Spontanbruch bei ESG-Scheiben

Plötzlich kracht es und keiner weiß warum

Immer wieder kommt es vor, dass ESG-Scheiben scheinbar völlig grundlos explodieren und in zigtausend Scherben zerfallen. Auslöser dafür sind Spontanbrüche, bei denen vermeintlich ohne erkennbare äußere Einwirkungen ESG-Scheiben zerspringen und brechen.

Der durch Nickelsulfid-Einschlüsse im Glas hervorgerufene Bruch ist der Spontanbruch im engeren Sinne. Betroffen ist grundsätzlich nur thermisch vorgespanntes Glas (ESG-Glas). Das Glas bricht tatsächlich „spontan“, d. h. ohne jede Einwirkung von außen. Beim Spontanbruch liegt die Ursache des Bruches im Glas selbst. Er ist auf Nickelsulfid-Einschlüsse zurückzuführen, die sehr selten sind. Die Nickelsulfid-Einschlüsse sind so klein, dass sie nicht automatisch entdeckt werden können und stellen für ESG eine ernste Gefahr da.

Bei hohen Temperaturen über 379 °C ist Nickelsulfid (NiS) beständig. Darunter, also auch bei Raumtemperatur, wandelt es sich langsam um.
Die Umwandlung geht umso langsamer vonstatten, je tiefer die Temperatur ist. Solche Phasenumwandlungen kommen in der Natur häufig vor. Das Ungewöhnliche beim Nickelsulfid ist jedoch, dass der Einschluss sich ausdehnt. Er drückt folglich mit zunehmender Kraft auf das Glas in seiner unmittelbaren Umgebung.
Wenn er sich noch dazu in der Zugspannungszone des ESG befindet, d. h. in der inneren „Hälfte“ des Glasvolumens, bildet sich nach einer gewissen Zeit ein Riss im Glas. Die Scheibe zerspringt „spontan“ mit einem lauten Knall in Tausende von kleinen Scherben.
Um mit Nickelsulfid „verseuchte“ Scheiben schon am Ende der Produktionskette zu zerstören, wurde eine so genannte Heißlagerungsprüfung nach DIN 18516 entwickelt, die im englischen Sprachgebrauch als Heat Soak Test (HAST) bezeichnet wird. Das Glas, das nach diesem Verfahren gefertigt wird heißt ESG-H, das bedeutet, heiß gelagertes Einscheibensicherheitsglas.
Bei diesen Scheiben ist das Restbruchrisiko sehr gering, aber es ist nicht gleich Null.
Kommt es trotzdem zu einem Schadensfall, stehen Sie als Auftragnehmer dem Kunden gegenüber in der Gewährleistung. Es sei denn, sie haben, wie in neben stehendem Urteil beschrieben, ihre schriftlichen Bedenken angemeldet und auf das Risiko eines Spontanbruches hingewiesen. Wieweit der Auftragnehmer Ansprüche geltend machen kann, hängt von den AGB’s des Lieferanten ab. Schließt der Lieferant darin jegliche Gewährleistung aus, sieht es schlecht aus. ■

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