Visualisierung als Verkaufsunterstützung

Gut präsentieren

Wer in neue Fenster, Türen oder einen Wintergarten investiert, will vorher sehen, wie es hinterher aussieht. Am PC erstellte Visualisierungen können Kaufentscheidungen beschleunigen. Welche Ergebnisse mit welcher Soft- und Hardware und mit welchem Aufwand erzielt werden können, erfahren Sie hier.

Autor: Marian Behaneck

Wer gut skizzieren kann, braucht den Rechner nicht. Allerdings sind nur Wenige in der Lage, mit lockerer Hand schnelle, präsentable Skizzen zu Papier zu bringen. Bisher mussten sich Kunden deshalb mit Mustern oder Fotos ähnlicher, bereits realisierter Objekte zufriedengeben.

Weitaus überzeugender sind Visualisierungen, die in das individuelle Umfeld des potenziellen Kunden eingebunden sind. Wie wirkt mein Haus mit den neuen Fenstern? Passt die Rahmenfarbe zur Fassade? Wann habe ich im Wintergarten Sonne, wann Schatten? Das sind Fragen, die man am Rechner relativ schnell beantworten kann. Rechnergestützte Visualisierungs- und Präsentationstechniken bieten eine breite Palette an Möglichkeiten, Fenster und Türen im Einbauzustand anschaulich und attraktiv zu präsentieren oder die Verschattungssituation zu klären. Dabei muss man nicht viel Zeit und Geld investieren, um präsentable Ergebnisse zu erzielen. Schon mit einer einfachen Digitalkamera, einem Büro-PC mit Internetanschluss und einem Grafikprogramm lassen sich beachtliche Ergebnisse erzielen.
Für jeden Zweck das richtige Werkzeug
Gleich mehrere Möglichkeiten stehen dem Fenster- und Wintergartenbauer zur Verfügung, potenzielle Kunden zu überzeugen: Mit allgemeinen Grafik-, fotobasierenden Gestaltungsprogrammen oder mit CAD- Programmen für den Haustür-, Fenster- und Wintergartenbau kann man Geplantes vorab so wirklichkeitsgetreu abbilden, als wäre es bereits Realität. Die Programme generieren teilweise beeindruckende Bilder, vermitteln Kompetenz und können Kunden begeistern. Sie sehen schon vorher, wie es hinterher aussehen wird.
Realistisch präsentieren lassen sich Fenster, Türen oder Wintergärten mit Hilfe unterschiedlicher Werkzeuge: Da gibt es zunächst die allgemeinen Grafik- oder Bildbearbeitungsprogramme, mit denen Grafiken gezeichnet, aber auch Digitalfotos bearbeitet werden können. Mit intuitiv bedienbaren Funktionen wie „Maske“, „Pinsel“ oder „Radierer“ können in ein Fassadenfoto andere Fotoausschnitte (z. B. von Fenstern und Türen) eingefügt und eingepasst werden.
Fenster- oder Türvorlagen können eigenen Referenzfotos, aber auch Online-Herstellerkatalogen oder der Google-Bildersuche entnommen werden. Dabei sind jedoch gegebenenfalls Urheber- bzw. Bildrechte zu beachten.
Da Bildbearbeitungsprogramme teilweise über einen großen Funktionsumfang verfügen, wird Know-how und gestalterisches Geschick vorausgesetzt. Als weitere Möglichkeit stehen für kreative Handwerksberufe konzipierte fotobasierende Gestaltungsprogramme zur Verfügung. Sie enthalten spezielle Funktionen, die Fotomontagen und manipulationen erheblich vereinfachen. Im Foto vorhandene Materialstrukturen, Licht- und Schattenverhältnisse bleiben erhalten, so dass das Ergebnis möglichst realistisch aussieht. Teilweise bieten die Programme auch spezielle Funktionen, um das perspektivisch korrekte Einfügen von Fenstern und Haustüren in die Fassade zu vereinfachen und beispielsweise auch Laibungstiefen zu berücksichtigen.
Zu beachten ist jedoch, dass beim Einpassen von Fenstern in unterschiedlich große Öffnungen die Rahmenstärke nicht konstant bleibt, sondern proportional mitvergrößert, respektive verkleinert wird. Das ist bei CAD-Visualisierungen kein Problem, da Fenster meist parametrisch generiert werden, d. h. einmal definierte Rahmenstärken bleiben stets konstant.
Auch CAD für den Tür-, Fenster- und Wintergartenbau verfügt über beachtliche Visualisierungsfunktionen: Zum einen lassen sich Fotos einer Hausfassade mit zweidimensionalen CAD-Plänen überlagern. Zum anderen können dreidimensionale Konstruktionen „gerendert“, d. h. mit Materialoberflächen, Schlagschatten, Transparenzen und Spiegelungen versehen und fotorealistisch in einer virtuellen Umgebung dargestellt werden. Allerdings sind Umfang und Ergebnisqualität der Visualisierungsfunktionen von branchenspezifischen CAD-Lösungen sehr unterschiedlich. Der Vollständigkeit halber seinen hier auch so genannte Modeler erwähnt – speziell für die 3D-Modellierung und Visualisierung konzipierte Programme, die teilweise sehr intuitiv bedienbar sind, wie zum Beispiel Carrara, Rhinoceros oder SketchUp.
Vom 3D-Modell zur Virtual Reality
Wird im Unternehmen dreidimensional mit CAD geplant, sind 3D-Visualisierungen quasi ein „Nebenprodukt“. Einige fensterbauspezifische CAD-Programme enthalten Visualisierungsfunktionen, mit denen die Planung mehr oder weniger realistisch präsentiert werden kann.
Mit Hilfe des so genannten Verdeckte-Linien-Rechners können vom Betrachterstandpunkt aus nicht sichtbare Objektkanten weggerechnet werden. Diese einfachste Form der dreidimensionalen Objektdarstellung in einem CAD-Programm verfügt als Strichgrafik über eine eigene ästhetische Qualität. Werden die akkuraten Linien zusätzlich mit einem speziellen Programm künstlerisch verfremdet, entsteht eine „digitale Handskizze“.
Schattierte Darstellungen (Shadings) stellen Objekte plastischer dar, was sie sowohl für die Kontrolle und Optimierung der CAD-Konstruktion als auch für eine erste Präsentation beim Kunden prädestiniert. Dabei werden Objektflächen mit der definierten Objektfarbe und entsprechend einer vorgegebenen Belichtungssituation visualisiert.
Erheblich aufwendiger sind fotorealistische Visualisierungen. Dabei bilden sogenannte Beleuchtungsmodelle die künstliche oder natürliche Beleuchtung von Körpern physikalisch korrekt nach. Lokale Beleuchtungsmodelle (Flat-/Quick-, Phong- oder Gouraudshading etc.) simulieren in vereinfachter Form das Verhalten von Licht auf den Objektoberflächen, wobei beispielsweise die indirekte Beleuchtung nicht berücksichtigt wird.
Globale Beleuchtungsmodelle (Raytracing, Radiosity) bilden reale Lichtsituationen insbesondere in Bezug auf Transparenzen/Transluzenzen, Spiegelungen, Lichtbrechungen, Schattenbildungen, respektive den stets vorhandenen diffusen Lichtanteil, wirklichkeitsgetreuer ab. Sie sind jedoch sehr rechenintensiv und werden daher meist nur für die Berechnung von Einzelbildern und nicht beispielsweise für Animationen verwendet.
Häufig kommen Hybridmodelle zum Einsatz. Sie vereinen die Vorteile obiger Verfahren und steigern den Bild-Realismus. Bewegte Bilder in Form kurzer Videosequenzen machen insbesondere komplexere Objekte wie Wintergärten oder komplette Gebäude anschaulicher. Ein Sonderfall ist die Echtzeitanimation, die in der Lage ist, Bilder zu berechnen und zeitgleich anzuzeigen. Das ermöglicht eine Interaktion des Betrachters: Er bestimmt die Bewegungs- und Betrachtungsrichtung sowie die Geschwindigkeit der Bewegung.
Einen Schritt weiter geht die Virtual Reality, bei der eine computergenerierte, in erster Linie visuell wahrnehmbare künstliche Umgebung geschaffen wird, in die der Benutzer eintauchen und mit ihr interagieren kann (siehe auch BM 1/2010). Bei der Augmented Reality („erweiterte Realität“, kurz: AR) wird die Realitätswahrnehmung rechnergestützt mit digitalen Informationen überlagert. Eine durch eine spezielle Datenbrille betrachtete reale Hausansicht kann damit beispielsweise zusammen mit den neuen Fenstern oder dem neuen Wintergarten betrachtet werden.
Vom Tablet-PC zum 3D-Beamer
Zur Präsentation gehört auch Hardware. Die Palette der Ausgabemöglichkeiten reicht vom Farbdrucker, über Tablet-PCs für die mobile Präsentation beim Kunden, bis zum mobilen oder fest installierten 3D-Beamer im Verkaufsraum. Papierausdrucke haben den Vorteil, dass sie beim Kunden verbleiben können und auch nach der Präsentation „wirken“. Beim Farbausdruck haben sich vor allem Tintenstrahldrucker etabliert, weil sie sehr gute Ausgabequalitäten in allen DIN-Formaten liefern und zumindest in der Anschaffung günstig sind. Für Ausgabeformate bis DIN A3 sind vor allem Multifunktionsdrucker empfehlenswert, weil man sie im Büro zusätzlich als Scanner und Kopierer einsetzen kann. Wer Ideen und Projekte zeitgemäß präsentieren will, macht beim Kunden mit einem Tablet-PC mehr Eindruck. Das brillante Bild sowie die Möglichkeit der Bewegtbildwiedergabe und Interaktion gehören zu den besonderen Vorteilen. Das flach auf dem Tisch liegende Tablet und der schnelle, intuitive Anzeigenwechsel ermöglicht eine sehr bequeme Präsentationen.
Für Präsentationen vor einer größeren Gruppe sind großformatige Flachbildschirme oder Beamer sinnvoller. Die immer flacheren LCD-Bildschirme lassen sich elegant in das Umfeld integrieren und bieten in einer Größe bis 82 Zoll Bildschirmdiagonale Bildauflösungen bis zu 1920 x 1080 Pixel. Ähnliche Auflösungen erreichen auch Digitalprojektoren.
Das kostet ein Präsentations-Arbeitsplatz
Sind ein Windows-fähiger PC und ein Farb-Tintenstrahldrucker bereits vorhanden, halten sich die Kosten in Grenzen. Zwischen 100 bzw. 500 und 1000 Euro kostet Grafik- bzw. Fassadengestaltungssoftware. Hinzu kommen die Kosten für eine Digitalkamera (Weitwinkel-Zoomobjektiv, ca. 28 bis 300 mm, ab 5 Megapixel Auflösung, Preis ab 100 Euro). Fensterbau-CAD gibt es bereits ab ca. 1000 Euro. Großformat-Flachbildschirme kosten zwischen 5000 und 30 000 Euro, Beamer sind ab 1000 Euro zu haben. VR-Präsentationen in einer dreidimensionalen Illusionswelt (CAVE: Cave Automatic Virtual Environment) dürften eher als Dienstleistung interessant sein.
Fazit: Die Wirtschaftlichkeit muss passen
Beurteilt man Visualisierungstechniken in der Akquisitionsphase aus praktischer Sicht, ist vor allem das Verhältnis aus Aufwand und Ertrag entscheidend. Visualisierungen werden nicht gesondert honoriert, deshalb müssen wirtschaftliche Überlegungen stets im Blick bleiben. In dieser Hinsicht punkten vor allem Grafikprogramme (z. B. Photoshop), fotobasierende Gestaltungsprogramme (z. B. Farbeplus), sowie Modellierprogramme (z. B. SketchUp). Sie ermöglichen schnelle Visualisierungen mit verhältnismäßig wenig Arbeitsaufwand.
Fotobasierende Gestaltungsprogramme bieten teilweise zusätzlich eine Fotoaufmaß-Funktion. Praktisch: Damit kann man sich für eine Angebotserstellung sogar ein konventionelles Aufmaß mit Bandmaß und Zollstock sparen.
Fotorealistische 3D-Darstellungen und erst recht Animationen sind ungleich arbeitsaufwendiger, da sie ein 3D-Modell voraussetzen,. Zwar sind CAD-interne Shader und Renderer in vielen Betrieben jetzt schon ein unverzichtbares Werkzeug für die Entwurfskontrolle, Akquisition und Präsentation.
Fotorealistische Präsentationen oder Animationen erfordern jedoch Spezialwissen und mehr Arbeitsaufwand. Zusätzlich zum CAD- und Visualisierungs-Know-how werden Fotomontage-, Bildoptimierungs-, Bildretusche-Kenntnisse sowie das nötige Hard- und Software-Equipment (Farbdrucker/-plotter, Grafik-/Bildbearbeitungssoftware etc.) vorausgesetzt.
Sind besonders anspruchsvolle Ergebnisse gefordert, ist eine Vergabe an externe Visualisierungs-Dienstleister meist die bessere Alternative. I

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