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»Die Vernetzung wird immer engmaschiger«

Im BM-Interview: CAD/CAM-Spezialist Direkt CNC-Systeme GmbH
»Die Vernetzung wird immer engmaschiger«

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Franz Xaver Völkl (geschäftsführender Gesellschafter, Mitte) mit Jürgen Blessing (l.) und Jürgen Sorg (r.), die 1992 die Direkt CNC-Systeme GmbH gegründet haben. Blessing und Sorg bleiben zunächst als Geschäftsführer an Bord, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen. Foto: Hostrup-Fotografie / Thomas Zehnder
Im Mai 2021 hat Franz Xaver Völkl zusammen mit NGC Nachfolgekapital GmbH denCAD/CAM-Spezialisten Direkt CNC-Systeme GmbH mit Sitz in Alfdorf übernommen. Dessen Lösung NC-Hops kommt heute bei mehr als 7000 Kunden zum Einsatz. Wir sprachen mit Franz Xaver Völkl und den beiden Firmengründern Jürgen Blessing undJürgen Sorg – beide bleiben übergangsweise als Geschäftsführer an Bord – darüber, wie das Unternehmen sich für die Zukunft strategisch aufstellt und welche Entwicklungen im Tischler- und Schreinerhandwerk zu erwarten sind.

BM-Chefredakteur Christian Närdemann

BM: Herr Blessing und Herr Sorg, wann und wie sind Sie an die Nachfolgeregelung herangegangen und warum haben Sie sich am Ende für den Verkauf an NGC Nachfolgekapital entschieden?

Jürgen Blessing: Wir haben uns bereits seit 2019 mit einer möglichen Nachfolge beschäftigt, denn wir wollten, dass es „sitzt“. Wichtig war uns, dass die Firma gut weitergeführt wird, denn die Mitarbeiter und Kunden haben sich immer auf uns verlassen können. Das sollte natürlich auch so bleiben. Im Herbst 2020 haben wir dann NGC kennengelernt. Im Zusammenspiel mit Franz Xaver Völkl als Geschäftsführer war schnell klar: Man hat einen ähnlichen Blick auf das Geschäft und die Zukunft. Mit unseren neuen Produktentwicklungen – beispielsweise zur Bearbeitung von Aluprofilen oder auch für den
Holzbau – suchten wir auch nach einem Partner, der dieses Geschäft vorantreiben kann. Da haben wir uns bei NGC einfach gut aufgehoben gefühlt.

Jürgen Sorg: Sehr wichtig war es uns, die Selbstständigkeit der Firma zu wahren und sie dann an jemanden zu übergeben, der das weitere Wachstum mitgestalten bzw. vorantreiben kann und will. Und mit dem wir natürlich in einem definierten Übergabezeitraum sowie darüber hinaus vertrauensvoll und eng zusammenarbeiten können. Alles das hat bei NGC Nachfolgekapital sehr gut gepasst.

BM: Herr Blessing und Herr Sorg, Sie beide sind jetzt noch übergangweise als Geschäftsführer an Bord. Wie lange werden Sie noch aktiv im Unternehmen mitwirken?

Jürgen Blessing: Ich werde noch bis Ende des Jahres in der Geschäftsführung sein und mich dann aus dem Tagesgeschäft zurücknehmen. Für strategische Themen bleibe ich langfristig als Beirat an Bord.

Jürgen Sorg: Bei mir wird der Ausstieg aus dem Tagesgeschäft im Sommer erfolgen. Aber auch ich freue mich, weiterhin und
langfristig als Beirat die Entwicklung sowohl der Firma als auch unserer Software mitzugestalten.

BM: In welche Richtung wird sich Ihrer Meinung nach der Einsatz von Software in den kommenden Jahren im Tischler- und Schreinerhandwerk entwickeln?

Franz Xaver Völkl: Der Softwareeinsatz wird weiter zunehmen: Zum einen, weil die Vernetzung der einzelnen Betriebsbereiche immer engmaschiger wird und damit Daten für die Fertigung quasi automatisch zur Verfügung stehen – sei es aus dem CAD oder dem ERP. Zum anderen, weil die nächste Generation, die dann vielleicht auch in einem größeren Betrieb mit moderner CNC-Technik ausgebildet wurde, dann das Gesehene und Gelernte wieder in die Familienbetriebe zurückträgt.

Jürgen Blessing: Die Automatisierung der Bearbeitungsabläufe wird zunehmen, denn überall fehlt es an Personal. Wichtig ist hierbei, dass einmal erarbeitete Bearbeitungsstrategien von allen Mitarbeitern verwendet werden können und die Software leicht bedienbar ist, um auch neue Mitarbeiter schnell einzubinden.

Jürgen Sorg: Die Durchgängigkeit von Planung, Konstruktion und Fertigung kommt immer mehr auch im Handwerk an. Die Lösungen werden größer, die Vernetzungen nehmen deutlich zu – beispielsweise in Richtung ERP oder Webshop – und müssen in der Fertigung dann auf einen Softwarepartner treffen, der die verschiedenen Datenquellen aufnimmt und reibungslos auf die Maschine bringt.

BM: Herr Völkl, Sie sind jetzt seit einem halben Jahr im Unternehmen. Welche Weichen für die Zukunft haben Sie schon gestellt und auf welche Schwerpunkte setzen Sie dabei besonders?

Franz Xaver Völkl: Wir sind im vergangenen Jahr stark gewachsen, auch personell. Fast 20 % unserer aktuell 18-köpfigen Mannschaft sind neu an Bord. Wir haben uns in den Bereichen Technik und Entwicklung, aber auch im Vertrieb deutlich verstärkt und werden das auch in diesem Jahr fortsetzen. Support und Schulung sowie auch die Entwicklung von NC-Hops 8 haben dabei die höchste Priorität.

BM: Mit welchen Produkten und Strategien trägt Direkt CNC-Systeme den enormen Herausforderungen der Digitalisierung und Automatisierung im Tischler- und Schreinerhandwerk Rechnung?

Franz Xaver Völkl: Mit NC-Hops haben wir eine Lösung, die sich nahezu frei skalieren lässt – von einem kleineren Betrieb, bei dem die Programmierung an der Maschine wichtig ist, bis hin zur vollautomatischen industriellen Fertigung. Beispiele sind die Türenfertigung oder der Holzbau. Die Anbindung von CAD- oder ERP-Systemen ist dabei selbstverständlich. Zugleich stellen wir aber sicher, dass der Maschinenbediener immer einfach eingreifen kann, wenn dies notwendig ist. Das und die einfache Bedienung sowie schnelle Erlernbarkeit von NC-Hops gibt unseren Kunden Flexibilität, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit in der Produktion.

BM: Herr Völkl, wo sehen Sie Direkt CNC-Systeme in fünf Jahren?

Franz Xaver Völkl: Die Firma wird sicher deutlich größer sein. Wir spüren eine große Nachfrage, insbesondere auch aus der Industrie und aus dem Holzbau, wo wir mit unserer BTLx-Schnittstelle sehr erfolgreich sind. Um dieses Wachstum zu unterstützen, fokussieren wir uns stark auf Personalgewinnung und sind froh, auch hier eine sehr gute Rückmeldung zu bekommen. Support und Wartung werden künftig immer wichtiger sein, denn die Einbettung der Produktion in immer kompliziertere Systeme macht eine regelmäßige Softwarewartung unumgänglich.

BM: Auf welche Neu- und Weiterentwicklungen von Direkt CNC-Systeme dürfen Anwender sich noch in diesem Jahr freuen?

Franz Xaver Völkl: Wir werden dieses Jahr noch NC-Hops 8 in 64 bit und mit weiterentwickelter Oberfläche sowie konsequenter Fortführung des 3D-Focus vorstellen. Parallel entwickeln wir natürlich auch unsere anderen Schnittstellen weiter. Hier steht insbesondere das BTLx-Interface im Fokus.

BM: Wird Direkt CNC-Systeme auf der Holz-Handwerk im Juli in Nürnberg ausstellen?

Franz Xaver Völkl: Wir werden zwar nicht selber ausstellen, da wir uns gegenwärtig voll auf die laufenden Kundenprojekte und die Entwicklung von NC-Hops 8 konzentrieren. Aber wir werden einige unserer System- und Maschinenpartner vor Ort unterstützen, sodass sich sicherlich Gelegenheiten zum Austausch mit Messebesuchern ergeben.

Die Fragen stelle BM-Chefredakteur
Christian Närdemann

www.direkt.net


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