Bauphysiker und Schreinermeister im BM-Interview. Klarer Wettbewerbsvorteil« - BM online

Bauphysiker und Schreinermeister im BM-Interview

Klarer Wettbewerbsvorteil«

Die Fuchs Raumingenieure GmbH unterstützt die Schreinerei Holzer bei der Realisierung von bauphysikalisch anspruchsvollen Aufgabenstellungen. BM sprach mit den beiden Geschäftsführern Michael Fuchs (l.) und Simon Holzer (r.) über Synergien von Ingenieurs- und Handwerkerleistungen, deren Umsetzung und die daraus entstehenden Marktchancen. Das Interview ist der Auftakt für die dreiteilige Beitragsreihe Raumakustik – neue Märkte für das Handwerk.

BM-Redakteur Heinz Fink

BM: Das Wallersdorfer Ingenieurs- und Meisterzentrum beherbergt neben der Schreinerei Holzer zwei Ingenieurbüros. Wie entstand dieses Zusammentreffen und was sind die Ziele des gemeinsamen Auftritts?

Fuchs: Wir konzentrieren uns auf bauphysikalische Herausforderungen rund um den Ausbau. Der Austausch sowie der reibungslose Ablauf mit Handwerksbetrieben bilden unserer Meinung nach das Fundament eines erfolgreichen Projektes. Dadurch besteht auf unserer Seite von jeher ein sehr starker Praxisbezug.

Holzer: Durch unsere Größe sind wir in der Lage, neben der Möbelfertigung komplette Ausbauleistungen anzubieten. Besonders im Objektbereich werden die Anforderungen zunehmend komplexer. Wir verstehen dies als Herausforderung. Um diesen gerecht zu werden, kooperieren wir bei Spezialfragen gerne mit Spezialisten.

Fuchs: Besonders in der Baubranche ist es wichtig, sich schnell und unkompliziert auszutauschen. Gemeinsame Projekte zeigen, dass unsere Unternehmen sehr gut miteinander harmonieren und uns das ganz nebenbei auch großen Spaß bereitet. Die Entscheidung fiel uns somit leicht und so entstand 2017 eine Bürogemeinschaft.

BM: Der Schwerpunkt der Raumingenieure liegt in der Raumakustik, einer klassischen Ingenieursdisziplin. Ist dieses Thema auch für Handwerksbetriebe interessant?

Fuchs: Die Raumakustik ist im Ausbau allgegenwertig. In der Ausführungsphase gilt es, geplanten Anforderungen gerecht zu werden. Die richtige Wahl und Ausführung akustisch wirksamer Produkte entscheidet über den Erfolg. Kennt ein ausführendes Unternehmen die relevanten Stellschrauben ist dies ein echter Mehrwert.

Holzer: Gerät ein Schreiner mit dem Themengebiet der Raumakustik in Berührung, so findet man als erste Reaktion oft eine Abwehrhaltung vor. Vorschnelle Bedenken eines Fehlerrisikos oder die Scheu eines vermeintlich hohen Aufwands schrecken ab. Dies ist unserer Meinung nach der Hauptgrund, wieso Themen wie die Raumakustik bei kleinen und mittleren Schreinereien nicht oder nur langsam angegangen werden.

Fuchs: Und genau darin schlummert großes Potenzial. Handwerksbetriebe mit Fachwissen haben einen großen Wettbewerbsvorteil, sie werden als Spezialisten wahrgenommen.

BM: Mit welchen Fragen und Gedanken beschäftigt sich z. B. ein Schreiner, welcher das erste Mal mit einer raumakustischen Thematik konfrontiert wird?

Fuchs: Die Fragestellung ist vielseitig, meist grundlegend wie z. B. „Was ist eigentlich Akustik“; „Ist Schallschutz gleich Raumakustik?“; „Wo kann ich fachlichen Rat einholen?“; „Brauche ich eine spezielle Ausbildung?“; „Welche Regeln gelten?“; „Welches Risiko, bzw. welches Potenzial besteht?“; „Welche Nachweise gilt es zu erbringen?“; „Wie hoch sind die Kosten für Produkte, Planung bzw. Nachweisführung?“ und so weiter.

Holzer: Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter. Oftmals stellt sich ein Handwerker diese Fragen gar nicht und vermeidet das Thema und somit einen potenziellen Auftrag.

BM: Welchen Vorteil hat ein an der Raumakustik interessierter Handwerksbetrieb?

Fuchs: Einen sehr großen. Ein solches Unternehmen versteht die Zusammenhänge zwischen Anforderung und notwendigen Maßnahmen. Damit ist es in der Lage, geeignete Produkte einzusetzen und im Idealfall selbst herzustellen. Ein Riesenvorteil!

Holzer: Gerade der gemeinsame Auftritt überzeugt beim Kunden. Durch jedes Projekt wächst unser Wissen. Wir werden von unseren Kunden als kompetente Handwerker mit Spezialwissen wahrgenommen. Bei komplexen Aufgaben holen wir uns vom Spezialisten (Akustiker) fachlichen Support.

Fuchs: Es ist wichtig, eine gemeinsame Sprache zu sprechen. Auch für uns ist der Lerneffekt immens, gerade was die Produktausführung in Hinsicht auf Materialien und Machbarkeit betrifft. Eine echte Win-win-Situation.

BM: Wie erreicht man es, dass Handwerk und Ingenieurbüro die gleiche Sprache sprechen?

Fuchs: Wir haben alle das gleiche Ziel. Wir möchten Projekte gut, effizient und wirtschaftlich umsetzen. Natürlich haben wir unterschiedliche Blickwinkel, besonders bei den ersten gemeinsamen Projekten. Das wichtigste ist jedoch echtes Interesse an der Raumakustik und somit an neuen Märkten.

Holzer: Ist das Interesse geweckt, gilt es, die wichtigsten Stellgrößen kennenzulernen.

Fuchs: Diese lassen sich sehr gut durch eine individuelle Schulung vermitteln. Im besten Fall vor Ort, mit einem direkten Austausch aller Beteiligten.

BM: Und wie weckt man das Interesse an der Raumakustik?

Fuchs: Im Idealfall, indem sich ein Handwerksbetrieb im Vorfeld informiert. Die Realität zeigt jedoch, dass man durch ein Projekt zum Thema findet. Sozusagen wie „die Jungfrau zum Kind“.

Holzer: Besonders in dieser Situation ist es wichtig, von Anfang an mit einem kompetenten Partner zu arbeiten. Dies spart Zeit, vermeidet Fehler und bringt unglaublich viel Wissen und Knowhow.

Fuchs: Und genau das ist der richtige Start in einen neuen Markt. Mit Interesse, ständig wachsendem Wissen und Know-how zum Wettbewerbsvorteil.

Das Interview führte BM-Redakteur Heinz Fink.


Zu den Personen

Michael Fuchs, Dipl.-Ing. (FH), M.BP. ist Schreiner, Ingenieur und Bauphysiker. Der Geschäftsführer der Fuchs Raumingenieure GmbH spezialisiert sich mit seinem Team auf bauphysikalische Herausforderungen im Bereich des Ausbaus sowie der Objekt- und Büroeinrichtung. Mit Schwerpunkt in der Bau- und Raumakustik schaffen sie behagliche Räume, coachen Nutzer und Planer und bieten Support für Hersteller bei der Nachweisführung und Produktentwicklung.

Simon Holzer ist Schreinermeister und Geschäftsführer der Schreinerei Holzer. Bestehend aus drei Schreinermeistern, zwei Gesellen und einem Lehrling liegt der Schwerpunkt des Unternehmens in der Herstellung und dem Vertrieb hochwertiger Möbel und Innenausbauten für private und gewerbliche Kunden.

Beide Unternehmen mit Sitz in Niederbayern arbeiten, zusammen mit dem Ingenieurbüro für Energietechnik – Weig, in einer Bürogemeinschaft, dem Wallersdorfer Ingenieur- und Meisterzentrum WIM.

www.raumingenieur.de

www.wim-zentrum.de

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