Bessermesser: Klassische Messgeräte mit Apps kombinieren

Smart erweitert

Immer mehr „einfache“ Messgeräte übertragen Daten auf smarte Endgeräte oder lassen sich von ihnen steuern. Wir haben uns einige Apps dazu angeschaut und zeigen Ihnen, wie sie den Funktionsumfang erweitern.

Heinz-Alfred Losch

Wer Laserentfernungsmesser und Co. mit Apps kombiniert, kann beim Aufmaß Zeit und Geld sparen. Konzepte und Leistungen der meist kostenlosen Applikationen für klassische Messgeräte unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller sehr deutlich. Gemein sind die hier genannten Apps in der Regel für Smartphones und Tablets der Systeme iOS und Android verfügbar. Die Kommunikation zwischen Messgerät und Smartphone beziehungsweise Tablet erfolgt in der Regel per Bluetooth.

Apps effektiv gebündelt – aus Drei mach Eins

Die Measuring Master App von Bosch ist beispielsweise die zentrale Software für die meisten blauen Messgeräte des Unternehmens. Sie ermöglicht die Übernahme der Daten diverser Laser-Entfernungsmesser und auch des Thermodetektors GIS 1000 C Professional sowie der Wärmebildkamera GTC 400 C Professional und vereint die Funktionen der bisherigen Bosch-Apps GLM Measure & Document, GLM Floorplan und GIS Measure & Document.

Mit der multifunktionalen App lassen sich Aufrisse, Grundrisse und Temperaturmesswerte dokumentieren und verwalten. Das steigert die Produktivität und Effizienz der Arbeit auf der Baustelle. So können die Messwerte direkt in Bilder übertragen werden. Mit Quick Sketch lassen sich einfache Skizzen erstellen, die später in detaillierte Grundrisse übernommen werden können. Die App ermöglicht das Anfertigen vollständiger Grundrisse mit Raumhöhen, Dachschrägen und Flächenberechnung. Das Gleiche gilt auch für Wandansichten. Die Darstellung von Wärmebildern und Temperaturmesswerten vervollständigt die Funktionen.

Branchenprimus denkt App komplett neu

Wer eine Vorreiterrolle einnimmt, erntet nur allzu oft ganz unterschiedliche Meinungen – von „gut zu gebrauchen“ bis „letzter Dreck“ reichen die Nutzer-Kommentare. So wird z. B. die Umsetzung der Messaufgaben als gut empfunden, die Abfolge der Schritte jedoch als gewöhnungsbedürftig. Kritisiert werden zudem kleine Bugs und deren schleppende Beseitigung.

Ab Ende 2019 will Bosch mit einer neuen Mess-App am Start sein. Das Konzept sei komplett neu gedacht und die Funktionen intuitiv bedienbar, wie es auf einer Pressekonferenz am 21. März hieß. Die neuen Denkansätze sind in der Tat vielversprechend und praxisnah, denn sie basieren auf der wohl gängigsten aller Arbeitsweisen des Schreiners: der Skizze auf einem Blatt – nur eben unendlich groß und mit weiteren digitalen Möglichkeiten und Erleichterungen. Mehr dazu im BM zum Marktstart.

Linien- und Kombilaser fernsteuern

Mit der Levelling-Remote-App will Bosch Nivellierarbeiten erleichtern. Diese App ermöglicht die Steuerung des Kombilasers GCL 2-50 C /CG Professional und der Linienlaser GLL 3-80 C und CG Professional. Mit der App lassen sich die Laser nicht nur ein- und ausschalten, sondern auch die meisten Funktionen aus der Ferne bedienen.

Zusammen mit dem Drehteller RM 3 können Anwender die Laserlinie in verschiedenen Geschwindigkeiten ausrichten und exakt positionieren. Gerade diese Ausrichtung, ohne den Laser dabei berühren zu müssen, steigert die Produktivität bei vielen Nivellierarbeiten, da die Gefahr der unabsichtlichen Verstellung entfällt. Praktisches Feature: Bei den GLL 3-80-Geräten ist per App auch erkennbar, ob die Genauigkeit durch äußere Einflüsse gestört ist und die Kalibrierung überprüft werden muss.

Messergebnisse per Sprachausgabe

Die Laserliner MeasureNote-App ist der zentrale Platz für die Anwendung und Verwaltung von Laserliner-Messgeräten. Messwerte lassen sich blitzschnell dokumentieren und weiterleiten. Auch Fernauslösungen der Messgeräte sind möglich. In manchen Situationen kann die automatische Sprachausgabe der Messwerte hilfreich sein.

Da die Measure-Note-App den Ort zusammen mit der Messung speichert, lassen sich die Ergebnisse später einfacher den jeweiligen Adressen zuordnen. Die Lost-and-Found-Funktion zeigt immer den letzten bekannten Gerätestandort an.

Bisher unterstützt die Laserliner-App drei Laser-Entfernungsmesser, Messgeräte für die Materialfeuchtemessung sowie eine digitale Wasserwaage. Die Integration weiterer Laserliner-Geräte ist jedoch in Planung. Bisher sind diese nur in einer Produktübersicht aufgeführt. Zwar ist die App mittlerweile auch in deutscher Sprache verfügbar. Es sind aber noch nicht alle Funktionen übersetzt.

Messergebnisse direkt übertragen

Die Stabila Measures-App unterstützt die Laser-Entfernungsmesser LD 520 und LD 250 BT. Sie ermöglicht eine einfache und schnelle Dokumentation der Messwerte. Es können nicht nur Zeichnungen von Räumen und Objekten erstellt, sondern auch PDF-Dateien sowie Bilder importiert und direkt bemaßt werden. So ist es zum Beispiel möglich, Projekte vor Ort zu dokumentieren und direkt an das Team zu übertragen. Hier sind die wenigen Bewertungen der Anwender durchweg positiv.

Von Fingerskizzen zu AutoCAD

Von Leica gibt es die Disto Plan-App für die Laser-Entfernungsmesser des Unternehmens. Sie erleichtert es, die Messergebnisse zu dokumentieren und zu visualisieren. Mit der Sketch-Plan-Funktion können Skizzen mit dem Finger angefertigt und bemaßt werden. Die Autoscale-Funktion passt dann die Linienlänge automatisch an. So lässt sich einfach ein CAD-fähiger Grundriss erstellen, der anschließend mit der Disto transfer-App direkt an AutoCAD oder BricsCAD übertragen werden kann. Auch Fotos lassen sich mit Disto Plan bemaßen. Bei den Leicageräten Disto X3 und X4 ermöglicht ein integrierter Sensor die einfache Erstellung eines Grundrisses. Mit dem zusätzlichen Modul DST 360 lassen sich detaillierte Aufrisse erstellen und in CAD-Software exportieren. Ärgerlich ist allerdings, dass dafür die kostenlose App nicht ausreicht, sondern weitere Funktionen per Abo erworben werden müssen. Außerdem wurde mehrfach kritisiert, dass die App häufig abstürzt.

Aufsteckmodul zur Flächenberechnung

Stanley hatte mit dem Smart Measure Pro ein besonderes Messgerät im Programm. Es bestand aus einem Laser-Entfernungsmesser-Modul, das einfach auf ein Smartphone gesteckt wurde. Mit der kostenlosen App konnte der Laser gesteuert werden. Gleichzeitig wurden Fotos angefertigt, die auch später ausgemessen werden konnten. Praktisch hier: den Materialbedarf für Flächen aller Art in wenigen Schritten überschlägig berechnen um eine erste Kostenschätzung abzugeben.

In der Zwischenzeit wurde dieses Gerät jedoch wieder aus dem Programm genommen, da es offensichtlich am Markt nicht besonders gut ankam. Restbestände dürften aber noch im Handel verfügbar sein.

Raumpläne skalieren

Die aktuelle Alternative von Stanley sind die Bluetooth-Laser-Entfernungsmesser zusammen mit der App Stanley-Smart-Connect. Sie erlaubt die Speicherung und Übertragung der Messergebnisse auch als Bild oder PDF. In einem Foto können Linien und andere Objekte gezeichnet und kommentiert werden. Auch das Freihandzeichnen und Skalieren eines Raumplans ist möglich.

App direkt im Gerät integriert

Spitzenmodelle der Laser-Entfernungsmesser von Hilti, der PD-C (mit Bluetooth) und der PD-CS (mit Bluetooth und WLAN) arbeiten mit einem Android-Betriebssystem. Die Mess-App befindet sich direkt auf dem Gerät.

Mit ihr lassen sich alle Messfunktionen durchführen, die eingebaute Kamera steuern sowie die ermittelten Messergebnisse in Projektordnern speichern und per Bluetooth oder WLAN drahtlos an einen PC oder ein Tablet übertragen. Von diesen Geräten kann der Entfernungsmesser allerdings nicht gesteuert werden.


Der Autor

Heinz-Alfred Losch ist als freier Journalist spezialisiert auf die Bereiche Elektro- und Handwerkzeuge sowie Messtechnik.



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