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Schallschutztüren: Kleine Montagefehler – große Wirkung

Wenn, dann richtig
Schallschutztüren: Kleine Montagefehler – große Wirkung

Schallschutztüren sind dafür bestimmt, im Wohnungs- und Objektbau Menschen vor Belästigung durch Schallübertragung aus Nachbarräumen zu schützen. Zudem sorgen sie für Diskretion und sichern die Privatsphäre. Aber manchmal kommt es vor, dass die Schallschutztüren nicht das halten, was sie versprechen. Das liegt meistens daran, dass die Lärm-Blocker nicht richtig montiert wurden. Im folgenden Beitrag zeigt unser Autor Wolfgang Heer, von der Gesellschaft für Systemlösungen des Tischler- und Schreinerhandwerks (TSH), worauf bei der Montage von Schallschutztüren zu achten ist.

Bei Schallschutztüren werden die Montagebedingungen und -vorgaben in den Prüfnachweisen genannt. Wurde die Tür zugekauft, muss daher die Einbauanleitung beachtet werden.

Die beste Schallschutztür kann nicht funktionieren, wenn die Montage nicht korrekt ist.
Folgende Punkte müssen bei der Montage grundsätzlich berücksichtigt werden, um eine fachgerechte Schallabdichtung zu erlangen:
  • Grundsätzlich müssen die Montagevorschriften der Türhersteller berücksichtigt werden. Die folgenden Angaben befinden sich in den meisten Einbauvorschriften.
  • Das Türblatt muss so plan sein, dass die Dichtungen gemäß den Einbauvorschriften komprimiert wird.
  • Bei der Falzluft sind Höchstwerte lt. Einbauanleitung einzuhalten (oft max. 5 mm Falzluft bei gefälzten und 4 mm bei stumpfen Türen).
  • Die Auflagebreite der Tür auf der Dichtung muss i. d. R. mindestens 7 mm betragen.
  • Die Zarge darf nicht windschief montiert sein.
  • Die Holz-Zarge muss vollvolumig mit 2K-Montageschaum verfüllt sein (alternativ: fest gestopfte Mineralwolle). Beidseitiges Abdichten mit dauerelastischem Dichtstoff ist unerlässlich.
  • Stahlumfassungszargen in Massivwand: Vollvolumig mit Mörtel vergießen und beidseitig dauerelastisch abdichten.
  • Stahlumfassungszarge in Montagewand: Spiegel auf Anschlagseite mit Mörtel vergießen, Rest mit Mineralwolle ausstopfen bzw. mit geeignetem 2-K-Schaum, dauerelastisch beidseitig abdichten.
  • Bodendichtung muss an ebene, glatte Fläche (z. B. Metallschiene) gleichmäßig und fest anschließen, Bodenluft max. 6 mm. Auf Teppich funktionieren diese Dichtungen nicht – Fugen in Fliesen können von Bodendichtungen nicht lückenlos überbrückt werden.
  • Dichtlippen der Bodendichtung muss exakt auf das Zargenfalzmaß am Fußboden abgelängt werden.
Fehler in der Ausführung von Schallschutztüren lassen Schall über 5 Wege passieren:
  • über das Türblatt
  • durch den Falzraum
  • über die Zarge
  • über die Anschlussfuge und
  • über den Bodenanschluss.
Anpressdruck und Schallschutz
Die Einstellung des Anpressdruckes an die Dichtung hat großen Einfluss auf die Schalldämmung. Messungen haben ergeben, dass zwischen „normal“ und „sehr fest“ 5 bis 6 dB liegen.
Wichtig: Eine Mindestkomprimierung ist immer erforderlich – Schallschutztüren schließen daher in der Regel immer mit höherem Kraftaufwand.
Technisch ist das nicht zu vermeiden. Diesen Sachverhalt berücksichtigt der Gemeindeunfallversicherungsverband in seiner Regel über Kindertagesstätten betreffend der Forderung, dass Türen leicht zu öffnen und zu schließen sind wie folgt: „Schwergewichtige Türen, z. B. Rauch­ und Brandschutztüren in Verkehrswegen und Treppenräumen, können diese Vorgaben erfüllen, wenn sie z. B. mit Magnethalterungen offen gehalten und mit einer Selbstschließfunktion ausgestattet sind.“
Dieser Hinweis ist auch auf Schallschutztüren und auf andere Bereiche (Krankenhaus, Altenheim usw.) übertragbar.
Bodendichtung zu kurz – Schallschutz dahin
Die Bodenabsenkdichtung muss zwingend auf das Zargenfalzmaß abgelängt sein. Wird die Dichtung auf das Türfalzmaß gekürzt, entstehen links und rechts „Lücken“ – der Schallschutz reduziert sich um circa ungewünschte 6 dB.
Die Nut für Bodendichtung ist zu breit – große Wirkung
Messungen haben ergeben, dass die Schalldämmung um bis zu 9 dB vermindert wird, wenn die Aufnahmenut der Bodendichtung 2 mm zu breit gefräst wurde. Dieser Fehler kann entstehen, wenn eine Tür wieder instand gesetzt wird oder die passende Dichtung gerade nicht verfügbar ist.
Fehlende Abdichtung der Zarge zur Wand
Die Montage und das Abdichten der Zarge haben einen großen Einfluss auf die Schalldämmung des Türelementes. Auch hier haben Messungen ergeben, dass die Schalldämmung über 10 dB vermindert wird, wenn z. B. die dauerelastische Abdichtung beidseitig fehlt – trotz ausgeschäumter Fuge. Die dauerelastische Fuge kann wie dargestellt mit spritzbaren Materialien erfolgen oder aber z. B. mit Kompribändern.
Die konkreten Angaben, wie die Zarge richtig montiert wird, findet sich in den Montageanleitungen der Hersteller. Stahlzargen müssen in der Regel vollvolumig mit Mörtel hintergossen sein, während Hohlräume bei Holzzargen mit 2K- Schaum vollständig verfüllt werden (alternativ: Mineralwolle fest gestopft).
Mit den dargestellten Fehlern bei der Montage lassen sich schnell einige Dezibel verlieren. Daher ist die sorgsame Montage von ganz besonderer Bedeutung. Auch zeigen die verschieden angeführten Schwachstellen, wo gegebenenfalls am Türelement gesucht werden kann, wenn der erwünschte Schallschutz nicht erzielt wurde. (Wolfgang Heer, TSH) ■

Über die TSH System GmbH

Prüfzeugnisse und Zulassung für Innungsbetriebe

Die Gesellschaft für Systemlösungen des Schreiner- und Tischlerhandwerks mbH (TSH), wurde gegründet, um dem Schreiner und Tischler kostengünstige Möglichkeiten zu bieten, Produkte mit zugesicherten Eigenschaften herzustellen, ohne die dafür notwendigen Prüfungen selbst durchführen zu müssen.
Die TSH vergibt Lizenzen an Innungsbetriebe, geprüfte Schallschutztüren, Rauchschutztüren, einbruchhemmende Türen, klimastabile Türen, Brandschutztüren und handlaufgetragene Treppen.
TSH GmbH
81377 München
www.tsh-system.de
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