Neue Norm EN 16770:2018 – das müssen Sie wissen

Staubfrei-Norm

Das Technische Komitee CEN/TC 142 „Holzbearbeitungsmaschinen – Sicherheit“ hat seine Arbeit an der „Europäische Norm EN 16770:2018“ abgeschlossen. Diese definiert und konkretisiert die Sicherheitsanforderungen an Entstauber – also an Absauganlagen für die Innenaufstellung.

In den Geltungsbereich der EN 16770:2018 fallen Absauganlagen für Holzstaub und Späne mit einem Nennvolumenstrom von bis zu 8 000 m3/h und einem Volumen des Rohluftbereichs von bis zu 3,5 m3, bestimmt für die Innenaufstellung und zum Anschluss an Holzbearbeitungsmaschinen. Die neu geschaffene Norm hat sowohl für Maschinen- und Absauganlagenhersteller als auch für die zuständigen Stellen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz eine erhebliche Bedeutung.

Sie ersetzt die nationale Vorgänger-Norm DIN 8416:2000-10. Die neue Norm teilt die Entstauber in verschiedene Typen in Abhängigkeit vom Volumen des Rohluftbereichs ein. Für diese Entstaubertypen gelten folgende Sicherheitsanforderungen:

  • Reststaubgehalt der Rückluft: Wird Rückluft genutzt, darf der Reststaubgehalt in der Rückluft 0,1 mg/m3 nicht überschreiten (nationale Betreibervorschriften sind zu beachten).
  • Leistungsanforderung: Die Konstruktion und Auslegung der Absauganlage muss sicherstellen, dass alle angeschlossenen Holzbearbeitungsmaschinen mindestens mit dem angegebenen Luftvolumenstrom abgesaugt werden. Zum wirksamen Absaugen der Holzbearbeitungsmaschinen muss der Unterdruck am Anschlussstutzen des Entstaubers bei einer durchschnittlichen Luftgeschwindigkeit von 22 m/s mindestens 2000 Pa betragen. Weiterhin muss die minimale Laufzeit bis zur Filterabreinigung mindestens 15 min betragen.
  • Brandunterdrückungssystem (bei Typ B, C1, C2, D): Das Brandunterdrückungssystem ist eine Einrichtung, die aktiv ein aufflammendes Feuer im Inneren des Entstaubers unterdrückt. Es besteht aus thermischem Sensor, Steuerungssystem, Brandunterdrückungsteil einschließlich Rohren, Sammelbehälter für das Löschmittel und Sprühsystem.
  • Zündschutzsystem (bei Typ C2, D): Ein aktives Zündquellen- und Unterdrückungssystem/Zündschutzsystem verhindert den Eintrag wirksamer Zündquellen über die Absaug-Rohrleitung in den staubbeladenen Teil des Entstaubers. Die Erkennung erfolgt über einen oder mehrere Sensoren und verhindert so Verpuffungen.
  • Lärm: Nach dem derzeitigen Stand der Technik ist es möglich, Entstauber so zu konstruieren, dass der A-bewertete Emissionsschalldruckpegel, gemessen ohne Späne- und Staubbeladung, 75 dB (A) nicht überschreitet.

Die EN 16770 dient europäischen Herstellern von Entstaubungsanlagen als Leitfaden und ermöglicht Betreibern den fairen Vergleich der am Markt befindlichen Anlagen. Zusätzlich dient die Norm zur Festlegung von Prüfgrundsätzen für die einzelnen Entstaubertypen.


Die Autoren

Dipl.-Kfm. Frank Höcker,
Höcker Polytechnik GmbH
Dipl.-Ing. Ulrich Siemers,
Rippert Anlagentechnik GmbH & Co. KG
Christine Montigny (M. Sc.), VDMA
Fachverband Allgemeine Lufttechnik

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