Die imm cologne präsentierte im Januar die Vielfalt der aktuellen Inneneinrichtungstrends

Heile Welt mit sanften Farben

Natur, Umwelt, Tradition, Technik, Kultur, Individualität und Kreativität: Wie sich schon in den vergangenen Jahren abzeichnete, gibt es nicht mehr den einen Trend, sondern viele einzelne Strömungen, die unser Wohnen beeinflussen. Die imm cologne zeigte Trends zum Wohlfühlen, Träumen, aber auch in zeitloser Eleganz oder ganz praktisch.

Autor: Katrin de Louw

I Naturmaterialien bestimmen dabei maßgeblich das Interieur von morgen. Allem voran echtes Holz neben Leder, Naturstein, Fellen und Naturtextilien. Neben dem Wunsch, ökologisch korrekt zu wohnen und sich naturverbunden zu zeigen, ist der Megatrend Gesundheit hier ein wichtiger Impulsgeber für unseren Wunsch nach natürlichem Wohnen.

Dieses Bedürfnis, im Einklang mit der Natur zu leben, schafft fließende Übergänge zwischen innen und außen in unserem Wohnraum. In Köln gab es wieder eine ganze Reihe neuer Möbel für den In- und Outdoorbereich, als auch Möbel mit markanten Details, durch die wir uns die Natur ins Haus holen. Ein sehr außergewöhnliches und auffälliges Beispiel war dazu das Eichen-Massivholz, welches von Wasserpfählen aus Venedig stammt. Das sogenannte „Briccole-Oak“ fand sich gleich bei mehreren Designführern auf der Messe wieder und ist gekennzeichnet durch große Löcher, die von Muscheln und Würmern dort hineingefressen wurden, während das Holz viele Jahre im Wasser der italienischen Lagunenstadt stand. Diese markanten Merkmale sind Emotion pur, denn sie liefern uns die Geschichte zum Möbel direkt mit, die uns inspiriert und träumen lässt. Zusätzlich ist jedes Stück ein Unikat.
Der Wunsch nach gesundem Wohnen und natürlichen Materialien ist auch im Schlafraum unübersehbar. Das Schlafzimmer ist Ruhepol und Erholungsort und kaum ein anderes Möbel ist so entscheidend für unsere Gesundheit wie das Bett. Ein Trend in diesem Bereich ist auch hier die ausschließliche Verwendung von Naturmaterialien in Bett, Matratze und Lattenrost, gerne in topaktueller Boxspring-Variante.
Das Bad schließt direkt an den Schlafraum an und bildet mit ihm zusammen den privaten Spa-Bereich. Die Firma Grohe zeigte auf der Möbelmesse in diesem Jahr ihre Interpretation von der männlichen und der weiblichen Ausstattung des Bades. Während auf der maskulinen Seite das Badezimmer mit puristischer und geradliniger Ausstattung sowie aktivierender Beleuchtung und Medien, wie Musik und Internet punktet, findet die feminine Seite der Badgestaltung weicher geformte Armaturen und eher entspannende Lichtstimmungen. Hier haben wir das Thema Bi-Color sogar in Armaturen gefunden, die fließende Farbübergänge zwischen Gold und Chrom zeigten.
Eiche in allen Facetten und Farbvarianten
Bei den Holzarten dominiert die Eiche in allen Facetten und Farbvarianten von Weiß über Naturfarben bis Dunkel. Nussbaum bleibt ein elegantes Thema, kommt aber etwas lebendiger daher mit angeschnittenen Blumen und nicht mehr nur als Streifenfurnier. Die jungen Möbeldesigns, auch zum Teil geprägt von skandinavischen Einflüssen, zeigen ausdrucksstarke und astreiche Nadelhölzer, porenreiche Eschen und vereinzelt auch Birke und helle Obsthölzer.
Werte aus den vergangenen Tagen
Ein weiterer Wohlfühlfaktor ist neben der Natur und Wellness auch die Tradition, die Werte aus den vergangenen Tagen, die Vertrauen wecken, Beständigkeit ausstrahlen und uns in einer schnelllebigen Zeit zur Ruhe kommen lassen. Das findet sich aktuell besonders in der Formensprache der Möbel wieder aber auch in Dekoren, Mustern und Prints auf Stoffen, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen und doch oft modern interpretiert sind. Viele der Möbel erinnern an klassische Formen der 50er- und 60er-Jahre, die insgesamt eher klein und mit gerundeten Ecken und Kanten einhergehen. So stehen Sofas und Sideboards heute auf einer Holzkonstruktion mit Füßen, der durchgehende Sockel verschwindet fast und zeigt sich nur an sehr schweren, großen Wandschränken. Ansonsten haben Tische, Stühle und Einzelmöbel neben zarten Metallfüßen mehr und mehr Holzbeine, die oftmals konisch zulaufen und schräg gestellt sind. Bei manch einem Möbel nehmen Dreiecksverbindungen die Herausforderungen der Statik auf und werden so mit deutlich weniger Materialaufwand dem Trend Ressourcenschonung gerecht.
Die Form ist inspiriert von Wissenschaft und Technik oder durch natürliche Strukturen, wie z. B. Zellen oder Waben. Insgesamt sind die Möbel detailverliebter. Wir sehen raffinierte und gerundete Kanten, integrierte, individuelle Grifflösungen oder auch funktional gestaltete Möbelinnenräume. Dabei sind die Stilelemente aber dezent, wertig, traditionsbehaftet oder auch handwerklich – eben all das, was unser modernes Möbel die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen lässt und ihm damit den Charme der Zeitlosigkeit verpasst.
Farben von edlem Cognac bis zartem Mint
Die Polstermöbel sind aktuell geprägt von einer noch nie dagewesenen Wandlungsfähigkeit. Viele Hersteller bieten Modelle, bei denen modulare Elemente verbunden werden können, Rücken- und Armpolster gedreht oder verstellt werden können. Zusätzlich finden sich in den Sofas Stauraum auch für größere Gegenstände. Die Polsterungen sind weich und knuffig, die Materialien edel und natürlich und es wurden häufig Farbakzente an den Nähten umgesetzt. Noch immer aktuell ist der Kreuzstich, der viele Textilien auffällig ziert. Das Design der Sofalandschaften 2014/2015 ist außerdem geprägt von vielen verschiedenen Kissen, die sich in unterschiedlichen Farben und Mustern auf den Sitzmöbeln lümmeln. An den Stoffen lassen sich die neuen Farbtrends am besten ablesen und so sehen wir hier eine große Bandbreite an Trendfarben: Im edlen, klassischen Bereich sehen wir Cognac und Karamell, sowie verschiedene Blautöne, Petrol und ganz wichtig in der kommenden Saison: Grau – von hell bis dunkel, von warm bis kalt. Grau steht als Kombinationsfarbe mal romantischen Pastellfarben und mal den Knallfarben gegenüber, die in Akzenten immer wieder auftauchen. Bei den Pastellfarben sollte an dieser Stelle besonders ein zartes Mint und ein rauchiges Rosé erwähnt werden, die im Moment wichtige Designimpulse setzen. Gelb, Ocker und gebranntes Orange stehen gut zu Betonoberflächen, die im Interieur nicht mehr wegzudenken sind. Darüber hinaus gibt es eine breite Palette von Naturfarben in Braun- und Graunuancen sowie diverse Grüntöne vom Limone über Smaragd bis Dunkelgrün. Auffällig neu: Schwarz-Weiß im direkten Kontrast, welches im Möbel stark an die 80er-Jahre erinnert. Auch das Zusammenspiel von zwei sehr starken Farben, das sogenannte Color-Blocking, ist zunehmend in der Innenarchitektur zu finden.
Auf der Suche nach Individualität
Über den Designneuheiten 2014 schwebt ein Begriff, der maßgeblich unsere Einrichtung in den nächsten Jahren bestimmt: Individualität. Auf der Suche nach sich selbst legen die Verbraucher mehr und mehr Wert auf individuelle Lösungen, die sich einerseits den heutigen Ansprüchen perfekt anpassen aber auch in Zukunft wandelbar sind und sich mit ihrem Nutzer ändern können. Die Möbel werden modular, sind immer wieder veränderbar, Regale verschieden kombinierbar und darüber hinaus ohne Beschlagtechnik zu verändern, z. B. durch Steckverbindungen oder Gurte, die sie zusammenhalten. Viele Möbel sind auch zusammenzuklappen und schnell zu verstauen oder multifunktional als Kleinmöbel, welches sowohl Hocker als auch Tisch sein kann. Es gibt auch keine Rückseiten, Polstermöbel und Schränke können frei im Raum stehen und diesen dadurch gliedern.
Die gesamte Einrichtung ist in ihrem Mix heute einzigartig und geprägt von Sammlerstücken, die der Bewohner auch aus unterschiedlichen Kulturen mitgebracht hat. Nach den afrikanischen Einflüssen, die wir in den letzten Jahren bei Wohnaccessoires beobachtet haben, sehen wir in diesem Jahr zunehmend asiatische Einflüsse. Künstlerische Akzente setzt die Firma Willisau mit einer Möbelserie, bei der Farbspritzer das Möbel gestalten: provokant und ausdrucksstark.
Insgesamt ist es also die einzigartige Kombination der Einrichtungsgegenstände, die maßgeblich unser Wohndesign prägt. I

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