Projekt der Fachakademie für Raum- und Objektdesign. Sitzgelegenheiten - BM online

Projekt der Fachakademie für Raum- und Objektdesign

Sitzgelegenheiten

Der Entwurf von Sitzmöbeln gehört sicher zu den anspruchsvolleren Designaufgaben, gilt es doch Ergonomie und formale Gestaltung in Einklang zu bringen. Zehn Studierende der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Garmisch-Partenkirchen haben sich der Aufgabe gestellt und sind zu ganz unterschiedlichen Lösungen gekommen.

BM-Redakteur Heinz Fink

„Entwerfen Sie einen Lounge Chair in Massivholz“, lautete die Aufgabe, die Dirk Schellberg, Dozent an der Fachakademie für Raum- und Objektdesign in Garmisch-Partenkirchen, seinen Studenten stellte. Ziel der Aufgabe sollte es sein, nicht nur einen ästhetischen, zeitgemäßen Stuhl zu entwerfen, sondern auch auszuloten, ob es möglich wäre, solch ein Möbel im Rahmen einer Manufaktur, das heißt, in einer gut ausgestatten Schreinerei herzustellen. Die Studierenden sollten sich dabei mit den gängigen CNC-Verbindungen auseinandersetzen. Eventuell konnten weitere Materialien wie Metall, Kunststoff, Stoff, Leder, Geflecht etc. verwendet werden, jedoch sollte der Massivholzcharakter des Möbels nicht eingeschränkt werden. Im Vorfeld des Entwurfes galt es, eine Kostenschätzung zu machen und nach der Festlegung auf einen ersten Prototypen, eine Kalkulation zur seriellen Herstellung des Möbels zu erstellen. Jeder Entwurf sollte zur Präsentation mindestens als 3D-Druck im Maßstab 1:5, besser noch als funktionierendes 1:1-Modell realisiert werden. Der gesamte Entwurfsprozess musste dokumentiert und zusammen mit Ansichts- und Perspektivzeichnungen kundengerecht aufgearbeitet und abschließend präsentiert werden. Die realisierten Funktionsmodelle sollten zur Kölner Möbelmesse im Januar 2018 fertiggestellt sein, um dort auf dem Messestand der Fachakademie vorgestellt werden zu können.

Große Ideenvielfalt

„Der Lounge Chair Mo.1 zeichnet sich durch eine ehrliche, leichte und zweckmäßige Konstruktion aus“, so Moritz Weber zu seinem Entwurf. „Die Rundstäbe wurden auf der CNC bearbeitet und an den Knotenpunkten mit durch Wasserstrahl geschnittenen Stahlteilen verbunden. So entsteht eine Balance aus dem Minimum an Material und dem Maximum an Stabilität.“

„So bequem kann Massivholz sein!“ freut sich Sarah-Marie Euler über den von ihr entworfenen Oversized Lounge Chair in weiß geölter massiver Esche und schwarz lackiertem Stahlrohr. „Die ergonomisch geformte Sitzschale ermöglicht angenehmes und entspanntes Sitzen – ganz ohne Polster.“

Der Lounge Chair „Oop Seeskel“ von Kilian Kemptner kombiniert Sitzen mit Liegen, in einer Schale aus massiver Esche. „Das Polster ist mit feinem Möbelstoff aus reiner Wolle kaschiert und macht das Sitzerlebnis perfekt. Farblich neutral, ist das Möbel im skandinavischen Stil eine Bereicherung für jeden Wohnraum. Das Gestell aus Zargen und Rundholz betont durch seine klassischen Verbindungen die handwerkliche Qualität des fertigen Stuhls.“

Das klare und kantige Design des Lounge Chairs „Eckstahl“ von Moritz Danner ergibt sich durch die Fertigungstechnologien mit denen er hergestellt wurde. Die Beinkonstruktion wurde aus 15 mm Stahlblech gelasert und passgenau mit der CNC-gefrästen Sitzschale verbunden.

Grüner Stoff und ein schwarz gebeiztes Eschegestell – eine außergewöhnliche Farbkombination für einen CNC-gefertigten Lounge Chair von Martin Seidl. Dominierendes Merkmal seines „L²“ ist das Spiel mit sich ändernden, bis aufs Notwendigste reduzierten Querschnitten des Gestells. Bei seinem Entwurf verzichtete er bewusst auf die Verbindung von Hinterbeinen und Lehne – die statische Nahtstelle übernimmt hier die harte Polsterschale.

„Der Lounge Chair wird aus einheimischem Eschenholz und komplett mit CNC-Technologie gefertigt“, so Mario Demmler. „Die offene Form der aus Massivholz gefrästen Sitzschale, kombiniert mit dem Polster aus natürlicher Wolle, lädt zum gemütlichen Verweilen ein.“

„Eine Komposition aus massiver Eiche und pulverbeschichteten Stahl“, so beschreibt Alexandra Sannwald ihren Entwurf. „Die Sitzschale wurde in drei Teilen mithilfe der CNC gefertigt und anschließend verleimt. Die selbst genähten Kissen sind eine schöne Ergänzung und verleihen dem Lounge Chair eine ganz persönliche Note.“

„Der aus Esche gefertigte Lounge Chair X ist eine perfekte Mischung aus schreinerischer Handarbeit und moderner Technik“, so Esmee van der Poel. „Die Sitzschale wurde mit CNC-Technik gefertigt, das Gestell in Handarbeit. Eine schöne Verbindung zwischen Altbewährtem und Neumodernem.“

Die dynamische Linienführung bestimmt das Erscheinungsbild des Lounge Chairs „Concave“ von Manuel Kessler: „Die konischen Rundstäbe verlaufen in drei Dimensionen und ergeben ein spannendes Zusammenspiel von Lastaufnahme und -abtragung.“

Die Beine des Lounge Chairs „Cosy Boy“ von Alexander Volodin sind aus massiver Esche – gefräst oder gebogen. „Ästhetisch und bequem in der Anmutung, lädt er zum Relaxen ein. Bei dem Entwurf entstand eine Serie von einheitlichen Grundkörpern mit unterschiedlichen Textilien und Beinvariationen, je nach Einsatz.“


Zusatzinfo

Die Fachakademie für Raum- und Objektdesign ermöglicht in zwei Jahren Vollzeitunterricht die Weiterqualifikation zum Staatlich geprüften Raum- und Objektdesigner. Ziel der Ausbildung ist es, gestalterische, konstruktive und darstellungstechnische Kenntnisse und Fertigkeiten im Bereich Möbel- und Innenausbau weiterzuentwickeln. Vermittelt werden aber auch betriebswirtschaftliche und organisatorische Kenntnisse sowie Grundlagen des Projektmanagements. In allen Fachbereichen sind computerunterstützte Techniken obligatorisch. Allen Studierenden steht während der gesamten Ausbildungszeit ein persönlicher Arbeitsplatz mit einem schuleigenen iMac zur Verfügung.

Weitere Informationen unter:

www.shg-gap.de

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