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Schreinerwissen: Grundsätze des Möbelentwurfs, Folge 5

Gestaltung im Tischlerhandwerk
Grundsätze des Möbelentwurfs, Folge 5

Die Bezeichnungen der Möbel sind zum Teil genormt oder im deutschen Sprachgebrauch festgelegt. So werden Möbel zum einen nach dem Einsatzbereich und der Funktion, zum anderen nach der Ausführung und des verwendeten Werkstoffs gemäß DIN 68871 und 68880 in verschiedene Arten eingeteilt.

Nach dem Verwendungs- oder Einsatzbereich in Haus und Wohnung sind Wohn-, Speise-, Schlaf-, Kinder- und Jugendzimmermöbel, Bad-, Garderoben- und Dielenmöbel usw. zu unterscheiden. In anderen Bereichen unterscheidet man z. B. Büromöbel, Schulmöbel, Kindergartenmöbel, Gaststättenmöbel, Gartenmöbel, Labormöbel.

Nach dem Werkstoff oder der Ausführung unterscheidet man z. B. Holz-, Korb-, Kunststoff- und Metallmöbel sowie Polster- und Stilmöbel.
Stilmöbel sind im Gegensatz zu den mindestens 100 Jahre alten Antikmöbeln oder den Möbel-reproduktionen neuzeitlich gefertigte Möbel, die lediglich Merkmale einer bestimmten Stilpepoche aufweisen.
Bei Holzmöbeln sind erstens: Massivholz- bzw. Vollholzmöbel zu unterscheiden, die mit Ausnahme der Rückwand und der Schubkastenböden durchgehend aus der benannten Holzart be-stehen sowie zweitens: furnierte Möbel, bei denen die sichtbaren Teile aus der genannten Furnierart oder mehreren bezeichneten Furnierarten sein müssen, und drittens: kunststoffbeschichtete Möbel.
Nach der Funktion teilt man a): in Behältnismöbel wie Kleiderschränke, Anrichten, Kommoden usw., b): in Kleinmöbel wie Servierwagen, Blumentische, c): in Garderoben, d): in Liegemöbel wie Betten und Liegen sowie e): in Sitzmöbel wie Stühle, Hocker, Bänke und Sessel ein.
Nach der Verwendung im Raum sind Einzelmöbel und Systemmöbel wie An- und Aufbau-möbel, Endlosschränke usw. zu unterscheiden.
Nach der Konstruktion teilt man in Korpusmöbel wie Schränke und Truhen, in Regale (dies sind Möbel mit offenen Fronten) und in Tische ein.
Möbel als Gesellen- und Meisterstücke werden meistens nach der Funktion benannt. Häufig sind dies Anrichten, Kommoden, Schreibtische Schreibsekretäre, Geschirrschränke, Vitrinen, Garderobenmöbel, Truhen, Pfeilerschränkchen, Wohnzimmerschränke usw. Die wichtigsten Möbelarten sollen hier besonders betrachtet werden.
Möbelmaße
Die Maße der Möbel werden einerseits durch die Körpermaße des Menschen und andererseits durch die Bedarfsmaße der unterzubringenden Gegenstände bestimmt (siehe hierzu auch den Abschnitt Grundsätze des Möbelentwurfs I, Punkt: „Hoher praktischer Nutzen“ und Grund-sätze des Möbelentwurfs II, Punkt: „Ergonomische An-passung“).
Da die Möbel für Menschen verschiedener Größe gebaut werden, ist für die anthropometrische und ergonomische Gestaltung ein durchschnitt-liches Körpermaß zugrunde zu legen. Wichtig ist die richtige Wahl und Abstufung der Möbelhöhen. So müssen z. B. Sitzhöhe und Tischhöhe gut aufeinander abgestimmt, die Arbeitshöhen im Sitzen und Stehen richtig festgelegt und die oberste und unterste Greifhöhe im Sitzen oder Stehen beachtet werden (Abb. 106).
Die Größe des Möbelvolumens wird dagegen häufig vom Bedarf her bestimmt. Menge und Größe der unterzubringenden Gegenstände, das Platzangebot am Aufstellungsort und die Transportmöglichkeit beeinflussen unter anderem die Ausmaße des Möbels.
Die Abmessungen des Möbels sind die Länge, Breite, Höhe und Tiefe. Sie sind unterschiedlich definiert.

Der Autor: Dipl.-Ing. Wolfgang Nutsch, ehemaliger Leiter der Fachschule für Holztechnik, Stuttgart, ist Verfasser zahlreicher Fachbücher.

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