Die Kante macht den Unterschied

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Die Bedeutung der Kante wird noch immer unterschätzt. Und das ist ziemlich schade, denn oft ist die Kante das Element, bei dem der Schreiner selbst bei großen Ausschreibungen viele Freiheiten hat: Sie wird vom Architekten meist nicht vordefiniert und hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen.

Katrin de Louw

Weniger ist nämlich mehr und das bedeutet, dass gerade ein Akzent auf der sogenannten „Schmalfläche“ sich in der Regel sehr harmonisch in die Innenarchitektur eingliedert, ohne sich allzu sehr in den Vordergrund zu spielen. Vielmehr entdeckt man das Detail der Kante erst auf den zweiten Blick: Das Möbel wirkt einfach wertiger als das der Konkurrenz.

Viele Möglichkeiten bei Massivholz

Die Trendsetter im Bereich der Kante sind dabei aktuell Massivholzplatten oder auch die Tischlerplatte, weil der Gestalter hier deutlich mehr Spielraum hat. Die massiven Holztischkanten werden gerundet und nach unten abgeflacht, damit die Platte extrem dünn wirkt. Wer etwas Besonderes möchte, kann sogar über die Länge die Kante unterschiedlich bearbeiten, sodass die Plattenstärke des Tisches von der Mitte zum Rand zu variieren scheint. Schön ist auch die Rinde am Rand stehen zu lassen. Da sie aber meist nicht mehr oder nur marginal vorhanden ist, haben die VD Werkstätten Platten mit Rindenersatz aus geprägten Furnieren im Programm.

Eine starke Kantenbreite bietet Platz für Fräsungen bis hin zum Logo oder zu Ornamenten und grafischen Mustern, die auch nicht durchgängig entlang der gesamten Kante geführt sein müssen, sondern als Akzent asymmetrisch gestaltet werden dürfen. Bei keilverzinkten Massivholplatten bleibt die gezackte Verbindungstechnik sichtbar, um die Qualität der Platte zu unterstreichen. Bei Fronten und Möbeltüren können in massiven Anleimern auch gleich die Grifflösungen integriert werden.

Perfekte Illusionen in Kunststoff

Doch auch Kunststoffkanten haben inzwischen einiges zu bieten: Angesagt sind eine attraktive Haptik, 3D-Optik, Metalliceffekte oder sogar die Nachahmung von Baumrinde in 45°. Besonders gelungen scheint die Gestaltungsidee der Sandwichoptik, bei der die Kante so aussieht, als sei eine Tischlerplatte oben und unten mit einer Kompaktplatte oder auch Glasplatte verklebt. Dank Nullfugentechnik ist die Täuschung perfekt und die Spanplatte wirkt wie eine äußerst hochwertig Möbelplatte.

Auch der Digitaldruck trägt bei den Kunststoffkanten zur schönen Illusion bei: So erscheint die Struktur an der langen Kante als Längsholz und an der kurzen Plattenseite als Hirnholz zu laufen. Bei Marmordekoren wandern die farbigen Marmoradern perfekt über die Ecke, wie es bei einer massiven Steinplatte auch der Fall wäre.


Die Autorin

Innenarchitektin Katrin de Louw ist Inhaberin von Trendfilter und führende Expertin für Möbel- und Materialtrends im Innenraum.

www.trendfilter.net

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