haben die Lösungen bisher meist nur zwischen zwei Partnern funktioniert – einem Hersteller und einem Anwender einer bestimmten Software, was den Anwender bei der Lieferantenwahl einschränkt. Aktuelle Lösungen verfolgen einen anderen Ansatz.

Über eigene oder übergreifende Artikeldaten-Austauschstandards wie ComNorm, OCI und andere kann der Anwender zwischen mehreren Shop-Betreibern wählen. Davon profitieren alle: Holzverarbeiter erhalten tagesaktuelle individuelle und mengenabhängige Preise, verfügen über eine sichere Kalkulationsbasis, können um die Uhr Anfragen stellen und Verfügbarkeiten prüfen, Daten automatisch in Angebote und Kalkulationen übernehmen, dadurch Zeit sparen und Arbeitsabläufe optimieren. Hersteller und Händler können Bestellungen automatisiert bearbeiten, was weniger administrativen Aufwand, zeitnahe Auswertungen und weniger Fehler generiert.

Technisch findet der Datenaustausch zwischen Kunde und Webshop über eine offene, API-basierte Schnittstelle oder per Web-Service statt, der eine Maschine-zu-Maschine-Interaktion ermöglicht. Dabei werden auf externen Servern Funktionen aufgerufen und Daten automatisiert über sichere Verbindungen ausgetauscht. Herausfordernd für Schnittstellen-Anbieter sind unterschiedliche interne Webshop-Standards. Das erklärt unter anderem die verschiedenen Funktionsumfänge: so überträgt ein Webshop mal keine Bilder, mal lässt ein anderer keine Bestellabläufe zu, sondern nur Preisanfragen etc. Auch beim Austausch von Bestellmengen oder Verpackungseinheiten kann es zu Problemen kommen, ebenso wie bei Online-Produktkonfiguratoren, mit denen beispielsweise Türen oder Fenster individuell zusammengestellt werden können.

Wer bietet was?

Online-Bestellschnittstellen offerieren inzwischen mehrere Branchensoftware-Anbieter in unterschiedlicher Ausprägung. Eine noch ausführlichere Beschreibung der Schnitstellen finden Sie unten im Beitrag.

Borm Informatik/PointLine CAD: … ermöglicht Anwendern von PointLineProject ERP, BormBusiness und allen ERP-Programmen der Borm-Gruppe auf Lieferanten-Webshops über die ComNorm-Schnittstelle zuzugreifen und Produktinformationen und -daten in Angebote, Lieferscheine, Stücklisten oder in den Artikelstamm zu übernehmen. Darüber hinaus lassen sich Dokumente wie Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferscheine oder Rechnungen digital übermitteln. Artikeldaten der Branchensoftware können manuell oder automatisiert aktualisiert werden. Es können auch mehrere Lieferanten pro Artikel ausgewählt werden. Teilnehmer sind aktuell Häfele, Würth, OPO Oeschger, Ostermann. ZEG folgt in Kürze. Die Schnittstelle ist für Anwender kostenlos, für Webshop-Betreiber kostenpflichtig (www.borm-informatik.de, www.pointlinecad.de).

Extragroup: … ermöglicht in der Branchensoftware Profacto eine papierlose Artikelbestellung per Scan eines QR-Codes mit handelsüblichen Smartphones. Profacto zeigt den tagesaktuellen Einkaufspreis im offenen Bestellvorschlag an. Für jeden erfassten Artikel wird ein QR-Code generiert, der samt Artikelinformationen als Aufkleber ausgedruckt und beispielsweise am Lager-Regal angebracht werden kann. Für Nachbestellungen wird der QR-Code einfach gescannt. Mithilfe eines individuell konfigurierbaren Buttons können Mitarbeiter einen Bestellvorschlag per Smartphone direkt ins System senden und online bestellen. Der Mitarbeiter in der Werkstatt erhält ein Feedback zum Bestellstatus. Aktuell besteht eine Schnittstelle zum Beschlagshersteller Würth, weitere folgen. Die Kosten werden nutzungsabhängig abgerechnet (www.extragroup.de).

Kuhnle: … bietet seinen Anwendern die Möglichkeit des Bestelldatei-Uploads – ein Service, den einige Onlineshops bieten. Diese können im ERP-Programm Kuhnle individuell pro Lieferant angepasst und hinterlegt werden. Zusätzlich können Anwender über eine ComNorm-basierende Webshop-Schnittstelle im Modul Einkauf Artikel recherchieren und diese in die Lager-Datei, respektive den Auftrag übernehmen. Auch Preisanfragen und Bestellungen sind über das Modul möglich (www.kuhnle.com).

OS Datensysteme: Der OSD-WEB-Service basiert auf einer in das OSD-ERP-Programm integrierten Webschnittstelle zu über 20 Webshopbetreibern. Preisanfragen und Bestellungen erfolgen mit Bezug zum realen Bedarf aus den Stücklisten und des Lagerbedarfs. Bestellmengen werden im Bestellpool, etwa über Kanban-Techniken, ermittelt.

Lieferanten-Rückmeldungen zu Preisen und Verfügbarkeiten berücksichtigen die erforderliche Gesamtmenge. Einzelne oder sämtliche Materialdatensätze eines Lieferanten können synchronisiert werden. Eventuelle Zusatzkosten wie Transportkosten werden bei der Angebotskalkulation erkannt. Technologiedaten können zur CNC-Programmgenerierung genutzt und Kanten passend zu Platten gesucht werden (www.osd.de).

Pinncalc: If-to-Shop ermöglicht Nutzern der ERP-Software P123 Corpora und P000 FreeCorpora einen direkten Online-Zugriff auf Artikel- und Preisinformationen, Verfügbarkeiten, Mindestabnahmemengen oder Lieferzeiten von Onlineshop-Betreibern. Vereinbarte Preise und Rabatte werden bei der Online-Bestellung berücksichtigt. Die Aktualisierung eigener Artikeldaten erfolgt automatisch. CNC-Fertigungsinformationen lassen sich ebenso digital abrufen wie Lieferscheine und Rechnungen. Auch Produkt-Konfiguratoren können eingebunden werden. If-to-shop basiert auf einer offenen Schnittstelle, die sowohl von Webshop-Betreibern als auch von Softwareherstellern für ERP- oder CAD-Software genutzt werden kann. Die Schnittstellen-Kosten tragen die Webshop-Betreiber, sodass für Handwerker keine Kosten entstehen. Softwarehersteller werden am Umsatz beteiligt. Aktuell beteiligen sich rund 20 Webshop-Betreiber, darunter Roggemann, Würth oder Häfele (www.p-s-s.de).

Triviso: Die ebenfalls auf der ComNorm-Schnittstelle basierende, in die Triviso ERP integrierte Webshop-Schnittstelle ermöglicht Anfragen zu Artikeldaten, Einkaufspreisen und Verfügbarkeiten sowie eine selektive oder komplette Datenübernahme in den internen Materialstamm. Angezeigt werden Artikelinformationen, Fotos, Grafiken, Preise, Staffelpreise und Bestellmengen. Auf den Artikelstamm wird entweder über Datei-Schnittstellen und/oder direkt auf die Datenbank zugegriffen. Neue ComNorm-Lieferanten stehen dem Anwender automatisch und kostenlos zur Verfügung. Eine Historienfunktion dokumentiert die Preisentwicklung von Artikeln. Zu den einmaligen Kosten für die Benutzerlizenz der ComNorm-Schnittstelle kommen jährliche Serviceabo-Kosten hinzu (www.triviso.de).

Fazit: die Masse macht’s

Webshop-Schnittstellen sparen viel Zeit, nicht nur bei der Angebotserstellung – im Schnitt etwa eine Stunde pro Tag. Allerdings hängt der Nutzen direkt von der Auswahl ab. Je mehr Lieferanten/Hersteller in einen Webshop eingebunden sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die vom Holzverarbeiter favorisierten dabei sind. Rationalisierungspotenziale lassen sich noch besser ausschöpfen, wenn die Webshop-Schnittstelle in die Lagerbewirtschaftung eingebunden ist, damit bei Preis-/Verfügbarkeitsanfragen und Bestellungen der tatsächliche Mengenbedarf aus den Stücklisten des aktuellen Auftrags und des Lagerbestands berücksichtigt wird.


Webshop-Schnittstellen: Praxis-Statements

Foto: Kuhlmann Möbelbau

Michael Kuhlmann von Kuhlmann Möbelbau aus Herbertingen: „Seit ich meinen Betrieb mit PointLineCAD, PointLineProject und der ComNorm digitalisiert habe, sind die betrieblichen Abläufe einfacher geworden. Vor allem die ComNorm-Schnittstelle ermöglicht einen direkten Zugriff auf die E-Shop-Plattformen meiner Lieferanten. Mit wenigen Klicks sind die Artikel aufrufbar, der Preis kann tagesaktuell überprüft und falls erforderlich im Artikelstamm überschrieben werden. Das Gleiche gilt für das Anlegen neuer Artikel. Mühsames Suchen nach der Artikelnummer im Katalog und deren Eingabe entfallen, ebenso wie Anfragen per Telefon oder E-Mail. Das ist eine große Erleichterung für das Tagesgeschäft.“


Foto: Enno Roggemann GmbH & Co. KG

Max Roggemann, Geschäftsführer der Enno Roggemann GmbH & Co. KG, Georgensgmünd: „Wir freuen uns als erster Holzhändler eine Schnittstelle zwischen der Warenwirtschaft PinnCalc und unserem RogShop anbieten zu können. Der komplette Prozess der Auftragsabwicklung kann hierdurch voll integriert abgebildet werden. Wir schenken unseren Kunden daher das wertvollste: Zeit!“


Foto: Strotmann Innenausbau GmbH

Christoph Strotmann, Geschäftsführer der Strotmann Innenausbau GmbH aus Hörstel: „Bei uns ist die Schnittstelle zum Webshop von Kötter + Siefker sowie Häfele zum festen Bestandteil unserer Bestellvorgänge geworden. Die direkte Verknüpfung erspart langes Suchen sowie unnötige und zudem zeitaufwendige Wechsel in den Programmen.“


ComNorm & Co.

Webshop-Schnittstellen basieren auf Softwarehersteller-spezifischen oder auf folgenden übergreifenden Standards für den Austausch von Artikelstammdaten zwischen Produktlieferanten.

ComNorm: … ist eine vom Verband Schweizer Schreiner Software VSSS entwickelte Norm für den Austausch von Produktinformationen und daten zwischen Verarbeitern, Fachhändlern und Herstellern, direkt aus der Umgebung einer Branchensoftware heraus. ComNorm ermöglicht auch eine Übermittlung von Dokumenten wie Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen und Rechnungen, eine automatische Aktualisierung von Artikelstammdaten der jeweiligen Handwerker-Software sowie die Übermittlung individuell ausgehandelter Bestellkonditionen (www.comnorm.ch).

Open Catalog Interface (OCI) … ist eine offene, standardisierte von der SAP AG entwickelte Schnittstelle zum Online-Austausch von Katalogdatensätzen zwischen Software-Systemen und beliebigen Online-Katalogen. Anwender einer Software greifen dabei auf aktuelle Katalogdaten des Anbieters online über Standard-Internetprotokolle zu. Der Bestellprozess wird vereinfacht und Einkäufe beim Lieferanten werden sofort in der Software verbucht. Eine Hintergrund-Suche erweitert den OCI-Standard um die Möglichkeit, im Online-Shop des Lieferanten Artikel zu suchen, ohne das eigene System verlassen zu müssen (www.sap.com).

Webshop-Schnittstellen im Detail

Borm-Informatik / PointLine CAD: ComNorm-Schnittstelle

Vorteile: Handwerker haben ihren Lieferanten-Webshop direkt in BormBusiness oder PointLineProject. Sämtliche Produktinformationen und -daten können direkt aus der gewohnten Umgebung angefragt und übernommen werden. Dadurch sparen sie enorm Zeit bei der Artikelpflege, Mehrfacheingaben und Fehler werden vermieden. Preise und Artikeldaten sind immer tagesaktuell und 24/7 verfügbar. In PointLineProject übernehmen sie die Daten entweder in Angebote, AB’s, Lieferscheine, Stücklisten oder direkt in den Artikelstamm. Damit steigern Handwerker ihre Prozessoptimierung nachhaltig. Darüber hinaus ermöglicht die ComNorm-Schnittstelle das Übermitteln von Dokumenten wie Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferscheinen und Rechnungen. Mühseliges, händisches zusammentragen von Preisen, Lieferdaten oder Produktbeschreibungen für Angebote entfällt.

Konzept: Die ComNorm ermöglicht mit einer gemeinsamen Schnittstelle den Datenaustausch zwischen Verarbeitern und Fachhändlern. Preisanfragen, Bestellungen und sonstige Artikelauskünfte können direkt aus der gewohnten Umgebung von PointLineProject getätigt werden. Egal ob im Angebot, direkt aus der Stückliste heraus oder zum Aufbauen und Aktualisieren des Artikelstamms.

Schnittstelle: offene Schnittstelle zu ComNorm

Anzeige: Artikelinfos, Verkaufstexte, Fotos/Grafiken, Preise, Verfügbarkeit, Bestellmengen, Artikeldokumente (z.B. Montageanleitungen etc. als PDF an den Artikel angehängt)

Funktionen: Preise anfragen und mit Vergleichsmatrix in PointLineProject auswerten, Bestellen, Artikel aktualisieren selektiv oder komplett nach Preisdatum, Einbindung in ERP (Angebot, AB, Lieferschein, Rechnung, Stückliste, Artikelstamm), je nach Lieferanten auch CAD Daten möglich

Besonderheiten: Aktualisierung der Artikel im Artikelstamm, manuell oder automatisiert. Digitale Rückintegration von Bestellbestätigungen, Lieferscheinen und Rechnungen vom Lieferanten zurück nach PointLineProject, auftragsgenau und positionsbezogen. Mehrere Lieferanten pro Artikel möglich, bei der Bestellung ist der Lieferant dann wählbar

Teilnehmer: In allen ERP Programmen im Portfolio der BORM Gruppe wie PointLineProject und BormBusiness ist die ComNorm Schnittstelle bereits im Grundmodul enthalten. ComNorm Partner auf Lieferantenseite sind bereits die Firmen Häfele GmbH & Co KG, Adolf Würth GmbH & Co. KG, OPO Oeschger GmbH, Rudolf Ostermann GmbH. ZEG steht kurz davor Ihren neuen Shop an die ComNorm anzubinden.

Kosten: Für die Endkunden ist die Nutzung von ComNorm in PointLineProject und BormBusiness kostenlos, da bereits im Grundmodul der Software enthalten. Die Kosten tragen sowohl das Softwarehaus als auch der Lieferant.

Weitere Informationen: www.borm-informatik.de, www.pointlinecad.de

Extragroup: QR-Codescan

Vorteile: Die Branchensoftware profacto ermöglicht ein Bestellwesen per Smartphone, nach dem Prinzip „Materialbestellung auf Knopfdruck“, bzw. per Scan eines QR-Codes. Es muss kein spezielles Gerät angeschafft werden. Die Bedienung erfolgt über ein handelsübliches Smartphone. Somit entstehen keine weiteren Kosten. Der gesamte Bestellvorgang kann völlig papierlos erfolgen. In profacto besteht z.B. die Bestell-Schnittstelle zum Lieferanten Würth. Zeitökonomisch, durch eine schnelle, lückenlose Übertragung zum Lieferanten. Profacto listet den tagesaktuellen Einkaufspreis im offenen Bestellvorschlag. Es kann mit beliebig viele QR-Codes im Lager gearbeitet werden. Durch die offene API in profacto ist es auch möglich, generische Anbindungen zu ermöglichen.

Konzept: Die Idee: Einen direkten, lückenlosen Kontakt zwischen Kunde und Lieferant über API-basiertem Datenaustausch herzustellen. profacto arbeitet mit mehreren Lieferanten zusammen, die eingebunden werden können. Das Prinzip: Für jeden erfassten Artikel, wird in profacto ein QR-Code generiert. Dieser kann, zusammen mit allen wichtigen Informationen zum Artikel, als Etikett-Aufkleber ausgedruckt werden. Im Lager wird dieser dann beispielsweise an das entsprechende Regal angebracht. Für eine Lagernachbestellung wird der QR-Code einfach per Smartphone eingescannt. Der Nutzer erfährt auf Anhieb, ob der Bedarf schon im System erfasst ist. Als Bediengerät fungiert jedes Smartphone, welches aus einem QR-Code eine URL auslesen und im Browser aufrufen kann. Neben der Bestellung per QR-Code können auf dem Endgerät außerdem digitale Buttons eingerichtet werden, denen jeweils eine bestimmte Artikelnummer im System zugewiesen wird. Beispiel: Je nach Infrastruktur des Betriebes kann ein Mitarbeiter durch Aktivierung eines Buttons sozusagen direkt von der Maschine aus einen Bestellvorschlag ins System senden. Ist der Artikel im Lager nicht vorrätig, kann dieser beim Zulieferer bestellt werden. Der Mitarbeiter in der Werkstatt erhält in jedem Fall ein direktes Feedback zum Status seiner Bestellung.

Schnittstelle: Offene, API-basierte Schnittstelle.

Anzeige: Artikelinfos, Fotos/Grafiken, Preise, Verfügbarkeit, Bestellmengen etc.

Funktionen: Das Bestellsystem ist komplett ins ERP eingebunden. Synchronisierbar mit einem CAD-Programm, z.B. Vectorworks interiorcad.

Besonderheiten: Offenheit des Systems und die flexible Nutzung mit jedem handelsüblichen Smartphone als Endgerät.

Teilnehmer: Würth (Montage- und Befestigungstechnik). Weitere Lieferanten sind gerade in Arbeit.

Kosten: Nutzungsabhängig, da kein hardware-abhängiges System.

Weitere Informationen: www.extragroup.de

Kuhnle: ComNorm-Schnittstelle

Beim Thema Einkauf setzt Kuhnle auf flexible Lösungen. Neben dem Bestellen per Fax oder e-Mail kann auch per Protokolldateiausgabe bestellt werden. Einige Onlineshops bieten die Möglichkeit solche Bestelldateien hochzuladen. Diese können in Kuhnle individuell pro Lieferant angepasst und hinterlegt werden. Eine besondere Bestellmethode stellt die Webshop-Schnittstelle zu ComNorm dar. Damit kann komfortabel die Materialrecherche wie auch Material-Übernahme in die Lager-Datei bzw. den Auftrag durchgeführt werden. Bei Preisanfragen und Bestellungen über das Modul Einkauf kann über die Schnittstelle ComNorm auf die WebShops der Lieferanten zugegriffen werden.

Weitere Informationen: www.kuhnle.com

OS Datensysteme: OSD-WEB-Service

Vorteile: Zeitersparnis, tagesaktuelle individuelle und mengenabhängige Preise, Verfügbarkeit bei einigen Händlern sogar mit deren Lagerbeständen, sichere Kalkulationsbasis, Termintreue, Information darüber an welchem Lager des Händlers die Artikel zur Verfügung stehen – wichtig bei persönlicher Abholung, durchgängiger Workflow, pauschale Aktualisierung per Knopfdruck aller Artikel pro Lieferant, Technologiedaten für die direkte CNC-Programmgenerierung.

Konzept: Der Datenaustausch zwischen Kunde und Lieferant/Hersteller findet mittels OSD-WEB-Service statt. Dabei handelt es sich um eine Schnittstelle zur Maschine-zu-Maschine-Interaktion. Dabei werden Daten ausgetauscht und auf entfernten Computer (Servern) Funktionen aufgerufen. Der Datenaustausch erfolgt sicher, schnell und zuverlässig. Der Anwender muss das OSD-ERP-Programm nicht verlassen. Die vertrauliche Geschäftsbeziehung zwischen Lieferant und Kunde bleibt bewahrt, OS Datensysteme hat keinerlei Informationen über die Anfrage- und Bestellabläufe der Kunden über den OSD-WEB-Service.

Schnittstelle: OS Datensysteme bietet für alle Lieferanten eine Standardschnittstelle an. Darüber hinaus haben verschiedene Lieferanten, z.B. Häfele, eigene Schnittstellen-Definitionen, an die sich OS Datensysteme angepasst hat.

Anzeige: Artikelinfos, Fotos/Grafiken, Preise, Verfügbarkeit, Bestellmengen. Der Lieferant legt fest, was er übertragen möchte. So gibt es Lieferanten, die keine Bilder übertragen oder andere Datenfelder nicht nutzen. Wichtig ist, dass bei Bestellungen und Preisanfragen der Mengenbezug berücksichtigt wird. D.h., bei der Nutzung des OSD-WEB-Service werden Anfrage und Bestellungen aus dem realen Bedarf aus Stücklisten und Lagerbedarf erstellt. Die Mengen werden im Bestellpool, z. B. über KANBAN-Techniken oder Stücklistenerfassung zusammengefasst. Der Einkäufer löst die Anfrage oder Bestellung direkt aus dem ERP-Programm aus. Der Online-Response vom Lieferant bezieht sich preislich und in Punkt Verfügbarkeit auf die Gesamtmenge, nicht auf eine einzelne Stücklistenposition.

Funktionen: OS Datensysteme bietet die Aktualisierung einzelner Materialdatensätze (Basisbestand für Stücklisten und Vorkalkulationen), aber auch die Möglichkeit alle gespeicherten Daten eines Lieferanten pauschal im Hintergrund zu synchronisieren. Im Lagerprogramm werden pro Artikel die potentiellen Lieferanten abgespeichert. Das verschafft schnell einen Überblick über Alternativlieferanten. Bei Preisanfragen und Bestellungen werden automatisch Vorgang und Kommission an den Lieferanten übermittelt, so kann eine Lieferung eindeutig zugeordnet werden.

Besonderheiten: Der OSD-Anwender bekommt über die WEB-Service-Schnittstelle nicht nur die kaufmännischen Daten, sondern kann über den Artikel und Zugriff auf einen OSD-Cloud-Server die passenden Technischen Daten übernehmen. Die Technologiedaten werden im OSD-ERP und OSD-CAD/CAM genutzt um automatisiert CNC-Programme für alle Maschinen zu generieren. Damit wird der Datenfluss optimiert. Dieser Service ist mit Wartungsvertrag kostenfrei. Kante zur Platte suchen (s.u.), Sammeln aller relevanten Daten im Bestellpool, Direktanbindung zwischen Stücklistenerfassung und Onlineshop des Lieferanten über OCI. Der OSD-WEB-Service bietet den Lieferanten als Besonderheit Zusatzkosten in Form von Transportkosten, Abrollkosten, Mengenstaffelungen etc. darzustellen, so dass der Kunde bereits bei Anfrage oder Bestellung detailliert über die Gesamtkosten informiert ist. So fließen diese Kosten ebenfalls in die Projektvorkalkulation und in die Nachkalkulation mit ein. Eine Sonderfunktion ist die Möglichkeit, die passende Kante zur vorgegebenen Platte im Onlineshop von Ostermann zu suchen („Kante zu Platte“). Mit schlagwortartigen Begriffen der verwendeten Platte suchen Anwender aus dem Sortiment die Kanten aus, die zur Platte passen können. Die ausgewählte Kante wird in die Stücklistenverarbeitung übernommen und verarbeitet. Der Anwender hat zusätzlich die Möglichkeit, diese Kanten in den Materialstamm automatisch mit aufzunehmen und so sein Sortiment zu erweitern.

Teilnehmer: Asal, Häfele, Hees + Peters, Hofa, JAF, Kötter und Siefker, Lütteken, OPO Oeschger, Ostermann, Plegge und Bauer, Seefelder, Steinrück, Stober, Topf, Waterkamp, Würth, ZEG,: VonderHeydt, Wischer, Eisen-Pfeifer (ab Mai 2021), weitere in Vorbereitung.

Kosten: Der OSD-WEB-Service steht allen Kunden mit Wartungsvertrag kostenfrei zur Verfügung. Es werden keinerlei Informationen gespeichert oder weitergegeben, welche Artikel Kunden bei ihren Lieferanten bestellen.

Weitere Informationen: www.osd.de

Pinncalc: If-to-Shop

Vorteile: Mit if-to-shop hat der Nutzer bei seinen laufenden Kalkulationen und Bestellungen direkt in der ERP-Software P123 Corpora und P000 FreeCorpora Zugriff auf alle relevanten Onlineshops. Nach einmaligen Login können alle Kunden während der Kalkulation direkt auf die Artikel in den jeweiligen Shops zugreifen: Maße und Preise sowie Texte und Abbildungen stehen direkt im Angebot zur Verfügung. Das funktioniert unter anderem für Verbrauchsmaterialien wie Platten, Kanten oder Beschläge genauso wie für Fertigprodukte, also Möbel, Parkett oder Fenster und Türen. Das spart Zeit und Geld. If-to-shop sorgt dafür, dass der Anwender automatisch die mit seinem Lieferanten vereinbarten Preise und Rabatte erhält. Darüber hinaus können die Verfügbarkeit, Mindestabnahmemengen und Lieferzeit sofort eingesehen werden. Ist der Auftrag erteilt, lassen sich genauso einfach Bestellungen auslösen und ggf. Fertigungsinformationen abrufen. Und nach Abschluss der Arbeiten sind Lieferschein und Rechnung nur noch einen Knopfdruck entfernt.

Konzept: Über einen in die Software P123 Corpora und P000 FreeCorpora integrierten WEB-Browser werden die WEB-Shops dargestellt und in diesem kann navigiert werden. Somit muss der Handwerker sich nicht an eine neue Bedienung gewöhnen. Auf Knopfdruck werden alle Artikeldaten an die aufrufende Software übertragen. Beim Bestellvorgang wird direkt aus der Software heraus ein Warenkorb im WEB-Shop gefüllt, in dem dann die Bestellung ausgelöst werden kann. Die gesamte Funktionalität eines WEB-Shops steht in der Software zur Verfügung. Damit entfallen alle bisher erforderlichen Preisanfragen und Nachfragen in Sachen Einkaufspreis und Lieferzeit komplett.

Schnittstelle: Offene Schnittstelle if-to-shop, die nach erfolgter Registrierung sowohl von WEB-Shop Betreibern als auch von Softwareherstellern für ERP/CAD Software genutzt werden kann.

Anzeige: Preise, Texte, Grafiken, Verfügbarkeiten, Bestellmengen, Parameter, Montageanleitungen, Sicherheitshinweise, Texturen, CAD/CAM-Daten, bzw. alle Informationen, die der WEB-Shop zur Verfügung stellt.

Funktionen: Vollständig integrierte WEB-Shops in die Software P123 Corpora, P000 FreeCorpora und alle an die Software angebundenen CAD-Systeme wie TrunCAD, TopSolid‘Wood, Venturi, etc. so dass die Artikel für Angebote, Kalkulationen, Konstruktionen, Anfragen, Bestellungen, Arbeitsvorbereitung, Bestandsführungen, Nachkalkulationen etc. genutzt werden können. Aktualisierungen werden automatisch mit jeder erneuten Nutzung eines Artikels vorgenommen, so dass der Handwerker ohne eigenes Zutun immer aktuelle Artikel in der Software verwendet. Preis- und Datenpflege in der jeweiligen Software entfallen damit vollständig.

Besonderheiten: Direkter vollumfänglicher Zugriff auf den WEB-Shop über einen in die Software eingebauten WEB-Browser. Auch Konfiguratoren für z.B. Fenster und Möbel können angebunden werden. Neu angebundene WEB-Shops stehen sofort allen Handwerkern ohne ein Softwareupdate zur Verfügung.

Teilnehmer: Jeder, der einen Shop oder Konfigurator im WEB anbietet wie z.B. Roggemann, Würth, Häfele, Kötter + Siefker, Lütteken, Plegge und Bauer, Seefelder, Siems fenster + türen, Topf, Beschläge Koch, Meesenburg, Lutz, Müller, Horn, Steinrück, Hees + Peters, Layer

Kosten: Die Schnittstelle inkl. der Software P000 FreeCorpora wird vollständig durch die WEB-Shop-Betreiber finanziert, so dass für den Handwerker keinerlei Kosten anfallen. Auch für Softwarehäuser, die die Schnittstelle in ihre ERP/CAD Software integrieren möchten, fallen keine Kosten an, im Gegenteil: sie werden Umsatz beteiligt, damit die Schnittstelle immer für alle Handwerker kostenfrei bleibt.

Weitere Informationen: www.p-s-s.de

Triviso: ComNorm-Schnittstelle

Vorteile: Zeitersparnis, individueller Einkaufspreis stets aktuell, Verfügbarkeit, Datenübernahme in Materialstamm, als Kalkulationszuschlag, als Verkaufsposition und als Materialerfassung in der Stückliste, kein Mehrfacheingeben oder Fehleingaben

Konzept: Kommunikation via ComNorm zwischen Kunde und Lieferant.

Schnittstelle: ComNorm

Anzeige: Artikelinfos, Fotos/Grafiken, Preise (Staffelpreise), Bestellmengen

Funktionen: Anfragen, Bestellen, Aktualisieren selektiv/komplett, ComNorm direkt im ERP integriert – Direktaufruf des Artikels im Webshop aus Triviso ERP. Artikelstamm wird den CAD Systemen zur Verfügung gestellt mit File-Schnittstellen und/oder direktem Datenbankzugriff

Besonderheiten: direkte Integration, Neue ComNorm Lieferanten stehen automatisch und kostenlos zur Verfügung, Preishistorie der Artikel wird automatisch geführt.

Teilnehmer: Hersteller, Lieferanten

Kosten: einmalig für den Kauf der Benutzerlizenz Schnittstelle ComNorm, diese unterliegt dann dem jährlichen Serviceabo

Weitere Informationen: www.triviso.de


Der Autor

Dipl.-Ing. Marian Behaneck ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Software, Hardware und IT im Baubereich.


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