Woraus bestehen eigentlich Verbundwerkstoffe wie WPC?. WPC unter der Lupe - BM online

Woraus bestehen eigentlich Verbundwerkstoffe wie WPC?

WPC unter der Lupe

Verbundwerkstoffe wie WPC (Wood-Plastic-Composites) haben verschiedene positive Eigenschaften: Sie sind zum Beispiel splitterfrei, benötigen einen geringen Pflegeaufwand und haben eine hohe UV-Beständigkeit. Alles Gründe, weshalb diese Materialien in Europa seit ca. 20 Jahren immer öfter als Terrassendielen verwendet werden. In diesem Beitrag geht es um die Frage: Woraus bestehen diese Materialien?

Lukas Petersen, BM-Redaktion

Die meisten Verbundwerkstoffe bestehen aus zwei Hauptkomponenten. Am Beispiel von WPC sind es „Wood“ und „Plastic“ – also eigentlich Holz und Kunststoff. Allerdings verbergen sich hinter der Komponente „Wood“ sehr viel mehr Materialien als ausschließlich Holz.

Kunststoffkomponenten und Additive

Bei den Materialien, die als Kunststoffkomponente verwendet werden, gibt es relativ wenig Unterschiede. Es sind meist synthetische Kunststoffe, die eine Schmelztemperatur von unter 200 °C aufweisen, da sonst die „Wood“-Komponenten beschädigt werden könnten. Somit kommen nur drei Kunststoffe infrage: Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) und Polyvinylchlorid (PVC). Weiterhin werden noch Additive beigemischt, die das Verhalten und die Widerstandsfähigkeit des Produktes maßgeblich beeinflussen. Diese bleiben jedoch meist Herstellergeheimnis. Dazu gehören u. a. Bindemittel, die die Stoffe untereinander fixieren, Farbpigmente und UV-Stabilisatoren, die als Schutz gegen Vergrauen dienen.

Herstellungsverfahren

Bei der Herstellung von WPC- oder Verbundwerkstoff-Terrassendielen wird meistens das Extrusionsverfahren angewendet. Dabei werden die verschiedenen Komponenten vermischt, erwärmt und anschließend durch eine Form gepresst. Raus kommt eine endlose Terrassendiele, die direkt durch eine Kühlanlage läuft und danach auf die gewünschten Maße abgelängt wird. Mittlerweile gibt es auch ummantelte sogenannte cWPC-Terrassendielen – das sind coextrudierte WPC-Dielen. Diese sind von drei oder von vier Seiten mit einer dünnen, reinen Kunststoffschicht überzogen. Beim Coextrudieren wird die Schicht in heißem Zustand mit dem Kern verbunden – also quasi verschweißt.

„Wood“-Komponenten

Hersteller von Verbundwerkstoffen verwenden zum Teil komplett verschiedene Materialien als „Wood“-Komponente. Dabei reicht die Vielfalt von Sägespänen bis hin zu Reishülsen. Die folgenden Materialien und und deren Hersteller stehen hier beispielhaft und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Holz/Sägespäne/Sägemehl

Die cWPC-Dielen von Trex bestehen zu 95,4 % aus WPC und zu 4,6 % aus einer Kunststoffmischung, welche als dreiseitige Ummantelung dient. Der Kern aus WPC besteht zu 100 % aus recycelten Materialien. Das sind zur einen Hälfte Sägespäne sowie Sägemehl und zur anderen Hälfte Polyethylen (PE), das vor allem aus Folien gewonnen wird. Da für den WPC-Kern ausschließlich recyceltes Material verwendet wird, sind keine weiteren Additive nötig.

Die Terrassendielen aus dem Material Twinson von Inoutic/Deceuninck besitzen einen Kern, der zu 50 % aus PEFC-zertifiziertem Weichholz und zu 50 % aus recyceltem Polyvinylchlorid (PVC) besteht, das aus alten Kunststofffenstern gewonnen wird.

Timbertech stellt seine cWPC-Terrassendielen jeweils zu 50 % aus Holzfasern (hauptsächlich Ahorn) und recyceltem Polyethylen (HDPE, LDPE) her. Die Dielen haben eine vierseitige Polymerummantelung. Der Hersteller gibt eine Garantie von 30 Jahren im Privat- und zehn Jahren im gewerblichen Bereich.

Etikettenabfälle

Beim Profi-Deck von UPM werden Etikettenabfälle als „Wood“-Komponente verwendet. Diese Abfälle müssten sonst teuer und umweltbelastend entsorgt werden. In einer Diele finden sich zu ca. 55 % Etiketten. Nach ihrem Einsatz als Terrasse können sie als Restmüll entsorgt werden.

Zellulose aus Gras

Biowert bietet Terrassendielen, die zu 75 % aus Zellulose bestehen. Diese wird aus Gras gewonnen. Die restlichen 25 % sind recycelter Kunststoff. Bei der Herstellung wird kein Wasser aus dem öffentlichen Netz verbraucht und die Dielen lassen sich komplett recyceln.

Reishülsen

Resysta ist kein WPC, das ist dem gleichnamigen Hersteller wichtig zu erwähnen. Es ist ein eigenständiges Material und besteht zu ca. 60 % aus Reishülsen. Dazu kommen ca. 22 % Steinsalz und 18 % Mineralöl. Die weiteren Bestandteile sind Betriebsgeheimnis. Laut Hersteller sind sämtliche Rohstoffe regional verfügbar und zu 100 % recycelbar – altes Material wird wieder in den Produktionskreislauf integriert.

www.deceuninck.de

www.timbertechdeutschland.de

www.de.trex.com

www.upmprofi.de

www.biowert.com

www.resysta.de

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