Praxistipps für den mobilen Hard- und Softwareeinsatz

Mobilität wird smarter

Neben Smartphone (Foto) und Tablet-PC bieten insbesondere konventionelle Laptops bzw. Netbooks handfesten Praxisnutzen für unterwegs (Foto: iStockphoto)
Der Trend zu einer immer größer werdenden Mobilität hat längst die Arbeitswelt erreicht. Die Gerätegattung der Laptops bzw. später dann der kleineren Netbooks hat hier bereits vor Jahren den Anfang gemacht und ist inzwischen zum festen Bestandteil im Bordwerkzeug vieler Schreiner geworden. Nun sind auch Smartphones oder Tablet-PCs auf dem besten Weg, dort Fuß zu fassen.

Im EDV-Magazin dieser BM-Ausgabe finden Sie auf den folgenden Seiten zwei spannende und natürlich informative Beiträge, die sich mit dem mobilen Einsatz moderner IT- und Kommunikationstechnik auseinandersetzen. Hinter dem Thema „Mobile Computing“ verbergen sich Hard- und Softwarelösungen, die einen zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf Büro- und Projektdaten oder das Internet ermöglichen.

Lesen Sie ab Seite 92, welche Geräte für welchen Einsatz sinnvoll sind und wo die Grenzen mobiler Hardware liegen. Auch das Thema IT-Sicherheit ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung.
Hinzu kommt natürlich ein Blick auf die mobile Softwarenutzung. Sie ist schließlich das Werkzeug, mit dem Sie arbeiten – beispielsweise kalkulieren, planen oder präsentieren. Apropos Software: Mit diesem Stichwort sind wir schon beim zweiten Beitrag, der ebenfalls ganz unter dem Zeichen der Mobilität steht. Ab Seite 98 nämlich setzen wir uns mit dem Thema Apps auseinander. Genau diese Anwendungen sind es nämlich, die Smartphones und Tablet-PCs überhaupt erst nutzbar machen.
Wir verraten Ihnen, was die kleinen, teilweise kostenlosen Programme in der Praxis bieten. Außerdem haben wir einige ausgewählte Apps mit Nutzwert für den Tischler, Schreiner und Fensterbauer in einer kompakten Übersicht zusammengestellt. Hinzu kommen Tipps, worauf Sie achten müssen und wir gehen selbstverständlich auch der zentralen Frage der Praxistauglichkeit solcher Anwendungen nach.
Auch wenn Sie selbst vielleicht bislang noch kein Smartphone oder keinen Tablet-PC Ihr Eigen nennen: Vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit, dass auch Sie ganz „smart touchen“ statt Tasten zu drücken und die eine oder andere Anwendung für sich entdecken werden. (Christian Närdemann) ■

Das Büro immer dabei

Mobile Computing ermöglicht ortsunabhängiges Arbeiten

Wer mit Ordner, Notizblock und Papier zur Baustelle eilt, gilt fast schon als antiquiert. Mit einem Smartphone, einem Tablet-PC oder Netbook bewaffnet, hat man Büro und Projekte immer dabei. Lesen Sie, was für wen sinnvoll ist und wo die Grenzen mobiler Hardware liegen.
Zettelwirtschaft? Die hat keiner besonders gerne, erst recht nicht unterwegs. Mobile Computing verspricht Abhilfe: Der mobile Einsatz moderner IT- und Kommunikationstechnik ermöglicht den zeit- und ortsunabhängigen Zugriff auf Büro- und Projektdaten oder das Internet.
Beim Kunden können digitale Aufmaße für Angebote oder Abrechnungen angefertigt, Montagezeiten dokumentiert oder Mitarbeiter koordiniert werden. Unterwegs kann man Termine organisieren, Adress- und Kontaktdaten erfassen und verwalten – oder mobile Branchensoftware nutzen. Schnittstellen ermöglichen einen schnellen Datenabgleich mit der Bürosoftware. Handschriftliche Notizen vor Ort und deren fehlerträchtiges Eintippen im Büro gehören der Vergangenheit an.
Mit mobiler Hard- und Software sowie drahtlosen Kommunikationstechnologien lassen sich Informationen genau dort eingeben oder abrufen, anzeigen oder modifizieren, wo sie gerade anfallen oder benötigt werden.
Aktuelle mobile Hardware gliedert sich in die Kategorie der Note- und Netbooks, Tablet-PCs sowie der Smartphones. Notebooks haben den Vorteil, dass man sie sowohl mobil als auch als Desktop-Arbeitsplatz im Büro nutzen kann. Sogar CAD-Pläne lassen sich auf Geräten mit hoher Bildauflösung und Displaygröße (ab 17 Zoll Bilddiagonale) anzeigen, kommentieren und bearbeiten. Per Mobilfunk-Stick kann man unterwegs auf Internet- oder Bürodaten zugreifen.
Preiswerter, kleiner und leichter sind Netbooks. Sie haben die Größe eines Terminplaners, wiegen etwa 1,5 Kilogramm und verfügen über ein 10–12 Zoll großes LC-Display. Ohne Steckdose halten sie, je nach Gerät und Nutzung, 5–10 Stunden durch. Für den Einsatz von Büro-Standardsoftware sind sie ideal, nicht jedoch für Software, die eine höhere Rechenleistung erfordert.
Eine Sonderform sind Note- oder Netbooks mit einem um 180 Grad drehbarem Display. Diese „Convertibles“ lassen sich sowohl als „normales“ Notebook als auch als Tablet-PC einsetzen. Das ist quasi ein Notebook ohne Tastatur. Das Display ist Schreibtafel und Bildschirm zugleich. Bedient werden Tablet-PCs mit einem kabellosen Stift oder Fingergesten, Daten werden per Touch-Screen-Tastatur oder einer extern anschließbaren Tastatur eingegeben.
Mit den in eine Handfläche passenden Smartphones kann man, neben dem Telefonieren vor allem E-Mails empfangen oder versenden, Informationen aus dem Internet abrufen, Termine organisieren oder mobile Softwareanwendungen, so genannte Apps, ablaufen lassen (siehe auch Beitrag in dieser Ausgabe auf Seite 98).
Für Smartphones sprechen kompakte Abmessungen und relativ lange Akkulaufzeiten. Das kleine LC-Display (etwa 2–3,5 Zoll) und die vergleichsweise niedrige Bildauflösung (etwa 240 x 320 bis 640 × 960 Pixel) schränken die Einsatzmöglichkeiten allerdings etwas ein.
Wichtig bei allen Gerätekategorien ist ein helles, dimmbares Display, das nachts nicht blendet und mit dem man auch bei vollem Tageslicht noch etwas erkennt. Angesichts rauer Bedingungen unterwegs und auf Baustellen sollte man den Kauf outdoor-tauglicher Geräte in Betracht ziehen, die auch Staub, Regen, Kälte, Hitze oder einen ordentlichen Knuff vertragen.
Software mobil nutzen
Prinzipiell ist jede Schreinersoftware (CAD, ERP etc.) auch mobil lauffähig – vorausgesetzt, das Betriebssystem der mobilen Hardware und deren Leistungsdaten (Prozessor, Arbeitsspeicher, Displaygröße etc.) lassen dies zu. Während bei aktuellen Note-/Netbooks die Betriebssystem-Version Windows 7 die Nutzung praktisch jeder im Büro verwendeter Software ermöglicht, muss man sich bei Tablet-PCs und vor allem Smartphones auf die vom mobilen Betriebssystem unterstützte Software beschränken.
Wer ein bestimmtes Programm nutzen will, muss darauf achten, unter welchem der verbreiteten Betriebssysteme Apple iOS, Android, Windows Phone, BlackBerry RIM und anderen es lauffähig ist. Je größer der Verbreitungsgrad, desto größer die verfügbare Bandbreite an allgemeiner und branchenspezifischer Software.
Zur Standard-Bordausstattung gehören in der Regel ein Terminplaner, ein Aufgaben-/Adressverwalter, ein Notizbuch, ein Textverarbeitungsprogramm, ein Internet-Browser und ggf. weitere Office-Anwendungen. Zu den optionalen branchenspezifischen Software-Anwendungen für Smartphones gehören Auftragsdaten-, Aufmaß- und Zeiterfassungsprogramme oder LV-Viewer.
Schnittstellen zu Laserdistanzmessern oder Scannern für Aufmaß oder Zeiterfassung ermöglichen eine rationelle Datenerfassung, ohne umständliches Eintippen. Eine zunehmend wichtige Rolle im Hinblick auf die mobile Software-Nutzung spielt die Bereitstellung von Software und anderen Leistungen über Netzwerke (Stichwort: Cloud Computing, siehe auch BM 6/11, Seite 77-80). Damit hat der Anwender Zugriff auf Programmfunktionen, Rechenkapazitäten, Büro- und Projektdaten – unabhängig von Zeit oder Ort und ohne diese lokal vorhalten zu müssen.
Drahtlos kommunizieren
Ermöglicht wird die mobile Kommunikation durch integrierte oder nachträglich extern anschließbare Mobilfunk-Module sowie die entsprechenden Mobilfunk-Standards. Zu den wichtigsten zählen UMTS, HSUPA bzw. HSDPA. Während die Vorgänger GPS, GPRS und EDGE mit bis zu 220 Kbit/s nicht besonders schnell sind, ermöglicht das UMTS-Netz mit 348 Kbit/s höhere Datentransferraten. Mit HSUPA bzw. HSDPA stehen schnelle, allerdings nicht komplett flächendeckende Netze (siehe z. B. www.hsdpa-umts-verfuegbarkeit.de) mit Datentransferraten von 14,4 Mbit/s und mehr zur Verfügung, was einem schnellen DSL-Internetanschluss entspricht.
Die Mobilfunknetze werden von Betreibern wie Telekom, Vodafone, E-Plus, O2 etc. zur Verfügung gestellt, wobei die Qualität der Sprachverbindung, die Geschwindigkeit, Stabilität und Verfügbarkeit des mobilen Internet unterschiedlich sind (siehe auch Connect-Netztest: www.o2online.de/nw/assets/blobs/pdfs/connect-netztest-2010.pdf und www.o2online.de/nw/assets/blobs/pdfs/connect-netztest-2010.pdf Mobilität beim Datenzugriff im Nahbereich bietet auch die Wireless-LAN-, kurz WLAN-Technologie. Damit kann man unterwegs in einem Umkreis von bis zu 100 Metern auf das Internet bzw. auf das Firmennetz zugreifen. Durch den Einsatz mehrerer so genannter Hot-Spots bzw. Access Points können ganze Areale (Gebäude, Baustellen etc.) mit WLAN versorgt werden.
Für die drahtlose Kommunikation zwischen Note-/Netbook, Tablet-PC oder Smartphone und dem Büro-PC auf kurze Distanz hat sich vor allem der Bluetooth-Standard etabliert.
Grenzen mobiler Hardware
Mobilität und Multifunktionalität haben viele Vor-, aber auch einige Nachteile: So ist die Bedienung aufgrund der Funktionsfülle nicht immer einfach. Ungeübte Benutzer müssen sich zunächst mit einer Vielzahl an Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten vertraut machen. Ferner muss man gegenüber Einzelgeräten Kompromisse eingehen: Kein Smartphone kann der Aufnahmequalität einer guten Digitalkamera oder der Software-Flexibilität, Rechen- und Speicherkapazität eines Notebooks das Wasser reichen.
Kleine LCD-Displays schließen umfangreichere grafische Anwendungen aus, winzige oder „virtuelle“ Tastaturen lassen nur die Eingabe kurzer Texte zu. LC-Displays sind häufig nicht hell genug, um Daten auch bei vollem Tageslicht mühelos ablesen zu können, etc. Problematisch ist mobile Hardware vor allem in folgender Hinsicht: Mit durchschnittlichen 3–6 Stunden reicht die Akku-Betriebsdauer bei Smartphones für einen vollen Arbeitstag einfach nicht aus. Bei intensiver Nutzung energiehungriger Funktionen wie Bluetooth oder WLAN stoßen Akkus schnell an ihre Grenzen. Die von Herstellern angegebenen, höheren Akkulaufzeiten gelten nur für ein optimales (sprich: praxisfernes) Betriebsprofil.
Zwar ist die multimediale Datenübertragung über schnelle Netze mittlerweile nicht mehr unerschwinglich, jedoch nicht immer flächendeckend, unterbrechungsfrei und mit der vollen Geschwindigkeit möglich. Weitere kritische Punkte betreffen die Hardware: LC-Displays sind häufig nicht hell genug, um Daten auch bei vollem Tageslicht mühelos ablesen zu können. Ferner ist die Hardware oft nicht robust genug für den rauen mobilen Einsatz. Staub und Nässe können der filigranen Technik schnell den Garaus machen, extreme Kälte (ab -10 Grad) kann für Akkus und Displays zum Problem werden. Beim Gehäuse sollte deshalb auf „Baustellentauglichkeit“ geachtet werden: möglichst mit Gummiarmierung, Schutzklasse ab IP 54 = staub- und spritzwassergeschützt.
Schwachstelle IT-Sicherheit
Mit zunehmender Mobilität wächst die Gefahr, dass Geräte oder Daten verloren gehen, gestohlen, ausspioniert oder manipuliert werden. Schützen kann man sich vor unberechtigtem Rechner- und Datenzugriff beispielsweise durch ein persönliches Benutzerkennwort.
Schutz vor Hardwarediebstahl bietet ein Kabelschloss. Smartphones sind hier besonders gefährdet – übrigens auch im Hinblick auf Computerviren. Deshalb sollte man auch sie durch Passwörter, Sicherheitseinstellungen und Virenscanner schützen. Gerät mobile Hardware dennoch einmal in falsche Hände, so erschwert – neben dem Benutzerkennwort – das Verschlüsseln sensibler Daten den Datenklau. Eine besondere Gefahr geht von mobilen Wechseldatenträgern (USB-Sticks, USB-Festplatten etc.) aus. Sie sind leicht und mobil, gehen aber auch schnell verloren. Auch hier können ein Passwortschutz und eine Datenverschlüsselung helfen.
Akku- und Stromspar-Tipps
Um die Akku-Lebenszeit zu verlängern, sollte man den Akku nur dann aufladen, wenn er nur noch über 10 Prozent seiner Leistung verfügt. Seine Lebensdauer hängt nämlich nicht nur von der Alterung der Zellen und seiner Lagerung (ca. 15 °C, trocken) ab, sondern auch davon, wann und wie oft man ihn auflädt. Akkus können insgesamt nur etwa 500 mal aufgeladen werden. Werden mobile Geräte längere Zeit über das Stromnetz betrieben (das gilt insbesondere für Notebooks), sollte man die aufgeladenen Akkus herausnehmen und wie oben beschrieben lagern. Um den Stromverbrauch zu minimieren, sind folgende Maßnahmen hilfreich:
  • Sofern es die Lichtverhältnisse zulassen, Display herunterdimmen ([Fn]+ entsprechende Funktionstaste drücken).
  • Stromverbrauch über die Systemeinstellung des Gerätes minimieren (z. B.: „Systemsteuerung“, „Energieoptionen“).
  • Bei längeren Arbeitspausen Gerät in den Standby-Modus versetzen (z. B.: Windows-Startbutton, auf Ein-/Ausschalter klicken).
  • WLAN/Bluetooth wenn möglich nur dann aktivieren, wenn man auch tatsächlich online gehen/Daten übertragen will.
  • PDA, Net-/Notebook nach dem Herunterfahren vom Stromnetz trennen, beispielsweise über eine schaltbare Steckerleiste.
Einsatzzweck entscheidet
Eine zu 100 Prozent büro- und baustellentaugliche mobile Hardware gibt es nicht, aber das Nutzungsprofil hilft bei der Auswahl: Wem vor allem Business- und Office-Anwendungen wichtig sind, der sollte auf eine „echte“ Tastatur achten.
Multimediale Anwendungen setzten dagegen ein großformatiges, möglichst hoch auflösendes Touch-Display voraus. Smartphones sind Alleskönner – doch es gibt auch Grenzen. Müssen Daten in umfangreiche Eingabemasken eingetragen oder gar Pläne angezeigt werden, sind beispielsweise Tablet-PCs mit ihrem größeren Display sinnvoller. Für Vielschreiber sind Net- oder Notebooks mit ihrer vollwertigen QWERTZ-Tastatur eine Alternative. Sie bieten zudem die breitesten Anwendungsmöglichkeiten, denn alle Büroanwendungen laufen auf diesen Mobil-PCs.
Smartphones kosten zwischen 300 und 800 Euro, Tablet-PCs zwischen 500 und 1000 Euro, Netbooks zwischen 200 und 500, Notebooks ab 400 Euro. Geräte inklusive Vertrag mit einem Mobilfunkbetreiber sind deutlich preiswerter – dabei sollte man unbedingt auf ein günstiges Tarifmodell achten. Vor dem Kauf sind daher Testberichte einschlägiger Computer-/Handy-Zeitschriften hilfreich. Eine gute Entscheidungsgrundlage bieten auch Adressen wie www.idealo.de oder www.idealo.de (Marian Behaneck) ■
Weitere Infos
BMWi, NEG, MÜKE (Hrsg.): Mit Hammer, Säge und Smartphone. Mobiles Arbeiten im Handwerk, Eigenverlag, Münster 2011, Down- load unter: www.ec-net.de.
  • www.connect.de
  • www.notebookcheck.com
  • www.inside-handy.de
  • www.notebookinfo.de
  • www.pocketland.de
  • www.palmtopmagazin.de

  • Hardware-Anbieter im Überblick

    Notebooks, Smartphones, Tablet-PCs

    *Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

    Die wichtigsten App-Stores

    Anbieter

    Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

    Nützliches für iPhone & Co.

    Apps: Anwendungen für Smartphones und Tablet-PCs

    Apps bieten nützliche Funktionen für Büro und Baustelle. Welche muss man haben – und was bieten bzw. taugen die kleinen, teilweise kostenlosen Programme für Smartphones und Tablet-PCs in der Praxis? Wo und wie man die besten Apps findet, verrät Ihnen dieser Beitrag.
    Smartphones boomen und inzwischen gehören sie auch beruflich zum unverzichtbaren Begleiter. Viel zur aktuellen Popularität beigetragen haben mobile Software-Anwendungen (engl. Applications, kurz „Apps“). Apps erweitern die Einsatzmöglichkeiten von Smartphones und den etwa Notizbuch-großen Tablet-PCs und machen sie zu vielseitigen Werkzeugen im Berufsalltag. Angesichts des inzwischen unüberschaubaren App-Angebots fällt die Auswahl schwer.
    Bereits mit der im Lieferumfang enthaltenen „Bordausstattung“ eines Smartphone kann man unterwegs Termine organisieren, Adress- und Kontaktdaten erfassen und verwalten, E-Mails schreiben und anderes mehr. Richtig attraktiv werden Smartphones erst durch Apps.
    Das sind kleine, kostenlos oder für wenig Geld herunterladbare und ohne umständliche Installation und Konfiguration unter einem mobilen Betriebssystem sofort lauffähige Software-Anwendungen. Sie erweitern das Einsatzspektrum eines Smartphones oder Tablet-PCs und machen es zum multifunktionalen Werkzeug: So kann man es als LED-Leuchte, wissenschaftlichen Taschenrechner oder Aufmaßhilfe einsetzen. Dank relativ hoch aufgelöster Kamera (ab 5 Megapixel) lassen sich Smartphones auch als mobiler Scanner nutzen: Dokument-Fotos können in PDFs, teilweise sogar in Textdokumente umgewandelt werden.
    Werden in Magazinen oder anderen Druckerzeugnissen abgebildete QR-Codes („Schneller Antwort-Code“) oder einfach die komplette Heftseite eingescannt, können Zusatz-Infos online abgerufen werden, ohne die entsprechende Web-Adresse manuell eintippen zu müssen. Eingebaute Bewegungs-, Lage-, Licht- oder Näherungssensoren sowie GPS-Empfänger erweitern die Funktionspalette zusätzlich: Mit entsprechenden Apps lässt sich das Smartphone auch als Wasserwaage, für die Vorbereitung von Messe-Besuchen, als mobiles Navi oder sogar für so genannte „Augmented Reality“-Anwendungen einsetzen. Dabei werden im Live-Kamerabild zusätzliche Informationen zum unmittelbaren Umfeld eingeblendet. Nicht zuletzt sind Smartphones und Tablet-PCs als mobile Spielekonsolen einsetzbar und so lassen sich weitaus die meisten Apps dem Genre „Spiel, Spaß, Spannung“ zuordnen. Auch deshalb wird es zunehmend schwieriger, aus Handwerker-Sicht die Spreu vom Weizen zu trennen und für den Berufsalltag wirklich hilfreiche Apps aus dem inzwischen unüberschaubaren Angebot der zahlreichen und nicht immer übersichtlichen „App-Kaufhäuser“ (engl. App-Stores) herauszufischen.
    Betriebssystem bestimmt App-Angebot
    Während auf anderer mobiler Hardware praktisch jede im Unternehmen verwendete Software läuft, muss man sich bei Smartphones auf die vom Betriebssystem unterstützte Software beschränken. Im Smartphone-Bereich ist die Betriebssystem-Landschaft noch relativ vielfältig und ein Marktführer steht noch keineswegs fest.
    Die Betriebssysteme Apple iOS, Android, Windows Phone, BlackBerry RIM und andere kämpfen um Marktanteile. Was sich wann durchsetzt und ob es überhaupt irgendwann einmal einen eindeutigen Marktführer geben wird, ist keineswegs sicher. Auch deshalb hält sich die Mehrzahl der branchenspezifischen Anbieter bei der App-Entwicklung noch zurück, zumal eine Software-Portierung von Windows auf ein mobiles Betriebssystem relativ aufwändig ist.
    Hinzu kommt, dass die neue, voraussichtlich Ende 2012 erscheinende Windows-Version 8 mobile, per Fingergesten intuitiv steuerbare Anwendungen besser unterstützen soll. Viele Entwickler warten deshalb noch ab. Wer jetzt schon bestimmte Programme oder Apps nutzen will, sollte daher darauf achten, unter welchem dieser Betriebssysteme sie lauffähig sind oder es in Kürze werden sollen.
    Je größer der Verbreitungsgrad des Betriebssystems, desto größer ist in der Regel die Software-Auswahl. Glaubt man den Zahlen der Anbieter, die sich monatlich mit neuen Zahlen übertreffen, gibt es derzeit weit über eine halbe Million Apps. Davon sind über 350 000 im Online-Shop „App-Store“ von Apple, über 250 000 Apps im „Android Market“, ca. 40 000 im Nokias „Ovi Store“, rund 20 000 im Blackberrys „App World“ und etwa 10 000 im Windows Phone Marketplace erhältlich. iOS von Apple und Googles Android haben also die Nase vorn.
    Doch auch Windows ist aufgrund seiner Position im PC-Bereich eine wichtige Größe und tritt mit dem aktuellen Windows Phone 7 gegen Apple und Google an. Jedes Betriebssystem hat seine Vor- und Nachteile: Googles Android ist offen, flexibel und verfügt zwar über eine etwas kleinere, aber schnell wachsende App-Auswahl. Apples iOS ist nach wie vor unübertroffen in der intuitiven Benutzerführung und dem großen App-Angebot. Nachteilig ist z. B. die fehlende Flash-Unterstützung für die Anzeige multimedialer Web-Inhalte. BlackBerrys RIM hat Stärken in der geschäftlichen Kommunikation, Schwächen im Bereich Multimedia und in der App-Auswahl.
    Auch der Windows Mobile-Nachfolger Windows Phone von Microsoft verfügt über Stärken im Office-Bereich, kann aber derzeit auch nur ein vergleichsweise kleines App-Angebot vorweisen.
    Wo und wie findet man nützliche Apps?
    Zur Standardausstattung eines Smartphones gehören Terminplaner, Adressverwalter, Notizbuch, Textverarbeitung oder ein Internetbrowser. All das – und noch viel mehr – bieten auch von Drittanbietern programmierte Apps.
    Die Qualität der Apps ist sehr unterschiedlich. Da die Produkte von den Onlineshop-Anbietern teilweise getestet und von den Anwendern öffentlich bewertet werden, sorgt dieses Regulativ für ein bestimmtes Qualitätslevel. Vor Fehl-Downloads oder -käufen ist man dennoch nie gefeit. Downloadquellen von App-Anwendungen gibt es viele: Zunächst können Apps über den im Smartphone-Betriebssystem integrierten Onlineshop bezogen und auf dem Smartphone eingesetzt werden. Dazu zählen der App Store von Apple, Android Market von Google, der Windows Phone Marketplace von Microsoft, Ovi Store von Nokia, AppWorld von Blackberry, PlayNow von Sony Ericsson oder die Samsung Apps.
    Es gibt aber auch zahlreiche weitere Portale, die sich auf kostenfreie oder auf eine bestimmte Zielgruppe zugeschnittene Apps konzentrieren (z. B. www.gratis-app.com, www.gratis-app.como).
    Nützliche Apps für den Schreineralltag
    Unter den zahlreichen Business-Apps, deren Mehrzahl auf die Optimierung klassischer Bürotätigkeiten und -abläufe abzielt, befinden sich auch einige, für Handwerker nützliche Werkzeuge. Als Beispiele seien hier die PDF- bzw. OCR-Scanner Scan To PDF und ScanDoc Document Reader oder die Fotoaufmaß-App My Measures & Dimensions genannt (siehe Tabelle). Erstere nutzen die integrierte Kamera als Scanner und erzeugen aus Dokument-Fotos PDF-Dateien, respektive per Texterkennung (OCR) Textdokumente.
    Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn man zum Kunden nicht den kompletten Produktkatalog mitschleifen will oder einen interessanten Artikel sieht, aber aktuell keine Zeit zum Lesen hat. My Measures & Dimensions entzerrt – anders als die bekannten PC-basierenden Fotoaufmaß-Lösungen – Fassadenfotos nicht perspektivisch, sondern ermöglicht Maßeintragungen im Foto. Eine einfache, aber pfiffige Idee, die einem das Skizzieren vor Ort erspart.
    Inzwischen gibt es auch schon einige branchenspezifische Entwicklungen: Messwerkzeuge für Schreiner stellt beispielsweise das iHandy Schreiner von der iHandySoft Inc. zur Verfügung: Ein Lot, eine Wasserwaage, eine Dosenlibelle, einen Winkelmesser und ein verschiebbares Lineal lassen sich nach einer Kalibrierung mehr oder weniger präzise einsetzen. Über die kostenlose App „Cantor2Go“ von Fenstersoftwarehersteller Albat+Wirsam beisielsweise können Projektverantwortliche per iPhone vollkommen zeit- und ortsunabhängig auf Geschäftsprozesse zugreifen, Vorgänge überwachen und Management-Daten einsehen.
    Eine attraktive Kundenpräsentation ermöglicht Palette Move von Palette CAD: Wird eine in einem speziellen Panorama-Format gespeicherte CAD-Datei eines Innenraumes auf das iPad geladen, lässt sich der Bildausschnitt durch Hin- und Herbewegen des iPads verschieben, Details lassen sich heranzoomen. So wird die Projektpräsentation zur Entdeckungstour.
    Wie praxistauglich sind App-Anwendungen?
    Apps machen Smartphones und Tablet-PCs vielseitig. Aber Multifunktionalität hat durchaus auch Nachteile: Häufig ist etwa die Gerätebedienung aufgrund der Funktionsfülle kompliziert, so dass ungeübte Anwender durch die Vielzahl der Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten überfordert sind.
    Auch Apps haben ihre Tücken: zwar folgt die Benutzerführung gewissen Standards (Scrollen, Blättern, Zoomen per Fingergesten auf dem Multi-Touch-Display etc.), doch funktioniert jede App anders und man muss sich erst hineinfinden. Wird sie über längere Zeit nicht benutzt, fällt ein Wiedereinstieg häufig schwer.
    Vielen Apps fehlt auch die Praxisnähe, weil etwa wichtige Funktionen fehlen. Anderen Apps ist anzumerken, dass sie mit der heißen Nadel gestrickt worden sind. Mobile Anwendungen schwächeln aber vor allem wegen der Hardware. Neben der Tatsache, dass Multifunktionalität immer einen Kompromiss darstellt – so kann kein Smartphone einer guten Digitalkamera oder einem Büro-PC im Hinblick auf Rechen- und Speicherkapazität das Wasser reichen – hat mobile Hardware so ihre Schwächen: Touch-Screen-Tastaturen lassen nur die Eingabe kurzer Texte zu.
    Kleinformatige Displays schließen naturgemäß umfangreichere grafische Anwendungen aus. Hinzu kommt, dass die Displays oft nicht hell genug sind, um sie im Freien bei vollem Tageslicht ablesen zu können. Außerdem ist die Hardware meist nicht robust genug für den rauen Baustellenalltag. Deshalb ist es besonders wichtig, dass man nicht nur bei der Software, sondern auch bei der Hardware auf „Baustellentauglichkeit“ achtet.
    App oder Web-App – das ist der Unterschied
    Neben den „echten“, für ein bestimmtes mobiles Betriebssystem entwickelten Apps, werden im Zuge des Cloud Computing (siehe auch BM 6/11, Seite 77–80) für Anwender und Entwickler zunehmend auch so genannte Web-Apps interessant. Das sind mobile, plattform- und auch geräteunabhängige Internetanwendungen, deren Web-Funktionalitäten erweitert wurden.
    Sie können über einen Internetbrowser von jedem mobilen Endgerät aufgerufen werden. Steht eine ausreichend schnelle, mobile Internetverbindung zur Verfügung, merkt der Anwender kaum einen Unterschied.
    Für Web-Apps spricht einiges: Sie sind immer aktuell, greifen ggf. auf stets aktuelle Online-Datenbanken zu und deren Hersteller unterliegen keinen Beschränkungen durch App-Stores. Es gibt aber auch Nachteile: „echte“ Apps sind meist schneller als Web-Apps und man kann sie oft auch offline nutzen. (Marian Behaneck) ■

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