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Die Küchentrends von der Living Kitchen 2019 in Köln

Die Küchentrends von der Living Kitchen 2019 in Köln
Da will ich sein

Kochen, arbeiten, Freunde empfangen: Die Küche wird zum Aufenthaltsort Nr. 1 in der Wohnung. Was den Küchenbauern zu diesem Trend einfällt, lesen Sie in diesem Beitrag.

von Katrin de Louw

Die Hersteller von Küchen beweisen schon seit Jahren, dass sie auch wohnlich können und deshalb präsentieren jetzt auch die großen italienischen Designlabels, die ihren Ursprung eher im Wohnmöbelsegment haben, ihre Küchenkompetenz auf der Living Kitchen, die Anfang des Jahres parallel zur Möbelmesse in Köln statt fand. Denn eines ist klar: Die Küche wird – zumindest in den Wachzeiten – zum Aufenthaltsort Nr. 1 in der Wohnung und mutiert zum Allroundtalent: vielseitig, entschleunigend und komfortabel.

Offene Wohnküchen fordern: Platz da!

Obwohl die Durchschnittsküche mit unter 15 m² in Deutschland noch eher klein ausfällt, nimmt die Küche bei Neubauten insgesamt an Größe zu, weil sie in der Regel als offene Wohnküche geplant wird. Zwar gibt es sicherlich in urbanen Ballungsgebieten auch den Gegentrend bei Single-Haushalten, die sich gut überlegen, ob sie überhaupt noch eine Küche benötigen, wenn um die Ecke eine Vielzahl gastronomischer Angebote locken. Aber der Trend zur gesunden Ernährung geht auch einher mit dem Bedürfnis, selbst und bewusst zu kochen und mit Freunden dieses Ritual zu genießen. Und davon werden auch die Küche als solche und deren Hersteller in den nächsten Jahren noch profitieren.

Taschentüren lassen die Küche verschwinden

Das aktuelle Küchendesign, wie wir es auf der Living Kitchen im Januar in Köln beobachten konnten, geht also vor allen Dingen den einen Weg: Wie verliere ich den typischen Küchencharakter mit den elektronischen Geräten und der Dunstabzugshaube und wie verändert sich die Küchenplanung, um sich möglichst relaxed in ein gemütliches Wohnambiente zu integrieren?

Ein Trend, der diesen Bedarf aufnimmt, sind z. B. die sogenannten Taschentüren, bei denen die hohen Drehtüren in eine Seitentasche vollständig hineingefahren werden können. Das schafft nicht nur Bewegungsfreiraum in der Küchennutzung, sondern vor allen Dingen auch die Möglichkeit, die Küche komplett hinter den großen Türen verschwinden zu lassen, wenn diese nicht mehr gebraucht wird. Dadurch versteckt sich sozusagen die Küchenzeile im Schrank – auch inklusive schmutzigem Geschirr, wenn’s sein muss.

Geräte werden vor Kopf eingebaut

Als weiteren Trend, der uns aufgefallen ist und der ebenfalls die E-Geräte aus dem Sichtfeld verschwinden lässt, ist die Vor-Kopf-Planung, bei der die Einbaugeräte seitlich in die Küchenzeile integriert werden. Auch eine Vor-Kopf-Planung des Waschbeckens bei Kücheninseln kann Sinn machen, zumal ich in der Regel an der Längsseite arbeite oder koche und den Platz an der Seite zum Herumgehen sowieso benötige. Außerdem gibt es der gesamten Innenarchitektur einen außergewöhnlichen Akzent. Ebenfalls dem Trend zur Wohnlichkeit geschuldet ist das Verschwinden der Dunstabzugshauben durch Unterflurlösungen oder aber die besondere gestalterische Komponente dieser als Eyecatcher mit besonderer Funktion, wie Musikbox und Beleuchtungselement.

Insgesamt wächst auch die Bedeutung von Licht in der Küche. Egal ob Gesten- oder App-gesteuert, das Licht muss wandelbar sein und sich jeder Situation anpassen. Dabei setzen die Hersteller neben dem Funktionslicht zusätzlich auf indirektes Licht, welches insbesondere dem Ambiente zugute kommt.

Optische Unterbrechungen in Glas

Auch die Küchenplanung löst sich aus alten Regeln: Da wir oftmals aus Platzbedarfsgründen nicht auf Hängeschränke verzichten können, werden diese und auch Unterschrankreihen aufgelöst durch leicht wirkende Gestaltungsmerkmale, die den traditionellen Küchenblock optisch unterbrechen. So setzen offene Regale, Auszüge oder – von den Wohnmöbeln abgeschaut – vollständige Ganzglasvitrinen Blickfangpunkte zwischen den massiv wirkenden Küchenschränken.

Landhaus entwickelt sich weiter

Ein weiterer Planungstrend sind die neuen Landhausküchen. Die „neuen Klassiker“ des Küchendesigns sind allerdings nicht mehr wiederzuerkennen und zeigen eine Symbiose aus Tradition und Moderne, Zeitlosigkeit und Hightech und treffen damit den Nerv der Zeit.

Sie spielen mit alten Elementen, wie gusseiserne Griffknöpfe, Rahmenfronten und Krankleisten einerseits, stecken aber heute in einer sehr modernen Planung: geradlinig, mit angesagten Elementen wie breiten Auszügen und dünnen Arbeitsplatten oder auch 10-mm-Wangen. Dabei werden unterschiedliche Rahmenbreiten in den Fronten miteinander kombiniert. Und Materialien gehen über verschiedene Anwendungsbereiche und damit „über Eck“ von der Horizontalen in die Vertikale.

Vieles in Schwarz

Der Wunsch nach Wohnlichkeit bringt auch wieder mehr Holz in die Küche, selbst in die Fronten und auf großen Flächen, und wird kombiniert mit Naturstein oder Keramik. Marmor findet sich dabei auch in diversen Dekorneuheiten als Reproduktion wieder.

Bei den Uni-Farben ist Schwarz mit supermatter, Antifingerprint-Oberfläche noch immer angesagt und korrespondiert gut mit den Metallregalen in Schwarz, die sowohl Küchen als auch Wohnmöbel zur Zeit auflockern und ihnen einen lässigen Industrie-Style geben. Auch Waschbecken und Armaturen wurden viel in Schwarz auf der Messe präsentiert, obwohl die Wahrheit im Handel mit weißen Fronten und Edelstahl-Armatur anders aussieht. Beton bleibt aber sowohl als echtes Element als auch als Reproduktion ein Renner in der Arbeitsplatte und darüber hinaus in Fronten und Wangen.

Auch das Indoor-Farming wird weiter durchdacht und zeigt Lösungen, eigene Kräuter aber auch Salate und Kleingemüse gesund und einfach in der Küche selbst anzupflanzen. Ein italienischer Küchenhersteller zeigte sogar einen durchaus stattlichen Zitronenbaum in der Kücheninsel integriert. Das lockert die Atmosphäre natürlich weiter auf und bringt die Natur ins Haus.

Warum noch ins Wohnzimmer wechseln?

Egal ob Pflanzen genießen, arbeiten, kochen, Haushalt kontrollieren, mit Freunden quatschen oder Hausaufgaben machen: Die Küche baut ihre Führungsrolle in der Wohnung weiter aus und man fragt sich, warum man abends noch in das Wohnzimmer auf die Couch wechseln sollte. Zum Fernsehen? Sicher nicht mehr. Für eine gemütlichere Atmosphäre? Auch das braucht es nicht mehr. Bleibt noch Füße hochlegen. Da wäre doch vielleicht noch einmal ein neuer Ansatz für Küchenplaner …

www.livingkitchen-cologne.de


Die Autorin

Innenarchitektin Katrin de Louw ist Inhaberin von Trendfilter und führende Expertin für Möbel- und Materialtrends im Innenraum.

www.trendfilter.net

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