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Meisterlich geshape(r)d

Meisterstückfertigung mit der Shaper Origin
Meisterlich geshape(r)d

Die Fertigung eines Meisterstückes ohne eine geeignete Werkstatt und die üblichen Großmaschinen – das funktioniert doch nicht! Denkste! Michael Johannes hat sein Meisterstück zu großen Teilen bei sich zu Hause gefertigt und das unter Einsatz modernster CNC-Technik. Wesentlich geholfen hat ihm dabei die Shaper Origin.

BM-Redakteur Heinz Fink

Was tun, wenn sich am Ende der Meisterschule kein Betrieb finden lässt, in dem der letzte Teil der Prüfung, das Meisterprüfungsprojekt, gefertigt werden kann? So erging es Michael Johannes, Schüler der Meisterschule Ebern im Frühjahr dieses Jahres. Mal waren es betriebliche, mal platztechnische Gründe,
die die Anfragen zur Nutzung einer fremden Werkstatt nicht möglich machten. Doch er ließ sich nicht entmutigen und beschloss
das Projekt bei sich zu Hause in der Werkstatt anzugehen.

Reichlich Platz dazu fand sich in einem über dem väterlichen Metallbaubetrieb gelegenen Raum. Mit gebrauchten, älteren Schreinereimaschinen wie Formatkreissäge, Dickenhobel, Schleifmaschine und einer neuen Tischfräse ausgestattet, ermöglichte ihm dies hier die weitgehende Fertigung des Meisterstückes – lediglich die Furnierpresse und Breitbandschleifmaschine seines in der Nähe gelegenen Lehrbetriebes nutzte er extern. Eine große Hilfe beim Bau seines Meisterstückes allerdings war die mobile, handgeführte CNC-Maschine Shaper Origin, welche er sich kurz vorher angeschafft hatte.

Eine ganze Welt neuer Möglichkeiten

Auf die Shaper Origin gestoßen war Michael Johannes bereits während der Meisterschule, als er darüber in einem Instagramm-Post las. Aus einer Antwort-Mail des US-amerikanischen Unternehmens erfuhr er von einem Workshop in Deutschland im Herbst 2019 (siehe auch BM 03/20, S. 104 ff). In einem exklusiven Shaper-FirstCut-Workshops am deutschen Firmensitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart schulte das Unternehmen ausgewählte Personen im Umgang mit der Shaper Origin. Die Teilnehmer konnten im Anschluss an den intensiven Kurstag eine Maschine erwerben.

Ökologisch bewusster Massivholz-Fan

Für Michael Johannes war früh klar, dass sein Meisterstück konsequent auf handwerkliche Art aus Massivholz gefertigt und mit einer natürlichen, geölten Oberfläche versehen sein sollte. Die Wahl für seine Kombination aus Schreibtisch und Sideboard fiel dabei auf lebhaft gemaserte Wildeiche mit markanten Ästen und Einschlüssen. Beide, unabhängig voneinander platzierbare Möbel basieren auf einer Stollenkonstruktion aus offen, doppelt geschlitzten Tragrahmen, welche über Distanzhülsen aus Edelstahl auf Abstand mit dem Sideboard-Korpus bzw. der Tischplatte verbunden sind.

Intelligent Netzwerken

Die Korpusecken des Sideboards sind dabei mit offenen Fingerzinken verbunden. Dazu nutzte Michael Johannes die dank weltweitem ShaperHub schnell herunterzuladende Box „Joint Basic“-Extension der Shaper Origin, das die Erstellung passgenauer Zinken ohne aufwendigen Schablonenbau ermöglicht. Auch die Fingerzinken der vier Schubkästen wurden mithilfe dieses Programmes hergestellt. Die Gratnut der Mittelseiten sowie die der Schubkastentraversen erfolgte wiederum klassisch mit der Oberfräse – die Gratfeder am Hirnholz wurde dabei nicht angefräst sondern von sogenannten Gratdübeln, wie sie im Bereich metallfreier, zerlegbarer Bettgestelle verwendet werden, gebildet.

Für die Stabilisierung der brettartigen Türflächen sind unsichtbare Rundstäbe aus Edelstahl eingelassen. Die Nuten für die Schiebetürführungen (Hettich Slide Line), die hölzernen Muschelgriffe und deren Taschen wurden ebenfalls mithilfe der Origin hergestellt. Eine wesentliche Erleichterung bot hier bei der Herstellung der Lochreihenbohrung im Sideboard-Korpus die sogenannte Helix-Funktion der Maschine, bei der die 5-mm-Bohrungen mit einem dünneren Fräser genau angefahren werden und gleich einer runden Tasche spiralförmig ausgeräumt werden können – schneller als mit dem Lochreihenbohrset.

Stabile, zerlegbare Verbindung

Die massive Schreibfläche des Schreibtisches ist durch drei in die Unterseite der Tischplatte eingelassene Gratleisten aus Stahl (Meyer AG, Schweiz) stabilisiert. Durch Lösen der sichtbaren Schraubverbindungen lassen sich die Stollen abnehmen und der Schreibtisch zum Transport zerlegen – die Quertraverse ist mittels unsichtbaren Invis-Verbindern (Lamello) reversibel verbunden. Die Holzoberflächen der Schreibtischkombination sind mit einem speziellen einschichtigen Öl-/Lackgemisch (Rubio Monocoat) geschützt.

Jederzeit wieder!

Wenn auch die Fertigung eines solchen Prüfungsstückes ohne eine modern ausgestattete Schreinerwerkstatt doch einiges an vorausschauender Planung bedurfte, würde Michael Johannes sein Meisterstück im Nachhinein jederzeit wieder unter Einsatz der Shaper Origin in der heimischen Werkstatt bauen. Immerhin war er gut eine Woche vor dem angepeilten Abgabetermin fertig – das schafft auch nicht jeder.


Infos zur Shaper Origin

Eine Oberfräse, die mitdenkt

Im äußeren Erscheinungsbild ähnelt Origin einer gewöhnlichen Oberfräse. Markante Unterschiede hingegen sind neben dem Bildschirm und der vorderseitig angebrachten Kamera auch die durch Präzisionsmotoren positionierbare Frässpindel. Im Zusammenspiel zwischen Kamera und dem ShaperTape genannten Positionierungssystem kann sich das Werkzeug relativ zum Werkstück verorten. Damit lassen sich dann die digitalen Fräskonturen, Schablonen oder technischen Zeichnungen präzise auf dem Werkstück platzieren. Beim Fräsen folgt der Nutzer grob den Konturen über den Bildschirm, während die Technik in CNC-Präzision den Fräser nachführt und jegliche Ungenauigkeiten im Korrekturbereich von 12,5 mm ausgleicht. Bei zu starkem Abweichen von der Kontur zieht die Spindel blitzschnell zurück und schützt das Arbeitsergebnis.

Digitale Inhalte können entweder aus der eigenen CAD-Software via USB-Schnittstelle oder WLAN auf das Gerät übertragen werden, oder über die internationale Community im kleinen oder großen Kreis geteilt werden. Für Anfänger kann Origin auch als eine Art Mauszeiger genutzt werden, mit dem sich einfach Grundformen (Kreise, Rechtecke, Linien, Schriften) direkt auf dem Werkstück skizzieren lassen – ohne zusätzliche Software oder Spezialkenntnisse.

Durch den kompakten Formfaktor lässt sich Origin auf Montage mobil beim Kunden einsetzen, oder auch im Werkstatteinsatz. Mithilfe der neuen Shaper Workstation lassen sich nun auch komplexere Werkstücke schnell Origin-gerecht einspannen und zerspanen. Hierbei können Werkstücke nicht nur flächig, sondern auch auf den Stirnseiten bearbeitet werden. Typische Anwendungen wären das Einlassen von Türbändern, aber auch handwerklich aufwendige Sichtverbindungen für Stuhl- und Tischbeine. Die Oberfläche der Arbeitshilfe kommt mit einer dauerhaften ShaperTape-Beschichtung, so entfällt das Aufbringen des Klebebandes im halbstationären Betrieb vollständig. Kostenfreie Software-Updates erweitern kontinuierlich den Funktionsumfang.

www.shapertools.com

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