Umwelttischler Hessen wollen mehr als „öko“. Auf zu neuen Ufern - BM online

Umwelttischler Hessen wollen mehr als „öko“

Auf zu neuen Ufern

„Ein glaubwürdiger Vorreiter in Sachen Ökologie“ seien die Umwelttischler in Hessen, so eine Stimme aus dem Umweltministerium. Doch mit „öko“ allein lässt sich kein Geld verdienen, deshalb entwickeln die 20 Mitgliedsbetriebe jetzt zusätzlich Konzepte für Mitarbeiterführung, Betriebswirtschaft, Organisation und Vertrieb. Und dabei werden sie unterstützt.

Seit 20 Jahren gibt es die Gemeinschaft der Umwelttischler Hessen jetzt. Sie verzichten möglichst auf Formaldehyd, verwenden kein PVC in Räumen, nehmen keine Holzschutzmittel und vermeiden Lösemittel, wo es eben geht. Doch: „Die Kunden honorieren es nicht in dem Maße“, fasst Ulrich Leber, Betriebsberater beim Verband Tischler Hessen, die Erfahrungen der Mitglieder zusammen. Und Ralf Stuckardt, der Vorsitzende der Umwelttischler fügt hinzu: „Vor 20 Jahren waren unsere Kriterien noch einzigartig, aber heutzutage sind sie einfach kein Alleinstellungsmerkmal mehr.“

Doch da die Umwelttischler inzwischen eine starke Gemeinschaft geworden sind und besonders von der gegenseitigen Unterstützung in den Erfa-Gruppen profitieren, entschloss man sich, neue Wege zu gehen. Ralf Stuckardt: „Unsere Prüfkriterien sind natürlich nach wie vor aktuell, aber wir wollen unsere Mitglieder auch in anderen Bereichen unterstützen. Ganz nach individuellem Bedarf. Wir holen jeden da ab, wo er steht.“

Unterstützung ganz nach Bedarf

Das neue Konzept sieht deshalb vor, dass sich die Mitgliedsbetriebe in verschiedenen Bereichen weiterentwickeln können. In den kommenden fünf Jahren soll es um folgende Themen gehen: Mitarbeiterführung und Unternehmensziele, Betriebswirtschaft, Organisation sowie Vertrieb. Dabei sollen die Betriebe jeweils nach einem gemeinsamen Einführungsworkshop von externen Beratern persönlich und individuell gecoacht werden.

Immer weiter verbessern

In einem Einführungsworkshop erarbeitete Schreinermeister Matthias Brack, Vorstandsmitglied des bayerischen Schreinerverbandes und Inhaber einer Schreinerei im Allgäu, gemeinsam mit den Mitgliedern die Möglichkeiten eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im eigenen Betrieb.

Michael Bücking und Ulrich Leber vom Fachverband Tischler Hessen haben nun im ersten Schritt bereits zwölf Betriebe in Sachen Mitarbeitereinbindung bei der betrieblichen Weiterentwicklung gecoacht. Sie setzten sich mit Chef, Chefin und Mitarbeitern an einen Tisch, ermittelten Probleme und entwickelten Lösungen. „Ohne die Moderation hätten wir wichtige Schritte wahrscheinlich nie angegangen“, resümierte ein Betrieb.

Und auch danach werden die Betriebe weiter begleitet – mit Erinnerungsmails und -anrufen. „Die Erfahrung zeigt, dass wir immer wieder vom Tagesgeschäft eingeholt werden und die eine oder andere Maßnahme in den Hintergrund gerät,“ weiß Ralf Stuckardt.

Ein fester Bestandteil sind und bleiben dabei auch die Erfa-Gruppen: „Sieben oder acht von uns treffen sich zweimal im Jahr bei einem unserer Mitgliedsbetriebe und analysieren gemeinsam und mit den Mitarbeitern, welche Verbesserungsmöglichkeiten es geben könnte.“ Durch die regelmäßig stattfindenden Treffen kommt jeder Betrieb in den Genuss der Kollegentipps.

Umfangreiches Themenfeld

Nach dem ersten Teil, in dem es darum geht: Wie binde ich meine Mitarbeiter ein? Wie kann ich gemeinsam mit ihnen meine Unternehmenskultur weiterentwickeln? Welche Visionen, welche Mission, welche Werte haben wir? In den kommenden Jahren werden weitere Schwerpunkte aufgegriffen und folgende Themen bearbeitet:

  • Wie sind wir betriebswirtschaftlich aufgestellt? (Bundesbetriebsvergleich, Kennzahlen) Welche Maßnahmen können bzw. müssen wir ergreifen?
  • Wie sind die Abläufe – von der Auftragserteilung bis zur Montage – in unserem Betrieb organisiert? Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?
  • Welche Möglichkeiten gibt es in Sachen Marketing, die im Einklang mit unseren Unternehmenszielen stehen? Welche Kunden und welche Produkte stehen im Fokus? Welches Budget planen wir dafür ein?
  • Wie können wir das Vertriebskonzept weiter verfeinern? Wie beantworten wir Anfragen? Wie gestalten wir Angebote, Werbung, Außendarstellung, Internet und Öffentlichkeitsarbeit?

Viele Freundschaften sind entstanden

„Mit dem neuen Konzept bekommt jeder die Unterstützung, die er braucht, um nachhaltige Veränderungen einzuleiten“, fasst Ralf Stuckardt die Idee zusammen. „Wir wollen niemanden unter Druck setzen. Es soll immer noch Spaß machen. Schließlich sind in den gemeinsamen Jahren auch viele Freundschaften gewachsen. Wir freuen uns über den guten Kontakt untereinander.“ (ra)

www.umwelttischler.de


Für Hessen und Rheinland-Pfalz

Gerne mal schnuppern

Durch die neue Ausrichtung der Umwelttischler sollen nicht die Qualitäten verloren gehen, von denen die Gemeinschaft in der Vergangenheit profitiert hat. „Ein wichtiges Standbein war und ist der persönliche Erfahrungsaustausch unter den Kollegen“, sagt Tischlermeister Ralf Stuckardt. Deshalb laden er und seine Kollegen ernsthaft interessierte Schreiner- und Tischlerbetriebe aus Rheinland-Pfalz und Hessen ein, einfach mal bei einer Versammlung oder einem Erfa-Treffen „reinzuschnuppern“. „Wir freuen uns über neue Mitglieder, die unsere Gruppe bereichern und die auch an der Unterstützung des Fachverbandes teilhaben wollen.“

Der Beitritt zur Gemeinschaft der Umwelttischler ist mit einem jährlichen Beitrag von 600 Euro verbunden, darin sind die Kosten für das Coaching enthalten.

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