Gute Bewerbungsgespräche führen

Ein umfassendes Bild

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Ein Bewerbungsgespräch ist eine knifflige Aufgabe: Innerhalb kurzer Zeit müssen die Personalverantwortlichen herausfinden, ob jemand langfristig zu ihrem Unternehmen passt. Foto: Fotolia/Fizkes
Der Gedanke an ein anstehendes Vorstellungsgespräch löst nicht nur bei Bewerbern gemischte Gefühle aus. Auch die Chefinnen und Chefs kleinerer Unternehmen sind nicht tagtäglich mit dieser Aufgabe konfrontiert.

„Viele sind sich unsicher, wie man die richtigen Fragen stellt und auch, wie weit die Fragen überhaupt gehen dürfen. Schließlich will man dem Bewerber nicht zu nahetreten, aber dennoch ein umfassendes Bild von ihm bekommen“, weiß die Personalberaterin Fabienne Gehrig von der Handwerkskammer Konstanz. Wie der Balanceakt dennoch gelingt, zeigen die folgenden Tipps:

1. Den Überblick behalten

Bereiten Sie vorab einen Leitfaden für das Gespräch vor. Basis hierfür sollten nicht nur der Lebenslauf des Bewerbers sowie die Stellenbeschreibung sein, sondern auch vorab definierte „Muss“- und „Kann“-Kriterien. So filtert der Betrieb genau, welche Anforderungen ein Bewerber zwingend erfüllen muss.

2. Schritt für Schritt vorgehen

Der richtige Ablauf ist entscheidend für den Erfolg eines Gesprächs. Wichtig sei es, erst einmal für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen, zum Beispiel durch das Bereitstellen von Getränken. Dann sollten die am Bewerbungsgespräch beteiligten Personen sich und ihre Funktion, den Betrieb sowie die ausgeschriebene Stelle vorstellen. Erst im Anschluss sollte der Bewerber dazu aufgefordert werden, sich vorzustellen und seine aktuelle Tätigkeit zu beschreiben.

3. Die wichtigen Fragen stellen

Während die harten Eignungs-Faktoren, zum Beispiel eine abgeschlossene Berufsausbildung, relativ leicht zu eruieren sind, wird es bei weichen Faktoren, etwa Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit oder selbstständiges Arbeiten, schon schwieriger. Hier ist es wichtig, offene Fragen vorzusehen und den Bewerber beispielsweise berichten zu lassen, wie die Teamarbeit bei seinem bisherigen Arbeitgeber aussah, welche Rolle er darin übernommen hatte oder wie er sich so eine Zusammenarbeit idealerweise vorstellt. „Gut ist es auch, beispielhafte Situationen zu schildern und zu fragen, wie sich der Bewerber verhalten würde“, sagt die Expertin. Dabei seien spontane Reaktionen gefordert, die bei der Einschätzung des Bewerbers sehr hilfreich sein können.

4. Nicht zu nahetreten

So verständlich eine gewisse Neugier sein mag: Bei persönlichen Fragen, die nichts mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben, hat der Gesetzgeber Grenzen gesetzt. Grundsätzlich tabu sind Fragen nach Alter, Herkunft, Familienstand, sexueller Orientierung, religiöser und politischer Einstellung, Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft und Lohnpfändungen. Fragen nach Schwangerschaft, Vermögen, Gesundheitszustand und Vorstrafen dürfen nur in Ausnahmefällen thematisiert werden, wenn sie von wesentlicher Bedeutung für die Tätigkeitsausübung sind. Bei Unsicherheiten unterstützen Berater der Handwerkskammer gerne.

5. Das Gespräch abrunden

Danach bietet sich ein Rundgang durch den Betrieb an. Und auch dabei kann man viel erfahren: „Bei der Besichtigung kann man den Bewerber gut fragen, ob er mit den in der Werkstatt vorhandenen Geräten bereits gearbeitet hat und kitzelt damit oft noch einige Informationen aus ihm heraus“, sagt Fabienne Gehrig. Generell sollte gelten: „ Auch der Bewerber sollte Raum für seine Fragen bekommen. Darauf sollte sich der potenzielle Arbeitgeber also auch gefasst machen.“

6. Schnell Rückmeldung geben

Bei der Verabschiedung sollte der Betrieb dann noch mitteilen, bis wann der Bewerber mit einer Rückmeldung rechnen kann. „Die sollte so schnell wie möglich erfolgen und zwar am besten zunächst telefonisch“, rät die Personalexpertin. Das sei am schnellsten und am persönlichsten: „Und darauf kommt es heute bei der Mitarbeitergewinnung an.“ (ra/Quelle: Handwerkskammer Konstanz)

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