Marktentwicklungen und Oberflächentrends

Gute Perspektiven

Die bauwirtschaftlichen Rahmendaten signalisieren eine weiterhin gute Marktsituation bei Innentüren. Besonders die gestiegene Zahl der Wohnbaugenehmigungen dürfte die Nachfrage mittelfristig stützen. Bei den Türenoberflächen ist der Weiß-Trend ungebrochen.

Der Türenmarkt wird im Wesentlichen beeinflusst von der Neubau- und der Renoviertätigkeit im Wohnbau wie im Nichtwohnbau.

Auf der einen Seite wird der Wohnbau in Deutschland eine Wachstumsphase von drei bis fünf Jahren vor sich haben. Im ersten Halbjahr 2011 ist zum Beispiel die Zahl der Wohnbaugenehmigungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 27,9 % Prozent gestiegen, entsprechend wird in 2012 und 2013 die Anzahl der Wohnungsfertigstellungen weiter ansteigen und damit eine stabile Stütze der Innentürnachfrage bilden.
Mehrfamilienhausbau zieht weiterhin
Dabei wächst gegenwärtig noch die Zahl der Einfamilienhäuser vergleichbar dynamisch wie die der Mehrfamilienhäuser. Doch es ist damit zu rechnen, dass gerade der Mehrfamilienhausbau zukünftig stärker an Bedeutung gewinnen wird. Davon gehen die Marktexperten von B+L Marktdaten aus, die seit fast 20 Jahren den deutschen Türenmarkt analysieren.
Grund für diesen Trend zum Mehrfamilienhausbau ist die Zunahme der Bevölkerung in Großstädten. Durch die hohen Grundstückspreise werden hier überwiegend Mehrfamilienhäuser gebaut.
Der Anteil der Eigentumswohnungen gegenüber den Mietwohnungen nimmt ebenfalls stark zu, somit ändert sich auch die Art des Mehrfamilienhausbaus und wird insgesamt höherwertiger.
Mehrere Ursachen sind für das Wachstum der Bevölkerung in den Städten verantwortlich; einer ist das Verbleiben von jungen Familien in den Großstädten. Vor zehn Jahren hat sich eine junge Familie mit der Geburt des ersten Kindes auf die Suche nach einem Einfamilienhaus im Speckgürtel der Großstädte gemacht. Mit der Abschaffung der Pendlerpauschale und den steigenden Benzinpreisen kam ein abruptes Umdenken in Gang. Eine ganze Generation von jungen Familien ist nun auf der Suche nach ausreichend großen Eigentumswohnungen in den Großstädten.
Das hier geschilderte Szenario hat die Wohnungsnachfrage in den letzten fünf Jahren stark verändert. Weitere Gründe und regionale Auswirkungen werden im aktuellen B+L Trendbook Türen Deutschland ausgeführt.
Lebhafter Neubau pusht Renovierung
Die lebhafte Neubautätigkeit wirkt sich auch bei den Renovierungen aus. Die von B+L durchgeführte Renovierstudie 2010 hat diesen Zusammenhang wieder bestätigt: Wird eine Wohnung neu erstellt und bezogen, wird eine andere Wohnung frei. Durch den Umzug in diese freigewordene Wohnung wird eine andere Wohnung frei usw. Dies wird als Umzugskette bezeichnet. Eine neue Wohnung zieht somit ca. vier bis fünf Umzüge nach sich. Der Umzug ist, gleich ob Mieter- oder Eigentümerwechsel, der klassische Renovierzeitpunkt. Insbesondere Sanierungen fallen auf diesen Zeitpunkt. Wenn man dann noch beachtet, dass rund 80 % aller Umzüge in einem Radius von 100 km stattfinden, lässt sich ableiten, dass in den Regionen mit hoher Neubauquote auch überdurchschnittlich renoviert wird.
Die nebenstehende Grafik gibt einen Ausblick auf den Wohntürenabsatz bis 2013 entsprechend des B+L Trendbooks Türen 2011.
Objektbereich: Die Zeichen stehen auf Grün
Auf der anderen Seite profitiert der Nichtwohnbau noch von den bis in 2011 hineinreichenden Mitteln des KP2-Programms. Insbesondere die Innenausbaumaßnahmen können sich weiter hinziehen. Die schwierige Lage am Büroimmobilienmarkt zwingt außerdem die Vermieter zu Aufwertungen und Renovierungen nach Mieterwunsch. Zudem lässt sich beobachten, dass Nichtwohngebäude häufig nach 15 bis 20 Jahren infolge einer Nutzungsänderung oder eines Mieterwechsels renoviert werden.
Mit einem Plus von 7,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Januar bis Juni stehen im Nichtwohnbau/Neubau die Zeichen endlich wieder auf Grün. Die Genehmigungen für Büro- und Verwaltungsflächen verzeichneten in den ersten sechs Monaten von 2011 einen Zuwachs von 38,3 %. Ebenfalls gewachsen, nämlich um 20,4 %, sind in diesem Zeitraum die Hotelflächen. Auf dieser Basis kann man auch hier wieder von steigenden Türenabsätzen ausgehen.
Somit gewinnt das Objektgeschäft weiter an Bedeutung. Dabei ist zu beachten, dass der Anteil der Wohnbauobjektgeschäfte steigen wird, da größere Mehrfamilienhäuser in der Regel auch als Objekt behandelt werden.
Mit dem steigenden Mehrfamilienhausbau in Deutschland werden sich der Handel und die Industrie teilweise mit sich ändernden Abnehmerstrukturen auseinandersetzen müssen. Insbesondere auf den boomenden hochwertigen Eigentumswohnungsbau sind Handel und Industrie nur bedingt eingestellt. Während es im Sanitärbereich selbstverständlich ist, die Standardausstattung durch einen Besuch in der Großhandelsausstellung „upzugraden“ wird bei den Türen immer noch häufig der Standard ausgewählt. Dabei gibt es in Düsseldorf oder Hamburg schon gelungene Beispiele, wie es in der Zusammenarbeit zwischen Bauträger, Handwerker und Großhandel gelingt, hochwertige Türen über Ausstellungen zu verkaufen.
In Folge der sich abzeichnenden steigenden Anzahl von Wohnungsfertigstellungen in 2011, 2012 und 2013 kann die Türenbranche mit einer soliden, positiven Entwicklung bei den Wohnungsinnentüren rechnen.
Furnier und Massivholz verlieren
Dabei zeigt die aktuelle B+L Händlerbefragung, dass es innerhalb der Türentypen zu weiteren Verschiebungen bei den Marktanteilen kommen wird.
Demnach erwarten 57 % der befragten Händler, dass sich der Oberflächentrend zu Folien- und HPL/CPL-Türen wie in den letzten Jahren fortsetzen wird. Für Weißlacktüren gehen 59 % Händler von einer ebenfalls positiven Entwicklung aus, wenngleich hier in Maßen mit einer Substitution durch HPL-Türen gerechnet wird.
Der Trend zu Ganzglastüren dagegen lässt aus Sicht des Handels in 2011 nach. Nur 8 % der befragten Händler erwarten hier eine positive Entwicklung.
Furnier- und Massivholztüren werden nach Einschätzung des Handels die größten Verlierer des Jahres 2011 sein. Nur 11 % der Befragten erwarten für furnierte Innentüren eine positive, 30 % dagegen eine negative Entwicklung. Im Bereich der Massivholztüren gehen insgesamt 22 % der Befragten von einer negativen Entwicklung aus.
Weißlacktüren sind die Gewinner
Betrachtet man dazu noch die Absatzentwicklung bei den Türen, kann man zusammenfassend sagen, dass neben den sehr starken Folien- und CPL/HPL-Türen die Weißlacktüren zu den Gewinnern der aktuellen Oberflächenentwicklung gehören. Weiße Türenoberflächen bleiben weiterhin im Trend. Ihr Anteil wächst deutlich überproportional zum gesamten Markt. Für viele Bauherren und Modernisierer ist die Farbe Weiß immer noch elegant und vor allem zeitlos. Auch passen weiße Türen zu nahezu jedem Einrichtungsstil und Wohnambiente.
Ein leichter Trend zu noch hochwertigeren Türen wird sich 2011 und 2012 weiter fortsetzen. Insgesamt kommt die Nachfrage hauptsächlich aus dem privaten, aber auch aus dem gewerblichen Renoviersegment wie z. B. aus dem Mehrfamilienhausbau. ■

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